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Es ist nachgewiesen: Bisexualität ...
Verfasst: Di 3. Apr 2012, 23:36
von Lina
Es ist nachgewiesen: Bisexualität existiert, erkennen die Forscher von einer US-amerikanischen Uni. The Young Turks berichten darüber:
http://www.youtube.com/watch?v=TIZ-4CwWKVs
Nicht, dass wir das nicht alle schon wussten. Oder wissen wir es wirklich alle? Mich wundert es auf jeden Fall, dass Schwule so oft eine merkwürdige ablehnende Haltung dazu und gerne behaupten man würde nur nicht erkennen wollen, dass man schwul ist etc. Versteht ihr das? Und wie kommt es, dass fast keine Männer zugeben, dass sie Bi sind? Ich erlebe das zumindest selten. Ich kenne wesentlich mehr Frauen, die sich als bi-sexuell definieren als Männer.
Re: Es ist nachgewiesen: Bisexualität ...
Verfasst: Mi 4. Apr 2012, 07:06
von Lisa.K
Finde ich interessant.
Ich würde mich selbst auch als "Bi" bezeichnen (fühle mich zwar sexuell sehr viel mehr zu Männern hingezogen, aber manche Mädels sind auch hübsch ). Als ich das mal "nebenbei" bei einer meiner lesbischen Freundinnen angesprochen habe hatte sie auch eine äusserst negative Meinung dazu. Bisexuelle Menschen (egal ob Frauen oder Männer) würden sich einfach nur nicht festlegen wollen, wären Feige und hätten Angst.
Einpaar andere Leute aus meinem Bekanntenkreis sehen das auch so.
Ich weiss nicht genau, ich persönlich finde sexualität ja so verdammt kompliziert, dass ich diese Einteilung in Hetero, Homo und Bi schon viel zu grob finde und einfach jede/n machen lassen würde worauf er/sie lust hat.
Aber zu den Studien kann ich nur sagen: "Laut einer Studie wird jede Studie durch zwei weitere Studien widerlegt."
Re: Es ist nachgewiesen: Bisexualität ...
Verfasst: Mi 4. Apr 2012, 09:39
von ExuserIn-2022-05-28
Hallo,
Warum wenige dazu stehen oder erst soche Studien durchgeführt werden müssen, damit ein paar mehr sehen, dass die Welt bunt und nicht SW ist ist das gleiche Problem wie in den anderen Bereichen Gefühl und Körper.
Es herrscht - nicht zuletzt durch den jahrhundertelangen Einfluss der Kirche - der Glaube, dass es nur zwei Geschlechter gibt, M und F. Weiterhin hat die Kirche festgelegt : M darf mit F Geschlechtsverkehr zum Zwecke der Vermehrung haben.
Alles andere existiert nicht oder ist Irrelevant oder schlicht kirchlich verboten. Sex vor der Ehe? NEIN. Sex zum Spaß? NEIN. Sex mit gleichgeschlechtlichen? NEIN. Hier wurde und wird einfach nur versucht kirchliche Macht auszuüben.
Wieviele Katholiken halten es mit dem Pabst und verhüten nicht oder haben keinen Sex vor der Ehe mit dem Erfolg, dass hier verklemmte und frustierte Menschen entstehen, die dann natürlich um so leichter von der Kirche zu beinflussen sind nach der Art : Prima weiter so, dann werdet ihr nach dem Tod in den Himmel kommen und nicht in die Hölle.
Da ist aber alles biologisch gesehen schlicht Blödsinn.
Bei den sexuellen Vorlieben gibt es M, F, Bi, und viele weitere Ausprägungen wie Fetische und -leider- auch in Richtung Tiere.
Beim gefühlten Geschlecht gibt es M und F als Extremwerte und unzählige Zwischenstufen.
Beim Körper gibt es ebenso M, F, und Zwitter mit verschiedenster Ausprägung.
Leider wird die Kirche nicht so schnell auf ihre Macht verzichten wollen - schlesslich lebt es sich davon ja ganz gut.
LG Chrissie
Re: Es ist nachgewiesen: Bisexualität ...
Verfasst: Mi 4. Apr 2012, 14:19
von marlena
Reden wir hier über den Papst? Der ist übrigens auch CD... um was geht es hier?
Re: Es ist nachgewiesen: Bisexualität ...
Verfasst: Mi 4. Apr 2012, 17:27
von Lisa.K
Nicht das ich "die Kirche" dafür verantwortlich machen möchte, dass es eine große Homophobie in der Welt gibt, aber ich denke wenn wir kein christlich geprägtes Weltbild, sondern ein griechisch/römisch polytheistische geprägtes Weltbild hätten, wäre es anders.
In der Antike, vorallem im Mittelmeerraum, gab es keine Homophobie in dem Sinne wie es sie heute gibt, dies kommt praktisch direkt aus der Bibel.
Das es bei anderen großen Religionen (Islam usw.) auch so ist, bestreite ich nicht, aber man kann genauso wenig bestreiten, dass "die Kirche" (tm) eine homophobe Organisation ist.
Kurz: Würden wir im antiken Griechenland leben würde niemand bestreiten, dass es Bisexualität gibt, weil es schlicht und ergreiffend nichts aussergewöhnliches wäre.
Unterschiedlich geprägte Kulturen halt.
Re: Es ist nachgewiesen: Bisexualität ...
Verfasst: Do 5. Apr 2012, 00:58
von Lina
Warriorin hat geschrieben:Lina hat geschrieben: Und wie kommt es, dass fast keine Männer zugeben, dass sie Bi sind? Ich erlebe das zumindest selten. Ich kenne wesentlich mehr Frauen, die sich als bi-sexuell definieren als Männer.
Hi Lina...
Unsere Gesellschaft ist schuld! Dafür braucht man auch kein Abitur! Sexualität unter Frauen wird als "ästhetisch" angesehen. Für schwule, oder bi Männer war ein Outing zu früheren Zeiten ein Kündigungsgrund. Da ich im zarten Alter von 45 Jahren bin, würde ich mir wohl auch 10 x überlegen, vor wem ich mich outen würde, wenn ich ein Mann wäre. Wenn Männer es in dieser Hinsicht so einfach hätten, bräuchten wir auch kein Forum, wie dieses hier. Oder? Du schreibst selbst hier, auch aus irgendwelchen Beweggründen. Es könnte vieles so einfach sein, ohne die gesellschaftliche Manipulation.
LG, die Susi
PS: Studien in diese Richtung finde ich auch ehrlich gesagt für den Popo

Erst vorweg - ich finde es schon erstaunlich was alles über den Papst in diesem Thread geschrieben wird! Zu ihm und zu den dogmatisierten Religionen habe ich aber in anderen Threads erst mal genug gesagt.
Aber dass du ein Problem damit hättest - weil du 45 bist - dich als schwul oder bi zu outen, finde ich etwas ... ich weiß nicht mal, was ich es nennen soll. Gut, vor vielen Jahren könnte man das als Kündigungsgrund benutzen, aber was hat das mit jetzt zu tun? Ob du 22 oder über 40 ist hat doch damit nichts zu tun. Hauptsache ist doch dass man heute Top-Politiker in den main-stream Parteien werden kann und offen Schwul sein. Es wird nicht mal thematisiert. Viele Leute im Ausland wissen nicht mal, dass unser Außenminister schwul ist, obwohl es bestimmt auch kein Geheimnis ist. Wir sind einfach so weit, dass es weiträumig akzeptiert wird und keiner (außer ex-Innensenator Schill, Hamburg) versucht aus so was ein Thema zu machen. Wenn wir von Kündigungsgründe sprechen: Wenige Stunden später war er selber gefeuert.
Also was ist nun wirklich das Problem mit bi? In diesem thread definiert sich zumindest Lisa K als bi.Danke Lisa, ich finde es schön, dass du zumindest eine Ausnahme bist.
Maria hat geschrieben:Also dafür hätte es nicht extra eine Uni gebraucht.

Wie kommst du darauf, das Homosexuelle Bisexuellen ablehnend gegenüber stehen?
Eigentlich eine fast unnötige Frage. Als hätte ich nicht das dämliche Gelaber oft genug gehört, ich wäre einfach zu Feige um wirklich mein Coming Out zu realisieren, meine Freundin wäre nur eine "Alibii-Freundin", Bisexualität gäbe es nicht - wäre nur eine Übergangsphase bis ich wirklich erkennen würde, dass ich Schwul bin usw. , usw. Jeder der bi ist - ob männlich oder weiblich - hat doch in der Schwulenszene das Gleiche wieder und immer wieder gehört. Wenn du unter dem Suchwort "bisexual" auf Youtube suchst, wirst du viele finden, die so ungefähr das Gleiche berichten können. Schwule können wirklich festgefahren, engstirnig und spießig sein - genauso schlimm wie viele Heten.
Meine unmittelbare und momentane Erkenntnis ist dann auch, dass ich einige (=also zahlreiche) Schwule und Lesben kenne - und T sowiese, aber nur Frauen, die sich als bi definieren. Keine Männer.
Und du fragst, wieso diese Studie. Wenn du genauer hinhörst, was die Young Turks berichten: Die Uni hat sich im Grunde selber in Zugzwang gebracht durch die Behauptung in einer anderen Studie, "dass es übrigens überhaupt keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt, dass es Bisexualität unter Männern gibt". Warum nur "unter Männern"? Keine Ahnung. Vielleicht weil es keine Wissenschaftlich anerkannte Methode gibt, um festzustellen ob eine Frau sexuell erregt wird, mangels äußere Merkmale, woran man es eindeutig feststellen kann.
Re: Es ist nachgewiesen: Bisexualität ...
Verfasst: Do 5. Apr 2012, 19:10
von Lina
Maria hat geschrieben:Und du fragst, wieso diese Studie. Wenn du genauer hinhörst, was die Young Turks berichten: Die Uni hat sich im Grunde selber in Zugzwang gebracht durch die Behauptung in einer anderen Studie, "dass es übrigens überhaupt keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt, dass es Bisexualität unter Männern gibt".
Allein dies zeigt mir die Notwendigkeit und die Verlässlichkeit solcher Studien.
...
Insofern glaube ich, dass Bisexuelle nicht weniger Bekannte, Freunde usw. haben. Einzig feste Parnterschaften oder sexuell bezogene Partnerschaften dürften sich als schwieriger gestalten.
Natürlich nicht - es gibt überhautp keinen Grund zu glauben, dass es weniger bi Männer gibt als bi Frauen, und auch nicht, dass die weniger Freunde haben. Die naheligenende Konklusion ist also, dass die es verleugnen, verschweigen und unterdrücken. Und klar kann das in einer Partnerschaft zu Problemen führen - wahrscheinlich egal ob man es verschweigt oder offen damit umgeht. Aber das Problem haben Frauen auch. Wie eine die mir gestern Abend erzählte, dass ihr Freund total Eifersüchtig ist und glaubt ständig, da läuft was, egal mit wem sie sich trifft - M oder W. Das Problem ist wirklich gleich. Ich glaube auch nicht, dass es geringer wird, wenn der scheinbare Hetero Obermacker auf dem Strich Jungs einkaufen geht. Dann ist es wirklich entspannter, wenn man zusammen mit der festen Freundin auch mal zusammen in der Stadt Männer gucken gehen kann.
Und was die Haltung vieler Schwulen betrifft: Die bilden sich ja auch noch ein, dass die mich nicht als Person ablehnen. Nur wenn die etwas Wichtiges von meinem Charackter als nicht existent betrachten, lehnen die ja indirekt auch ein Teil von mir ab. Da sind die ja auch nicht viel besser als die, die behaupten, dass Homosexualität sei eine Krankheit und wider der Natur usw.