Andrea fährt das erste Mal mit der Bahn
Verfasst: Mo 9. Jan 2012, 09:27
Am vergangenen Freitag habe ich mich wieder einmal mit anderen Crossdressern im Rahmen einer Selbsthilfegruppe getroffen. Etwa 10 nette Damen waren dort, aber dazu werde ich demnächst mal einen separaten Bericht verfassen. Bisher nutzte ich immer die Möglichkeit, mich vor Ort umzuziehen, wie alle anderen, die es noch heimlich machen auch. Dieses Mal fiel mir wenige Tage zuvor ein, das an diesem Abend niemand bei mir zu Hause ist, das heißt, die Rückfahrt ich könnte doch ...
Der Weg vom Treffpunkt nach Hause wären etwa 15 Minuten Fußweg, danach 20 Minuten mit der Bahn und schließlich noch einmal 15 Minuten zu Fuß. Nächtliche Spaziergänge als Andrea sind ja nichts Neues mehr für mich, aber nach 22 Uhr noch über den Bahnhof - da höre ich doch (zu Recht) ein paar warnende Worte. Andererseits kenne ich die Strecke wie meine sprichwörtliche Westentasche (die ich gar nicht besitze); es ist schließlich mein täglicher Arbeitsweg. Dagegen wollte ich größere Ausflüge aber erst mit ein wenig Schminkerfahrung angehen, doch was soll dieses hin und her? Möglicherweise kommt so eine Gelegenheit nicht gleich wieder und außerdem könnte ich ja kurz vorher noch einen Rückzieher machen und Andrea (ihre Sachen natürlich!) wieder in die Tasche packen.
Nachdem der Entschluss gefasst war, kam jetzt die große Frage, was ich wohl anziehe? Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass meine Lieblingsröcke für das angekündigte Wetter (Sturm, Schneefall) irgendwie nicht so das Richtige sind. Eine Hose erschien mir im Hinblick auf das Treffen davor etwas zu alltäglich. Die Wahl fiel schließlich (und ich staune noch heute über meinen Mut) auf einen schwarzen Minirock. Dazu kamen schwarze blickdichte Strumpfhosen, Stiefel, oben herum eine grau-weiß gestreifte Bluse, Halskette, Ohrclips und (erst einen Tag zuvor gekauft) eine (Damen-) Armbanduhr und schließlich für draußen darüber ein cremfarbener Anorak. Zum Verpacken meiner Männersachen hatten ich mir von meiner Mutter eine Handtasche geliehen (ohne ihr Wissen — Mutter verzeih mir! Ich besorge mir demnächst eine eigene.).
Was mich etwas beruhigte, ist, dass der von mir gewählte Kleidungsstil derzeit sehr verbreitet ist, zumindest unter den Frauen, die überhaupt Röcke tragen. Das bestätigte sich auch bei den anderen Crossdressern, die ich traf. Etwa die Hälfte von denen hatte etwas Ähnliches an. Obwohl einige zur Vorsicht mahnten, war ich nun von meinem Vorhaben nicht mehr abzubringen.
Der Weg zum Bahnhof verlief völlig unspektakulär. Der angekündigte Sturm hatte sich bereits wieder beruhigt und Schneefall war bestenfalls ansatzweise zu spüren. Auf dem Bahnhof angekommen, musste ich am Automaten zuerst eine Fahrkarte lösen. Das heißt, eigentlich musste ich nicht, denn als Pendler hatte ich ja meine Zeitkarte. Aber mit meinem männlichen Passbild darauf hätte mich jeder Schaffner (heute heißen die wohl Zugbegleiter) gleich erkannt, denn die meisten kennen mich ja als Mann bestens. Da sich gerade ein anderer am Automaten bediente, musste ich noch etwas warten. Da stand ich nun als Andrea mitten in der hell erleuchteten Bahnhofshalle — was für ein prickelndes Gefühl! Als Steigerung kam von einem eingetroffenen Zug eine Gruppe von etwas 20 bis 30 Leuten an mir vorbei, aber offensichtlich bin ich niemandem aufgefallen. Mir fiel dagegen eine Frau auf, etwa in meiner Altersgruppe und fast genau so gekleidet, nur deren Anorak war schwarz und etwas länger (also fast ein Mantel), sodass der Rock darunter (oder was sie da auch immer trug) nicht zu sehen war.
Als ich dann auf dem Bahnsteig am ersten Wagon vorbeilief, merkte ich, wie zwei Männer aus dem Fenster mir nachsahen. Was die wohl gedacht haben mögen? Im nächsten Wagen saßen drei Leute, alle mit sich selbst beschäftigt. Ich suchte mir sicherheitshalber einen Platz, von dem aus zu denen kein Sichtkontakt bestand. Während der Fahrt blieb ein gewisses mulmiges Gefühl, schließlich hätte ich im "Ernstfall" nicht weglaufen können.
Der Bahnhof meiner Heimatstadt ist viel kleiner. Die paar Leute, die dort ausstiegen, verteilten sich schnell in alle Richtungen. Den Rest des Weges konnte ich schon fast entspannt genießen, denn bis hierher war ich als Andrea schon vorgedrungen. Zuletzt ging ich noch wie selbstverständlich durch die Haustür und nicht wie sonst durch die im Dunklen liegende Hintertür. Dabei hätten mich theoretisch die Nachbarn von gegenüber sehen können, aber die Fenster waren zugezogen und ich denke, gegen 23 Uhr haben die anderes zu tun als aus dem Fenster zu schauen. Da ich am nächsten Tag nicht so zeitig aufstehen musste, konnte ich mich erst einmal in Ruhe setzen und die erlebnisreichen Stunden als Andrea bei meiner Lieblingsmusik ausklingen lassen.
An dieser Stelle möchte ich mich einmal bei all denen bedanken, die uns CD-Neulingen immer so viel Mut zusprechen. Ohne euch wäre ich längst nicht so weit wie ich es heute bin. Lasst doch mal hören, wie euch mein Bericht gefallen hat und ob ihr später mal mehr lesen wollt. Konstruktive Kritik ist natürlich auch erlaubt und erwünscht.
Der Weg vom Treffpunkt nach Hause wären etwa 15 Minuten Fußweg, danach 20 Minuten mit der Bahn und schließlich noch einmal 15 Minuten zu Fuß. Nächtliche Spaziergänge als Andrea sind ja nichts Neues mehr für mich, aber nach 22 Uhr noch über den Bahnhof - da höre ich doch (zu Recht) ein paar warnende Worte. Andererseits kenne ich die Strecke wie meine sprichwörtliche Westentasche (die ich gar nicht besitze); es ist schließlich mein täglicher Arbeitsweg. Dagegen wollte ich größere Ausflüge aber erst mit ein wenig Schminkerfahrung angehen, doch was soll dieses hin und her? Möglicherweise kommt so eine Gelegenheit nicht gleich wieder und außerdem könnte ich ja kurz vorher noch einen Rückzieher machen und Andrea (ihre Sachen natürlich!) wieder in die Tasche packen.
Nachdem der Entschluss gefasst war, kam jetzt die große Frage, was ich wohl anziehe? Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass meine Lieblingsröcke für das angekündigte Wetter (Sturm, Schneefall) irgendwie nicht so das Richtige sind. Eine Hose erschien mir im Hinblick auf das Treffen davor etwas zu alltäglich. Die Wahl fiel schließlich (und ich staune noch heute über meinen Mut) auf einen schwarzen Minirock. Dazu kamen schwarze blickdichte Strumpfhosen, Stiefel, oben herum eine grau-weiß gestreifte Bluse, Halskette, Ohrclips und (erst einen Tag zuvor gekauft) eine (Damen-) Armbanduhr und schließlich für draußen darüber ein cremfarbener Anorak. Zum Verpacken meiner Männersachen hatten ich mir von meiner Mutter eine Handtasche geliehen (ohne ihr Wissen — Mutter verzeih mir! Ich besorge mir demnächst eine eigene.).
Was mich etwas beruhigte, ist, dass der von mir gewählte Kleidungsstil derzeit sehr verbreitet ist, zumindest unter den Frauen, die überhaupt Röcke tragen. Das bestätigte sich auch bei den anderen Crossdressern, die ich traf. Etwa die Hälfte von denen hatte etwas Ähnliches an. Obwohl einige zur Vorsicht mahnten, war ich nun von meinem Vorhaben nicht mehr abzubringen.
Der Weg zum Bahnhof verlief völlig unspektakulär. Der angekündigte Sturm hatte sich bereits wieder beruhigt und Schneefall war bestenfalls ansatzweise zu spüren. Auf dem Bahnhof angekommen, musste ich am Automaten zuerst eine Fahrkarte lösen. Das heißt, eigentlich musste ich nicht, denn als Pendler hatte ich ja meine Zeitkarte. Aber mit meinem männlichen Passbild darauf hätte mich jeder Schaffner (heute heißen die wohl Zugbegleiter) gleich erkannt, denn die meisten kennen mich ja als Mann bestens. Da sich gerade ein anderer am Automaten bediente, musste ich noch etwas warten. Da stand ich nun als Andrea mitten in der hell erleuchteten Bahnhofshalle — was für ein prickelndes Gefühl! Als Steigerung kam von einem eingetroffenen Zug eine Gruppe von etwas 20 bis 30 Leuten an mir vorbei, aber offensichtlich bin ich niemandem aufgefallen. Mir fiel dagegen eine Frau auf, etwa in meiner Altersgruppe und fast genau so gekleidet, nur deren Anorak war schwarz und etwas länger (also fast ein Mantel), sodass der Rock darunter (oder was sie da auch immer trug) nicht zu sehen war.
Als ich dann auf dem Bahnsteig am ersten Wagon vorbeilief, merkte ich, wie zwei Männer aus dem Fenster mir nachsahen. Was die wohl gedacht haben mögen? Im nächsten Wagen saßen drei Leute, alle mit sich selbst beschäftigt. Ich suchte mir sicherheitshalber einen Platz, von dem aus zu denen kein Sichtkontakt bestand. Während der Fahrt blieb ein gewisses mulmiges Gefühl, schließlich hätte ich im "Ernstfall" nicht weglaufen können.
Der Bahnhof meiner Heimatstadt ist viel kleiner. Die paar Leute, die dort ausstiegen, verteilten sich schnell in alle Richtungen. Den Rest des Weges konnte ich schon fast entspannt genießen, denn bis hierher war ich als Andrea schon vorgedrungen. Zuletzt ging ich noch wie selbstverständlich durch die Haustür und nicht wie sonst durch die im Dunklen liegende Hintertür. Dabei hätten mich theoretisch die Nachbarn von gegenüber sehen können, aber die Fenster waren zugezogen und ich denke, gegen 23 Uhr haben die anderes zu tun als aus dem Fenster zu schauen. Da ich am nächsten Tag nicht so zeitig aufstehen musste, konnte ich mich erst einmal in Ruhe setzen und die erlebnisreichen Stunden als Andrea bei meiner Lieblingsmusik ausklingen lassen.
An dieser Stelle möchte ich mich einmal bei all denen bedanken, die uns CD-Neulingen immer so viel Mut zusprechen. Ohne euch wäre ich längst nicht so weit wie ich es heute bin. Lasst doch mal hören, wie euch mein Bericht gefallen hat und ob ihr später mal mehr lesen wollt. Konstruktive Kritik ist natürlich auch erlaubt und erwünscht.