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TAZ: Homophobie in Polen „ "Schwuchtelverbot" rechtens

Verfasst: Do 24. Nov 2011, 09:23
von Anne-Mette
Nicht nur bei uns in Deutschland - auch in Polen gibt es solche Umtriebe, die die TAZ beschreibt:

Ein Bezirksgericht in Polen erlaubt einer faschistoiden Gruppe die Benutzung homophober Symbole. Die Organisation feiert die Entscheidung als "Endsieg".

Weiter unten im Artikel heißt es:
Seit Jahren klagen Polens Lesben und Schwule immer wieder vor Gericht gegen diskriminierende Beleidigungen. Ohne Erfolg. Auch Juden, die gegen Fußballverbände klagen, weil diese es zulassen, dass Hooligans minutenlang "Juden ins Gas! grölen, müssen sich meist mit dem Richterspruch abspeisen lassen: "Das ist gesellschaftlich nur von geringem Schaden." Die haben wohl selbst nicht nur einen "geringen", sondern einen kapitalen Schaden :shock: Man kann nur hoffen, dass es sich um einen Übersetzungsfehler handelt.

http://www.taz.de/Homophobie-in-Polen/!82444/

Das überzeugt mich mal wieder davon, dass es kaum an Nationalitäten festgemacht werden kann, wenn solche Gruppen immer wieder Grundlagen in der Bevölkerung finden.
... aber dass das nun mit dem Richterspruch auch noch solche Unterstützung erfährt, macht mich ratlos.

Die Fußballeuropameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine werde ich zumindest für den Bereich POLEN boykottieren.

Re: TAZ: Homophobie in Polen „ "Schwuchtelverbot" rechtens

Verfasst: Do 24. Nov 2011, 15:32
von Cybill
Ich weiß nicht, ob der von den Nazis geplante "Endsieg" auch von dieser Gruppe gefeiert worden wäre. War doch geplant, die slawischen "Untermenschen", zu denen man auch die Polen zählte, durch Arbeit oder andere Mittel "auszumerzen".

Die betreffende Organisation sollte besser aufpassen, was sie feiert.

Re: TAZ: Homophobie in Polen „ "Schwuchtelverbot" rechtens

Verfasst: Do 24. Nov 2011, 18:57
von Anne-Mette
Moin,
dass solche Urteile in der EU überhaupt möglich sind.
Eigentlich müsste ja ein Sturm der Entrüstung durch die Faußball- und sonstige Welt gehen!

Braun raus - bunt rein!

Gruß
CPG

Re: TAZ: Homophobie in Polen „ "Schwuchtelverbot" rechtens

Verfasst: Do 24. Nov 2011, 19:21
von Salmacis
cpg hat geschrieben:Die Fußballeuropameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine werde ich zumindest für den Bereich POLEN boykottieren.
Und wenn du noch was für die Ukraine suchst.... http://www.taz.de/Vor-der-Fussball-EM-2 ... ne/!82492/

Re: TAZ: Homophobie in Polen „ "Schwuchtelverbot" rechtens

Verfasst: Do 24. Nov 2011, 20:05
von Lina
Maria hat geschrieben:Was mich wundert, dass solche Urteile in der EU überhaupt möglich sind.

Na, jah - keiner dieser Prozesse sind zu meinem wissen so weit gekommen, dass der Europäische Gerichtshof sich damit beschäftigt hat. Wir aber bestimmt irgendwann kommen ... dann wird es wohl ein anderes Urteil sein.


Nur leider dauert es manchmal Jahrzehnte bevor es so weit kommt - Wie lange haben z.B. dänische Gewerkschaften nicht durch das Abschließen Exklusivverträge mit den Arbeitgebern Leute gezwungen Mitglieder zu werden; jemand vor einigen Jahren endlich das Thema ganz nach Luxemburg gebracht hat. Seitdem darf jeder selber entscheiden ob er Gewerkschaftsmitglied ist oder nicht.

Diskrimination aufgrund Herkunft, sexuelle Orientierung etc. ist nach EU-Recht eindeutig rechtswidrig. Urteilen Gerichte in den Mitgliedsländern anders kann man über die höchsten inländischen Gerichtsinstanzen zum EU-Gerichtshof gehen. Jemand muss es aber wollen ...

Re: TAZ: Homophobie in Polen „ "Schwuchtelverbot" rechtens

Verfasst: Do 24. Nov 2011, 20:24
von Anne-Mette
Moin,
Und wenn du noch was für die Ukraine suchst
"Unsere Jungs" haben sich da schon engagiert )..)c
unsere-jungs.jpg
Wollen wir hoffen, das Engagement hält an und wird ausgeweitet, sodass wir in den nächsten Tagen Entsprechendes lesen können.

Gruß
CPG

Re: TAZ: Homophobie in Polen „ "Schwuchtelverbot" rechtens

Verfasst: So 18. Dez 2011, 03:34
von Lina
Alles schön und gut - ich bin auch gegen Grausamheiten gegen Tiere darunter Hunde. Jedoch muss ich an mich selbst und befreundete Artgenossen erst denken. Wahrscheinlich würde ein Hund auch nicht anders entscheiden.

Und es ist wohl eine Tatsache, dass gerade in einem der größten Kulturfänomene in unserer Gesellschaft, im Fußball-Sport, die größte Homofobie herrscht, die man sich denken kann. Dass es in Polen scheinbar noch schlimmer ist, ist kein Trost. Jedoch sehe ich es als wichtig, dass man das Problem anspricht, wo immer es geht. Manchmal passieren auch noch recht witzige Sachen, wenn man es tut. Wie es mir letzten Sonnabend in Bremen ging:

In der Schlange vor mir bei MacDonald's stand ein grölender Werder Bremen Fan - seine drei Koplizen warteten einige Meter hinter mir. Der WB Fan beschimpfte einen anderen Fußballfan, der an einem Tisch saß mit: "Und der ist auch noch SCHWUUL." Da er ja direkt vor mir stand innerhalb hörweite, sagte ich zu ihm, "Na und, das ist wohl auch OK, wenn er schwul ist."
Das kam offensichtlich nicht bei ihm an. MIt so einer Sauerei wolle er nix zu tun haben etc.

Nach ein paar weiteren Gröl-Attacken wandte er sich in meine Richtung mit einem doofen Grinsen und wiederholte, dass der andere Schwul sei. Vieleicht sprach er zu mir, vielleicht zu den Komplizen drüben am Fenster. Ich beschloss, ein bisschen Psycho-Krieg einzuleiten, und sagte leise aber mit einem sehr direkten Blick zu ihm: "Hast du etwa ein Problem damit?"

"Eh, was?" antwortete er etwas verunsichert.
"Hast du etwa ein Problem damit?" widerholte ich im selben gedämpften, aber wahrscheinlich nicht wirklich freundlichen Ton.
"Mit Dortmund Fans?" fragte er, deutlich verunsichert.
"Nein. Mit schwul."
"Nein, nein, schwul sein finde ich völlig in Ornung ... eh, du bist doch nciht Dortmund Fan, bist du?" Sein Ton klang endlich ziemlich ängstlich.
"Nein, Fußball ist mir egal", sagte ich.

Es kamen auch keine weiteren Gröl-Attacken, während ich noch im MacD war. Weder gegen Schwule noch gegen Dortmund.

Was zeigt uns das? Dass es sich lohnt Flagge zu zeigen - nicht, dass ich glaube sein Weltbild dauerhaft verändert zu haben, aber es ist gesund wenn andere mitbekommen, dass solche Haltungen nicht immer und überall ohne Widerrede oder "Schlimmeres" akzeptiert werden. Und dass ich diesen kleinen Penner einschüchtern konnte, hat auch nicht damit zu tun, dass ich besonders groß oder von imposantem Oberarmmaß bin. Im Gegenteil. Ich war zwar nicht in einem engen Rock und HiHeels unterwegs, aber meine beliebte Bikerjacke und Biker-Sonnenbrille hatte ich auch nicht an. Ich war recht neutral gekleidet. Womit es zu tun hat ist, dass ich Entschlossenheit gezeigt habe weil ich es für richtig hielt. Ich weiß, dass es daran liegt, denn ich habe aus beruflichen Gründen viel Erfahrung drin. Und schließlich wäre ich auch bereit gewesen, sein Gesicht nachhaltig zu verändern, falls es sich für nötig erwiesen hätte. Lieber sofort, als wenn die Nazis wieder KZ-Lager bauen, denn da ist es schon zu spät.