lucaluca hat geschrieben:haha super, genau jemanden wie dich habe ich gesucht
ich hätte auch gerne den mut zu tragen was ich will und wie ich will. ich habe mich in den letzten 2 jahren diesem wunschbild zwar gewaltig genähert, aber bin noch immer gehemmt. naja, wir werden sehen, was die zeit so mit sich bringt

Hallo,
ganz so, wie Du Dir das jetzt vielleicht ausmalst ist es auch nicht.
Erstens trage ich bei Leibe nicht alles wonach mir ist, ich achte schon auf die Aussenwirkung.
Konkret bedeutet das, dass ich immer auf eine stimmige maskuline Erscheinung achte. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, wenn man Kleider, Röcke, Strumpfhosen, Leggings und auch mal höhere Absätze trägt, aber es geht. Es erfordert viel experimentieren, und ein selbstkritisches Auge. Außerdem kommt mir der Rat und die Meinung meiner Frau auch gelegentlich zu Hilfe.
Oft sind es auch nur ganz feine Veränderungen, die das ganze Bild weit verschieben - z.B. wie transparent eine SH ist.
Außerdem ganz wichtig, die Sachen müssen passen, von der Größe her und von der Figur. Konkret bedeutet das, dass ich vieles selbst entwerfe und schneidere.
Speziell Kleider sind nicht in geeigneter Form erhältlich, für einen "Kleiderschrank" wie mich, außerdem verschieben tiefe Ausschnitte und Zierrat auch wieder das Bild in Richtung feminin.
Warum ich so stark auf die Wirkung eingehe?
Von ihr hängen die Reaktionen ab:
Ich werde normalerweise als kreativ und extravagant gekleideter Mann wahrgenommen, und außer von pubertierenden oder Besoffenen auch nie ernsthaft in Richtung T* gestellt. Damit hätten viele Menschen im Alltag ein Problem, nicht nur Kollegen oder ganz besonders meine Frau.
In der Arbeit höre ich manchmal schon Kommentare wie Männer und SH/Leggings/Nagellack/... das geht gar nicht, unmöglich — aber Du kannst das irgendwie tragen"¦
Natürlich falle ich manchmal etwas auf, aber oft nicht mit den Kombis, die ich selbst für gewagt halte:
Blau kartiertes Holzfällerhemd/Kleid, bis etwa Mitte Oberschenkel (Eigenbau). Jeansleggings, wadenhohe Schnürstiefel ohne Absatz und Daunenweste drüber — ich hatte das Gefühl ein Blinklicht am kopf zu haben.
Anderes, was mir persönlich ungewöhnlicher erscheint, wir manchmal nicht zu Kenntnis genommen.
Ein paar Sachen lasse ich immer, weil die praktisch bei jedem zu negativen Reaktionen führen, wenn man als Mann auftritt, der auch von der Statur her kein bisschen feminin wirkt (oder wirken könnte):
An erster Stelle Schuhe mit dünnen bis Pfennigabsätzen. Die Höhe der Absätze ist wenig entscheiden, meiner Erfahrung nach gehen auch 10 cm noch problemlos zu Hosen oder Leggings. Kommt sonst zu viel eher feminines dazu, dann gibt"™s schräge Blicke.
Meine Kollegen sprechen mich manchmal schon darauf an, was los wäre, wenn ich 3 Wochen am Stück nur als langweiliger Normkleidungsmann einlaufe.
Dass ich unmittelbar nacheinander sehr ausgefallen erscheine vermeide ich allerdings auch - ich will nur meinen Klamottenhorizont erweitern, mehr Abwechslung hineinbringen aber keine neue Religion gründen.
Vielleicht kannst Du dir jetzt etwas mehr die Realität vorstellen — ich hoffe ich habs nicht übertrieben mit der Länge.
LG
Peter