Alessia breitet ihre Flügel aus
Verfasst: Mo 14. Sep 2026, 11:11
Hey ihr Lieben,
endlich habe ich einen wichtigen Meilenstein erreicht und ich dachte mir, es ist nun an der Zeit für einen eigenen Thread
Ein bisschen Vorgeschichte, in der es um meine Angst vor meinem Outing gegenüber meiner Frau und allgemeiner Unsicherheit im Umgang mit meiner Geschlechtsidentität geht findet ihr bei Interesse hier.
Nun zum wichtigen Meilenstein :
Ich habe mich meiner Frau gegenüber endlich geöffnet. Sie weiß nun was mit mir los ist und das war auch dringend nötig.
Ich bin im Laufe der Zeit leider immer miesepetriger gegenüber meiner Familie geworden, was ich zutiefst bedaure
Besonders in den letzten Wochen hat es sich extrem zugespitzt.
Ich hatte einen Brief an sie verfasst auf dem Smartphone. Ich saß abends neben ihr, mein Atem schwer, ich war nervös, irgendwann fragte sie endlich was los sei und ich fing stotternd an,
dass ich ihr etwas wichtiges sagen müsse, es aber nicht kann und ich ihr etwas geschrieben habe und bat sie es zu lesen. Ich würde dabei bleiben, um danach darüber zu reden.
Ich brauchte ein paar Anläufe ihr mein Handy zu überreichen, aber dann tat ich es.. Ich wurde kreidebleich, ich bekam Herzrasen, mein Herz überschlug sich, mein Mund staubtrocken, konnte nur winzige Schlücke nehmen, die Zeit hat sich endlos angefühlt, bis sie es gelesen hat..
Und was geschah dann? Sie hat es viel besser aufgenommen, als ich dachte
Sie war zwar irritiert und verstand nicht so recht, warum ich nicht schon früher offen damit war. Sie hat ein paar Bedenken allgemein zum Thema Crossdressing/Transidentität geäußert. Auch war sie irritiert, weil ich mich in der Vergangenheit nicht immer so verständnisvoll über das Thema geäußert habe, wenn wir mal darüber sprachen, weil es irgendeinen Anlass dazu gab..
Das war aber eher Verdrängungstaktik und hatte oft auch mit dem konkreten Fall zu tun.
Ich sage nur Social Media Inhalte...
Da ist immer was fragwürdiges dabei, egal um welches Thema es geht - mit manchem Inhalt zu Transidentität kann ich mich nicht identifizieren. Das ist allerdings ein anderes Thema und trifft auch auf andere Bereiche zu die mich betreffen.. Ich sage nur ADHS - Katastrophe aus Desinformation und Klischees auf Social Media.
Meine Frau hat auch tatsächlich nicht damit gerechnet, dass so etwas bei mir mal ein Thema wird. Sie habe zwar schon immer eine feminine Seite an mir gesehen und das war auch kein Geheimnis, aber dass da so viel mehr ist, hat sie schon überrascht.
Das Thema ist natürlich zu groß, um es an einem Abend zu lösen und alles zu klären, aber das Wichtigste haben wir besprochen: Durch die hohe Belastung in den letzten Monaten, eigentlich Jahren, hat die Kommunikation leider immer mehr gelitten. Wir waren beide nicht unschuldig daran und das wollen wir verbessern. Wir wollen bezüglich der Kinder konstruktiv zusammenarbeiten und uns vorerst nicht räumlich trennen, damit ich eine Beziehung zum kommenden Nachwuchs aufbauen kann und auch die Unterstützung sein kann, die ich sein möchte.
Meine Öffnung hat also dazu beigetragen, dass wir in Zukunft rücksichtsvoller, verständnisvoller und von meiner Seite aus ehrlich miteinander umgehen.
Das Versteckspiel und Herunterschlucken hat ein Ende.
Das alles hat sich in einem weiteren Gespräch bestätigt und wir werden nun regelmäßig offen mitenander reden und unsere gegenseitigen Sorgen und Wünsche diesbezüglich ernst nehmen.
Die Zukunft unserer Ehe ist Gegenstand einer Entwicklung, aber ich bin nach diesem Gespräch guter Dinge, dass es eine Entwicklung ohne böses Blut sein wird. Wie gesagt, viele Fragen sind offen, die halt auch unser soziales Umfeld betreffen, aber ich habe gelernt einen Schritt nach dem anderen zu gehen und nicht alles auf einmal lösen zu wollen.
Das alles ist sehr erleichternd für mich und ich kann endlich anfangen zu starten.. Ich muss nichts mehr verstecken, das Problem mit Wäsche waschen und trocknen hat sich erledigt.
Außerdem ist nun geklärt, dass ich auf der Halloween Party, die wir mit den Nachbarn veranstalten als Maleficent aufschlage
Ich hoffe ich finde ein passendes Kostüm für meine Körpergröße...
Eine weitere gute und wichtige Sache ist, dass ich ein Erstgespräch bei einer Therapeutin hatte, die sich mit dem Thema Transidentität auskennt!
Das war einfach nur ein Glücksgriff, es war keine gezielte Suche... Manchmal fügen sich Dinge von allein.
Ich war so erleichtert, denn mich zu öffnen war auch dort sehr schwer für mich, aber sie hat mich ermutigt und sie lies mich reden und reden und reden und die Zeit für die Sitzung um 15 Minuten überziehen... und als sie am Ende sagte, dass sie sich auskennt und mich gern behandeln möchte: Ich war so dankbar!
Im nächsten Termin diese Woche bekomme ich die Unterlagen für meinen Facharzt und die Therapie wird beantragt.
Ich bin sehr aufgeregt wie es weiter geht, aber ich habe Tränen in den Augen, doch endlich mal weil ich mich freue... Endlich wird mir geholfen und die große Katastrophe ist zumindest erst einmal ausgeblieben. Alles andere wird sich fügen, mit allen Extrempunkten, auf der Kurve die ich kriegen möchte (man erinnere sich an Analysis - oder verdränge es ganz schnell wieder)
Meine innere Mauer ist eingerissen, ich sehe eine neue Welt, oder die gleiche etwas anders.. Ich habe das Gefühl, dass die Farben ein klein wenig intensiver wirken.
Herzliche Grüße sendet euch in vorsichtiger Zuversicht
Alessia
endlich habe ich einen wichtigen Meilenstein erreicht und ich dachte mir, es ist nun an der Zeit für einen eigenen Thread
Ein bisschen Vorgeschichte, in der es um meine Angst vor meinem Outing gegenüber meiner Frau und allgemeiner Unsicherheit im Umgang mit meiner Geschlechtsidentität geht findet ihr bei Interesse hier.
Nun zum wichtigen Meilenstein :
Ich habe mich meiner Frau gegenüber endlich geöffnet. Sie weiß nun was mit mir los ist und das war auch dringend nötig.
Ich bin im Laufe der Zeit leider immer miesepetriger gegenüber meiner Familie geworden, was ich zutiefst bedaure
Ich hatte einen Brief an sie verfasst auf dem Smartphone. Ich saß abends neben ihr, mein Atem schwer, ich war nervös, irgendwann fragte sie endlich was los sei und ich fing stotternd an,
dass ich ihr etwas wichtiges sagen müsse, es aber nicht kann und ich ihr etwas geschrieben habe und bat sie es zu lesen. Ich würde dabei bleiben, um danach darüber zu reden.
Ich brauchte ein paar Anläufe ihr mein Handy zu überreichen, aber dann tat ich es.. Ich wurde kreidebleich, ich bekam Herzrasen, mein Herz überschlug sich, mein Mund staubtrocken, konnte nur winzige Schlücke nehmen, die Zeit hat sich endlos angefühlt, bis sie es gelesen hat..
Und was geschah dann? Sie hat es viel besser aufgenommen, als ich dachte
Sie war zwar irritiert und verstand nicht so recht, warum ich nicht schon früher offen damit war. Sie hat ein paar Bedenken allgemein zum Thema Crossdressing/Transidentität geäußert. Auch war sie irritiert, weil ich mich in der Vergangenheit nicht immer so verständnisvoll über das Thema geäußert habe, wenn wir mal darüber sprachen, weil es irgendeinen Anlass dazu gab..
Das war aber eher Verdrängungstaktik und hatte oft auch mit dem konkreten Fall zu tun.
Ich sage nur Social Media Inhalte...
Da ist immer was fragwürdiges dabei, egal um welches Thema es geht - mit manchem Inhalt zu Transidentität kann ich mich nicht identifizieren. Das ist allerdings ein anderes Thema und trifft auch auf andere Bereiche zu die mich betreffen.. Ich sage nur ADHS - Katastrophe aus Desinformation und Klischees auf Social Media.
Meine Frau hat auch tatsächlich nicht damit gerechnet, dass so etwas bei mir mal ein Thema wird. Sie habe zwar schon immer eine feminine Seite an mir gesehen und das war auch kein Geheimnis, aber dass da so viel mehr ist, hat sie schon überrascht.
Das Thema ist natürlich zu groß, um es an einem Abend zu lösen und alles zu klären, aber das Wichtigste haben wir besprochen: Durch die hohe Belastung in den letzten Monaten, eigentlich Jahren, hat die Kommunikation leider immer mehr gelitten. Wir waren beide nicht unschuldig daran und das wollen wir verbessern. Wir wollen bezüglich der Kinder konstruktiv zusammenarbeiten und uns vorerst nicht räumlich trennen, damit ich eine Beziehung zum kommenden Nachwuchs aufbauen kann und auch die Unterstützung sein kann, die ich sein möchte.
Meine Öffnung hat also dazu beigetragen, dass wir in Zukunft rücksichtsvoller, verständnisvoller und von meiner Seite aus ehrlich miteinander umgehen.
Das Versteckspiel und Herunterschlucken hat ein Ende.
Das alles hat sich in einem weiteren Gespräch bestätigt und wir werden nun regelmäßig offen mitenander reden und unsere gegenseitigen Sorgen und Wünsche diesbezüglich ernst nehmen.
Die Zukunft unserer Ehe ist Gegenstand einer Entwicklung, aber ich bin nach diesem Gespräch guter Dinge, dass es eine Entwicklung ohne böses Blut sein wird. Wie gesagt, viele Fragen sind offen, die halt auch unser soziales Umfeld betreffen, aber ich habe gelernt einen Schritt nach dem anderen zu gehen und nicht alles auf einmal lösen zu wollen.
Das alles ist sehr erleichternd für mich und ich kann endlich anfangen zu starten.. Ich muss nichts mehr verstecken, das Problem mit Wäsche waschen und trocknen hat sich erledigt.
Außerdem ist nun geklärt, dass ich auf der Halloween Party, die wir mit den Nachbarn veranstalten als Maleficent aufschlage
Eine weitere gute und wichtige Sache ist, dass ich ein Erstgespräch bei einer Therapeutin hatte, die sich mit dem Thema Transidentität auskennt!
Das war einfach nur ein Glücksgriff, es war keine gezielte Suche... Manchmal fügen sich Dinge von allein.
Ich war so erleichtert, denn mich zu öffnen war auch dort sehr schwer für mich, aber sie hat mich ermutigt und sie lies mich reden und reden und reden und die Zeit für die Sitzung um 15 Minuten überziehen... und als sie am Ende sagte, dass sie sich auskennt und mich gern behandeln möchte: Ich war so dankbar!
Im nächsten Termin diese Woche bekomme ich die Unterlagen für meinen Facharzt und die Therapie wird beantragt.
Ich bin sehr aufgeregt wie es weiter geht, aber ich habe Tränen in den Augen, doch endlich mal weil ich mich freue... Endlich wird mir geholfen und die große Katastrophe ist zumindest erst einmal ausgeblieben. Alles andere wird sich fügen, mit allen Extrempunkten, auf der Kurve die ich kriegen möchte (man erinnere sich an Analysis - oder verdränge es ganz schnell wieder)
Meine innere Mauer ist eingerissen, ich sehe eine neue Welt, oder die gleiche etwas anders.. Ich habe das Gefühl, dass die Farben ein klein wenig intensiver wirken.
Herzliche Grüße sendet euch in vorsichtiger Zuversicht
Alessia
