"Mühe gegeben"
Verfasst: Mo 10. Aug 2026, 13:59
Anlass für diesen Post ist Post 5 als Beispiel für ein Muster, das ich das "enttäuschte Mühe geben" nennen möchte.
Es geht um "Wer sich auf den Weg gemacht hat, wird dafür kritisiert, das Ziel nicht erreicht zu haben. Na, toll". Nein, das ist nicht Punkt, aber wie es in dem Werbespot damals hiess: "Mühe allein genügt nicht".
Ich kenne das Muster aus dem nicht-queeren Alltag. Meine Mutter und meine Omi waren da notorisch. "Guck mal, ich hab dir <irgendwas> gemacht/mitgebracht/organisiert". Subtext: Jetzt freu dich bitte drüber, weil ich mir Mühe gegeben habe. Leider ohne Ab- oder Rücksprache und deshalb am Bedarf vorbei, gegen meine Planung, mir am Ende mehrfach Aufwand erzeugend: Zum einen irgendwie den Gedanken und den Aufwand würdigen, danach mit dem "<irgendwas>" fertig werden. Sei es lieb gemeintes Essen (danke, ich hatte schon andere Pläne), ein spontan geschenkter Pullover (passt nicht, kratzt, ist hässlich, ...) usw.
Gibt's überall, wo Menschen in bester Absicht etwas gutes tun wollen, aufgrund ihrer eigenen Perspektive aber danebenlangen. Auf einer Veranstaltung, irgendwas mit Vielfalt, organsiert von irgendwem mit der Bremer Bürgerschaft zusammenhängend, hatte jemand wohl in bester Absichten die Toilettenschilder mit Unisex-Symbolen überhängt. Yay! Vielen Dank für's Entgendern - ausser dass jene, die den Raum mit den Pinkelbecken suchten (oder gerade den nicht!), zu 50% erst mal in der falschen Tür standen. Folge: Alle genervt.
Oder, auch erlebt: "Wir wollen ja queerinklusiv sein, also machen wir jetzt Pronomenrunden / setzen alle unsere Pronomen in den Mailfooter" und ähnliche Aktionen. Tja, leider bedeutet das für TIN* Menschen dann entweder sich outen zu müssen oder etwas eigentlich falsches zu äussern, weil sie ein Outing in dieser Runde (noch) nicht riskieren wollen. Sprich: Mehr Druck ausschliesslich und ausgerechnet für die "gut gemeinte" Zielgruppe.
Dazu eine Menge Varianten von fehlgeschlagenen Anreden, Pronomen, Sprache, usw.
Der Beispiele gibt es viele und aus allen Diversitätsbereichen.
Der Punkt dabei: Wenn du jemandem wirklich etwas Gutes tun willst, dann stelle vorher sicher, dass das gut gemeinte auch wirklich gut ist für die Zielperson(en). Mindestens aber, dass es nicht verletztend oder belastend ist. Und zwar aus Sicht der Zielperson(en). Nicht aus deiner Annahme. Das heisst: Tu es tatsächlich für diese(n) Menschen und nicht letztlich für dein gutes Gewissen oder damit du dich besser fühlst, gelobt wirst, usw.
Korollar: Wenn du Teil einer Untergruppe von einer Community oder Veranstaltung bist, dann gleiche deine Ideen mit den anderen Untergruppen ab, die davon tangiert werden könnten, damit du nicht Deinesgleichen das Leben schwerer machst.
Die Lösung: Kommunizieren mit der_den Zielgruppe(n). Und zwar vorher. Und nicht sauer sein, wenn die Idee nicht 100% positiv ankommt, sondern mindestens modifiziert werden muss. Schliesslich willst du ja was gutes tun. Also frag, und mach es dann wirklich gut. Ausserdem lernst du dabei was und hast danach zukünftig bessere Ideen.
Es geht um "Wer sich auf den Weg gemacht hat, wird dafür kritisiert, das Ziel nicht erreicht zu haben. Na, toll". Nein, das ist nicht Punkt, aber wie es in dem Werbespot damals hiess: "Mühe allein genügt nicht".
Ich kenne das Muster aus dem nicht-queeren Alltag. Meine Mutter und meine Omi waren da notorisch. "Guck mal, ich hab dir <irgendwas> gemacht/mitgebracht/organisiert". Subtext: Jetzt freu dich bitte drüber, weil ich mir Mühe gegeben habe. Leider ohne Ab- oder Rücksprache und deshalb am Bedarf vorbei, gegen meine Planung, mir am Ende mehrfach Aufwand erzeugend: Zum einen irgendwie den Gedanken und den Aufwand würdigen, danach mit dem "<irgendwas>" fertig werden. Sei es lieb gemeintes Essen (danke, ich hatte schon andere Pläne), ein spontan geschenkter Pullover (passt nicht, kratzt, ist hässlich, ...) usw.
Gibt's überall, wo Menschen in bester Absicht etwas gutes tun wollen, aufgrund ihrer eigenen Perspektive aber danebenlangen. Auf einer Veranstaltung, irgendwas mit Vielfalt, organsiert von irgendwem mit der Bremer Bürgerschaft zusammenhängend, hatte jemand wohl in bester Absichten die Toilettenschilder mit Unisex-Symbolen überhängt. Yay! Vielen Dank für's Entgendern - ausser dass jene, die den Raum mit den Pinkelbecken suchten (oder gerade den nicht!), zu 50% erst mal in der falschen Tür standen. Folge: Alle genervt.
Oder, auch erlebt: "Wir wollen ja queerinklusiv sein, also machen wir jetzt Pronomenrunden / setzen alle unsere Pronomen in den Mailfooter" und ähnliche Aktionen. Tja, leider bedeutet das für TIN* Menschen dann entweder sich outen zu müssen oder etwas eigentlich falsches zu äussern, weil sie ein Outing in dieser Runde (noch) nicht riskieren wollen. Sprich: Mehr Druck ausschliesslich und ausgerechnet für die "gut gemeinte" Zielgruppe.
Dazu eine Menge Varianten von fehlgeschlagenen Anreden, Pronomen, Sprache, usw.
Der Beispiele gibt es viele und aus allen Diversitätsbereichen.
Der Punkt dabei: Wenn du jemandem wirklich etwas Gutes tun willst, dann stelle vorher sicher, dass das gut gemeinte auch wirklich gut ist für die Zielperson(en). Mindestens aber, dass es nicht verletztend oder belastend ist. Und zwar aus Sicht der Zielperson(en). Nicht aus deiner Annahme. Das heisst: Tu es tatsächlich für diese(n) Menschen und nicht letztlich für dein gutes Gewissen oder damit du dich besser fühlst, gelobt wirst, usw.
Korollar: Wenn du Teil einer Untergruppe von einer Community oder Veranstaltung bist, dann gleiche deine Ideen mit den anderen Untergruppen ab, die davon tangiert werden könnten, damit du nicht Deinesgleichen das Leben schwerer machst.
Die Lösung: Kommunizieren mit der_den Zielgruppe(n). Und zwar vorher. Und nicht sauer sein, wenn die Idee nicht 100% positiv ankommt, sondern mindestens modifiziert werden muss. Schliesslich willst du ja was gutes tun. Also frag, und mach es dann wirklich gut. Ausserdem lernst du dabei was und hast danach zukünftig bessere Ideen.