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Kanadische Studie: Detransition bei trans Jugendlichen minimal

Verfasst: Mi 5. Aug 2026, 14:06
von Jaddy
Eine kanadische Studie hat sich die Biografien von 445 trans Jugendlichen angeschaut, die zwischen 2012 und 2017 an vier Canadian pediatric endocrinology gender clinics verwiesen wurden (Aufnahmejahre).

331 (74.4%) AFAB, 114 (25.6%) AMAB. (AFAB: Bei Geburt weiblich eingetragen. AMAB: Männlich eingetragen. AGAB: "bei Geburt eigetragenes Geschlecht)

Der von den Jugendlichen berichtete Beginn ihrer Dysphorie war im Mittel mit 9einhalb (+/-3,6 Jahre).

Von 317 AFAB Personen, die sich bei Aufnahme als männlich identifizierten, wechselten 15 (4.7%) die Identität: 10 zu weiblich (AGAB), 5 zu nonbinär.
Von 109 AMAB, bei Aufnahme weiblich identifizierenden wechselten 5 (4.6%): 3 zu männlich (AGAB), 2 zu nonbinär.
Von den 19 bei Aufnahme nonbinären (14 AFAB, 5 AMAB)) wechselten 4 (21.0%): 3 AMAB zu weiblich, 1 AFAB zu männlich.
Keine nonbinären kehrten zu ihrem binären AGAB zurück.

"Gegengeschlechtliche Hormone" wurden bei 353 (79.3%) begonnen und nur bei 4 (1.1%) wieder abgesetzt (alle AFAB).
9/114 AMAB (7,9%) und 15/331 AFAB (4,5%) bekamen weder Blocker noch HET.

Ihre Schlussfolgerungen: Die Mehrzahl (97.1%) blieb bei einem nicht-AGAB.
Nur 2.9% wechselten zu ihrem AGAB zurück.
Die Abbruchrate nach begonnener HET ist sehr selten, innerhalb der puberty blocker Zeit höher (8 von 21 AMAB, 24 von 47 AFAB)

https://www.jahonline.org/article/S1054 ... 5/fulltext

Die Zahlen lassen sich sehr verschieden interpretieren, je nachdem wie die Randbedingungen der Aufnahme, der Erreichbarkeit, etc bewertet werden.
Eines scheint mir jedoch klar zu sein: Wer im jugendlichen Alter im kanadischen System erst mal bei der Endokrinologie angekommen ist, bleibt in der Regel auf dem non-cis Pfad, egal ob mit HET oder ohne.

Re: Kanadische Studie: Detransition bei trans Jugendlichen minimal

Verfasst: Mi 5. Aug 2026, 14:43
von Knäckebrötchen
Spannend. Und obwohl ich eigentlich nicht unglücklich über mein Alter und meine Kindheit/Jugend bin - manchmal wünschte ich schon, diese Form von Unterstützung hätte es damals auch schon gegeben.

Re: Kanadische Studie: Detransition bei trans Jugendlichen minimal

Verfasst: Mi 5. Aug 2026, 15:00
von Nicole Fritz
Hallo Jaddy,

das wundert mich jetzt alles überhaupt nicht. Wenn es nicht passt mit dem sozialen Geschlecht oder besser mit dessen Rolle, dann passt es eben nicht. Welchen Sinn soll es da haben, mit der alten Rolle wieder letztlich nur unglücklich zu werden? Und wenn es für den Erfolg in Beruf oder bei sozialen Kontakten wichtig erscheint, ist es für viele Zielführend, eine körperliche Anpassung vornehmen zu lassen. Ich bin da zuerst als freie*r Schriftsteller*in und jetzt als Rentner*in schon lange raus. Wenn also jemandem meine Erscheinung nicht passt, soll er*sie einfach weg schauen. Mit mir muss auch keiner reden.

Wenn ich dann in meiner Wohnsiedlung im Kleid oder Rock ungeschminkt mit Stoppelbart herum laufe, könnte man das vielleicht als Detransition verstehen. Ich nenne das einfach 'nicht binär'. Dann gibt es da etliche Bilder und Videos von nicht Binären, die sich als "hybrides" Rollenbild präsentieren. Ich mache mich darüber nur irgendwie lustig. Dann sieht das etwa so aus:

Avatar1.JPG
(Das kann man irgendwo mit einem KI-Tool so zusammen basteln)

Liebe Grüße
Nicole