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Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 12:39
von Momo58
Man müsste, man könnte, man sollte...
mal die provokative Frage stellen, ob die Regenbogenflagge ähnlich interpretiert wird wie der Judenstern. Es gab "Einzelfälle", bei denen beim CSD der Zutritt mit Regenbogenflagge in die Europapassage vom Sicherheitsdienst verweigert wurde. Es folgt wieder einmal eine halbherzige Stellungnahme.
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... e-100.html
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 13:21
von Malvine
Der Centerleiter hat eine persönliche Stellungnahme - ich habe sie bei Instagram gesehen - zu den Vorfällen verfasst, wo er zum einen auf die halbherzige erste Stellungnahme eingeht, sich dann mMn aufrichtig für das Fehlverhalten der Scurity entschuldigt und notwendige Schlüsse und Konsequenzen zieht.
Soweit bekommt er von mir einen

für das entschlossene Auftreten und die notwendige Entschuldigung bei allen Betroffenen.
LG
Malvine
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 15:23
von Knäckebrötchen
Momo58 hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 12:39
Man müsste, man könnte, man sollte...
Vielleicht auch einfach mal die eigene Eskalationsrhethorik überdenken und nen Gang runterschalten?
Niemand wurde gezwungen, Regenbogenflaggen zu tragen, als Erkennungszeichen. Es wurde - zumindest habe ich dazu nichts gelesen - auch nicht jeder Mensch mit Regenbogen oder anderen "Identifikationsmerkmalen" abgewiesen, sondern anscheinend Flaggen und größere Transparente. Das ist etwas grundlegend anderes als Fähnchen, Sticker oder Schminke oder Kleidung.
Und Fahne klingt zumindest erstmal nach einem etwas größeren Stück Stoff - in dem Beitrag werden auch Banner erwähnt. Legt man sich sowas um die Schultern, verschwinden darunter schnell Sachen.
Und
NDR-Beitrag hat geschrieben:Dieser soll sie aufgefordert haben, ihre Pride-Flaggen einzurollen.
klingt jetzt auch nicht unbedingt nach ner riesigen Skandalgeschichte. Flaggen einrollen, wenn man sich in ein Gebäude begibt, in dem sich noch mehr Menschen aufhalten - da könnte man sogar von alleine drauf kommen.
Das sich das Passagen-Management später anders entschieden hat, ist auch ok - aber aus allgmeiner Schutz- und Sicherheitsperspektive kann ich auch nachvollziehen, warum offen getragene größere Fahne und Banner in einer Einkaufspassage nicht gerne gesehen werden. Und ja, das bezieht auch HSV oder St. Pauli-Fans ein, keine Sorge.
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 18:55
von HeikeCD
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 15:23
Flaggen einrollen, wenn man sich in ein Gebäude begibt, in dem sich noch mehr Menschen aufhalten - da könnte man sogar von alleine drauf kommen.
Das ist allerdings wahr. Hatte ich heute morgen nicht so weitergedacht. Daher werden auch Regenschirme, auch als Sonnenschutz, im Infield bei Festivals /Open- Air-Veranstaltungen nicht gestattet. Wer hat schon gern so eine Spitze im Auge? Nebenbei, originell sind auch immer Leute mit umgeschnalltem vollem Rucksack in engen Gängen, Supermarkt, Flohmärkte etc. Eine Drehung...*klirr*.
LG Heike
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 19:50
von Malvine
Um die Vorfälle mal etwas genauer einordnen zu können hier ein paar Zitate von Betroffenen, die ich im Instagram-Post gefunden habe.
Wir wurden nichtmal mit einer kleinen, an der Handtasche gebundenen Flagge reingelassen.
...wie eine ältere Dame, die eine Regenbogenfahne über ihrem Rucksack trug, von den drei Securities (die sonst nicht im Center arbeiten) angehalten und angewiesen wurde, die Fahne abzunehmen.
ein queerer Mensch wurde mit kabelbindern gefesselt und auf Knien aus dem Center gezogen!
Umso schöner war der Moment, als eine Sicherheitskraft meinte: „Bitte legen Sie das Regenbogen-Outfit ab.“
ein Security Mitarbeiter kam sofort auf mich zu und meinte sehr unfreundlich das es für mich keinen Zutritt gibt mit so einer Regenbogenfahne“ welche ich über die Schultern trug,
und musste meine Fahne auch abnehmen, mir wurde auf Nachfrage aber vom Sicherheitspersonal mitgeteilt, dass es in der Passage bereits zu gewalttätigen Übergriffen auf Besucher mit Fahnen gekommen ist.
LG
Malvine
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 20:10
von Val44721
Malvine hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 19:50
ein queerer Mensch wurde mit kabelbindern gefesselt und auf Knien aus dem Center gezogen!
Wow, dann muss seine Flagge ja riesig gewesen sein /s
Irgendwo reibt sich gerade ein Anwalt mit der perfekten Antidiskriminierungsklage die Hände. Ich hoffe ich krieg mit wie das ausgeht. Das Einkaufscenter könnte da ja stark einem entgegenkommen wenn es ihnen wirklich leid tut.
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 21:02
von Knäckebrötchen
Malvine hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 19:50
und musste meine Fahne auch abnehmen, mir wurde auf Nachfrage aber vom Sicherheitspersonal mitgeteilt, dass es in der Passage bereits zu gewalttätigen Übergriffen auf Besucher mit Fahnen gekommen ist.
LG
Val44721 hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 20:10
Wow, dann muss seine Flagge ja riesig gewesen sein /s
Vielleicht reicht es auch, ein bisschen zu renitent den Aufforderungen der Sicherheitskräfte zu begegnen. Die machen das auch nur, wenn es sein muss - weil: Körperverletzung und Freiheitsberaubung.
Wenn das letzte Zitat von Malvine stimmt, scheint die Stimmung in der Passage eh schon recht gereizt gewesen zu sein. Als Sicherheitspersonal kannst Du in so einer Situation nur falsch reagieren. Machste nix, und es kommt zu Übergriffen, fragt jeder "ja wo war se denn, die Security?!" - Versuchst Du, vorbeugend zumindest etwas zu tun, biste x-phob, -istisch oder sonstewas.
Aber ja, direkt einen Schuldigen zu haben ist immer sehr bequem. Kann ich verstehen.
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Di 4. Aug 2026, 22:57
von conny
Der Vorfall
"ein queerer Mensch wurde mit kabelbindern gefesselt und auf Knien aus dem Center gezogen!" war sonst nirgendwo ein Thema?

Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Mi 5. Aug 2026, 01:49
von Micha
Hm, wir waren dort gegen 17U, hatten trotz total bunt und dicken Rucksäcken und dran gesteckten R.bogenfähnchen überhaupt keine Sorgen. Security sah ich von weitem....die kümmerten sich nicht um uns. Vielleicht ist es klärend, alle Seiten zu solchen Schilderungen zu hören. Wenn s denn überhaupt wichtig ist.
Ich hab auch mitbekommen, wie die Polizei"Besenwagen" vereinzelt ausgebuht wurden. Glücklicherweise war der Beifall deutlich intensiver. Was auf diesem CSD supertoll war....viele cis Menschen nahmen teil....aus der bürgerlichen Mitte. Mit denen ich ins Gespräch kam.....sie waren das erste mal da......wegen Berlin. Natürlich waren für jene Hundekostüme und schwarzer Latex befremdlich. Aber ich hörte, "divers" ist alles.....und freie Äußerung überlebenswichtig für Freies Leben.
Nun, meine Erlebnisse sind klar nicht die Eindrücke aller 300.000........drum, soll daher der Betreff so arg gewichtet werden? LG Micha
Re: Hamburg Europapassage - Ärger mit Regenbogenflaggen
Verfasst: Mi 5. Aug 2026, 02:14
von Jaddy
conny hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 22:57
Der Vorfall
"ein queerer Mensch wurde mit kabelbindern gefesselt und auf Knien aus dem Center gezogen!" war sonst nirgendwo ein Thema?
Let me google that for you. Stichworte "Europa-Passage", "Kabelbinder" in News:
Die Zeit: "Heute ist CSD, sagte er zu Hazeem. Das ist unser Tag. Wir dürfen das." Beim Hamburger CSD verlangten Sicherheitskräfte eines Einkaufszentrums von einem Mann, die Regenbogenflagge einzupacken. Er weigerte sich – dann rückten 16 Polizisten an.
https://www.zeit.de/hamburg/2026-08/eur ... ettansicht
https://archive.ph/ZJQ38
Dimitrii holte sein Smartphone heraus und rief die Polizei, der Security-Mitarbeiter ebenso.
Zunächst erschienen vier Beamte in der Europa Passage, dann wurden es immer mehr. »Da habe ich gedacht: Was passiert denn jetzt, was haben wir getan?«, sagt Hazeem. Videoaufnahmen von Augenzeugen, die der ZEIT vorliegen, zeigen 16 Beamte im Einsatz. Auch Dimitrii selbst filmte mit seinem Handy. Die Beamten forderten ihn auf, das zu unterlassen, doch er weigerte sich. Dann sei alles sehr schnell gegangen: Dimitrii wurde gegen eine Wand gedrückt, mit einem Kabelbinder fesselten die Einsatzkräfte seine Hände auf dem Rücken. Auf Anfrage der ZEIT zu ihrem genauen Vorgehen teilte die Polizei mit, Dimitrii sei aggressiv aufgetreten und habe »nicht zielgerichtet um sich getreten«. Außerdem sei der 41-Jährige alkoholisiert gewesen.
Auf Nachfrage räumt die Polizei allerdings ein, weder einen Atemalkoholtest noch eine Blutentnahme durchgeführt zu haben. »Ich habe um 12 Uhr mittags vielleicht 120 Milliliter Sekt getrunken. Ich war nicht betrunken«, sagt Dimitrii dazu. Er habe seine Stimme erhoben, aber er habe niemandem gedroht, sei nicht handgreiflich geworden. »Die Polizei wirbt mit dem Slogan ›Wir l(i)eben bunt‹«, sagt Dimitrii. »Ich habe gedacht, dass sie mich unterstützen. Aber was ich erlebt habe, war wie schlechtes Kino.«
[...]
Eine Augenzeugin beschreibt im Gespräch mit der ZEIT, wie Dimitrii schließlich von Polizeibeamten aus dem Einkaufszentrum getragen und mit dem Bauch nach unten auf den Boden gelegt worden sei: »Er rief um Hilfe und sagte, er könne seine Hände nicht mehr spüren«, sagt sie. Auch ihr Name ist der Redaktion bekannt, wird zu ihrem Schutz aber nicht veröffentlicht. Auf einem Foto, das in sozialen Medien kursiert, sieht man Dimitrii, wie er von mehr als einem Dutzend Beamten umstellt ist, die Pride-Fahne liegt auf seinen Schultern. Er sitzt am Boden und weint. »Seine Knie bluteten, außerdem fehlte ihm ein Schuh«, sagt die Augenzeugin. Etwas abseits hätten die Security-Mitarbeiter der Europa Passage gestanden und sich unterhalten.