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ZDF: Verbotene Bücher - Kulturkampf in den USA

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 17:10
von Jaddy
Doku im ZDF, heute im Porgramm und in der Mediathek. Vorsichtig anschauen. "Erschütternd" (ZDF-Seite) ist eher untertrieben.
Verbotene Bücher - Kulturkampf in den USA

An Amerikas Buchregalen tobt ein Kulturkrieg. Auf der einen Seite lautstarke Befürworter ausufernder Buchverbote, auf der anderen Bibliothekarinnen, die das Recht auf Lesefreiheit verteidigen. Schulbibliotheken waren jahrzehntelang ein sicherer Ort des Lesens und Lernens, des ersten Kontakts mit der großen unbekannten Welt. Doch konservativen US-Aktivisten sind sie ein Dorn im Auge. Alles, was ihrem Weltbild nicht entspricht, soll entfernt werden.

Zwischen Jugendschutz und Zensur

Im Oktober 2021 veröffentlicht Matt Krause, republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Texas, eine Liste mit 850 Büchern, die von den Schulen auf "obszöne" und "rassistische" Inhalte überprüft werden sollten. Die meisten der beanstandeten Titel behandeln Themen wie Diskriminierung oder LGBTQ+-Identität. Er fordert, dass Schülerinnen und Schüler vor "Pornografie" und allen, was bei ihnen "Unbehagen" oder "Schuldgefühle" hervorrufen könnte, geschützt werden müssten - indem man solche Bücher aus den Schulbibliotheken entferne.

Selbst ernannte Elternrechtsgruppen wie die ultrakonservativen "Moms for Liberty" haben seitdem landesweit die Propagandatrommel gerührt. Immer mehr Bücher wurden beanstandet, immer gezielter wurden diese Attacken koordiniert. Inzwischen sind Tausende Bücher aus Schulbibliotheken verbannt worden.

Widerstand und Kampf für die Lesefreiheit

Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die nur ihren Job machen – Kindern Zugang zu einer breiten, altersgerechten Auswahl an Literatur zu verschaffen – sehen sich Diffamierung und Drohungen ausgesetzt, online und im täglichen Leben. Trotzdem haben viele von ihnen nicht klein beigegeben und Widerstand geleistet, sich organisiert und gekämpft. Dafür haben sie teilweise mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bezahlt.

Die Dokumentation "Verbotene Bücher" erzählt die Geschichte dieser heldenhaften Kämpferinnen und Kämpfer. Gewöhnliche Bürgerinnen und Bürger, die unerwartet zu Verteidigern der Demokratie geworden sind – und die alles riskieren, um die Grundrechte ihrer jungen Schützlinge zu bewahren.
https://www.zdf.de/video/dokus/zdf-info ... en-usa-100

Warum das auch für uns relevant ist? Weil genau das auch in den Wahlprogrammen "in Teilen rechtsextremer" Parteien steht (Bildung ist Ländersache) und tendenziell in den Motivationen "konservativer" Kultur-Kämpfer*innen wie Weimer & Co.

Re: ZDF: Verbotene Bücher - Kulturkampf in den USA

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 19:53
von Slatjana
Ist es wieder soweit?
Ich übergebe den Flammen die Werke von Erich Maria Remarque, Heinrich Mann, Ödön von Horváth, Günter Amendt.
Aber die Bekloppten haben ja schon einmal Schallplatten der Beatles verbrannt.

Re: ZDF: Verbotene Bücher - Kulturkampf in den USA

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 21:46
von Inga
Slatjana hat geschrieben: Fr 24. Jul 2026, 19:53 ....
Ich übergebe den Flammen
die Werke von .....
Das wirst du nicht tun. Schlimmstenfalls die Bücher im Garten vergraben, damit sie in der Generation nach uns noch gefunden und wieder gelesen werden können.

Liebe Grüße
Inga

Re: ZDF: Verbotene Bücher - Kulturkampf in den USA

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 22:44
von Jaddy
Es gibt ganz wunderbare Initiativen dagegen. Vor allem online. Allen voran die Brooklyn Public Library, https://www.bklynlibrary.org/books-unbanned. Onleihe unabhängig vom Wohnort. New York Public Library sowieso, https://www.nypl.org/spotlight/banned-books. Aber komm da in einem hinterletzten Ort in Texas erst mal drauf und verbirg das ggf vor deinen Eltern.

Re: ZDF: Verbotene Bücher - Kulturkampf in den USA

Verfasst: Sa 25. Jul 2026, 07:20
von Slatjana

Re: ZDF: Verbotene Bücher - Kulturkampf in den USA

Verfasst: Sa 25. Jul 2026, 10:54
von Jaddy
Slatjana hat geschrieben: Sa 25. Jul 2026, 07:20 Falls es jemand falsch verstanden hat:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/bu ... s-100.html
https://www.deutschlandfunkkultur.de/19 ... e-100.html
Was der DLF nicht erwähnt: In diesem Feuer am 10. Mai 1933 landeten auch sämtliche Materialien des Instituts für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld, das am 6. Mai quasi als erstes geplündert und zerstört worden war. Es brauchte danach ca 60 Jahre, um wieder auf den Stand der Dinge zu kommen, die Hirschfeld & Co damals schon zusammengetragen und realisiert hatten.