Beatrixtg hat geschrieben: Mo 20. Jul 2026, 12:40
Anne-Mette hat geschrieben: Mo 20. Jul 2026, 12:32
Am 20. Juli 1944 explodiert in Hitlers Hauptquartier in Ostpreußen eine Bombe. Doch der Versuch, den Führer zu töten, scheitert. Dennoch gilt das Attentat heute als Symbol für den deutschen Widerstand.
Das Volk stand endlich auf. Gut so, man kann eine Volksseele lange treten, aber nicht end los.
Ähm, sorry, nein. So gar nicht. Jedenfalls nicht in diesem Fall und mit diesen Leuten.
Stauffenberg selbst und der ganze Kreis waren eingefleischte Nationalisten, Militaristen und Anti-Demokraten. Die meisten - inkl Stauffenberg - aktive und überzeugte Nazis, die keine Probleme hatten mit der Abschaffung der Weimarer Demokratie, mit dem NS-Führerstaat, mit der Militarisierung von Kindesbeinen ab, mit der Aufrüstung, mit der Gleichschaltung, mit der Ausgrenzung und Unterdrückung, mit der Verfolgung und Vernichtung von Juden, Homosexuellen, Behinderten, Minderheiten und den Angriffskriegen ab 1939. Erst als das Projekt NS-Dominanz in Europa und "Lebensraum im Osten" sichtbar scheiterte, initiierten sie diesen (Militär)Putsch, mit dem Ziel, mit den Alliierten ein Agreement in Richtung einer Militär-dominierten, nationalistischen, nicht wirklich demokratischen Weiter-Regierung zu erreichen.
Bitte auch nicht vergessen, dass selbst zu dem Zeitpunkt und noch Jahrzehnte danach viele Deutsche hauptsächlich betrübt waren, dass das mit den Kriegen nicht geklappt hat; in dem Sinne, dass sie das NS-Staats-System schon ganz knuffig fanden.
Diese Feiersymbolik zum 20.Juli ist für mich sehr überspitzt und verkürzt "den Widerstand" auf ein paar wenige, die aus heutiger Sicht menschlich und politisch keineswegs so vorzeigbar sind, wenn man näher hinschaut. Andere Leute im Widerstand, die sehr frühzeitig und mit Freiheit und Demokratie im Blick aktiv waren, werden dagegen nicht so wirklich themasiert.