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Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom | ARD
Verfasst: Mi 15. Apr 2026, 22:14
von Anne-Mette
Die ARD Crime Time Dokuserie beleuchtet die grausame Tötungsserie des „Rosa Riesen“ in der Wendezeit. Der Serienmörder versetzt die Region Potsdam-Mittelmark in Angst und Schrecken: Er ist meist am helllichten Tag unterwegs, im Schatten der brandenburgischen Wälder. Das Phantom macht Jagd auf Frauen, tötet sie und vergeht sich an ihnen. Die Boulevardpresse stürzt sich auf den spektakulären Fall in Ostdeutschland.
https://www.ardmediathek.de/video/rosa- ... zIzMDE2MTk
https://www.ardmediathek.de/video/rosa- ... zIzMDE2MjA
https://www.ardmediathek.de/video/rosa- ... zIzMDE2MjM
Der Täter lebt, doch den Wolfgang Schmidt von damals gibt es so nicht mehr...
Sondern sie lebt seit vielen Jahren ihr Leben als Frau.
Die drei Filmteile beleuchten die ganzen schrecklichen Ereignisse und die unrühmliche Rolle der Presse.
Ich fand es ziemlich gut gemacht.
Es kamen auch Fachmenschen zu Wort, u.a. auch Julia Monro, die über trans* Menschen sprach.
Re: Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom | ARD
Verfasst: Do 16. Apr 2026, 05:45
von Olivia
Das lief gestern Abend auf 3sat - absolut sehens- und empfehlenswert!
Re: Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom | ARD
Verfasst: Do 16. Apr 2026, 18:12
von Michi
Das Werk lässt mich teils mit widersprüchlichen Eindrücken zurück.
Wichtig und richtig empfinde ich, dass Zeitzeugen so ausführlich zu Wort gekommen sind. Einiges finde ich aber auch problematisch (wiederkehrende Wäsche-Aufnahmen) oder unnötig (radfahrende Macherin, Häuser im Dorf, Bäckerei u.ä.), weil es ein Stimmungsbild anheizt, gegen das die Macherein in meiner Wahrnehmung angehen wollte, und wieder Menschen gegen ihren Willen einbezieht, die schon damals nichts dafür konnten, dass sie im näheren oder weiteren Sinne Nachbarn des Täters waren.
Die Psychotherapeutin/Kriminalpsychologin, die ab Teil 2 zu Wort kommt, spricht ein paar wichtige Punkte an. Erst im Teil 3 wird aber näher auf das tiefer liegende Problem eingegangen, und dabei kurz angemerkt, dass es keine Frage von "trans oder cis" ist. Auch Julia Monro kommt zu Wort und stellt noch mal klar, dass trans* Betroffene, die unterdrückt werden, doch viel eher mit selbst-verletzendem Verhalten und Suizid reagieren, und schwere psychische Erkrankungen entwickeln, als dass sie gewalttätig werden. Und auch die Kriminalpsychologin betont dann nochmal, dass dieser Fall (trans* Person + körperliche UND sexuelle Gewalttaten) eine äußert seltene Kombination ist.
Der Typ von der BILD-Konkurrenz Super! aus dem Burda-Verlag hat offenbar auch heute noch kein wirkliches Problembewusstsein, das Verhalten der Medien betreffend. Medien die eine Realität erschaffen .. besser gesagt die Köpfe der Menschen aus Profitgier vergiften, das widert mich an! Dass er damals für den Burda-Verlag zusammen mit 60 anderen "Journalisten" und Kamerateams das Heimatdorf des Täters .. besser gesagt die Dorfbewohner .. regelrecht überfallen hat, wird mit Jagdtrieb gerechtfertigt. Wie es den Bewohnern damit ging, war ihm scheißegal. Als Reporter brutal den Fuß in die Tür zu setzen, die Menschen so mit Gewalt daran hindern, sich zurückziehen zu können .. für mich völlig rücksichtslos und klar kriminell.
Am besten haben mir die Ausführungen der ehemaligen Gerichtsreporterin vom Spiegel gefallen. Sie hat das Ganze sehr differenziert beleuchtet und die Medien völlig zu Recht hart kritisiert. Sie ist eine der wenigen Personen, die ich in jedem Moment reflektiert, differenziert und sachlich wahrgenommen habe.
Was es noch zum Täter zu sagen gibt:
Seine Taten sind zweifellos nicht zu entschuldigen! Dass er damals bei der Bereitschaftspolizei angefangen hat, sehe ich als eine Überkompensation in Folge der Unterdrückung in einem Umfeld, dass Menschen nicht so sein lässt, wie sie sich fühlen. Wären die Taten passiert, wenn ihn seine Mutter nicht beschimpft und geschlagen hätte, sondern ihn liebevoll behandelt und ihm geholfen hätte? Das halte ich für sehr wahrscheinlich. Doch sicherlich war auch sie nicht ganz frei in ihrem Handeln. Und darum sehe ich die Gesellschaft in der Verantwortung!
Re: Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom | ARD
Verfasst: Do 16. Apr 2026, 20:13
von Rusza
Ich kann mich noch sehr gut daran errinnern,wie damals die Boulevardzeitungen in reißerischer Manier über den Fall berichtet haben.In der Folge sind selbsternannte Kopfgeldjäger losgezogen,und haben mehr oder weniger die Gegend um Beelitz unsicher gemacht.Da wurden unschuldige Wanderer von Privatsheriffs kontrolliert.Auch hatte man den Eindruck,das regelrecht darauf gewartet wurde,das der Täter wieder zuschlägt.Zum Glück wurde der Begriff "Transgender" damals kaum benutzt und der rosa Riese nicht als Trans bezeichnet.Man hat ihn eher als einen gewalttätigen Fetischisten dargestellt.Bei seinen Taten trug er wohl meist Jogginghosen..Gott sei Dank für alle anderen damals ,denn wenn heute ein neuer rosa Riese auftauchen würde,dann gäbe es einen riesigen Aufschrei in der Bevölkerung und alle Transfrauen müßten darunter leiden. Das Ausmaß möchte ich mir nicht vorstellen.Hoffen wir,das das ein Einzelfall bleibt.