Lustlos
Verfasst: So 25. Sep 2011, 04:09
Hallo Forum,
ich fühle mich im Moment ziemlich Lustlos, als wenn ich ein großes schwarzes Loch falle. Da ich leider niemandem zum reden habe, wollte ich Euch mal mit meinen Problemen "belästigen". Es hat sich in letzter Zeit so viel "angestaut" bei mir, dass ich es einfach mal schreiben muß. Es hat zwar auch, aber nicht nur mit CD zu tun. Aber der Reihe nach.
Habe nach meinem Studium bei einer Firma A gearbeitet. Hat am Anfang auch Spaß gemacht, nur die Bezahlung war "etwas" niedrig. Aber je besser ich wurde im Job, desto mehr Arbeit habe ich aufgetragen bekommen. Habe mindestens 8, manchmal auch 10 h täglich am PC gearbeitet. Hauptsächlich CAD. Irgendwann habe ich Schmerzen im rechten Arm bekommen, aber anfangs nicht gedacht, es läge an meinem Job. Das ganze ging ein paar Jahre so, bis ich irgendwann keinen Bock mehr hatte. Die Firma lief super, jedes Jahr Umsatzsteigerung im 2-stelligem Bereich, nur Gehaltserhöhungen gabs kaum. Dafür mehr Arbeit, mehr Verantwortung etc. . Naja, ich habe mich dann irgendwann nach einem anderen Job umgesehen und nach einiger Zeit auch einen gefunden. Es gab nur ein Problem: Ich hatte 6 Monate Kündigungsfrist. Wenn ich mich daran gehalten hätte, hätte ich aber den neuen Job nicht bekommen, welcher aber besser ist ( Mehr Geld, weniger Arbeit ). Habe dann statt 6 Monate nur 2 Monate Frist eingehalten. Das hat meinem alten Arbeitgeber gar nicht gefallen, und er hat mich verklagt, was natürlich sein gutes Recht ist. Obwohl er einen Nachfolger für mich hatte.
3 Tage vor der ersten Güteverhandlung hat meine Freundin mich verlassen. Wir waren über 3,5 Jahre zusammen. Von meiner Neigung habe ich Ihr nie richtig erzählt, da Sie selbst nichts davon hielt, sich feminin zu kleiden. Ich habe während dieser Zeit meine Neigung aber auch nicht ausgelebt, da ich mich geschämt habe und vielleicht auch, weil ich Sie nicht hintergehen wollte. Hatte die Hoffnung, es reicht, wenn Sie sich feminin kleidet. Ab und zu hat Sie es mir zuliebe dann doch mal getan, aber ich merkte, dass mir doch irgendwas fehlte. Anstatt mit Ihr zu reden habe irgendwann angefangen, mich aus unserer Beziehung zurückzuziehen, frei nach dem Lied "Muss nur noch kurz die Welt retten". Das Ende dieser Beziehung war also vorprogrammiert, wie mir mittlerweile klar ist. Zu verschiedene Interessen.
Bevor ich Firma A gekündigt habe, habe ich alle möglichen Leute gefragt, was ich machen soll. Angebliche Freunde, 5 Fachanwälte für Arbeitsrecht, meine damalige Freundin natürchlich und meine Family. Alle haben gesagt, dass ich diese Chance nutzen soll, auch wenn es bedeutet, einen Vertrag zu brechen.
Als dann die Klage kam, hab ich mir natürlich einen Anwalt genommen: "Sie haben den Vertrag gebrochen, aber es wird Ihnen schon nichts passieren. Der Arbeitgeber der Firma A hat es sehr schwer, Ihnen einen Schaden nachzuweisen." Bei der ersten Güteverhandlung dann der Schock: 400.000 EUR Umsatz droht angeblich verloren zu gehen, wenn ich meine Arbeitsleistung nicht Vertragsgemäß erfülle. War bei dieser Verhandlung sowieso total von der Rolle, das erste mal vor Gericht und 3 Tage vorher geht die Beziehung zu bruch. Also habe ich mich gar nicht geäußert und alles meinem Anwalt überlassen. Die Richterin wollte unbedingt eine Einigung zur gütlichen Beilegung des Rechtsstreits. Also Angebot gemacht, Firma A war das zu wenig, daraufhin hat die auch ein Angebot gemacht, welchem ich innerhalb 3 Tagen zustimmen sollte. Was ich aber nicht tat. 3 Tage nach der ersten Verhandlung hat das Gericht einen Beschluss gefasst und einen weiteren Termin vor der Kammer angeordnet. Dazu sollte ich mich bis zum Tag X vor dem Termin zur Sache schriftlich äußern. Diesen Beschluss hat mir mein Anwalt aber nicht zugeschickt! Durch Zufall habe ich einen Tag vor Fristablauf davon erfahren und mich ohne Absprache mit meinem Anwalt zur Sache geäußert. Ich wollte, dass das Gericht auch meine Meinung wenigstens kennt, auch wenn das nichts bringt, denn ich habe ja den Vertag gebrochen.
3 Tage vor der zweiten Verhandlung vorm Kammergericht legt mein Anwalt das Mandat nieder. Er sah in meiner Aktion keinen Aussicht auf Erfolg.
Habe zwar noch nen neuen Anwalt gefunden, der konnte sich innerhalb von 24h jedoch kaum vorbereiten. Und den Gerichtstermin verschieben wollte die Richterin nicht. Während des Termins hat dann mein Ex-Arbeitgeber behauptet, es droht ein Verlust von 760.000 EUR Umsatz. Und die Richterin war sauer auf mich, weil ich dem ersten Vergleichsangebot nicht zugestimmt hatte. Ich hatte während der Verhandlung einfach nur noch Angst. Die Richterin hat dann den Vorschlag gemacht, eine fiktive Vertragsstrafe in Höhe von 4 Monatsgehältern anzunehmen, also über 10.000 EUR. Vor lauter Angst habe ich dem dann zugestimmt.
Ich war einfach Feige. Hatte einfach Angst. Nun sitze ich hier und bin irgendwie "lustlos". Ich hatte soviel vor, so viele Ideen. Wollte mir ne Wohnung ausbauen, ne eigene Familie gründen, vielleicht mir nebenher ein kleines Gewerbe aufbauen. War voller Tatendrang. Jetzt ist alles weg. Freundin, Freunde, Geld. Ich bin, wie unten steht, eigentlich immer ein optimistischer Mensch gewesen, aber irgendwie spüre ich keinen Optimismus mehr in mir. Ich bin wütend auf mich selbst, weil ich nicht so stark und mutig war einfach mal Nein zu sagen. Ich habe einfach keine Lust mehr. Selbst meine Hobbys machen gerade keinen Spaß mehr.
Sorry für den langen Text, aber ich musste das mal loswerden, sonst dreh ich hier irgendwann noch durch.
LG, Sarah1354
ich fühle mich im Moment ziemlich Lustlos, als wenn ich ein großes schwarzes Loch falle. Da ich leider niemandem zum reden habe, wollte ich Euch mal mit meinen Problemen "belästigen". Es hat sich in letzter Zeit so viel "angestaut" bei mir, dass ich es einfach mal schreiben muß. Es hat zwar auch, aber nicht nur mit CD zu tun. Aber der Reihe nach.
Habe nach meinem Studium bei einer Firma A gearbeitet. Hat am Anfang auch Spaß gemacht, nur die Bezahlung war "etwas" niedrig. Aber je besser ich wurde im Job, desto mehr Arbeit habe ich aufgetragen bekommen. Habe mindestens 8, manchmal auch 10 h täglich am PC gearbeitet. Hauptsächlich CAD. Irgendwann habe ich Schmerzen im rechten Arm bekommen, aber anfangs nicht gedacht, es läge an meinem Job. Das ganze ging ein paar Jahre so, bis ich irgendwann keinen Bock mehr hatte. Die Firma lief super, jedes Jahr Umsatzsteigerung im 2-stelligem Bereich, nur Gehaltserhöhungen gabs kaum. Dafür mehr Arbeit, mehr Verantwortung etc. . Naja, ich habe mich dann irgendwann nach einem anderen Job umgesehen und nach einiger Zeit auch einen gefunden. Es gab nur ein Problem: Ich hatte 6 Monate Kündigungsfrist. Wenn ich mich daran gehalten hätte, hätte ich aber den neuen Job nicht bekommen, welcher aber besser ist ( Mehr Geld, weniger Arbeit ). Habe dann statt 6 Monate nur 2 Monate Frist eingehalten. Das hat meinem alten Arbeitgeber gar nicht gefallen, und er hat mich verklagt, was natürlich sein gutes Recht ist. Obwohl er einen Nachfolger für mich hatte.
3 Tage vor der ersten Güteverhandlung hat meine Freundin mich verlassen. Wir waren über 3,5 Jahre zusammen. Von meiner Neigung habe ich Ihr nie richtig erzählt, da Sie selbst nichts davon hielt, sich feminin zu kleiden. Ich habe während dieser Zeit meine Neigung aber auch nicht ausgelebt, da ich mich geschämt habe und vielleicht auch, weil ich Sie nicht hintergehen wollte. Hatte die Hoffnung, es reicht, wenn Sie sich feminin kleidet. Ab und zu hat Sie es mir zuliebe dann doch mal getan, aber ich merkte, dass mir doch irgendwas fehlte. Anstatt mit Ihr zu reden habe irgendwann angefangen, mich aus unserer Beziehung zurückzuziehen, frei nach dem Lied "Muss nur noch kurz die Welt retten". Das Ende dieser Beziehung war also vorprogrammiert, wie mir mittlerweile klar ist. Zu verschiedene Interessen.
Bevor ich Firma A gekündigt habe, habe ich alle möglichen Leute gefragt, was ich machen soll. Angebliche Freunde, 5 Fachanwälte für Arbeitsrecht, meine damalige Freundin natürchlich und meine Family. Alle haben gesagt, dass ich diese Chance nutzen soll, auch wenn es bedeutet, einen Vertrag zu brechen.
Als dann die Klage kam, hab ich mir natürlich einen Anwalt genommen: "Sie haben den Vertrag gebrochen, aber es wird Ihnen schon nichts passieren. Der Arbeitgeber der Firma A hat es sehr schwer, Ihnen einen Schaden nachzuweisen." Bei der ersten Güteverhandlung dann der Schock: 400.000 EUR Umsatz droht angeblich verloren zu gehen, wenn ich meine Arbeitsleistung nicht Vertragsgemäß erfülle. War bei dieser Verhandlung sowieso total von der Rolle, das erste mal vor Gericht und 3 Tage vorher geht die Beziehung zu bruch. Also habe ich mich gar nicht geäußert und alles meinem Anwalt überlassen. Die Richterin wollte unbedingt eine Einigung zur gütlichen Beilegung des Rechtsstreits. Also Angebot gemacht, Firma A war das zu wenig, daraufhin hat die auch ein Angebot gemacht, welchem ich innerhalb 3 Tagen zustimmen sollte. Was ich aber nicht tat. 3 Tage nach der ersten Verhandlung hat das Gericht einen Beschluss gefasst und einen weiteren Termin vor der Kammer angeordnet. Dazu sollte ich mich bis zum Tag X vor dem Termin zur Sache schriftlich äußern. Diesen Beschluss hat mir mein Anwalt aber nicht zugeschickt! Durch Zufall habe ich einen Tag vor Fristablauf davon erfahren und mich ohne Absprache mit meinem Anwalt zur Sache geäußert. Ich wollte, dass das Gericht auch meine Meinung wenigstens kennt, auch wenn das nichts bringt, denn ich habe ja den Vertag gebrochen.
3 Tage vor der zweiten Verhandlung vorm Kammergericht legt mein Anwalt das Mandat nieder. Er sah in meiner Aktion keinen Aussicht auf Erfolg.
Habe zwar noch nen neuen Anwalt gefunden, der konnte sich innerhalb von 24h jedoch kaum vorbereiten. Und den Gerichtstermin verschieben wollte die Richterin nicht. Während des Termins hat dann mein Ex-Arbeitgeber behauptet, es droht ein Verlust von 760.000 EUR Umsatz. Und die Richterin war sauer auf mich, weil ich dem ersten Vergleichsangebot nicht zugestimmt hatte. Ich hatte während der Verhandlung einfach nur noch Angst. Die Richterin hat dann den Vorschlag gemacht, eine fiktive Vertragsstrafe in Höhe von 4 Monatsgehältern anzunehmen, also über 10.000 EUR. Vor lauter Angst habe ich dem dann zugestimmt.
Ich war einfach Feige. Hatte einfach Angst. Nun sitze ich hier und bin irgendwie "lustlos". Ich hatte soviel vor, so viele Ideen. Wollte mir ne Wohnung ausbauen, ne eigene Familie gründen, vielleicht mir nebenher ein kleines Gewerbe aufbauen. War voller Tatendrang. Jetzt ist alles weg. Freundin, Freunde, Geld. Ich bin, wie unten steht, eigentlich immer ein optimistischer Mensch gewesen, aber irgendwie spüre ich keinen Optimismus mehr in mir. Ich bin wütend auf mich selbst, weil ich nicht so stark und mutig war einfach mal Nein zu sagen. Ich habe einfach keine Lust mehr. Selbst meine Hobbys machen gerade keinen Spaß mehr.
Sorry für den langen Text, aber ich musste das mal loswerden, sonst dreh ich hier irgendwann noch durch.
LG, Sarah1354