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Digitale ÖPNV-Wertmarke für Schwerbehinderte gefordert | Bundestag | Petitionen

Verfasst: Mi 4. Mär 2026, 11:31
von Anne-Mette
Petitionen/Ausschuss

Der Petitionsausschuss unterstützt die Forderung, den Schwerbehindertenausweis und die dazugehörige Wertmarke, die zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) berechtigt, in einer digitalen Form bereitzustellen. In der Sitzung am Mittwoch verabschiedete der Ausschuss einstimmig die Beschlussempfehlung an den Bundestag, eine dahingehende Petition der Bundesregierung mit dem höchstmöglichen Votum „zur Berücksichtigung“ zu überweisen.

Ziel der Eingabe sei es, den Zugang zu Mobilität für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, schreibt der Petent. Der Schwerbehindertenausweis und die Wertmarke, die zur Nutzung des ÖPNV berechtigt, seien aktuell ausschließlich papierbasiert. Der Erwerb der Wertmarke erfordere eine umständliche postalische Abwicklung, was für viele Betroffene nicht mehr zeitgemäß sei, heißt es in der öffentlichen Petition (ID 176927). Digitale Lösungen wie das Deutschlandticket zeigten, „dass solche Prozesse effizient und benutzerfreundlich gestaltet werden können“. Der Petent verweist außerdem auf das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die EU-Richtlinie über digitale Barrierefreiheit, die die öffentliche Verwaltung zur Bereitstellung barrierefreier Dienste verpflichteten.

In der Begründung zu seiner Beschlussempfehlung betont der Petitionsausschuss, dass ihm die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ein wichtiges Anliegen sei. „Dementsprechend unterstützt der Petitionsausschuss auch das Ziel der Petition, Menschen mit Behinderung die Nutzung des Schwerbehindertenausweises und den Zugang zu Mobilität zu erleichtern“, schreiben die Abgeordneten.

Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, dass im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zur 21. Legislaturperiode die Digitalisierung des Schwerbehindertenausweises als Ziel benannt werde. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales arbeite nach eigener Auskunft derzeit an der gesetzgeberischen Umsetzung, heißt es in der Vorlage.

Die Petition im Petitionsportal des Bundestages: https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... 27.nc.html

Re: Digitale ÖPNV-Wertmarke für Schwerbehinderte gefordert | Bundestag | Petitionen

Verfasst: Mi 4. Mär 2026, 16:09
von Claudia
Moin!
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 4. Mär 2026, 11:31 Der Petitionsausschuss unterstützt die Forderung, den Schwerbehindertenausweis und die dazugehörige Wertmarke, die zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) berechtigt, in einer digitalen Form bereitzustellen. [...]
Der Schwerbehindertenausweis und die Wertmarke, die zur Nutzung des ÖPNV berechtigt, seien aktuell ausschließlich papierbasiert. Der Erwerb der Wertmarke erfordere eine umständliche postalische Abwicklung, was für viele Betroffene nicht mehr zeitgemäß sei
Eine nette Idee aber aktuell der falsche Ansatz. So umständlich ist der Erwerb dieser Wertmarke nicht. Viel wichtiger wäre es doch, sie wirklich nutzbar zu machen.

Solange ich bei der Bahn nur eine beschränkte Zugauswahl habe und bei manchen Verbindungen meine Fahrt auch noch vorher zuggebunden anmelden muss, kann man nicht von gleichberechtigter Mobilität sprechen. Hier gäbe es dringend etwas zu tun.

LG Claudia

Re: Digitale ÖPNV-Wertmarke für Schwerbehinderte gefordert | Bundestag | Petitionen

Verfasst: Fr 6. Mär 2026, 10:30
von SusiS
Und da gibt es noch was - was wahrscheinlicher noch wichtiger wäre: Das die Schwerbehindertenausweise für ganz EU - vielleicht weltweit gültig haben. Denn z.B. mit einem deutschen Schwerbehindertenausweis kann man nicht die Vergünstigung für Schwerbehinderten in Österreich in Anspruch nehmen die man mit dem österreichischen Schwerbehindertenausweis in anspruch nehmen kann. Ist meines wissen umgekehrt genauso.

Re: Digitale ÖPNV-Wertmarke für Schwerbehinderte gefordert | Bundestag | Petitionen

Verfasst: Fr 6. Mär 2026, 10:43
von Susi T
Und nicht zu vergessen daß es hier nicht um Schwerbehinderte geht. Es geht ausschließlich um Schwerbehinderte mit einem Zusatzzeichen. Trotz jahrzentelanger Schwerbehinderung, auf einem Elektrorollstuhl angewiesen, Pflegegradeinstufung, Betreuung, teilweise sogar nicht mehr ohne Begleitung in der Lage unterwegs zu sein, hat man mir ein Zusatz wie außergewöhnlich Gehbehindert verwehrt, da ich zu jung war, so die Begründung und meine Schwerbehinderung(50%) Lebenslang eingetragen ist. Wobei auch dieses nur mit Androhung einer öffendlichen Protestveranstaltung durchgesetzt wurde. Für den Klageweg war ich zu krank und das würde einfach ausgenutzt.
Also nein, es geht hier nicht um Schwerbehinderte, sondern nur um eine kleine Gruppe davon.