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Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 08:56
von Anne-Mette
Sandra Hüller stand am Sonntagabend mit ihrem neuen Film "Rose" im Mittelpunkt der Berlinale. Das queere Historiendrama feierte Weltpremiere. Zuvor verriet die Schauspielerin, wie schwierig die Dreharbeiten für sie waren.

https://www.queer.de/detail.php?article_id=56893

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 09:33
von Knäckebrötchen
Der Artikel lässt mich etwas verwirrt zurück. War das nun ein soziales Experiment innerhalb eines Filmdrehs oder wie soll ich diesen Absatz verstehen:
Viel schwerer als alle körperlichen Veränderungen, so die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, sei es ihr hingegen gefallen, diese Lüge und Spannung aufrechtzuerhalten, einen Rundumblick zu haben: "Wer kommt von wo? Wer sieht was von mir? Was kann ich zeigen? Was nicht? Wo bin ich wirklich alleine?"
Also musste sich Sandra Hüller vor der Filmcrew verstecken und dachten diese, sie wäre ein Kollege? Oder beschreibt sie nur ihren schauspielerischen Alltag, in dem sie sich auf ihre Rolle einlässt?

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 10:05
von Liv
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 09:33 Oder beschreibt sie nur ihren schauspielerischen Alltag, in dem sie sich auf ihre Rolle einlässt?
So würde ich das sehen. Sie betreibt kein klassisches Method Acting im Sinne von Strasberg, sondern eher einen immersiven Arbeitsstil. In diesem Sinne ist ihr Filmcharakter eine Frau die einen Mann "spielt", wobei ihr Hauptaugenmerk auf der Angst liegt, nicht zu "passen". Das finde ich eine überaus kluge Herangehensweise, da erkennen sie sicher einige aus dem Forum wieder. :oops:

Gelungen ist auch die Filmzusammenfassung des Verleihs:
ROSE – die wahrhaftige Beschreibung einer Land- und Leutebetrügerin, die, obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz unter falschem Nam als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben.

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 14:08
von Michi
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 09:33 Also musste sich Sandra Hüller vor der Filmcrew verstecken und dachten diese, sie wäre ein Kollege? Oder beschreibt sie nur ihren schauspielerischen Alltag, in dem sie sich auf ihre Rolle einlässt?
Ein kurzer Blick auf den Film löst das Rätsel auf: Sie spielt eine Frau, die sich als Mann ausgibt.

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 15:55
von Knäckebrötchen
Michi hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 14:08 Sie spielt eine Frau, die sich als Mann ausgibt.
Ja, das ist auch nicht meine Frage. Das Sandra Hüller als Schauspielerin eine Frau spielt, die versucht als Mann durch zu gehen ist klar.

Für mich ist der zitierte Absatz rätselhaft, weil mit der bloßen Übernahme der Rolle ja nicht zwangsläufig auch die "Angst vor dem Auffliegen" steckt.

Anders: alle Menschen am Set wissen, dass Sandra Hüller eine Frau ist, eine Frau spielt, aber sich wie ein Mann kleiden und benehmen. Wo soll denn da "diese Lüge und Spannung aufrechtzuerhalten, einen Rundumblick zu haben: "Wer kommt von wo? Wer sieht was von mir? Was kann ich zeigen? Was nicht? Wo bin ich wirklich alleine?" herkommen?

Und selbst wenn es
Liv hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 10:05kein klassisches Method Acting im Sinne von Strasberg, sondern eher einen immersiven Arbeitsstil.
sein soll, fehlt mir die Notwendigkeit für o.g. Aussage.

Oder um es
Liv hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 10:05Das finde ich eine überaus kluge Herangehensweise, da erkennen sie sicher einige aus dem Forum wieder.
damit zu nennen: welche Konsequenzen hätte es denn gehabt, wenn Menschen am Set etwas von ihrer tatsächlichen oder gespielten Weiblichkeit bemerkt hätten? Keinen. Für Menschen, die wirklich darauf achten müssen, schon. Die Erfahren das dann nämlich vermutlich sehr schnell, wenn etwas bemerkt wird. Also bildet sich Sandra Hüller ein, einen Rundumblick zu haben, weiß aber gar nicht, ob der wirklich alles wichtige abgedeckt hat.

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 18:17
von Anne-Mette
radio eins

Berlinale-Highlight "Rose" Sandra Hüller im Dreißigjährigen Krieg

Hose statt Rock, Freiheit statt Ohnmacht: In Markus Schleinzers neuem Film "Rose" brilliert Sandra Hüller als Frau, die im 17. Jahrhundert eine männliche Identität annimmt.


https://www.radioeins.de/programm/sendu ... krieg.html

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 18:20
von Susi T
Es geht doch nicht um die Menschen im Set, sondern um die Gegebenheiten im Film mit denen sie sich so auseinandersetzt, das es möglichst authentisch mit der Kamera eingefangen wird.
Verstehe nicht das Problem, als Schauspielerin verkörpert sie ihre Rolle so gut es ihr möglich ist und das wird dann von der Kamera eingefangen.

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 16. Feb 2026, 19:08
von Michi
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 15:55
Michi hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 14:08 Sie spielt eine Frau, die sich als Mann ausgibt.
Ja, das ist auch nicht meine Frage. Das Sandra Hüller als Schauspielerin eine Frau spielt, die versucht als Mann durch zu gehen ist klar.

Für mich ist der zitierte Absatz rätselhaft, weil mit der bloßen Übernahme der Rolle ja nicht zwangsläufig auch die "Angst vor dem Auffliegen" steckt.
Sorry. Für mich war sonnenklar, dass es dabei um die Rolle geht, die sie verkörpert, und dass sie realistisch/authentisch spielen sollte, wie eine Frau sich unter diesen gegebenen Umständen verhalten hat.

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Di 17. Feb 2026, 19:46
von Anne-Mette
SWR

Historisches Drama in schwarz-weiß auf der Berlinale
„In der Hose war mehr Freiheit“ – Sandra Hüller in „Rose“


https://www.swr.de/kultur/filme-und-ser ... k-100.html

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Do 19. Feb 2026, 10:43
von Svetlana L
Hallo zusammen,

mich deucht, dass da das Leben von Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel (daher evtl. der Filmname Rose!) verfilmt wurde (mit entsprechenden künstlerischen Freiheiten), die_der wegen Unzucht zwischen Frauen hingerichtet wurde.

Überrascht hat mich in dem von Anne-Mette verlinkten Artikel aber dann doch, dass der Regisseur über drei Jahrhunderte hinweg hunderte Frauen gefunden haben will, die dafür bestraft wurden, dass sie unter falscher Geschlechtsidentität lebten. Doch sooo viele!? Hätte ich nicht vermutet.

Vor 300 Jahren in Halberstadt - Als Catharina Margaretha Linck wegen „Unzucht zwischen Frauen“ hingerichtet wurde

Europas letzte Hinrichtung für "Unzucht mit einer anderen Frau"

Wurde vor 300 Jahren eine Lesbe hingerichtet oder ein trans Mann?

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Mo 23. Feb 2026, 08:33
von Olivia
Hallo,
Die Leipziger Schauspielerin Sandra Hüller ist bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet worden. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama „Rose“ von Markus Schleinzer. Glückwunsch!
lG
Olivia

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Do 26. Feb 2026, 11:26
von Olivia
Hallo,
wer Sandra Hüller heute in einem sehr guten Film sehen möchte:

20.15 Uhr, rbb, "Anatomie eines Falls"
Für Sandra Hüller bedeutete ihre fulminante Darstellung den internationalen Durchbruch.

lG
Olivia

Re: Wie es für Sandra Hüller war, sich als Mann auszugeben | queer.de

Verfasst: Do 26. Feb 2026, 13:37
von edeka
Ja, Olivia, diesen Film kann ich auch empfehlen ! (yes)
Es ist ein französischer Spielfilm und spielt in den französischen Alpen, ganz nebenbei sieht man noch etwas Landschaft, aber nicht viel.
Hüller spielt eine sehr starke Frau, die des Mordes an ihrem Mann verdächtigt wird. Vieles wird in Rückblenden erzählt, dabei werden persönliche Abgründe deutlich - und eindrücklich geschildert.