Mann-Frau-Mischform, Jacke wie... Rock?
Verfasst: Di 10. Feb 2026, 07:09
Guten Morgen ihr Lieben,
ich habe bei meinem Psychologentermin kürzlich eine recht bahnbrechende Erkenntnis gehabt. Die wollte ich Euch kurz schildern und Eure Sichtweise dazu erfragen. Über die Suchfunktion habe ich dazu schon ältere Beiträge von Lana gelesen.
Der Psychologe quetschte mich zu meinen weiblichen Gefühlen aus. Ich erzählte ihm, dass ich als Frau kaum in die Öffentlichkeit ginge, weil es sehr aufwändig sei. Ich hatte mich in der Vergangenheit stundenlang geschminkt, oft mehrere Tage in Folge geübt und vorbereitet. Dieser Aufwand und die trotzdem ausbleibende Zufriedenheit mit meinem fraulichen Antlitz haben es mir schwer gemacht, diese Versuche häufiger zu wagen. Meine Partnerin wäre offen dafür gewesen, erwähnte hin und wieder "möchtest Du Dich vielleicht dafür schminken?" (damit meinte sie verwandeln). Doch die Aussicht auf stundenlange Arbeit und die fehlende Gewissheit, ob sich dies dann stimmig anfühlen würde, ließen das kaum zu.
Nun, beim Psychologen wurde mir klar, dass das Entscheidende für mein Wohlbefinden der Blick an meinem Körper nach unten ist. Ich sehe die Rundungen künstlicher Brüste, oder eines Push-Up-BHs unter einem Kleid, oder weiblichen Top, eng anliegende Leggins oder einen Rock, glatt rasierte Beine in Strumpfhosen und - sehr wichtig für mich, von oben hübsch aussehende "süße"/sexy Schuhe.
Dieser Blick lässt mich innerlich erstrahlen und ich fühle mich schön und stimmig.
Wenn ich dies zuhause auslebe, kommt es dazu, dass ich im Badezimmer am Spiegel vorbei muss und mein männliches Gesicht sehe, vielleicht mit Bartstoppeln, meine Männerfrisur, ungeschminkt. Meine Gefühle dabei waren in der Vergangenheit häufig Ekel. Ich habe es also vermieden, mich im Spiegel zu betrachten. Nur eine Perücke aufzusetzen, um den Grad der Weiblichkeit zu erhöhen, genügte mir nicht, es verwirrte mich eher zusätzlich.
Als ich dem Psychologen das schilderte, wurde mir klar, dass ich vor mir selbst noch keine Akzeptanz gefunden habe. Denn wenn ich mich verwandle, also "Karla" bin (wobei ich noch nicht einmal einen Namen habe, der sich für mich stimmig anfühlt, Karla ist nur die weibliche Form meines Realnamens), dann verschwindet die "andere Hälfte" von mir. Manchmal wünsche ich mir das. Also ganz "Karla" zu sein. Aber häufig bin ich auch diese "Mischform". Doch diese Mischform hatte ich bisher nicht in meine Akzeptanz integriert. Wie gesagt, habe ich mich selbst angeekelt. Und dieses Gefühl war auch im Hintergrund, wenn ich weibliche Einflüsse auf mein männliches Outfit zugelassen habe.
Der Psychologe riet mir, auch diese Mischform zu "üben" und zuzulassen. Gestern habe ich das ganz bewusst und achtsam zelebriert. Ich habe mich vor einem großen Spiegel umgezogen. Ich strich sanft über mein relativ kurzes Haar, fuhr an meiner Kleidung entlang, fühlte meine hübschen Schnürstiefel, den BH, etc. und betrachtete mich gleichzeitig als "Mischform". Es fällt mir nach wie vor schwer, diese Wahrnehmung zu integrieren. Aber ich denke, es war ein Anfang.
Der Wunsch, als nach außen hin vollständige Frau gesehen zu werden ist dennoch vorhanden; innerlich hat dieser Wunsch mit dieser Selbstwahrnehmung aber gefühlt nichts zu tun.
Wie erlebt ihr dieses Thema und welche Reaktionen habt ihr vielleicht in Eurem Umfeld schon erfahren?
Danke für Eure Zeit
Eure Karla (ich tendiere eher zu "Mira"... aber bin mir sehr unschlüssig;)
ich habe bei meinem Psychologentermin kürzlich eine recht bahnbrechende Erkenntnis gehabt. Die wollte ich Euch kurz schildern und Eure Sichtweise dazu erfragen. Über die Suchfunktion habe ich dazu schon ältere Beiträge von Lana gelesen.
Der Psychologe quetschte mich zu meinen weiblichen Gefühlen aus. Ich erzählte ihm, dass ich als Frau kaum in die Öffentlichkeit ginge, weil es sehr aufwändig sei. Ich hatte mich in der Vergangenheit stundenlang geschminkt, oft mehrere Tage in Folge geübt und vorbereitet. Dieser Aufwand und die trotzdem ausbleibende Zufriedenheit mit meinem fraulichen Antlitz haben es mir schwer gemacht, diese Versuche häufiger zu wagen. Meine Partnerin wäre offen dafür gewesen, erwähnte hin und wieder "möchtest Du Dich vielleicht dafür schminken?" (damit meinte sie verwandeln). Doch die Aussicht auf stundenlange Arbeit und die fehlende Gewissheit, ob sich dies dann stimmig anfühlen würde, ließen das kaum zu.
Nun, beim Psychologen wurde mir klar, dass das Entscheidende für mein Wohlbefinden der Blick an meinem Körper nach unten ist. Ich sehe die Rundungen künstlicher Brüste, oder eines Push-Up-BHs unter einem Kleid, oder weiblichen Top, eng anliegende Leggins oder einen Rock, glatt rasierte Beine in Strumpfhosen und - sehr wichtig für mich, von oben hübsch aussehende "süße"/sexy Schuhe.
Dieser Blick lässt mich innerlich erstrahlen und ich fühle mich schön und stimmig.
Wenn ich dies zuhause auslebe, kommt es dazu, dass ich im Badezimmer am Spiegel vorbei muss und mein männliches Gesicht sehe, vielleicht mit Bartstoppeln, meine Männerfrisur, ungeschminkt. Meine Gefühle dabei waren in der Vergangenheit häufig Ekel. Ich habe es also vermieden, mich im Spiegel zu betrachten. Nur eine Perücke aufzusetzen, um den Grad der Weiblichkeit zu erhöhen, genügte mir nicht, es verwirrte mich eher zusätzlich.
Als ich dem Psychologen das schilderte, wurde mir klar, dass ich vor mir selbst noch keine Akzeptanz gefunden habe. Denn wenn ich mich verwandle, also "Karla" bin (wobei ich noch nicht einmal einen Namen habe, der sich für mich stimmig anfühlt, Karla ist nur die weibliche Form meines Realnamens), dann verschwindet die "andere Hälfte" von mir. Manchmal wünsche ich mir das. Also ganz "Karla" zu sein. Aber häufig bin ich auch diese "Mischform". Doch diese Mischform hatte ich bisher nicht in meine Akzeptanz integriert. Wie gesagt, habe ich mich selbst angeekelt. Und dieses Gefühl war auch im Hintergrund, wenn ich weibliche Einflüsse auf mein männliches Outfit zugelassen habe.
Der Psychologe riet mir, auch diese Mischform zu "üben" und zuzulassen. Gestern habe ich das ganz bewusst und achtsam zelebriert. Ich habe mich vor einem großen Spiegel umgezogen. Ich strich sanft über mein relativ kurzes Haar, fuhr an meiner Kleidung entlang, fühlte meine hübschen Schnürstiefel, den BH, etc. und betrachtete mich gleichzeitig als "Mischform". Es fällt mir nach wie vor schwer, diese Wahrnehmung zu integrieren. Aber ich denke, es war ein Anfang.
Der Wunsch, als nach außen hin vollständige Frau gesehen zu werden ist dennoch vorhanden; innerlich hat dieser Wunsch mit dieser Selbstwahrnehmung aber gefühlt nichts zu tun.
Wie erlebt ihr dieses Thema und welche Reaktionen habt ihr vielleicht in Eurem Umfeld schon erfahren?
Danke für Eure Zeit
Eure Karla (ich tendiere eher zu "Mira"... aber bin mir sehr unschlüssig;)

