Passing heisst nicht frei
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Jaddy
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Passing heisst nicht frei

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ein Post aus dem Fediverse
260107_Faith_26-Passing.jpg
(https://anarres.family/@faithisleaping/ ... kjy=spring)
Hier ist die regelmäßige Erinnerung, dass „Passing” ein verfluchtes Konzept ist. Unauffällig/unerkannt zu sein macht dich nicht sozial akzeptiert. Es bedeutet nur, dass die anderen nicht wissen, dass sie dich hassen.

Es ist ausserdem für viele unerreichbar oder unerwünscht und sollte von niemandem erwartet werden. In dem Moment, in dem wir „Passing” zu einem Ziel unserer Community oder zu einem Maßstab für trans sein machen, haben wir verloren. Wir sind erst frei, wenn wir alle frei sind.

Aber für diejenigen, die es können/tun, kann es nützlich sein und ein gewisses Maß an Sicherheit bieten. Das sollten wir niemandem missgönnen. Wir alle verdienen es, unser Leben in Frieden leben zu können. Wenn du das erreichst, indem du weitgehend unbemerkt bleibst, was sollte ich dagegen sagen?
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Knäckebrötchen
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 2 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Findet bei mir keine Resonanz.

Dem zweiten Absatz kann ich absolut unumwunden zustimmen, dem Rest nicht.

Absatz drei klingt schon fast so, als müsste ich mich dafür entschuldigen, das ich soweit passe, das ich als Mutter meiner Kinder in allen Kontexten angesprochen werde.
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Susi T
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 3 im Thema

Beitrag von Susi T »

Komisch, Grade der letzte Abschnitt hat mich zu einem Danke bewogen. Denn wenn ich angegriffen werde ist es im Zweifelsfall friendly fire. Als hätte man Recht meiner Tochter zu verbieten zu mir Mama oder Mutti zu sagen wenn ihr danach ist, oder als müsste ich meinen Nachbarn darüber informieren was für eine Sorte Frau ich bin.
Also nochmal danke dafür an alle die mir nicht vorschreiben wie ich zu sein habe, ich bin nämlich gerne so.
Gruß Susi (flo)

P.S: an meinem alten Wohnort kennen mich die Leute als die Frau die mal als Mann gelebt hat und da lauf ich genau so rum wie an meinem neuen Wohnort, indem ich einfach die neue Partnerin an der Seite meines Mannes bin, von dem dort aber niemand(außer der Sohn) weiß das er auch eine Sie und damit auch meine Freundin ist, was man aber durchaus an meinem alten Wohnort weiß. Also leben wir auch Stellenweise offen Trans, das ist aber UNSERE Entscheidung, genauso wie irgendwelches Passing, oder Nicht-Passing.
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 4 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

@Susi: ja, kann ich nachvollziehen.

Für mich steht da der Kontext zum ersten Absatz, wo Passing als Fluch bezeichnet wird, und insinuiert das wer ein Passing anstrebt eigentlich der trans* Sache schadet. Weil man sich halt unbemerkt durchs Leben bewegt für eine vermeintliche Sicherheit, "wenn man das denn unbedingt braucht..."
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Jana aus dem Cuxland
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 5 im Thema

Beitrag von Jana aus dem Cuxland »

Liebe Jaddy,

zuerst einmal danke, dass du das geteilt hast. Ich habe dazu zwei Gedanken.

Zum einen liest es sich für mich in Teilen wie eine pauschale Unterstellung, „Passing“ sei immer ein rein extrinsisch motiviertes Bestreben. Ganz so, als würde immer das Nachgeben eines seitens der „Gesellschaft“ ausgeübten Anpassungsdrucks im Vordergrund stehen. Ich denke aber, dass es neben mir auch andere gibt, die hier eher intrinsisch motiviert – also aus einem inneren Empfinden bzw. Bedürfnis heraus – handeln, um sich selbst etwas Gutes zu tun.

Zum anderen: Selbst wenn das Handeln aus einem empfundenen Anpassungsdruck heraus resultiert, so muss doch die Kritik bzw. Verantwortung eher an jene gerichtet werden, die eben jenes Gefühl in einem auslösen. Ich halte es für problematisch, wenn jene, die unter dem Anpassungsdruck leiden, dann pauschal in die Verantwortung genommen werden und ihre ganz persönlichen Copingstrategien – wenn auch indirekt – als Teil des Problems verstanden werden.

Mangels noch nicht erfolgter Berechtigung – ich bin ja noch neu hier – kann ich leider die Dateianhänge nicht sehen. Es ist also gut möglich, dass ich das von dir Zitierte aus dem Kontext gerissen betrachte. Dies nur zur Einordnung meiner Reaktion.
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 6 im Thema

Beitrag von Michi »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 22:13 Für mich steht da der Kontext zum ersten Absatz, wo Passing als Fluch bezeichnet wird, und insinuiert das wer ein Passing anstrebt eigentlich der trans* Sache schadet. Weil man sich halt unbemerkt durchs Leben bewegt für eine vermeintliche Sicherheit, "wenn man das denn unbedingt braucht..."
Hallo du,

ich dachte immer, dass ich hier dafür zuständig bin, irgendwelche schlimmen Hintergedanken aus irgendwelchen Aussagen herauszulesen. Und jetzt kommst du und willst mit das streitig machen? :mrgreen:

Nee ganz ehrlich: Ich finde die Aussagen sehr geradlinig und kein bisschen missverständlich. Es gibt halt Menschen, die trans* Frauen nicht akzeptieren. Bei denen rutschst du nur durchs Raster, weil dein Passing gut genug ist, dass du zumindest bei flüchtiger Betrachtung als cis* Frau durchgehst, du deswegen nicht intensiver gescannt wirst und in der Folge keine Anfeindungen erfahren musst. Das war der erste Absatz. Der dritte Absatz soll nur klarstellen, dass es kein Vorwurf gegen Betroffene ist, die das Glück eines guten Passings haben, und du dich deswegen nicht schlecht fühlen sollst.

Liebe Grüße (has-o)
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 7. Jan 2026, 22:13 Für mich steht da der Kontext zum ersten Absatz, wo Passing als Fluch bezeichnet wird, und insinuiert das wer ein Passing anstrebt eigentlich der trans* Sache schadet. Weil man sich halt unbemerkt durchs Leben bewegt für eine vermeintliche Sicherheit, "wenn man das denn unbedingt braucht..."
Das lese ich anders. Der Fluch ist, häufig Passing anstreben zu müssen, um als (binäre) trans Person einfach in Frieden leben zu können. Weil (binäre) trans Personen eben nicht wie ihre cis Mitmenschen behandelt werden. Da sind - unter cis Leuten - quasi immer Vorbehalte. Gerade wenn es um Elternschaft, Kinder, Beziehung, Sexualität und ähnliches geht. Aber auch häufig genug an meiner sprichwörtlichen Backtheke. Solange ich unerkannt durchkomme, bleiben mir die Blicke, die spürbare Zurückhaltung, die seltsamen Fragen erspart. Aber gleichzeitig bleibt auch die Unsicherheit, was passiert, wenn es jemand "rauskriegt".

Dieses Passing ist etwas völlig anderes, als sich selbst im Spiegel als stimmig zu empfinden. Das eine ist eine innere Zufriedenheit mit der eigenen Präsentation, das andere eine penible Suche nach irgendwelchen verräterischen Merkmalen des "Geburtsgeschlecht". Der Übergang ist zugegeben fliessend und internalisierte Trans-Aversion nicht zu unterschätzen.

Gleichzeitig gäbe es das Konzept gar nicht, wenn trans Personen ganz selbstverständlich akzeptiert würden und keinen Stress dadurch hätten, wenn andere wissen, dass sie trans sind.
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 8 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hey, ich würde gerne auf eure Punkte eingehen und den Text aufdröseln. Ich sitz nur leider am Handy im Urlaub. Entweder ist diese Diskussion Bus dahin eh eingeschlafen, oder ich komme am Samstag mal dazu, meine Sicht etwas fundierter aus zu bauen.

Die Wortwahl ist nämlich längst nicht so neutral oder gar positiv, wie ihr das da lest.
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 9 im Thema

Beitrag von Susi T »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 8. Jan 2026, 08:16 Die Wortwahl ist nämlich längst nicht so neutral oder gar positiv, wie ihr das da lest.
Ja, aber was erwartest du?
Das ist ein erster Schritt von Menschen die dem binären System den Kampf angesagt haben.
Da die Hand zu reichen und mich leben zu lassen fällt schwer, so wie es mir schwer fällt zu verstehen das man alle Schranken abreißen will.
Ich kann mich nur zu gut erinnern wie es für mich damals war.
Respekt für alle die das durchziehen.
Ich streite mich im Zweifelsfall um die Definition "Frau", wärend das anderen völlig egal ist, da ihnen das Konzept Mann und Frau als solches widerstrebt.
Wobei ich in Diskussionen auch immer damit anfange klar zu machen : 1. Ich bin ein Mensch !
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 10 im Thema

Beitrag von Micha »

Solange dieser Begriff in einer Gesellschaftsgruppe in Kraft ist, bedeutet dieses eine unfreie Gesellschaftsgruppe (befangen durch Gedankenmuster).
Gedanken sind frei - so lange du diese für dich behältst. (Bezogen auf obige Gesellschaftsgruppe).
Ihr wisst alle genau was passiert, wenn sich trotzdem geäußert wird.
Ist passing nur tarnen/verstecken? Ist non passing "entdeckt werden"?
In unserem Bezug sehe ich es auch als Möglichkeit zur Botschaft, passing als (durch+zu)gelassen werden.
Mir ist völliges "unentdeckt" bleiben noch nie gelungen. Daher übe ich das nicht mehr.
Mir wurde gelehrt, wie meine "Verkleidung" stimmig wirkt. Dabei halfen Freunde, Profis (Schauspieler), Kinder. Also persönliche Hilfe von außen.
Ich "verkleide" mich nicht, fühle nach meiner aktuellen "Rolle", in die ich jetzt schlüpfen mag und tue es. Dieses "mag ich" nehme ich mit nach "draußen". Vielleicht sieht die Gesellschaftsgruppe meine Einstellung "mag ich" und lässt diese "passieren"?
Es gibt eine unstrittige Fülle von Attributen zu PASSING. Es gibt eine unstrittige Fülle von Anwendungen des Begriffes PASSING. (buch) (pea)
Liebe Grüße, Stina.
Beatrixtg
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 11 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Ich "verkleide" mich nicht, fühle nach meiner aktuellen "Rolle", in die ich jetzt schlüpfen mag und tue es. Dieses "mag ich" nehme ich mit nach "draußen". Vielleicht sieht die Gesellschaftsgruppe meine Einstellung "mag ich" und lässt diese "passieren"?

Genau so geht es mir. Ich gehe immer gleich dezent geschminkt raus. Manchmal als Mann gekleidet, öfters als Frau gekleidet. Einziger Unterschied, als Frau mit Lippenstift geschminkt.
Und genau so werde ich dann wahrgenommen und angesprochen. Ohne komische Blicke. Wichtig ist wie Wir uns fühlen, dass kommt rüber.
Unsicherheit provoziert eher einen fragenden Blick "Was stimmt da nicht"

Und Entschuldigung, die Zitieren Funktion wollte einfach nicht funktionieren
Liebe Grüsse Beatrix
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 12 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-28 »

Ich finde grundsätzlich einfach das wir der Öffentlichkeit kein gutes Passing schulden und von daher style ich mich einfach wie ich mich wohlfühle. Je mehr wir gut oder "qualitativ" versuchen zu passen, umso mehr besteht halt die Möglichkeit das wir nicht mehr wir selbst sind oder es so empfinden. Wollte jetzt ein Foto von meinem daily dress hochladen, aber weiß nicht wie es geht. Sollte nur zur Ansicht sein wie wenig ich auf passing Wert lege. Ich bin einfach ich,, eine außergewöhnliche Frau halt.
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Catrinel hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 16:05 Wollte jetzt ein Foto von meinem daily dress hochladen, aber weiß nicht wie es geht.
die Funktion steht neuien Nutzenden des Forums nicht zur Verfügung.
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 14 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Für mich als Part time lady ist passing ein persönlicher Ausdruck...es passt sozusagen wenn ich in der Spiegel schaue und mich für den Ausflug enfemne weiblich genug vorkommen, um eben genauso rüberzukommen. Oder wenn mir meine liebe Caro das bestätigt.
Was daran transfeindlich sein soll erschließt sich mir nicht.
Alles Liebe Violetta
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Re: Passing heisst nicht frei

Post 15 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Nicht Passing ist transfeindlich, sondern das Gefühl bzw. die Anforderung "passen" zu müssen, ist das Problem. Das ist zum einen in einem selber generiert, wenn ich denke, nicht auffallen zu dürfen. Zum Anderen kann der Druck aufkommen, wenn man in der Öffentlichkeit "seltsam" angeschaut wird. Das verstehe ich unter "Konzept des Passing". Es macht unfrei, wenn man glaubt, sich diesem Konzept unterwerfen zu müssen. Passing umfasst immer zwei Perspektiven, die eigene und die der anderen.

Etwas anderes ist es, wie ich mich selber im Spiegel betrachte, wenn ich das Gefühl en femme sein zu wollen, ausdrücke. Hier stehe ich nur selber in der Betrachtung. Das hat nichts mit Passing zu tun. Das ist Selbstermächtigung. Und wenn ich in der Lage bin, diese Selbstermächtigung auch in die Öffentlichkeit, also in die Kommunikation mit Anderen hineinzutragen, brauche ich nicht das Konzept des Passing. Ich ermächtige mich selber, die Person zu sein, die ich sein will, unabhängig von der Sichtweise anderer. Das ist die o.g. Freiheit. Und sie wird erst dann vollkommen, wenn ich das ohne Druck durch andere leben kann.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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