Nur eine Weihnachtsgeschichte ...
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Svetlana L
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Nur eine Weihnachtsgeschichte ...

Post 1 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

In der festlich geschmückten Gemeindestube duftete es nach Plätzchen und Tannennadeln. Viele waren zusammengekommen, um den Adventsvortrag eines älteren Redners zu hören.

Dieser hob einen 100-Euro-Schein in die Höhe, der im Kerzenschein glitzerte. „Wer von euch möchte dieses Weihnachtsgeschenk?“ Sofort gingen dutzende Hände in die Luft. Da knüllte er den Schein zusammen, bis er nur noch eine zerdrückte Papierkugel war. „Und nun?“ Wieder erhoben sich alle Hände. Der Redner ließ den Schein zu Boden fallen. Mit seinen Schneestiefeln trat er darauf, bis er schmutzig und nass war wie ein verlorenes Stückchen Papier im Winterwind. Dann hob er ihn auf. „Und jetzt?“ Noch immer waren alle Hände oben.

Ein sanftes Lächeln legte sich auf sein Gesicht. „Ihr seht: Nichts, was diesem Schein widerfährt - kein Zerknittern, kein Schmutz, kein Niedertrampeln - nimmt ihm seinen Wert.“

Er sah in die Runde, und für einen Moment schien es, als würde die Stille selbst leuchten.

„Auch wir fühlen uns im Laufe eines Jahres manchmal erschöpft, verletzt oder am Boden - wie ein Blatt im Dezembersturm. Doch nichts davon nimmt euch euren Wert. Ihr seid wertvoll, nicht trotz, sondern unabhängig von allem, was in diesem Jahr geschehen ist.“ Wenn ihr das versteht, dann wird euer Selbstwertgefühl - wie das Licht einer Adventskerze - selbst in dunklen Tagen nicht mehr verlöschen. Habt den Mut, für Eure Bedürfnisse, Eure Ziele und Werte einzustehen.“

In der Stube wurde es ganz still, und viele spürten, wie etwas Warmes in ihnen aufging - wie ein kleines Weihnachtswunder.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest! (wmue)
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
Marlene K.
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Re: Nur eine Weihnachtsgeschichte ...

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Die Geschichte hat mich lächeln lassen, auch wenn sie auf einer anderen Ebene sagt, Wert definiert sich für uns am deutlichsten über Geldwert.

Das trifft es genau nicht und sagt viel über uns als Gesellschaft.

(dr) Ich wünsche uns allen, nicht nur an Weihnachten, viel Zeit miteinander, Solidarität und Mitfühlen unter allen Menschen und ein Vertrauen auf die Kraft von Widerstand, Gemeinsamkeit und Vielfalt
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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