non-binär, sitzen zwischen den Stühlen ?
Verfasst: Mo 3. Nov 2025, 14:11
Ich habe mich vor kurzem erst hier angemeldet und vorgestellt viewtopic.php?f=2&t=32169
Ich sehe mich als non-binäre Person (biologischer Mann) und sitze da auch hier scheinbar ein wenig zwischen den Stühlen. Ich würde mich gerne mit Euch austauschen, wie Ihr das erlebt und wahrnehmt!
Ich habe das Gefühl schon immer, spätestens in der Grundschule habe ich mich mit der Einteilung in Jungs und Mädchen überhaupt nicht wohlgefühlt. Ich wollte nicht zu den Jungs gehören und fühlte mich u.a. von deren immer aggressiven und kompetitiven Verhaltensweisen abgestoßen, gleichzeitig fühlte ich mich aber auch nicht als Mädchen, auch wenn mich die immer fasziniert haben.
Besonders traurig war, dass ich schon damals gerne "gender-fluid" aufgetreten wäre, aber das irgendwie in den frühen 70er nicht denkbar war - warum weiß ich selbst nicht. ich habe das vor ein paar Jahren mit meiner Mutter besprochen, Sie meinte, das glaue ich Ihr auch, für sie wäre es kein Problem gewesen, wenn ich als Kind Röcke und Kleider getragen hätte. Aber Sie denkt auch, dass mein Vater und das ganze Umfeld damit damals überhaupt nicht klargekommen wäre...
Das habe ich dann eben viele Jahre mit mir herum getragen, auch in meine Beziehungen hinein, habe meine Freundinnen immer versucht zu motivieren, sich sehr "klassisch weiblich" zu kleiden, quasi als Kompensation dafür, dass ich das nicht konnte - und habe das parallel ab und zu heimlich gemacht...
Seit ich das überwunden habe, fühle ich mich viel besser... aber erlebe auch, dass ich jetzt gewisser Weise immer noch zwischen den Stühlen sitze. Die Frage, ob ich denn nun Mann oder Frau bin, wird zwar selten explizit gestellt, aber steht doch manchmal spürbar im Raum (wirklich fragen trauen sich nur gute Freunde). Bei meinen vorsichtigen Versuchen Kontakte in die "Szene" zu knüpfen, hatte ich die Wahrnehmung, dass diese Uneindeutigkeit eher schlecht ankommt, als wäre ich unehrlich?
Gibt es hier noch mehr Menschen, denen es so geht wie mir ? Ich denke ja, würde mich sehr interessieren wie Ihr das erlebt und auslebt ?
Liebe Grüße
Ich sehe mich als non-binäre Person (biologischer Mann) und sitze da auch hier scheinbar ein wenig zwischen den Stühlen. Ich würde mich gerne mit Euch austauschen, wie Ihr das erlebt und wahrnehmt!
Ich habe das Gefühl schon immer, spätestens in der Grundschule habe ich mich mit der Einteilung in Jungs und Mädchen überhaupt nicht wohlgefühlt. Ich wollte nicht zu den Jungs gehören und fühlte mich u.a. von deren immer aggressiven und kompetitiven Verhaltensweisen abgestoßen, gleichzeitig fühlte ich mich aber auch nicht als Mädchen, auch wenn mich die immer fasziniert haben.
Besonders traurig war, dass ich schon damals gerne "gender-fluid" aufgetreten wäre, aber das irgendwie in den frühen 70er nicht denkbar war - warum weiß ich selbst nicht. ich habe das vor ein paar Jahren mit meiner Mutter besprochen, Sie meinte, das glaue ich Ihr auch, für sie wäre es kein Problem gewesen, wenn ich als Kind Röcke und Kleider getragen hätte. Aber Sie denkt auch, dass mein Vater und das ganze Umfeld damit damals überhaupt nicht klargekommen wäre...
Das habe ich dann eben viele Jahre mit mir herum getragen, auch in meine Beziehungen hinein, habe meine Freundinnen immer versucht zu motivieren, sich sehr "klassisch weiblich" zu kleiden, quasi als Kompensation dafür, dass ich das nicht konnte - und habe das parallel ab und zu heimlich gemacht...
Seit ich das überwunden habe, fühle ich mich viel besser... aber erlebe auch, dass ich jetzt gewisser Weise immer noch zwischen den Stühlen sitze. Die Frage, ob ich denn nun Mann oder Frau bin, wird zwar selten explizit gestellt, aber steht doch manchmal spürbar im Raum (wirklich fragen trauen sich nur gute Freunde). Bei meinen vorsichtigen Versuchen Kontakte in die "Szene" zu knüpfen, hatte ich die Wahrnehmung, dass diese Uneindeutigkeit eher schlecht ankommt, als wäre ich unehrlich?
Gibt es hier noch mehr Menschen, denen es so geht wie mir ? Ich denke ja, würde mich sehr interessieren wie Ihr das erlebt und auslebt ?
Liebe Grüße