Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.
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Olgy
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Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 1 im Thema

Beitrag von Olgy »

Hallo liebe Liebende (888) ,
Offensichtlich gehört es zum guten Ton einerseits, und andererseits ist die Voraussetzung für das Gewinnen von Vertrauen der Chefin, die Seele ein wenig auszuschütten und eine Art Blog/Tagebuch zu verfassen.
Der Gedanke, dies zu tun, ruft aufgrund der Schreibblockade und den Schwierigkeiten in der Fremdsprache, sich zu äußern, eine leichte Panikattacke in mir, die ich gleich mit dem Motto: "Stell dir deinen Ängsten" unterdrücke.
Da die Crossdresser naturgemäß exsgibizionistisch veranlagt sind (wir zeigen uns doch gern in der Öffentlichkeit  ) und die Offenbarung gute psychotherapeutische Wirkung hat, werde ich hier nach und nach die Gedanken zum Wort verfassen, die mir in den langen schlaflosen Nächten im Kopf kreiseln.
Kleines Vorwort: ich selbst bezeichne mich als nichtbinären Bigender. Die beiden Hypostasen, männlich und weiblich, koexistieren friedlich und wollen im Balance ausgelebt werden. Das Crossdressing ist  einer wichtigen Energiequelle geworden, ich fühle mich frei und verbunden mit mir selbst darin. Meine Familie weiß Bescheid darüber, nimmt aber nicht teil. Für die nähere Umgebung halte ich mich nicht richtig in Geheimen, nur möchte ich keinem explizit die Tatsachen ins Gesicht werfen und die Ressourcen an Aufklärung verschwenden.
Also, los geht's!
my home is my castle
(Das erste Mal  draußen bei Tageslicht )

The Castle hatte Gestalt einer Audi Q3, die mir der Mietwagenanbieter für diese Dienstreise ausgeteilt hat. Ich sitze drin "en femme", genauer so wie ich damals als "en femme" vorstellen und leisten konnte,  auf einem "Globus"- Parkplatz mitten in nowhere einige hundert Kilometer vom Zuhause entfernt. Mein Puls schlägt wie eine Dampflock, mein Blutdruck ist auch einem Dampfkessel nah.
"Ich kann das nicht, ich schaffe das nie!"
"Idiot, das ist doch der Traum, der dich schon Jahrzehnten verfolgt - wie eine Frau einfach raus zu gehen!, Stell dir deinen Ängsten, sonst bleiben dir nur dunkle Nächte und geschlossene Räume!"
Tür auf, Tritt raus, Tür zu, Zentralverrieglung zu! "Klack" -  antworten die Schlösser synchron. Jetzt gibt's kein Zurück mehr. Ich gehe durch den Parkplatz Richtung Supermarket. Die Auswirkung von Aufregen ist mit Berauschen von leichten Drogen vergleichbar, mein Körper zittert leicht, alle Sinnen sind geschärft, mein Urmensch ist im Kampfmodus, gleichzeitig fühle ich mich überglücklich, jede Zelle meines Körpers spürt die weibliche Kleidung an mir. Der Wind bewegt den Kleidsaum über die Beine, das Reiben des Stoffes spürt sich durch die Feinstrümpfe unglaublich und bringt mich um den Verstand.
 "Achtung!", "Gefahr!" - Ein Pärchen mit einem vollen Einkaufswagen steuert mir entgegen. "Jetzt wirst du die Stunde der Wahrheit erleben, die werden dich bestimmt auslachen, als sie dich bemerken!". "Ja, wenn sie mich bemerken!" - Das Pärchen war so tief in die eigenen Gespräche versunken, dass sie mich gar nicht wahrgenommen haben. Die anderen Ladenbesucher, die mir aus dem Gebäude entgegenkommen, haben auch ganz wenig bis gar keine Interesse an den komischen Typen, der sich für eine Frau hält und lumpige Frauenklamotten an hat.
 Von der lauten Aufregung habe ich jetzt den Harndrang gespürt, gut, dass der Supermarkt die öffentlichen Toiletten hat, in diese Richtung ich mich auch begegne. Angekommen, packt mich das Verzweifeln: Welche Tür? An einer ist ein Mensch in den Hosen abgebildet, an den anderen ein Mensch im Kleid. "Logisch!! Ich habe doch ein Kleid an!". Die Räumlichkeiten sind leer, ich gehe ungestört in die erste freie Kabine und sperre mich ab. Jetzt aufatmen und sich beruhigen!. Plötzliche Schrittgeräusche, eine Kundin (nehme ich an, wer weiß heutzutage ) ist die Anlage betreten. Jetzt gang leise bleiben und auf keinen Fall Aufmerksamkeit wecken!. Als die Lage sich beruhigt hat, konnte ich ungestört ganz schnell mich aus dem Staub machen.
Ich gehe durch die Verkaufsfläche den Regalen entlang. Eigentlich habe ich nicht vor, irgendwas zu kaufen, ich versuche meine ersten Schritte zu genießen. Dann erinnere ich mich, dass "Globus" auch eine Bekleidungsabteilung hat, wo ich mir eventuell die schönen Frauensachen anschauen kann. Vor allem brauche ich richtige Schuhe, die schwarzen Snickers, die ich habe können zwar unisex gelten, für den Frauenbild brauche ich richtig weibliche Stiefeletten. In der Schuhabteilung probt ein Rentnerpaar die Schuhe und schenkt mir keine Aufmerksamkeit. Ich suche mir was passendes, leider Fehlanzeige: in der "Globus"-Welt existieren die Damen mit Schuhgröße 43 gar nicht! Enttäuscht gehe ich weiter zu Damenwäsche Regalen, nicht dass ich dort etwas finden würde, die BH in 120 sind in diesem Universum noch seltener, aber das Schauen bringt mir das ästhetische Empfinden.
 Irgendwann spüre ich die Erschöpfung, es ist mir alles ein wenig zu viel! Fast panisch kehre ich zurück zu meinem Auto, setze mich rein und kann erst aufatmen. Ich versuche meine Erlebnisse zu reflektieren, außer "Geil!" kommt mir nichts im Kopf.
Jetzt muss ich weiterfahren. Ich beschließe unterwegs noch ein paar Zwischenstopps mit Rausgehen anzulegen.
 Aber das ist eine andere Geschichte...
Olgy
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weight adjustment

Post 2 im Thema

Beitrag von Olgy »

Die Gala im Sommer ist gebucht und früher oder später begibt sich Olgy auf das Kleidsuche👗.
Leider sieht auch das schönste Kleid in der Größe 54/56 wie ein Kartoffelsack aus.
Da ich mit allen Diäten klaglich gescheitert habe, habe ich zu ultimativen Mitteln gegriffen und beim Hausarzt die Abnehmspritze 💉 geholt.
Schauen wir, was es bringt.
Wünscht mir bitte Geduld, Disziplin und Erfolg.

Gruß
Olgy
Beatrixtg
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 3 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Olgy hat geschrieben: Di 11. Nov 2025, 20:18 Da ich mit allen Diäten klaglich gescheitert habe, habe ich zu ultimativen Mitteln gegriffen und beim Hausarzt die Abnehmspritze geholt.
Schauen wir, was es bringt.
Wünscht mir bitte Geduld, Disziplin und Erfolg.
Hallo Olgy,
Ich hätte da ein paar Ideen zum abnehmen. Ist aber kein kurzfristiger erfolg. Aber nachdrücklich und bleibend.
Ich hatte 132 kg lebend Gewicht. Jetzt 82 kg. Aber wie gesagt es dauert bis man soweit ist. Das Geheimnis? Sich selbst um programmieren.
1. Aktion: Werkzeug nach jedem Biss weglegen (Besteck). Nicht schon den nächsten Bissen bereit machen. (Geheimnis Zeit). Ergebnis: Der Körper hat zeit, zu melden "Ich bin satt"

wenn das verinnerlicht ist
2. Aktion: Bewusst jeden Bissen geniessen. Ich schliesse dabei meistens die Augen. Vorteil, ich weiss am Schluss noch, was ich gegessen habe. Und es ist ein sehr befriedigendes Gefühl.

3. Aktion: Bei einem normalen Menu, 1/2 Menge Kohlenhydrate, dafür doppelte menge Gemüse. Bekommt man auch im Restaurant, wenn man es beim Bestellen sagt!

4. Aktion: Nachtisch 1 bis 2 mal in der Woche. Auch da wieder Bewusst geniessen.

Das ganze Dauert lange, aber ist nachhaltig. Resultat: ca. 1 1/2 Kg pro Monat Gewichtsverlust. Bis 2 Kg akzeptiert der Körper und versucht dass neue Gewicht zu halten.
Weiteres Ergebnis. Diabetes. Ich hatte 50 Einheiten pro Tag gespritzt und Tabletten. Jetzt nur noch Tabletten, kein Insulin spritzen mehr. Und die Tabletten halbiert.

Die Spritze hatte ich auch, wegen Diabetes. Konnte ich absetzen!
Und mein Gewicht ist seit Monaten zwischen 82 und 83 Kg stabil.

Und die Lebensqualität hat zugenommen.
Mein Fazit: Das ganze hat sich gelohnt.
Zusatzbemerkung: Wegen den vielen Medikamenten die ich nehmen musste, Herz etc. Kein Rauchen, kein Alkohol. Vermisse es auch nicht.
Und wenn ich eine Wunde habe, (mit 76 Jahren passiert das schon mal) eine viel bessere und schnellere Heilung.

Vielleicht kannst Du etwas von meinen Erkenntnissen verwenden. Würde mich freuen

Lieb Grüsse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
Violetta-TransFlower
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 4 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Liebe Olgy,
Olgy hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 14:10 Der Gedanke, dies zu tun, ruft aufgrund der Schreibblockade und den Schwierigkeiten in der Fremdsprache, sich zu äußern, eine leichte Panikattacke in mir, die ich gleich mit dem Motto: "Stell dir deinen Ängsten" unterdrücke.
Dein Deutsch ist ok, ich kann alle Inhalte nachvollziehen. (yes)
Olgy hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 14:10 gleichzeitig fühle ich mich überglücklich, jede Zelle meines Körpers spürt die weibliche Kleidung an mir. Der Wind bewegt den Kleidsaum über die Beine, das Reiben des Stoffes spürt sich durch die Feinstrümpfe unglaublich und bringt mich um den Verstand.
Da hatte ich tatsächlich beim Lesen etwas Pipi (cry) (smili) in den Augen, vor lauter Rührung.
Olgy hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 14:10"Geil!"
Vielen Dank, für Deinen Erlebnisbericht zum ersten Mal draußen.
Sehr schön und intensiv geschildert, wie ich finde, gefällt mir.
Ich beglückwünsche Dich dazu. (flow)
Das erste Mal ist für Alle ein schwerer Gang, aber vielleicht hat es Dich auch schon ein wenig süchtig gemacht, mehr in diese Richtung erleben zu wollen.
Ich freue mich auf Deine zukünftigen Berichte zu Deinen Erlebnissen und hoffe Du hast keine "Schreibblockade".
Olgy hat geschrieben: Di 11. Nov 2025, 20:18 Da ich mit allen Diäten klaglich gescheitert habe, habe ich zu ultimativen Mitteln gegriffen und beim Hausarzt die Abnehmspritze 💉 geholt.
Schauen wir, was es bringt.
Wünscht mir bitte Geduld, Disziplin und Erfolg.
Das tut mir leid.
Genau das wünsche ich Dir (888) und Alles Gute noch dazu.
Ich freue mich darauf,
Dich im Waldschlösschen kennenzulernen.

wünscht Dir was (moin)
Deine Violetta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
Olgy
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 5 im Thema

Beitrag von Olgy »

Vielen Dank liebe Violetta für die schöne Worte.
Ich werde hie mein Leben weiter beschreiben.

Liebe Grüße
Olgy
Slatjana
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 6 im Thema

Beitrag von Slatjana »

Liebe Olgy
Vielen Dank für die lebhafte Beschreibung. Mir kommt vor, ich wäre dabeigewesen. Du schreibst so schön wie Wladimir Kaminer. Super!
Dein Deutsch ist perfekt, mach Dir bitte keine Gedanken.
Liebe Grüße
Slatjana
Why don`t you knock it off with them negative waves? Why don`t you dig how beautiful it is out here?
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Und wie geht's weiter?

Post 7 im Thema

Beitrag von Olgy »

Abend liebe Schwester,
Heute war ein von den tiefsten Tage in meinem düsteren Leben.
Wir waren mit meiner Frau letztes Mal bei der Paartherapie und haben sie für gescheitert erklärt.
Wir kommen nicht weiter und sehen beide keine Perspektive in die Weiterentwicklung, es tut nur weh und stürzt in die Depressionen.
Und ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. Ich habe den restlichen Tag nur getrauert, geweint und war absolut arbeitsunfähig. Mal sehen ob ich morgen schaffe zu Arbeit zu kommen.
Es ist nicht nur Crossdressing was zwischen uns steht, aber ees spielt eine große negative Rolle für meine Frau, die nicht damit klar kommen kann.
Mein erstes Outing passiert unfreiwillig vor ca. 15 Jahren. Unglücklicherweise hat meine Frau im Keller unbekannten Frauensachen entdeckt, in der Zeit als ich beruflich unterwegs war. Als ich zurück kam, hat sie mich mit der Tatsache überraschend konfrontiert. Ich habe eher schlecht als recht über Crossdressing gestanden, was für sie absolutes Neuland war, sie hat vorher nie davon gehört oder gesehen. Sie war wütend und unsicher über unsere Beziehung , nach einiger Zeit aber beruhigte alles und ich bekam sogar quasi Erlaubnis oder Duldung Crossdressing weiter zu treiben.
Mit unterschiedlichen Intesivietät haben ich meinen Leidenschaft nachgegangen ohne meine Frau zu sehr zu belästigen.
Bis eines Tages sie mir erklärt hat, das sie dies nicht versteht, komisch findet, sich für mich schämt und eigentlich nervt sie die ganze Sache. Ich habe ihr versprochen sie von der komischen Sachen zu befreien und habe mir eine Lagerabteilung gemietet, wo ich alles deponiert habe und mich umziehen konnte. So habe ich meine Weiblichkeit nur außerhalb und auf den Dienstreisen ausleben könnte.
So ging es bis ich im Frühjahr 8 Wochen in einer psychosomatische Klinik verbrachte. Dort konnte meine Weiblichkeit sich stark entfalten und ich habe so den Blut gedeckt, dass ich entschlossen habe mich for meiner Familie zu outen und meine feminine Hypostase nicht mehr weiter unterdrücken zu lassen.
Nach dem Aufenthalt habe ich mich vor meinen Kindern geoutet und das hat meiner Frau gar nicht gefallen. Nach mehreren Kriesensitzungen haben wir beschlossen uns doch eine Chance zu geben und eine Paartherapie zu nehmen. Die wurde heute (fast) erfolglos beendet. Die Zukunft ist ungewiss, das schlimmste daran ist dass ich meine Frau immer noch liebe und sie, abgesehen von Kindern, für den wichtigsten Menschen in meinem Leben halte. Sie ist meine größte Kraftquelle und gleichzeitig meine stärkste Leidensquelle.
So zerrissen kann ich leider nicht weiter schreiben, werde morgen wahrscheinlich noch weitere Einzelheiten hier preisgeben, wenn die Kraft reicht.

Liebe Grüße und gute Nacht
Olgy
Anne-Mette
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend Olgy,
Olgy hat geschrieben: Mi 26. Nov 2025, 21:25 So zerrissen kann ich leider nicht weiter schreiben, werde morgen wahrscheinlich noch weitere Einzelheiten hier preisgeben, wenn die Kraft reicht.
Das ist tatsächlich eine schwierige Situation, die nicht gleich und mit einem guten und schnellen Ende zu überstehen ist.
Ich kann dir nur viel Kraft wünschen; denn die Zeit heilt zwar nicht alle Wunden, aber du wirst hoffentlich eine Perspektive für dich und euch entwickeln können und eines Tages "befreit" zurückblicken können.

Ich hoffe, du hast Unterstützung im Freundeskreis und bin mir sicher, dass du auch hier im Forum offene Ohren hast und umarmende Reaktionen bekommen wirst.

Viele liebe Grüße
Anne-Mette
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 9 im Thema

Beitrag von Alexandra S. »

Hallo liebe Olgy, )))(:
es tut mir sehr leid das zu hören.....Ich kann es Dir recht gut nachfühlen, ich war vor ein paar Monaten in einer ähnlichen Situation. Mir ist es nach meinem Outing gegenüber meiner Frau zunächst so ergangen. Ich hatte erst nach vielen Jahren unserer Ehe den Mut gefunden meiner Frau von meiner Neigung zum Crossdressing zu erzählen.
Die Kurzfassung: Nicht lange danach war sie auf Wohnungssuche um möglichst bald aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Mir schien es, dass mein ganzes Leben auf einen Schlag in Trümmern lag, mir hat es den Boden unter den Füssen weg gezogen........
Ein paar Wochen später kam Gott sei Dank die Wende: Meine Liebste hat sich dazu entschieden, es nochmals mit mir zu versuchen und die Situation anzunehmen.
Wir arbeiten jetzt daran, besser mit der ganzen Sache klarzukommen. Bis jetzt sieht es gut aus!
Ich kenne Deine persönliche Situation nicht um das ganze einzuschätzen, möchte Dir aber ganz viel Kraft wünschen. Vielleicht ergibt sich daraus doch noch etwas positives für Dich! (flo)
Liebe Grüße und alles Gute (moin)
Alexandra ))):s
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 10 im Thema

Beitrag von Olgy »

Guten Abend liebe Schwester,

Vielen Dank für die Teilnahme und die ermutigende Worte.
Tatsächlich alles ist nicht so schlimm wie in der Wirklichkeit.
Bis jetzt sind wir alle am leben und haben gutes Verhältnis zu einander.
Gestern habe ich einen GFK Tag besucht.
GFK - gewaltfreie Kommunikation.
Es war eine beeindruckende Veranstaltung. Und obwohl ich nur darin geschnuppert habe und noch ein Jungling bin, es hat mit vielen Momente erleuchtet, wo ich mich kontraproduktiv verhalten habe.
Die Zukunft sieht zwar nicht rosig aus, Hauptsache nicht schwarz.
Wie viel Raum dort meine Weiblichkeit haben dürfen wird, steht in der Sternen geschrieben. dieses Entwicklungsprozess wird mich sicher mein ganzes Leben, ob kurz oder lang, begleiten.
Wünsche euch noch ein besinnlichen ersten Advent und eine gute Nacht.
Liebe Grüße
Olgy
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 11 im Thema

Beitrag von Malvine »

Hallo Olgy,

als ich deinen Bericht von der gescheiterten Paartherapie gelesen habe, viel es mir schwer, dir irgendetwas positives zu schreiben. In solchen Situationen finde ich es für mich schwierig, irgendwelche Tipps zu geben oder schlaue Ratschläge zu geben.
Ich hoffe mit der Danksagung zu deinem Beitrag konntest du etwas für dich mitnehmen, damit ich und auch andere an dich denken und mit dir mitfühlen.

Die besten Wünsche für eine weitere gemeinsame Zukunft gehen raus an dich und deine Frau.

LG
Malvine
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 12 im Thema

Beitrag von Vesta »

Liebe Olgy,

es tut mir leid, dies lesen zu müssen. Leider gibt es immer wieder Fälle, wo die Partnerinnen mit dieser Eigenschaft ihres Mannes überhaupt nicht umgehen können. (cry)

Im habe im Laufe der Jahre viele Entwicklungen in Beziehungen mitbekommen, von solchen, wo die Partnerschaft selbst nach der geschlechtsangleichenden OP bestehen geblieben ist, bis hin zu totaler Ablehnung mit Konsequenzen, die deutlich schlimmer waren als sie es bei dir sind. Unsere Möglichkeiten, diese Entwicklung im Guten zu beeinflussen, sind sehr begrenzt. Wir können unsere Partnerin mit geeignete Informationen und Gesprächen unterstützen, wir können ihr die Zeit geben, die sie braucht, aber wir können unsere Partnerin nicht ändern, das kann nur sie selber. Groß sind unsere Möglichkeiten nur im Negativen, wenn wir die Entwicklung überstürzen, dann können wir die Partnerschaft zerstören, aber wenn ich bei dir einen Zeitraum von 15 Jahren lese, dann sehe ich wirklich nicht, dass du da etwas falsch gemacht hättest.

Sind eure Kinder eigentlich volljährig? MMn. solltest du den Kindern Priorität geben und ihr, d. h. deine Frau und du, solltet den Kindern zuliebe einen akzeptablen Umgang zueinander bewahren.

Lass dich noch einmal zum Trost umarmen, auch wenn es nur virtuell ist. (dr)
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Re: Erinnerungen und Empfindungen von Olgy aus Mittelfranken und ihre(seine) Gedanken darüber.

Post 13 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Olgy

Vielen Dank für Deine offene Berichte, ich habe mit Spannung Deinen Supermarktbesuch gelesen, das Herzklopfen und den hohen Blutdruck in meinem ersten „Ausgang „ ist mir noch gar n bester Erinnerung!🥵

Ich habe auch eine Trennung hinter mir, eine sehr belastende Sache, auch wenn das CD nicht ein Thema war, der Trennungsprozess war sehr schmerzhaft, ich hoffe für Dich, dass Ihr eine Lösung findet.

Herzlicher Gruss
Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
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