Seite 1 von 1

Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Do 23. Okt 2025, 11:30
von Anne-Mette
Hallo zusammen,

ich bin Jessica Krämer, Autorin von Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz (aber hübsch verpackt!).

TransTM.jpg

Dieses Buch ist kein Safe Space. Kein Erklärstück. Kein softer Empowerment-Kitsch.
Es ist das Innenleben hinter Formularen, Beleidigungen und dieser höflichen Erschöpfung, die man lernt, „Alltag“ zu nennen.


„Dein Körper ist kein Zuhause, sondern ein Systemfehler.
Dein Gesicht: ein Schlachtfeld zwischen Erwartung und Ekel.“

Ich hab es geschrieben, weil ich wollte, dass es wehtu, und weil ich glaube, dass unsere Geschichten mehr sind als politische Fußnoten.

Kostenlos lesen:
https://alchknd.de/innereien/transtm

Als Taschenbuch (ISBN 978-3-565-05520-3):
https://amzn.eu/d/6rPuAmc

Teilt es, lest es, hasst es, diskutiert es... aber ignoriert es nicht.
Denn Schweigen hat schon genug Leben gekostet.

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Do 23. Okt 2025, 12:32
von Lana
Die Autorin hat im Forum mal ein paar Beiträge hinterlassen:

https://crossdresser-forum.de/phpBB3/vi ... hp?t=30943

LGL

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: So 26. Okt 2025, 22:37
von Michi
Schade, dass hier bisher keine Reaktionen zum Buch gekommen sind. Ich bin noch drüber. Wer ist ebenfalls dabei, es zu lesen?

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: So 26. Okt 2025, 22:58
von Nicole Fritz
MichiWell hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 22:37 Wer ist ebenfalls dabei, es zu lesen?
Ich nicht. Da fallen mir Dinge ein, die für mich wichtiger sind: dösen, schlafen, meditieren, auf der Gitarre klimpern, tatenlos herum hängen, ... .

LG Nicole

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 27. Okt 2025, 08:17
von Lana
Ich habe es schnell gelesen, bis auf ein oder zwei Kapitel. Das dauert bei 98 kleinen Seiten auch nicht sehr lange. Dann mal eine kurze Zusammenfassung meines (nicht mehr ganz frischen) Eindrucks:

Grundsätzlich erkenne ich mich in vielen Situationen wieder, würde sie aber anders interpretieren als die Autorin. Sie scheint davon auszugehen, dass Andere sie bewusst falsch oder schlecht behandeln. Der Grund sei ihre Transidentität. Dabei ist sie aus meiner Sicht recht hart mit ihrer durchaus berechtigten Kritik. Ich sehe da viel Wut zwischen den Zeilen. Andere mögliche (entlastende) Erklärungen oder Ursachen für die geschilderten Begebenheiten berücksichtigt sie kaum.

Wahrscheinlich gibt es dafür gute Gründe in ihrer Biographie, die sich wohl sehr von meiner unterscheidet und die einige sehr schwierige Aspekte beinhaltet, die mir (glücklicherweise) völlig unbekannt sind. Ich maße mir daher nicht an, ihre Sicht zu verurteilen. Sie ist sicherlich ein legitimer Blick auf diese Gesellschaft, allerdings einer, der einem als betroffene (trans) Person das Leben nicht unbedingt leichter macht.

Aber vielleicht ist genau das ja das Ziel:
Zu erkennen, dass man mit seiner Wut auf diese ignorante cis Gesellschaft nicht allein ist und trotzdem seinen Weg finden kann. Auch wenn man es damit schwer haben wird, glücklich zu werden.

LGL

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 27. Okt 2025, 09:20
von Knäckebrötchen
Lana hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 08:17 Ich habe es schnell gelesen, bis auf ein oder zwei Kapitel. Das dauert bei 98 kleinen Seiten auch nicht sehr lange. Dann mal eine kurze Zusammenfassung meines (nicht mehr ganz frischen) Eindrucks:

Grundsätzlich erkenne ich mich in vielen Situationen wieder, würde sie aber anders interpretieren als die Autorin. Sie scheint davon auszugehen, dass Andere sie bewusst falsch oder schlecht behandeln. Der Grund sei ihre Transidentität. Dabei ist sie aus meiner Sicht recht hart mit ihrer durchaus berechtigten Kritik. Ich sehe da viel Wut zwischen den Zeilen. Andere mögliche (entlastende) Erklärungen oder Ursachen für die geschilderten Begebenheiten berücksichtigt sie kaum.

Wahrscheinlich gibt es dafür gute Gründe in ihrer Biographie, die sich wohl sehr von meiner unterscheidet und die einige sehr schwierige Aspekte beinhaltet, die mir (glücklicherweise) völlig unbekannt sind. Ich maße mir daher nicht an, ihre Sicht zu verurteilen. Sie ist sicherlich ein legitimer Blick auf diese Gesellschaft, allerdings einer, der einem als betroffene (trans) Person das Leben nicht unbedingt leichter macht.

Aber vielleicht ist genau das ja das Ziel:
Zu erkennen, dass man mit seiner Wut auf diese ignorante cis Gesellschaft nicht allein ist und trotzdem seinen Weg finden kann. Auch wenn man es damit schwer haben wird, glücklich zu werden.

LGL
Hab kurz reingelesen, festgestellt, dass sie im gleichen Tonfall schreibt, wie auf ihrer Homepage - brauch ich nicht (mehr).

Diese aggressive Art ist mir inzwischen echt zu wider.

Darüber hinaus erinnert mich diese Sprache an Momente meiner Ex, wo sich ganz viel Wut und Unverzeihlichkeit über Vernachlässigung und Mißbrauch in früheren Beziehungen und der Familie aufgetan haben. Und natürlich war ich total schockiert und empört. Ja, irgendwann habe ich dann erfahren, wie das wirklich abgelaufen ist (sehr anders), und ihr Umgang damit war, es als "ihre Wahrnehmung" gleichwertig neben die Fakten zu stellen. Jetzt, nach der Trennung erzählt sie den gleichen Scheiß über mich und unsere Zeit...

Womit ich der Autorin nicht unterstellen möchte, dass sie lügt. Ich kann sowas halt nicht mehr einfach annehmen.

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 27. Okt 2025, 12:12
von Susi T
Danke fürs teilen,
Auch wenn ich vieles nachvollziehen kann, so bin ich auch hier froh daß ich einen anderen Blick aufs Leben habe und auch immer hatte. So habe ich immer auch gute Momente erleben können die ich als solche auch sehen konnte. Ihr ist das scheinbar völlig verwehrt.
Ich habe in meiner alten Familie den direkten Vergleich mit solch so unterschiedlich Vorgehen und zumindest in einem solchen Einzelfall kann ich von vorne bis hinten sehen das mein Weg für mich richtiger war.
Das hat nichts damit zu tun wie schlimm was war, zumindest in dem von mir erlebten Leben, da hab ich bei uns den absoluten "schwarzen Peter" gezogen gehabt und auch im Vergleich mit anderen geht da nur selten was drüber. Aber das ist nicht die Richtgröße, denn jeder Schmerz und jedes üble erleben muss jede/r für sich verarbeiten und ist nunmal unser persönliches 100% .

Und was sie da schreibt das ihr alles eine Belastung ist kann man halt auch als erlösend betrachten. Ich darf durch die Welt tanzen ich muss nicht und ich brauche das nicht als mich verstellen betrachten. Wenn trans und in ihrem Fall das Frau sein eine Maske ist, warum macht sie es. Ihre Jagd nach dem besten passing? Vielleicht in ihrem Umfeld nötig, wenn ja dann tut es mir leid, aber in meinem erfreulicherweise nicht. Dann gibt's vielleicht Mal für uns ein funkeln der Freude in dem Blick meines Gegenübers oder ein:" schön das es dich gibt""schön das ich dich kennen lernen durfte". Aber auch das alles muss man sehen und hören wollen. Das es auch anderes gibt, weiß ich und vielleicht hab ich Glück das das wenig ist. Vielleicht käme ich aber mit meiner Vorgehensweise das positive sehen zu wollen auch dann besser zurecht.
Vielleicht habe ich auch einfach nur das Glück das ich soviel Hölle erlebt habe, das ich froh bin es Grad viel besser zu haben. Auch wenn da noch vieles besser sein könnte und von gerecht selten die Rede sein kann, vor allem im Umgang mit dem medizinischen Berufsstand und beurteilenden. Aber auch da hab ich mittlerweile gute Ärzte/innen gefunden, auch wenn sie limitiert sind.

Liebe Grüße, Susi (flo)

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 27. Okt 2025, 14:46
von Olivia
...bin noch am Lesen und am Nachdenken - aber der erste Eindruck ist Lob für ungeschminkte Ehrlichkeit!

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 3. Nov 2025, 22:20
von alchknd
Hallo zusammen,

erstmal danke, dass ihr euch überhaupt die Mühe gemacht habt, mein Buch zu lesen – oder zumindest reinzulesen, durchzublättern oder es kurz anzustarren, bevor ihr beschlossen habt, lieber Gitarre zu spielen. Ehrlich: alles valide Reaktionen. 😉
Ein paar von euch haben die „Aggressivität“ oder „Wut zwischen den Zeilen“ angesprochen. Ja.. die ist da. Absichtlich.
Ich habe es nicht geschrieben, um zu versöhnen, sondern um ehrlich zu sein. Und manchmal ist Ehrlichkeit nicht sanft, sondern laut und unbequem, oder manchmal auch bisschen rostig am Rand. Es ist die Sprache, die übrig bleibt, wenn du lange versucht hast, höflich zu bleiben, während man dich täglich "missversteht“.
Wut ist in diesem Buch kein Stilmittel, sondern ein Symptom, und gleichzeitig eine Form von Überleben. Ich glaube, viele von uns kennen diese "funktionierende Höflichkeit“, die man sich im laufe der Transition aneignet.. immer freundlich, immer erklärend, immer bereit, anderen das Unangenehme abzunehmen.
Irgendwann kippt das. Dann willst du nicht mehr das "freundliche Transmädchen“ sein, das Bildungsarbeit leistet, sondern einfach ein Mensch, der mal laut sagen darf:
Das tut weh. Und es ist nicht okay.
Ich verstehe, dass das manchen Leser*innen zu viel ist oder zu unversöhnlich wirkt. Das ist in Ordnung. Nicht jedes Buch muss sich an alle richten. Aber vielleicht braucht es auch Texte, die nicht versöhnlich sein wollen. Die Wut hat ihren Platz, nicht, um in ihr zu baden, sondern um sichtbar zu machen, wie viel Kraft es kostet, jeden Tag nicht wütend zu sein.

Oder anders gesagt: Wenn das Buch kratzt, dann soll es kratzen. Es ist kein Kuscheltier, sondern eine Drahtbürste mit ISBN.

Herzliche Grüße
Jessica

PS: Das Buch hat es bis nach Seattle geschafft, was mich richtig stolz macht. Grüße gehen raus an Liz ))):s möge der Kaffee stark und die Sicht auf den Mount Rainier klar sein. (he) (ki) (flo)

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 3. Nov 2025, 22:49
von Michi
Hallo Jessica,

ist mir gerade ziemlich unangenehm, dass ich hier vor einer Woche zum Lesen angeregt habe, nachdem ich knapp die Hälfte geschafft hatte, und seit dem nicht wieder in meinen Flow habe. Es wird eben nicht leichter, wenn man zum trans* Sein weitere "Goodies" bekommen hat, die das Leben noch schwerer machen. :(

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 3. Nov 2025, 22:49
von alchknd
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 09:20
Lana hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 08:17 Ich habe es schnell gelesen, bis auf ein oder zwei Kapitel. Das dauert bei 98 kleinen Seiten auch nicht sehr lange. Dann mal eine kurze Zusammenfassung meines (nicht mehr ganz frischen) Eindrucks:

Grundsätzlich erkenne ich mich in vielen Situationen wieder, würde sie aber anders interpretieren als die Autorin. Sie scheint davon auszugehen, dass Andere sie bewusst falsch oder schlecht behandeln. Der Grund sei ihre Transidentität. Dabei ist sie aus meiner Sicht recht hart mit ihrer durchaus berechtigten Kritik. Ich sehe da viel Wut zwischen den Zeilen. Andere mögliche (entlastende) Erklärungen oder Ursachen für die geschilderten Begebenheiten berücksichtigt sie kaum.

Wahrscheinlich gibt es dafür gute Gründe in ihrer Biographie, die sich wohl sehr von meiner unterscheidet und die einige sehr schwierige Aspekte beinhaltet, die mir (glücklicherweise) völlig unbekannt sind. Ich maße mir daher nicht an, ihre Sicht zu verurteilen. Sie ist sicherlich ein legitimer Blick auf diese Gesellschaft, allerdings einer, der einem als betroffene (trans) Person das Leben nicht unbedingt leichter macht.

Aber vielleicht ist genau das ja das Ziel:
Zu erkennen, dass man mit seiner Wut auf diese ignorante cis Gesellschaft nicht allein ist und trotzdem seinen Weg finden kann. Auch wenn man es damit schwer haben wird, glücklich zu werden.

LGL
Hab kurz reingelesen, festgestellt, dass sie im gleichen Tonfall schreibt, wie auf ihrer Homepage - brauch ich nicht (mehr).

Diese aggressive Art ist mir inzwischen echt zu wider.

Darüber hinaus erinnert mich diese Sprache an Momente meiner Ex, wo sich ganz viel Wut und Unverzeihlichkeit über Vernachlässigung und Mißbrauch in früheren Beziehungen und der Familie aufgetan haben. Und natürlich war ich total schockiert und empört. Ja, irgendwann habe ich dann erfahren, wie das wirklich abgelaufen ist (sehr anders), und ihr Umgang damit war, es als "ihre Wahrnehmung" gleichwertig neben die Fakten zu stellen. Jetzt, nach der Trennung erzählt sie den gleichen Scheiß über mich und unsere Zeit...

Womit ich der Autorin nicht unterstellen möchte, dass sie lügt. Ich kann sowas halt nicht mehr einfach annehmen.


Hey Knäckebrötchen,

ich kann nachvollziehen, dass dir der Ton zu hart ist. Wenn man selbst genug erlebt hat, klingt jede Wut schnell wie ein Echo alter Geschichten.. auch wenn sie gar nicht die eigenen sind. Und ja, Das Buch ist wütend. Aber nicht, weil ich jemanden anschreien will, sondern weil Schweigen mich irgendwann aufgefressen hätte.
Mir ist völlig klar, dass das nicht leicht zu lesen ist. Ich will auch gar nicht, dass jede*r das Buch mag. Mir reicht es, wenn jemand beim Lesen kurz innehält und denkt: Ah, so kann sich das also anfühlen.
Mehr wollte ich gar nicht erreichen.

Grüße
Jessica

Re: Trans™ – jetzt mit mehr Trigger, mehr Bürokratie und weniger Relevanz

Verfasst: Mo 3. Nov 2025, 22:55
von alchknd
MichiWell hat geschrieben: Mo 3. Nov 2025, 22:49 Hallo Jessica,

ist mir gerade ziemlich unangenehm, dass ich hier vor einer Woche zum Lesen angeregt habe, nachdem ich knapp die Hälfte geschafft hatte, und seit dem nicht wieder in meinen Flow habe. Es wird eben nicht leichter, wenn man zum trans* Sein weitere "Goodies" bekommen hat, die das Leben noch schwerer machen. :(
Hey Michi,

danke, dass du deine Gedanken teilst. Ich finde es schön, dass du dir die Zeit genommen hast, das Buch zu lesen, auch wenn es gerade nicht leicht fällt.
Manchmal wirken Texte länger nach als man denkt, und kleine Pausen sind völlig okay. Es muss nicht alles sofort verarbeitet werden.
Ich hoffe, dass du zwischendurch auch kleine Momente findest, die dich aufmuntern oder einfach ein bisschen erleichtern :()b ein Lächeln, ein Gedanke oder das Wissen, dass du nicht alleine bist. (flow)

Liebe Grüße
Jessica