Transgender aus Algerien
Verfasst: Fr 26. Sep 2025, 14:39
Ich war im September im Wallis um Wanderurlaub zu machen und mir über mich und meinen weiteren Weg klar zu werden.
Dabei hat sich ein sehr interessanter Kontakt ergeben.
Ich hatte ein wunderbares Hotel mit Blick auf das Matterhorn und großem Wellness-Bereich. Dort konnte man Abends noch draußen sitzen und einen Apero genießen. Dort, wo ich mich immer gesetzt habe, wurde ich von einem jungen Mann bedient. Er ist aus Algerien.
Um es vorweg zu nehmen, sein Name ist Mabrouk.
Da es am Abend schon ganz schön frisch wurde, habe ich mir unter meiner kurzen Leggings eine FSH angezogen. Mabrouk brachte mir zum Abschluss immer die Rechnung zum Unterschreiben. Dabei kamen wir immer etwas ins Gespräch. Wir kommunizierten abwechselnd auf englisch, deutsch oder französisch.
An einem Abend sagte er mir dann: „Das ist eine sehr schöne Strumpfhose, die du da an hast. Ich mag das auch“. Weil Mabrouk mir sehr sympathisch war, wollte ich ihn am nächsten Abend zu einem Getränk einladen, aber er lehnte ab, da es ihm nicht erlaubt war. Wir trafen uns dann zwei Tage später in einer Boulangerie in Sion zu einem Kaffee.
Wie sich zeigen sollte, war es ein sehr interessantes Gespräch. Ich erzählte ihm etwas über mein Leben und er über seines. Dabei wurde mir bewusst, wie glücklich wir in Deutschland sein können um unsere Empfindungen und Gefühle ausleben zu können.
Er erzählte mir von seinem Leben und wie es in Algerien ist.
Mabrouk sagte mir, dass er schon als Kind das Gefühl hatte, dass er lieber ein Mädchen gewesen wäre. Er hatte nur das Glück, dass seine ältere Schwester wusste, dass er sich als Junge nicht wohl fühlte und gerne ein Mädchen wäre. Deshalb durfte er heimlich ihre Kleidung tragen, solange der Vater nicht im Haus war.
Da die Familie von Mabrouk sehr konservativ ist, war die Kleidung seiner Schwester natürlich auch entsprechend. FSH, Röcke, Pulli oder Blusen wie bei uns, gar kein Thema. Auf diese Kleidungsstücke konnte er erst in der Schweiz zugreifen.
Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann ist LGBTQ in Algerien grundsätzlich nicht verboten. Ich habe jetzt allerdings im Internet recherchiert, dass homosexuelle Handlungen mit Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren sowie einer Geldstrafe bestraft werden. Das würde ja dann auch unter LGBTQ fallen. Irgendwie passt das für mich nicht so ganz zusammen.
Transsexuelle Personen werden allerdings stark diskriminiert und stigmatisiert. Es gibt kaum rechtlichen Schutz der ihre Rechte garantiert. Es kommt immer wieder zu Gewalt, Übergriffen und Missbrauch gegenüber diesen Personen. Das war dann auch der Grund warum sich Mabrouk aus Algerien davon gemacht hat.
In der Schweiz lebt er seine Weiblichkeit auch nur in seinem kleinen Zimmer aus. An die Öffentlichkeit traut er sich nicht. Deutschland ist für ihn auch nicht gerade ein Sehnsuchtsort. Mich hat erstaunt, dass er von dem Vorfall in Bremen gehört hat, bei dem ein Algerier eine Transperson am Hauptbahnhof attackiert hat.
Vielleicht haben wir ja nette Leute hier im Forum, die sich mit dem Kontext schon mal auseinander gesetzt haben? Durch den Kontakt bin ich daran interessiert mehr über die Gegebenheiten zu erfahren.
Schon im Voraus herzlichen Dank für ein Feedback.
Mabrouk und ich haben vereinbart, dass wir versuchen werden im Kontakt zu bleiben. Er ist ein sehr netter und feinfühliger Mensch.
Grüßle von Jutta
Dabei hat sich ein sehr interessanter Kontakt ergeben.
Ich hatte ein wunderbares Hotel mit Blick auf das Matterhorn und großem Wellness-Bereich. Dort konnte man Abends noch draußen sitzen und einen Apero genießen. Dort, wo ich mich immer gesetzt habe, wurde ich von einem jungen Mann bedient. Er ist aus Algerien.
Um es vorweg zu nehmen, sein Name ist Mabrouk.
Da es am Abend schon ganz schön frisch wurde, habe ich mir unter meiner kurzen Leggings eine FSH angezogen. Mabrouk brachte mir zum Abschluss immer die Rechnung zum Unterschreiben. Dabei kamen wir immer etwas ins Gespräch. Wir kommunizierten abwechselnd auf englisch, deutsch oder französisch.
An einem Abend sagte er mir dann: „Das ist eine sehr schöne Strumpfhose, die du da an hast. Ich mag das auch“. Weil Mabrouk mir sehr sympathisch war, wollte ich ihn am nächsten Abend zu einem Getränk einladen, aber er lehnte ab, da es ihm nicht erlaubt war. Wir trafen uns dann zwei Tage später in einer Boulangerie in Sion zu einem Kaffee.
Wie sich zeigen sollte, war es ein sehr interessantes Gespräch. Ich erzählte ihm etwas über mein Leben und er über seines. Dabei wurde mir bewusst, wie glücklich wir in Deutschland sein können um unsere Empfindungen und Gefühle ausleben zu können.
Er erzählte mir von seinem Leben und wie es in Algerien ist.
Mabrouk sagte mir, dass er schon als Kind das Gefühl hatte, dass er lieber ein Mädchen gewesen wäre. Er hatte nur das Glück, dass seine ältere Schwester wusste, dass er sich als Junge nicht wohl fühlte und gerne ein Mädchen wäre. Deshalb durfte er heimlich ihre Kleidung tragen, solange der Vater nicht im Haus war.
Da die Familie von Mabrouk sehr konservativ ist, war die Kleidung seiner Schwester natürlich auch entsprechend. FSH, Röcke, Pulli oder Blusen wie bei uns, gar kein Thema. Auf diese Kleidungsstücke konnte er erst in der Schweiz zugreifen.
Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann ist LGBTQ in Algerien grundsätzlich nicht verboten. Ich habe jetzt allerdings im Internet recherchiert, dass homosexuelle Handlungen mit Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren sowie einer Geldstrafe bestraft werden. Das würde ja dann auch unter LGBTQ fallen. Irgendwie passt das für mich nicht so ganz zusammen.
Transsexuelle Personen werden allerdings stark diskriminiert und stigmatisiert. Es gibt kaum rechtlichen Schutz der ihre Rechte garantiert. Es kommt immer wieder zu Gewalt, Übergriffen und Missbrauch gegenüber diesen Personen. Das war dann auch der Grund warum sich Mabrouk aus Algerien davon gemacht hat.
In der Schweiz lebt er seine Weiblichkeit auch nur in seinem kleinen Zimmer aus. An die Öffentlichkeit traut er sich nicht. Deutschland ist für ihn auch nicht gerade ein Sehnsuchtsort. Mich hat erstaunt, dass er von dem Vorfall in Bremen gehört hat, bei dem ein Algerier eine Transperson am Hauptbahnhof attackiert hat.
Vielleicht haben wir ja nette Leute hier im Forum, die sich mit dem Kontext schon mal auseinander gesetzt haben? Durch den Kontakt bin ich daran interessiert mehr über die Gegebenheiten zu erfahren.
Schon im Voraus herzlichen Dank für ein Feedback.
Mabrouk und ich haben vereinbart, dass wir versuchen werden im Kontakt zu bleiben. Er ist ein sehr netter und feinfühliger Mensch.
Grüßle von Jutta