Klingt erst mal ganz gut, da sich das Thema ja leider nicht vermeiden lässt. Allerdings ist die Autorin selbst nicht ganz unabhängig(1) und ob die Lehrkräfte selbst das hinkriegen ist auch eine offene Frage. Immerhin sind sie weiterhin selbst (christlich) religiös und haben bisher eher Christentum beigebracht, als übergreifende, ambiguitätstolerante Diskursfähigkeiten. Es wäre mal spannend, wie sie im Durchschnitt auf die Frage reagieren, was denn überhaupt historisch belegt ist an den Textquellen.Die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lebenswelt in Form einer multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft sind konsequent ins Zentrum gerückt. Die fünf Bereiche, für die erwartete Kompetenzen formuliert wurden, sind nunmehr Identität, Gemeinschaft, Sinn und Glaube, Handeln sowie Freiheit und Zukunft. Die „anderen“ Religionen und Weltanschauungen, explizit auch säkulare, sind nicht nur Appendix, sondern durchgehende Bezugsgrößen. Sie machen das neue Fach attraktiv für all jene, die keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft angehören.
Neu ist zudem, dass die genannten „möglichen“ Inhalte sich nicht nur auf christliche Ressourcen und die Lebenswirklichkeit der Schüler und Schülerinnen beziehen, sondern gleichwertig interdisziplinäre wissenschaftliche Perspektiven sowie gesellschaftliche und interreligiöse Perspektiven aufnehmen sollen. Dahinter steht die Überzeugung, dass unsere demokratische Gesellschaft von Menschen lebt, die nicht im Gegensatz von Eigenem und Fremdem verharren. Sie müssen ambiguitätstolerant sein oder es werden, sich also in andere hineinversetzen und Differentes aushalten können. Und sie sollen ihre Beurteilungsmaßstäbe entwickeln statt beibehalten und in Sachen Religion mit verschiedenen Wahrheitsansprüchen leben können. Das Christentum hat das in Bezug auf seine Herkunftsreligion Judentum leider erst spät gelernt.
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Die Religionslehrkräfte sollen im Unterricht ihre Perspektivität offenlegen, Kontroversität fördern, respektvolle Kommunikation einüben sowie Urteils- und Handlungsfähigkeit ausbilden.
Was wir für eine funktionierende demokratische Gesellschaft brauchen, sind eben nicht Meinungen, die auf anekdotischer Evidenz basieren, sondern faktenbasierte Argumentationen. Deshalb wünsche ich mir ein Mehr an religiöser Bildung in der Schule.
https://taz.de/Debatten-um-Religionsunt ... /!6104898/
(1) "promovierte Religionspädagogin. Seit 2013 gibt sie die Lehrwerkreihe „Moment mal!“ für den Evangelischen Religionsunterricht heraus, die ab 2026 eine Niedersachsenausgabe für den „Christlichen Religionsunterricht“ erhält."