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Polizei soll nach "unerwartetem Schwangerschaftsende" durchsuchen

Verfasst: So 18. Mai 2025, 20:23
von Jaddy
Die Polizei soll nach neuen Richtlinien zukünftig nach "unerwartetem Ende einer Schwangerschaft", also zum Beispiel nach spontanem Abgang (passiert in 30% der Schwangerschaften), Fehl- oder Todgeburten, die Wohnungen der Betroffenen nach Abtreibungs-Pillen und ihren Menstruations-Apps durchsuchen.

Ermittler sollen damit "die Kenntnis und die Intentionen bezüglich der Schwangerschaft" aufklären.

Hammerhart, oder?

Nein, noch nicht in Deutschland. Aber auch nicht USA sondern UK.
In einem neuen Leitfaden des Nationalen Rates der Polizeichefs (NPCC) zur Untersuchung von Todesfällen bei Kindern wird den Beamten empfohlen, bei Totgeburten nach „Medikamenten zu suchen, die die Schwangerschaft abbrechen können“. Der NPCC, der die strategische Richtung für die Polizeiarbeit im gesamten Vereinigten Königreich vorgibt, schlägt außerdem vor, die digitalen Geräte einer Frau zu beschlagnahmen, um den Ermittlern zu helfen, „das Wissen und die Absicht der Frau in Bezug auf die Schwangerschaft zu ermitteln“. Dies könnte die Überprüfung der Internetrecherchen einer Frau, von Nachrichten an Freunde und Familie sowie von Gesundheits-Apps, „wie z. B. Menstruationszyklus- und Fruchtbarkeits-Tracker“, beinhalten, heißt es dort.

Es wird auch erläutert, wie die Polizei unter Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen eine gerichtliche Anordnung zur Beschaffung medizinischer Unterlagen über den Schwangerschaftsabbruch einer Frau von NHS-Anbietern erhalten könnte.

Das Abtreibungsrecht im Vereinigten Königreich basiert auf dem Offences Against the Person Act von 1861. In den letzten Jahren wurde gegen immer mehr Frauen auf der Grundlage dieses Gesetzes ermittelt und sie wurden strafrechtlich verfolgt. Nach dem Abtreibungsgesetz von 1967 können Frauen ihre Schwangerschaft unter ärztlicher Aufsicht bis zur 24. Woche oder unter bestimmten Umständen auch darüber hinaus beenden, etwa wenn das Leben der Mutter gefährdet ist oder der Fötus eine schwere Anomalie aufweist.

Der Leitfaden ersetzt ein Dokument aus dem Jahr 2014, in dem die Untersuchung von Totgeburten nicht erwähnt wurde, wohl aber die Untersuchung von Frauen, die einen illegalen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen hatten. Der neue Leitfaden, der im Januar veröffentlicht wurde und von einer Untergruppe der NPCC-Arbeitsgruppe für Mordfälle zusammen mit dem College of Policing, der National Crime Agency und der Metropolitan Police entwickelt wurde, behandelt das Szenario auf mehreren Seiten.
([q], via Deepl)

Lest die Quelle; die medizinischen Fachleute und NGOs für die Dekriminalisierung sind entsprechend aufgebracht.

Re: Polizei soll nach "unerwartetem Schwangerschaftsende" durchsuchen

Verfasst: So 18. Mai 2025, 22:13
von Lina
Die Briten müssen auch bald mal ein bisschen aufwachen.

Re: Polizei soll nach "unerwartetem Schwangerschaftsende" durchsuchen

Verfasst: So 18. Mai 2025, 23:01
von Maya
Kann ich mir in D nur bei der AFD vorstellen.
Die wollen ja auch keine Abtreibungen

Re: Polizei soll nach "unerwartetem Schwangerschaftsende" durchsuchen

Verfasst: Mo 19. Mai 2025, 09:07
von Shoshana
Menschenrechte gelten dann wohl nach den USA auch in UK nicht mehr für Frauen.
Wo sind eigentlich die Feministinen die gegen die Rolle rückwärts ins 19'te Jahrhundert auf die Barrikaden gehen?

Re: Polizei soll nach "unerwartetem Schwangerschaftsende" durchsuchen

Verfasst: Mo 19. Mai 2025, 09:19
von Anne-Mette
In Polen war mal eine "Meldepflicht" für Schwangerschaften geplant.
(steht hier bestimmt auch schon irgendwo)

taz:

Plan der polnischen RegierungEin Melderegister für Schwangere?

Polens Regierung will ein Register zur Erfassung von Schwangerschaften einführen. Für die ärztliche Schweigepflicht verheißt das nichts Gutes.


https://taz.de/Plan-der-polnischen-Regierung/!5856655/

Re: Polizei soll nach "unerwartetem Schwangerschaftsende" durchsuchen

Verfasst: Mo 19. Mai 2025, 21:35
von Michi
Shoshana hat geschrieben: Mo 19. Mai 2025, 09:07 Wo sind eigentlich die Feministinen die gegen die Rolle rückwärts ins 19'te Jahrhundert auf die Barrikaden gehen?
Die sind schwer damit beschäftigt, die Ausgrenzung und Unterdrückung von trans* Frauen zu voranzutreiben. (sad)