mein wahres Ich bleibt unter Verschluss
Verfasst: Fr 9. Mai 2025, 11:00
Ich bin als Mann geboren und werde wohl auch als Mann sterben. Zumindest nach Außen.
Es war eine ganz andere Zeit, als ich geboren wurde. Damals war es gar nicht denkbar seine Gefühle bezüglich seiner Sexualität offen zu legen. Zumindest wurde ich so erzogen. Es ist eine lange Geschichte, aber ich werde mich nur auf das wesentliche konzentrieren.
Mein Vater war Elektriker, meine Mutter Garderobiere. Beide arbeiteten im Theater. Hier verbrachte ich meine Kindheit. Nach und nach wurde mir bewusst, dass ich mich nur in der Garderobe der Künstlerinnen aufhielt und mich dort sehr wohl fühlte. Ich liebte es den Frauen zuzusehen, wie sie sich anzogen und für ihren Auftritt zurecht machten. Zu den Kleidungsstücken fühlte ich mich sehr hingezogen. Da es auch für Mädchen Kostüme gab, begann ich irgendwann diese anzuprobieren. Ich weiß noch, dass die Frauen sich darüber freuten und mich dabei inspirierten. Es war eine sehr schöne Zeit für mich. Für mich gab es eigentlich nur Frauenkleidung die ich gerne anzog. Während meiner Schulzeit habe ich unter meiner Kleidung auch nur Frauenunterwäsche getragen.
Mit 18 Jahren verließ ich mein Elternhaus und begann ein Studium. Ich wohnte in einem Studentenwohnheim. In dieser Zeit nahm alles seinen „normalen“ Weg. Nur eins war anders. Ich hielt mich hauptsächlich in Cliquen mit Kommilitoninnen auf. Nicht weil ich als junger Mann um eine Frau balzen wollte, nein, es war mir einfach angenehm Freundinnen zu haben.
Danach begann ich eine Tätigkeit als Ingenieur. Ich lernte ein nette Frau kennen und heiratete. Im Laufe der Zeit entwickelte meine Frau die Neigung nur noch Herren- Oberbekleidung zu tragen. Sie wollte werder Röcke, Feinstrumpfhosen noch Damenschuhe tragen. Das war bei mir der Auslöser selbst wieder Damenwäsche zu tragen. Heimlich kaufte ich mir Wäsche und trug sie unter meiner Männerkleidung. Das war damals gar nicht so einfach, da es noch kein Internet gab, und auch keine DHL Packstation
. Ich habe es dann mal meiner Frau gebeichtet. Sie hat damals großartig reagiert und mir gestattet Damenunterwäsche zu tragen. Später fand sie es sogar gut.
Kurz danach wechselte ich den Job und ging in den Außendienst bei einem Computerunternehmen. Ich war deutschlandweit die ganze Woche unterwegs und übernachtete in Hotels. Das war für mich die Gelegenheit, mir eine kleine Kollektion an Damenkleidung zuzulegen. Unterwäsche, Feinstrumpfhosen, BH, einen Rock und Bluse, Schuhe.
Tagsüber trug ich meine Dessous unter meinem Anzug. Nach Feierabend zog ich mich um und ging nach draußen. Erst nur auf Parkplätzen, später auch in der Stadt.
Allerdings war das alles noch nicht perfekt. Natürlich musste noch eine Perücke her und, was mir immer zu meinem Glück fehlte: Brüste. Ich liebte die Brüste meiner Frau so sehr, dass ich ein inniges Verlangen hatte selbst Brüste zu haben. Ich weiß es noch genau, dass ich mir meine ersten Silikonbrüste in Frankfurt in einem Shop für Transgender-Bedarf gekauft habe. Das erste anprobieren war schon grandios, es wurde aber durch meinen ersten Spaziergang noch übertroffen. Ich merkte, wie mir dieses Gefühl immer gefehlt hatte. Erst jetzt fühlte ich mich wirklich glücklich. So musste sich eine Frau fühlen.
In den Jahren darauf lebte ich meine Gefühle aus und führte ein Doppelleben als Frau. Es machte mich glücklich, wenn mir Männer hinterher schauten und manchmal auch pfiffen oder einen Kommentar abgaben.
Um mein Frau sein zu komplettieren trug an seit dann auch Slipeinlagen und einmal im Monat für ein paar Tage Tampons.
Als ich dann aufgehört habe zu arbeiten und zu Hause war, habe ich stückweise begonnen alle Aufgaben im Haushalt zu übernehmen, die klassischer weise in früheren Zeiten von Frauen gemacht wurden. Das hat mich sehr befriedigt, und das tut es heute noch.
Ich weiß nicht, was meine Bestimmung war und ist. Ich fühle mich in beiden Leben wohl und ich möchte keines davon ganz vermissen. Ich bin ein sehr starker Gefühlsmensch. Es ist nur schade, dass ich nicht ganz Frau sein kann. Ich hätte auch als Frau so viel zu geben.
So, das war nun in Kurzform mein Leben. Ich hoffe ihr zerreißt mich jetzt nicht in der Luft. Ich habe versucht so zu schreiben, wie ich mich fühle.
Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass ich eine Form gefunden habe alles einmal von mir zu geben. Ich bin überzeugt davon, dass ihr das Eine oder Andere nachvollziehen könnt.
Lieben Dank Jutta
Es war eine ganz andere Zeit, als ich geboren wurde. Damals war es gar nicht denkbar seine Gefühle bezüglich seiner Sexualität offen zu legen. Zumindest wurde ich so erzogen. Es ist eine lange Geschichte, aber ich werde mich nur auf das wesentliche konzentrieren.
Mein Vater war Elektriker, meine Mutter Garderobiere. Beide arbeiteten im Theater. Hier verbrachte ich meine Kindheit. Nach und nach wurde mir bewusst, dass ich mich nur in der Garderobe der Künstlerinnen aufhielt und mich dort sehr wohl fühlte. Ich liebte es den Frauen zuzusehen, wie sie sich anzogen und für ihren Auftritt zurecht machten. Zu den Kleidungsstücken fühlte ich mich sehr hingezogen. Da es auch für Mädchen Kostüme gab, begann ich irgendwann diese anzuprobieren. Ich weiß noch, dass die Frauen sich darüber freuten und mich dabei inspirierten. Es war eine sehr schöne Zeit für mich. Für mich gab es eigentlich nur Frauenkleidung die ich gerne anzog. Während meiner Schulzeit habe ich unter meiner Kleidung auch nur Frauenunterwäsche getragen.
Mit 18 Jahren verließ ich mein Elternhaus und begann ein Studium. Ich wohnte in einem Studentenwohnheim. In dieser Zeit nahm alles seinen „normalen“ Weg. Nur eins war anders. Ich hielt mich hauptsächlich in Cliquen mit Kommilitoninnen auf. Nicht weil ich als junger Mann um eine Frau balzen wollte, nein, es war mir einfach angenehm Freundinnen zu haben.
Danach begann ich eine Tätigkeit als Ingenieur. Ich lernte ein nette Frau kennen und heiratete. Im Laufe der Zeit entwickelte meine Frau die Neigung nur noch Herren- Oberbekleidung zu tragen. Sie wollte werder Röcke, Feinstrumpfhosen noch Damenschuhe tragen. Das war bei mir der Auslöser selbst wieder Damenwäsche zu tragen. Heimlich kaufte ich mir Wäsche und trug sie unter meiner Männerkleidung. Das war damals gar nicht so einfach, da es noch kein Internet gab, und auch keine DHL Packstation
Kurz danach wechselte ich den Job und ging in den Außendienst bei einem Computerunternehmen. Ich war deutschlandweit die ganze Woche unterwegs und übernachtete in Hotels. Das war für mich die Gelegenheit, mir eine kleine Kollektion an Damenkleidung zuzulegen. Unterwäsche, Feinstrumpfhosen, BH, einen Rock und Bluse, Schuhe.
Tagsüber trug ich meine Dessous unter meinem Anzug. Nach Feierabend zog ich mich um und ging nach draußen. Erst nur auf Parkplätzen, später auch in der Stadt.
Allerdings war das alles noch nicht perfekt. Natürlich musste noch eine Perücke her und, was mir immer zu meinem Glück fehlte: Brüste. Ich liebte die Brüste meiner Frau so sehr, dass ich ein inniges Verlangen hatte selbst Brüste zu haben. Ich weiß es noch genau, dass ich mir meine ersten Silikonbrüste in Frankfurt in einem Shop für Transgender-Bedarf gekauft habe. Das erste anprobieren war schon grandios, es wurde aber durch meinen ersten Spaziergang noch übertroffen. Ich merkte, wie mir dieses Gefühl immer gefehlt hatte. Erst jetzt fühlte ich mich wirklich glücklich. So musste sich eine Frau fühlen.
In den Jahren darauf lebte ich meine Gefühle aus und führte ein Doppelleben als Frau. Es machte mich glücklich, wenn mir Männer hinterher schauten und manchmal auch pfiffen oder einen Kommentar abgaben.
Um mein Frau sein zu komplettieren trug an seit dann auch Slipeinlagen und einmal im Monat für ein paar Tage Tampons.
Als ich dann aufgehört habe zu arbeiten und zu Hause war, habe ich stückweise begonnen alle Aufgaben im Haushalt zu übernehmen, die klassischer weise in früheren Zeiten von Frauen gemacht wurden. Das hat mich sehr befriedigt, und das tut es heute noch.
Ich weiß nicht, was meine Bestimmung war und ist. Ich fühle mich in beiden Leben wohl und ich möchte keines davon ganz vermissen. Ich bin ein sehr starker Gefühlsmensch. Es ist nur schade, dass ich nicht ganz Frau sein kann. Ich hätte auch als Frau so viel zu geben.
So, das war nun in Kurzform mein Leben. Ich hoffe ihr zerreißt mich jetzt nicht in der Luft. Ich habe versucht so zu schreiben, wie ich mich fühle.
Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass ich eine Form gefunden habe alles einmal von mir zu geben. Ich bin überzeugt davon, dass ihr das Eine oder Andere nachvollziehen könnt.
Lieben Dank Jutta