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Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 11:13
von Violetta-TransFlower
Meine Lieben,

Heute bin ich wieder sehr nachdenklich.
Der Supergau vom 26. April 1986 im Atomkraftwerk von Tschernobyl ist der Grund.

Viele Menschen sind dem Unfall kurz danach zum Opfer gefallen.
Und in den darauf folgenden Jahrzehnten Abertausend, die wohl keine Statistik der Welt hat.


Nehmt Euch bitte einen Augenblick Zeit und denkt an Sie, so wie ich. (cry)
Und denkt auch daran, wie wertvoll Leben ist.


Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit damals, da wurde dieses "Thema " kurz abgehandelt, weil es ja beim großen Bruder in der Sowjetunion passiert ist und das Ganze nicht ins sozialistische Weltbild passte. Fürchterlich und unerträglich finde ich das heute.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nuklear ... schernobyl

nachdenklich 😔
Eure Violetta 💜

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 11:32
von Rusza
Richtig,in der DDR wurde die Katastrophe als Vorfall heruntergespielt.Man informierte die Bevölkerung nur mit ein paar kurzen Sätzen,danach war das Thema Tscherobyl erledigt,schließlich waren die Wahlen zur Volkskammer wichtiger.Einige unbelehrbare haben dann noch Tschernobyl-Witze erfunden.Einfach geschmacklos.Die meisten DDR-Bürger haben das ganze schnell abgehakt,schließlich gab es ja ganz andere Probleme in "unserer DDR "...

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 12:01
von Anne-Mette
Moin,

ich habe zu der Zeit in einem Kindergarten in Berlin gearbeitet.
Selbst "Weltereignisse" haben wir selten direkt mitbekommen, auch der Einsturz der Kongresshallte wurde uns von Eltern gemeldet, die mittags und nachmittags ihre Kinder abholten.

Die Katastrophe von Thernobyl war jedoch viel gefährlicher und brachte auch für uns ziemlich viele Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen.
Jeden Tag wurden in den Zeitungen Becquerel-Werte veröffentlicht und ich bin oft zu "Butter Lindner" gefahren, weil es da Milch aus Dänemark gab, die angeblich nicht so strahlenbelastet sein sollte.
Ein paar Tage haben wir nicht draußen spielen dürfen.

Natürlich hatten viele Menschen Angst um die Gesundheit ihrer Kinder und um die eigene.
Dramatische Berichte im Fernsehen zeigten, "was passieren kann" und dass ein Atomkraftwerk im Störungsfall eine riesige Gefahr darstellt.
In Gedanken waren wir bei den Menschen, die in der Nähe des Werkes wohnten und besonders betroffen waren und bei den Einsatzkräften.

Foodwatch

Tschernobyl-Verordnung, Schubladen-Verordnung, Fukushima-Verordnung – in der EU herrscht ein kaum zu durchschauendes Grenzwert-Chaos. Welche Strahlenlimits für welche Lebensmittel gelten, ist in einer Vielzahl unterschiedlicher Gesetze geregelt. Ein Überblick.

https://www.foodwatch.org/de/informiere ... grenzwerte

Gruß
Anne-Mette

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 15:19
von HeikeCD
Und vor drei Jahren sind die Russen dort noch durch den kontaminierten Staub geknattert mit ihren Panzern. :shock:

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 17:38
von Daniela04
Die Katastrofe von Tschnobyl habe ich in bester Erinnerung. Meine erste Ehefrau war mit unserem 3. Kind im 5 Monat schwanger und wir durften die Milch nicht mehr beim Bauern holen, sondern durften nur "geprüfte" Milch kaufen.
Ich sehe noch die Graphiken der "Wolge", wie sie über Europa verteilt hat.
Und trotzdem lebten wir weiter und machten uns eigentlich keine Sorgen, so habe ich es noch in Erinnerung.

Lieber Gruss
Daniela

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 20:21
von Magdalena
Hallo,

ich erinnere mich noch daran. Pötzlich gab es Tomaten spotbillig. Ansonsten gab es wenig Informationen zu der Reaktorunfall.

Viele liebe Grüße von Magdalena

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 21:23
von Slatjana
https://www.spiegel.de/fotostrecke/radi ... 36709.html
Das Unglück hat meine Spezeln und mich natürlich bestärkt, gegen die WWA Wackersdorf friedlich zu demonstrieren.

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 22:24
von Anja61
Hallo,

zu dieser Zeit lebte ich auch in Berlin. Ausgerechnet an diesem Tag - vielleicht auch erst einen Tag später - zog mein Bruder aus der gemeinsamen Wohnung in eine eigene um. Mein Vater war in der Stadt und half uns. Die Atomkatastrophe war ein ständiges Thema. Tschernobyl schien uns nicht allzu weit entfernt zu sein.
Später wurde monatelang die radioaktive Belastung in deutschen Wäldern in der Zeitung verfolgt.
Leider dauerte es noch bis Fukushima, erst dann wurde der Ausstieg aus der Atomkraftnutzung in Deutschland eingeleitet.
Bis heute gibt's hier kein sicheres Endlager für die Unmengen an radioaktivem Müll.
Weiterhin werden wir von Atomreaktoren in unmittelbarer Nachbarschaft bedroht, die längst hätten abgeschaltet werden müssen - z.B. Cattenom in Frankreich und Tihange in Belgien (jeweils in Grenznähe; viele Pannen; überlange Laufzeiten).

Nachdenkliche Grüße
Anja

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Sa 26. Apr 2025, 23:05
von Violetta Arden
Viel hat man bei uns in Österreich und damit auch in Tirol, wo ich wohne, zuerst nicht mitbekommen. Die Sowjets hatten da ja eine eingeschränkte Mitteilungsfreudigkeit. Erst nach und nach wurde uns dann bewußt, daß da eine radioaktive Wolke im Anflug ist. Bis es dann aber wirklich ernst genommen und gewarnt wurde sind einige Tage vergangen, in denen ich damals noch mit meinem einjährigen Sohn in der Wiese vor dem Haus Fußball gespielt habe. Das wurde dann ziemlich schnell eingestellt. Ich glaube nicht, daß es ihm geschadet hat.
Pilze haben wir dann allerdings sehr lange nicht mehr im Wald gepflückt.
Die Filmserie, die vor einiger Zeit über das Ereignis im TV lief hat mir diese Ereignisse wieder erschreckend ins Gedächtnis gerufen....und damit auch, daß es noch unglaublich lange dauern wird, bis die Strahlung, die immer noch vom Kraftwerk ausgeht nicht mehr gefährlich sein wird.
Aber es gibt ja starke Bestrebungen, Atomkraft als grüne Energie anzusehen....
Eigentlich ist das unglaublich....
Schönen Sonntag an dem hoffentlich nur die Sonne strahlt.
Violetta

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: So 27. Apr 2025, 16:52
von Alicia
Violetta Arden hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 23:05 Aber es gibt ja starke Bestrebungen, Atomkraft als grüne Energie anzusehen....
Eigentlich ist das unglaublich....
Aber die Atomkraft ist doch CO2-neutral und der Strom sooo billig. /Zynismus off

Die Herstellung und Aufbereitung der Brennstäbe ist irre energieintensiv, der verbaute Beton erst recht. Da braucht's viel fossile Energie für den Reduktionsprozess (einfach nur Chemie). Und der Preis wird vom Steuerzahler gesponsert, wenn der Staat die Strahlenschleudern baut. Wer jetzt immer noch für die Atomkraft ist, darf sich gerne einen abgebrannten Brennstab in den Keller legen und muss nie wieder für die Heizung zahlen. Der glüht noch einige 1000 Jahre.

Nix für ungut, Alicia :((a

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: So 27. Apr 2025, 18:27
von Momo58
Tschernobyl wirkt heute noch nach. Bei uns in Oberschwaben kam extrem viel radioaktiver Fallout runter. Noch heute sind die Böden mit Casium 137 belastet, so dass Wildschweine wegen überhöhter Werte noch immer nicht genießbar sind. Nur skrupellose Jäger bieten hier Fleisch von der Wildsau an. Das wird bei einer Halbwertszeit von 600 Jahren also noch lange dauern bis Cäsium 137 abgebaut ist.
Damals war ich gerade im Außenbereich eines Supermarktes tätig. Die Lieferung einer Palette Milch musste wegen zu hoher Belastung vernichtet werden. Bei der Anlieferung von Milchpulver war das genau so. Ich selbst musste zusehen, wie ich mich mit Wasser und Seife "dekontaminieren" konnte.
Aufgrund des Kriegs in der Ukraine sehe ich mir jeden Tag die radioaktiven Werte an. Dort sind die Atomkraftwerke ja hin und wieder durch mögliche Angriffe gefährdet. Bisher liegen die Messwerte noch im Normbereich. Im Ernstfall bin ich vor Strahlung nicht geschützt. Der nächste "Atombunker" ist 60 Kilometer entfernt und reich gerade mal für 1000 Personen. Irgendwie erinnert mich das an die Weissagung der Cree Indianer.

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: So 27. Apr 2025, 22:42
von Michi
Momo58 hat geschrieben: So 27. Apr 2025, 18:27 Das wird bei einer Halbwertszeit von 600 Jahren also noch lange dauern bis Cäsium 137 abgebaut ist.
Alles ziemlich schlimm, und sollte nie wieder passieren. Aber Cäsium 137 hat eine Halbwertszeit von "nur" 30-Komma-nochwas Jahren. Und das ist schon lang genug.

Re: Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 39 Jahren

Verfasst: Mo 28. Apr 2025, 00:36
von MiriamR
Da war ich gerade 26 Tage Soldat.....und habe dann ganz schnell lernen müssen wie "ABC-Abwehr" funktioniert.
Was uns allerdings nicht davon abgehalten hat durch irgendwelche Wälder zu kriechen. Okay, das Münsterland war jetzt nicht wirklich stark vom Fallout
betroffen. Dennoch....im Nachhinein keine wohlige Erinnerung.

Gedenken wir der Feuerwehrleute, den "Liquidatoren" und allen anderen Opfern dieser Katastrophe.
(Und Russland hat nichts besseres zu tun, als Löcher in die neue Schutzhaube zu schießen.)

Miriam :cry: