GAOP und wieder zurück?
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Magdalena
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GAOP und wieder zurück?

Post 1 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

meine GAOP ist überstanden. Und noch in dieser Woche werde ich entlassen. Da ich inzwischen wieder recht fit mich fühle, spaziere ich durch die Gänge der Klinik. Dabei traf ich die Schwester, welche mich in der anderen Station für die OP vorbereitet hatte. Und wir kamen ins Gespräch. Wie die OP verlaufen ist und wie ich mich jetzt fühle.

Da kamen wir dann auch darauf zu sprechen, dass ich in meinem Umfeld auf Unterstützung rechnen kann. So holt mich meine Beste Freundin ab. Auch so bin ich gut sozialisiert. Wichtig dabei, es beschränkt sich nicht auf die Mädels von Stammtisch. Ich bin auch gerade dabei auf Partnersuche.

Das freute die Schwester. Gleichzeitig aber betonte sie, sie hätten jetzt eine hohe Zahl an Patienten, welche die GAOP bereuten. Es handle sich vor allem um junge Menschen. Auch ich wurde immer mal wieder gefragt, warum ich nicht schon eher diesen Schritt der GAOP gewagt habe. Kurz gesagt, ich war noch nicht soweit. Und mir half sehr die psychologische Begleitung dahin. Ging es doch auch im Alltag als Frau zu bestehen. Identisch zu sein. Die Entscheidung zur GAOP ist dann während der Therapie endgültig gefasst worden.

Ja, auch zu erkennen, vor der GAOP mit Einschränkungen klar zu kommen, Frauensauna zum Beispiel. Gleichzeitig wurde mir auch von Menschen aus meinem Umfeld ein positives Feedback gegeben.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Jaddy
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Re: GAOP und wieder zurück?

Post 2 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Glückwunsch zu deiner OP und dass alles gut gelaufen ist und du zufrieden bist. Ein hoffentlich angenehme und schnelle Heilung.

Aber zu der "hohen Zahl": Das nennt sich allgemein Bestätigungsfehler (engl confirmation bias). Möglicherweise auch eine Frequenzillusion. Die "Regret"-Raten sind nach wie vor bei ca. 1% und davon ~80% aufgrund des Drucks der Umwelt, nicht der OP selbst.

Also: Im Jahr ca. 3000 OPs (in D), davon höchstens 30, die "später irgendwann" nicht zufrieden sind und davon 24 aufgrund ihrer Mitmenschen. Mit mehr Akzeptanz läge die Regretrate also bei 0,2%, oder anderes augedrückt die Zufriedenheit bei insgesamt 99,8%. Siehe auch Zahlen bei https://www.cornelia-mertens.de/?p=18199 und https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8099405/ und https://www.gendergp.com/detransition-facts/

Knie-, Hüft- und Rücken-OPs - also medizinisch indizierte - liegen bei 10-15% "Regret", Zufriedenheit also 85-90%.

Interessant der direkte Vergleich von "kosmetischen" gender affirming OPs, trans vs cis hier (Metastudie von 2024): Zum Beispiel Brust Rekonstruktion (zB nach krebsbedingter Amputation), Brustvergrößerungen, "body contouring" (überschüssige Haut und_oder Fett entfernen ("Lifting") oder aufspritzen). Unter trans Personen: ca. 1% "Regret". Unter cis Personen: "0 to 47.1 ​% in breast reconstruction, 5.1–9.1 ​% in breast augmentation, and 10.82–33.3 ​% in body contouring". 30% bereuen Prostata-OPs, bis zu 19,5% bereuen Fettabsaugungen.

"Andere Lebensentscheidungen, wie zum Beispiel Kinder zu haben oder Tätowierungen, haben Regret-Raten von 7% bzw 16%".

Ich würde das nicht so ausführlich schreiben, wenn nicht angeblich "hohe Regret-Raten und Detransitionen" immer wieder als völlig falsche Pseudo-Argumente gegen den Zugang zu angleichenden Massnahmen aufgebracht würden.

Also bitte in der aktuellen politischen Lage sehr sehr vorsichtig bei den Formulierungen sein und das vollständige und realistische Bild zeichnen.
Magdalena
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Re: GAOP und wieder zurück?

Post 3 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Jaddy,

Danke für Deinen Glückwunsch. Was die Zahlen betrifft, so ist es hier die Aussage der Schwester. Über genaue Zahlen sprachen wir nicht. So kann die Aussage als subjektiv angesehen werden, da es auch nur für eine Klinik gilt. Im ganzen Land gibt es noch andere Kliniken, an denen ebenso die GAOP durchgeführt wird. Und da kaes anders wahrgenommen werden.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Susi T
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Re: GAOP und wieder zurück?

Post 4 im Thema

Beitrag von Susi T »

Glückwunsch auch von mir Magdalena,

Eine einzelne Aussage einer Schwester, das ist ein Problem.
Konnte sie denn über die Beweggründe was sagen, ob die Unzufriedenheit die OP und ihren Verlauf betroffen hat, oder die allgemeine Transition? Ob männlich oder weiblich? Unterschiede bei den Operateuren, oder nur eine Allgemeine Stimmung in der Klinik das in letzter Zeit manches nicht mehr ist wie früher? Würde es was helfen hier darüber zu reden? Probleme und solche Aussagen gehören an Selbsthilfegruppen und Vereine, um sowas zu sammeln und weiter zu bewerten. Hier könnte man nicht mal weitere Infos teilen, wenn es Auffälligkeiten gäbe, die die Klinik betreffen würde, da öffendlich.
Das bräuchte es aber um das genauer zu analysieren und differenzieren.

Hauptsache bei dir ist alles gut gelaufen und du bist zufrieden.
Hoffen wir das es vielen anderen in der Zukunft auch so geht.

Kann es sein, das deine Aufenthaltszeit länger als üblich war? Probleme gab es nicht, oder?
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Re: GAOP und wieder zurück?

Post 5 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Tira,

Danke! Rund drei Wochen sind bei der großen Lösung normal. Probleme gab es nicht. Und die sind nächstes Wochenende erreicht.
Ich weiß, dass eine Aussage einer Schwester nicht verallgemeinert werden darf. Es ist eine subjektive Aussage.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Susi T
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Re: GAOP und wieder zurück?

Post 6 im Thema

Beitrag von Susi T »

Danke liebe Magdalena,
hatte das mit der Zeit auch so mitgerechnet, so wie du es geschrieben hattest, wollte nur sicher sein.
Früher waren solche Zeiten vielleicht überall normal aber es ist noch keine 2 Jahre her, da war man dort bei deutlich unter der Hälfte der Zeit. Die Entwicklung trifft aber bisher nur diese Klinik, Planegg z.b ist noch bei bis zu 8 Tagen für die Große mit allem drum und dran.
Aber das liegt null an dir, sondern ist vermutlich der Auslastung geschuldet. Deswegen sehe ich die Aussage der Schwester auch besonders kritisch, auch wenn sie es vermutlich nicht besser weiß und nur nach Erklärungen sucht.
Aber es gibt nunmal mehrere mögliche Gründe für unzufriede Patient/innen und das so hinzudrehen, das die Patient/innen selbst Schuld sind, wäre bei problematischen Operationsverläufen/ergebnissen nicht gerade nett.
Da sollten wir sehr vorsichtig sein wenn wir sowas weitertragen, ohne die Hintergründe genauer zu kennen.
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Re: GAOP und wieder zurück?

Post 7 im Thema

Beitrag von Annette »

Hallo Magdalena

Also erst einmal, die Aussage deiner Krankenpflegerin (ich schreibe ganz bewusst nicht -schwester, denn damit würde ich ihr die Zugehörigkeit zu einem ganz hinterhältigen klerikalen Verein unterstellen) finde ich gar nicht mal so anrüchig. Wozu auch? Tatsache ist, sie arbeitet auf dem Sektor der Geschlechtsangleichungen, und da erfährt sie das gleich aus erster Hand. Da brauchts auch keine durch irgendwelche demografischen Umstände relativierten Zahlenbelege.

So, nach dem Krakeelen dann auch meine Glückwünsche für deine gelungene Ankunft im neuen und richtigen Leben. Es ist schön zu wissen, dass man Freunde hat auf die man sich verlassen kann. So wurde auch ich damals von meinem besten Freund abgeholt, der kam die 600km runter nach München, (k)eine Selbstverständlichkeit.

Und du darfst dich freuen, wenn du wieder zuhause ankommst, und endlich als Frau in deinem Freundes- und Bekanntenkreis Einzug hälst! Es ist ein erhabenes Gefühl, etwa so als hättest du etwas ganz Großes und Besonderes geleistet. Hast du ja auch! Ich schreibe aus eigener Erfahrung. Deine Heimkehr wird dein eigener, persönlicher Triumphzug sein! Geniesse es!

Annette CS
Tatjana_59
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Re: GAOP und wieder zurück?

Post 8 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Annette hat geschrieben: Mo 13. Jan 2025, 20:32 Hallo Magdalena

Also erst einmal, die Aussage deiner Krankenpflegerin (ich schreibe ganz bewusst nicht -schwester, denn damit würde ich ihr die Zugehörigkeit zu einem ganz hinterhältigen klerikalen Verein unterstellen) finde ich gar nicht mal so anrüchig.

Annette CS
Muss das sein?
😡
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Das Bauchgefühl gibt Rat.
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