Gerade hatte ich auch einen Beitrag dazu auf den Tasten
Der Spiegel hätte noch aus der Pressemitteilung zitieren können:
In ihrer korpuslinguistischen Studie haben die Forschenden deutschsprachige Pressetexte manuell annotiert (linguistische Informationen hinzugefügt), um jene Teile zu identifizieren, die geändert werden müssten. Dabei haben sie alle Wörter miteinbezogen, die betroffen sein könnten. Das sind nicht nur die Nomen (wie "Forscher"), sondern auch alle anderen relevanten sprachlichen Elemente wie Artikel, Adjektive oder Pronomen. Im Ergebnis zeigt sich: Im Durchschnitt sind weniger als 1 % aller Token (Wörter) von genderinklusiver Sprache betroffen. "Dieser geringe Anteil wirft die Frage auf, ob genderinklusive Sprache ein wesentliches Hindernis für das Verstehen und Erlernen der deutschen Sprache darstellen kann, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die Interpretation von generischen Maskulina auch nicht immer eindeutig ist", so Prof. Dr. Carolin Müller-Spitzer, Leiterin der Studie. Die Ko-Autorin * Ochs(1) ergänzt: "Zudem würden gar nicht alle Änderungen hin zu einer genderinklusiven Formulierung zu einem längeren oder komplexeren Text führen, da einige Wörter im Deutschen gut neutralisiert werden können, z. B. durch Ersetzen eines Lexems wie "šLehrer"˜ durch den neutralisierenden Ausdruck "šLehrkraft"˜". Betrachtet man nur jene Wörter, die sich direkt auf Personen beziehen ("Forscher", "Studenten", "Mitarbeiter" usw.), müsste von diesen ungefähr jedes zehnte Wort verändert werden (bspw. "Forschende", "Studierende", "Belegschaft"), wenn man einen genderinklusiven Schreibstil verfolgen möchte. Betrachtet man jedoch alle Wörter, muss eben nur ca. jedes hundertste Wort umformuliert werden.
Das entspricht auch meiner Erfahrung, wenn ich nach Schemata wie der Handreichung der bremischen Verwaltung (
PDF) vorgehe, wo neutrale Begriffe und Umformulierungen zuerst angewendet werden und nur wenn es gar nicht anders geht die Sternchen benutzt werden. Andere Forschungen haben gezeigt, dass viele Texte generell komplizierter als nötig formuliert sind und damit Menschen von der Nutzung ausschliessen, die Schwierigkeiten mit dieser Sprache haben.
Zu beachten bei der Studie ist noch, dass es um Pressetexte ging: "Ein Ergebnis: in den analysierten Texten der Deutschen Presse Agentur (DPA) werden zu 80% Männer erwähnt, bei der Brigitte hingegen zu 60 % Frauen, queere Personen kommen in der Textbasis der Studie nicht vor."
(1) Die Person heisst S-a-m-i-r-a Ochs, aber der Name wird offenbar automatisch ersetzt. Hallo Anne-Mette? Dein Forum hat eine eigene Meinung zu dem Namen?!