Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ
Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ - # 2

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Blossom
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 16 im Thema

Beitrag von Blossom »

Vesta hat geschrieben: Mo 10. Jun 2024, 21:51 Je einfacher der juristische Eintrag geändert werden kann, desto weniger ist er wert,
Ist er das wirklich? Weniger wert? ... Den Wert erhält er doch nicht, weil man es nun "einfach" erklären kann, sondern vielmehr ist er nur die juristische Bestätigung dessen, was ich seit all den Jahren leben - ganz egal ob operiert oder nicht. Für mich das reale Leben, täglich meine Frau zu stehen das I, der Eintrag nur noch der fehlende Punkt darauf.
Und wer bemisst den Wert eigentlich? Etwa Diejenigen, die quasi den "harten" Weg gegangen sind, oder entscheide nicht vielmehr ich selbst darüber?
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Lavendellöwin
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 17 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Blossom hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 00:27 Und wer bemisst den Wert eigentlich? Etwa Diejenigen, die quasi den "harten" Weg gegangen sind, oder entscheide nicht vielmehr ich selbst darüber?

Hey...

ja, das ist der richtige Ansatz.

Mal ganz davon abgesehen, das der "harte Weg" schon eine Weile eher ein laues Lüftchen ist.
In den aller, allermeisten Fällen und da werden mir sicher auch hier ein paar Personen zustimmen,
war es nur ein Aufwand an Zeit und Finanzen..die Gespräche an sich doch eher lockerer Natur und meist
sehr bestätigend.

Genau und der grösste Wert ist, das man bestätigt wird, draussen und nicht auf keiner Basis durch den Wolf gedreht.
Was nutzt ein hart erkämpfter Ausweis (den man alle Lichtjahre mal braucht) wenn man es sonst nicht transportiert?
Der steinigste Weg ist im eigenen Kopf..schlimm auch die Fingerheberei von manchen Menschen, pass da auf, mach das
so und so und überfordere niemand, viel davon Unfug.

Der einzige Vorteil war, das die Menschen die "uns" nicht sehr gerne mögen, stiller waren, denn es war ja irgendwie "geprüft". :()b

Ja...habt es gut Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 18 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
EmmiMarie hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 09:31 Der einzige Vorteil war, das die Menschen die "uns" nicht sehr gerne mögen, stiller waren, denn es war ja irgendwie "geprüft".
trotzdem erkennen einige Menschen das nicht an - und einige, ich möchte fast glauben, sie sind "gewerbsmäßig Hetzende", leugnen, dass es Transsexualität/Transidentität überhaupt gibt und sie respektieren das amtlich besiegelte "neue Geschlecht" nicht, sprechen von "verkleideten" Frauen und Männern, die ihr zuerst festgestelltes Geburtsgeschlecht "niemals verlassen können", auch nicht mit 100 Gutachten und aufwendigen medizinischen geschlechtsangleichenden Maßnahmen.

Deshalb verstehe ich das große Geschrei einiger Menschen nicht; denn was sie voher schon geleugnet haben, wird durch das Selbstbestmmungsgesetz nicht anders.
Insofern haben auch die Menschen Pech, die sich anbiedernd den Hetzenden gegenüber verhalten mit dem Gefühl, ihr "transgeschlechtlicher Weg" wäre irgendwie wertvoller und besser.
Auch sie bleiben in den Augen der Hetzenden Frauen oder Männer 2. Klasse - sozusagen "Irgendwie(auch)Frauen/Männer" (falls überhaupt).
Ein ähnliches Problem haben Menschen, deren Hautfarbe nicht zum "Deutschsein" zu passen scheint.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 19 im Thema

Beitrag von missy »

Ich denke schon, dass Gesetze auch Meinungen verändern. Nicht von heute auf morgen, aber auf lange Sicht und ganz langsam.
Ok, bei den Hardlinern, wie du es nennst den "gewerbsmäßigen Hetzern", nicht, da stimme ich zu.
Aber ich glaube, dass sich in der Gesellschaft durch ein solches Gesetz Dinge ändern werden. Das Thema wird mehr und mehr Einzug im Alltag finden, und irgendwann ist es nicht mehr fremd und bedrohlich. Irgendwann heißt es: "Isso." Und je mehr das Thema zum Alltag wird, um so schwerer wird es für die Hetzer zu hetzen. Ich träume davon, dass sie es irgendwann nur noch hinter vorgehaltener Hand tun. Aber das wird unsere Generation wohl nicht mehr erleben.
LG, missy
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 20 im Thema

Beitrag von Vesta »

Blossom hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 00:27 Ist er das wirklich? Weniger wert? ... Den Wert erhält er doch nicht, weil man es nun "einfach" erklären kann, sondern vielmehr ist er nur die juristische Bestätigung dessen, was ich seit all den Jahren leben
Das wird sich zeigen müssen.

Ich habe es schon erlebt, z. B. beim Arzt, dass zu Anfang mir gegenüber eine gewisse Unsicherheit bestand, aber nach dem Zeigen weiblicher Papiere war alles klar.

Sicher wird sich kaum jemand als Partygag gegengeschlechtliche Papiere besorgen, aber wenn Leute anfangen, sich gleich am Anfang einer Transition neue Papiere zu besorgen, wo es eben noch nicht das gelebte Geschlecht ist, wo das Aussehen noch nicht passt, dann schaffen dort auch diese neuen Papiere keine geschlechtliche Eindeutigkeit. Wenn so etwas häufiger auftritt, reichen womöglich nicht Mal die Papiere mehr, um das Geschlecht eindeutig zu machen. Im Extremfall genügen dann nicht Mal die Papiere mehr, um die weibliche Seite im Schwimmbad aufsuchen zu dürfen, und dann kommt es auf OPs an ... Nein, das muss nicht eintreten, hoffentlich nicht, und ich bin auch nicht prinzipiell gegen das Selbstbestimmungsgesetz, aber eine gewisse Skepsis bleibt. Die Zukunft wird's zeigen.
Blossom
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 21 im Thema

Beitrag von Blossom »

Vesta hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 22:27 Das wird sich zeigen müssen.
Die von dir beschriebene Unsicherheit wird bleiben, ob mit oder ohne OP, ob mit oder ohne Papieren. Niemand von uns wird eine derartge Perfektion erreichen, es sei denn eine Transition wäre bereits vor dem Stimmbruch erfolgt. Und jeder, der seine Papiere ändern lassen wird, wird zuvor ausreichend darüber nachgedacht haben. Das macht niemand einfach mal eben so - und wie du schreibst, schon gar nicht aus einer Laune heraus. Auch unterstellst du, dass sich jeder, nur weil er/sie über entsprechende Papiere verfügt, sich in einem Bad, einer Sauna (womit wir wieder bei EMMA-Vorwürfen und dergleichen wären) in einem nicht "halbwegs" passenden Körper präsentiert. Allein die Scham jedes Einzelnen dürfte wohl klar dagegensprechen. Mir persönlich ist allein schon der Gedanke, mich einer solchen Situation auszusetzen peinlich, weshalb es nicht dazu kommen wird. Jeder wird sich zuvor über die Tragweite einer solchen Entscheidung bewusst sein, die weit über ein "übliches" Coming-Out hinausgeht!
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 22 im Thema

Beitrag von Lana »

Vesta hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 22:27 wenn Leute anfangen, sich gleich am Anfang einer Transition neue Papiere zu besorgen, wo es eben noch nicht das gelebte Geschlecht ist, wo das Aussehen noch nicht passt, dann schaffen dort auch diese neuen Papiere keine geschlechtliche Eindeutigkeit.
Versuche mal, den Gedanken zuzulassen, dass es Menschen gibt, die gar keine Eindeutigkeit anstreben. Zum Beispiel solche, die sich in dem binären Geschlechtermodell nicht wiederfinden können: Nichtbinäre, Agender, etc ...

Nicht jede Transition hat ein möglichst gutes Passing als Ziel.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 23 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Vesta hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 22:27 Ich habe es schon erlebt, z. B. beim Arzt, dass zu Anfang mir gegenüber eine gewisse Unsicherheit bestand, aber nach dem Zeigen weiblicher Papiere war alles klar.
Hey hey...

ähm, ich find das hat in einer Praxis so richtig gar nichts verloren, oder da ist was ganz anders falsch..
würde eine Praxis das von mir verlangen, also wirklich verlangen, würde ich einen Knicks machen und die Tür hinter mir schliessen.
Vesta hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 22:27 dann schaffen dort auch diese neuen Papiere keine geschlechtliche Eindeutigkeit. Wenn so etwas häufiger auftritt, reichen womöglich nicht Mal die Papiere mehr, um das Geschlecht eindeutig zu machen.
wie wäre es stattdessen mit offenen Karten zu spielen? Da ist doch nichts Schlimmes dran. (bei Ärzten auch durchaus sinnvoll)
Das befreit auch. Nimmt den Druck perfekt zu sein, der um ein vielfaches schlimmer sein kann als das "alte Geschlecht".
Es geht darum, das ich ich bin mit allen Facetten.

Weisst du, ich habe mich auch schon an Stellen "geoutet" wo ich es gar nicht hätte müssen, danach dann gefragt wurde, warum denn überhaupt.
Ganz einfach weil ich es richtig fand. Offen bin.
Ich habe keinen Stress damit was ich bin und ich finde so oder so, das wir stolz sein können auf was wir sind.
Richtig proud.
Aber ich kann auch allerbestens unter dem Radar fliegen, ich hab die Wahl.

Ich finde manchen trans* Personen würde es super zu Gesicht stehen mal Farbe zu bekennen, dieses Verstecken,
dieses Falschseingefühl ist so übel letztes Jahrtausend. Aber nun gut..wers braucht..

wie hat meine Mutter mal gesagt? "Da draussen gibt es genügend andere Menschen die dich gerne mögen."

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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 24 im Thema

Beitrag von Vesta »

Lana hat geschrieben: Mi 12. Jun 2024, 09:34 Versuche mal, den Gedanken zuzulassen, dass es Menschen gibt, die gar keine Eindeutigkeit anstreben.
Das macht es ja noch schlimmer :shock:! (Diese Aussage bittet nicht ernst nehmen). Gut, denen kann egal sein, was ich davon denke. Aber wer keine Eindeutigkeit will, braucht eigentlich gar keine Papiere zu ändern oder nimmt uneindeutige Papiere, dann passt es auch wieder.
EmmiMarie hat geschrieben: Mi 12. Jun 2024, 10:13 ähm, ich find das hat in einer Praxis so richtig gar nichts verloren, oder da ist was ganz anders falsch..
Bei den Papieren handelte es sich in dem Falle um die Krankenkassenkarte. Das passt also, da gibt es nichts dran auszusetzen.
EmmiMarie hat geschrieben: Mi 12. Jun 2024, 10:13 wie wäre es stattdessen mit offenen Karten zu spielen? [...]
Ich habe keinen Stress damit was ich bin und ich finde so oder so, das wir stolz sein können auf was wir sind.
Richtig proud.
Nein, bloß nicht!! Das ist deine Einstellung nicht meine. Wo immer es geht, vermeide ich ein Outing.
Die Zahnärztin geht das nichts an, der FA für die HRT weiß das.
Freunde von früher oder die Familie wissen's natürlich. Im Beruf oder privaten Fortbildungen kommt ein Outing überhaupt nicht in Frage.
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 25 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Vesta hat geschrieben: Mi 12. Jun 2024, 16:18 Nein, bloß nicht!! Das ist deine Einstellung nicht meine. Wo immer es geht, vermeide ich ein Outing.
Die Zahnärztin geht das nichts an, der FA für die HRT weiß das.
Freunde von früher oder die Familie wissen's natürlich. Im Beruf oder privaten Fortbildungen kommt ein Outing überhaupt nicht in Frage

Alles chic...


ich bin damit fein. Es dürfen alle ihr Leben so haben wie es gewünscht und gut ist.
Alles kann und nichts muss..auf Outings bezogen zumindest :D

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, wir haben uns schon mal gelesen..irgendwann, irgendwo..

habs gut, Marie (flow)
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 26 im Thema

Beitrag von Blossom »

Vesta hat geschrieben: Mi 12. Jun 2024, 16:18 Im Beruf oder privaten Fortbildungen kommt ein Outing überhaupt nicht in Frage.
WOW ... dein Passing muss der Hammer sein, wenn ein Outing überhaupt nicht Frage kommt ... Das impliziert für mich, dass es perfekt sein muss, sonst würde es nämlich zumindest zu einem indirekten Outing kommen ... cool, wenn da so absolut nichts ursprünglich "Männliches" zu finden ist. Da bin ich direkt neidisch, würde ich mir nämlich auch wünschen - ist aber leider nicht so, auch wenn ich mir verdammt viel Mühe gebe, hübsch und feminin rüberzukommen.

Dann verstehe ich aber deine o.a. Skepsis nicht ... So perfekt kann es dir doch egal sein, was andere machen. Du wirst doch nicht mit ihnen in einen Topf geworfen, oder etwa doch?
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 27 im Thema

Beitrag von Susi T »

Nein ein Passing muß nicht perfekt sein, vorallem nicht ohne Outing. Es gibt schon immer Frauen mit männlichem Anteil und Männer bei denen schon lange Haare reichen um als Frau wahrgenommen zu werden.
Ich behaupte sogar das mit Outing man viel mehr unter Beobachtung steht, die Leute viel genauer hinschauen und so natürlich viel leichter die vielen Dinge auffallen.
Bei mir im Wohnort und in der Familie hat es einfach länger gedauert bis ich anerkannt war. Am Wohnort meines Schatzes ist das fast schon Kinderleicht dagegen, ob innerhalb der Familie die von dieser Seite der Vergangenheit nichts weiß, bei Kundenkontakt oder ganz normal unter Leuten. Eine große Androgene/Sportliche Frau, warum sollte jemand auf das Thema trans kommen wenn ichs nicht sage. Selbst wenn es Vermutungen geben sollte, so spielt es doch für die meisten Menschen keine Rolle, denn ich bin ich.
Wenn mich jemand fragen würde, hab ich kein Problem damit zu antworten, aber es fragt niemand.
Bei Ärzten hab ich meist sehr positive Erfahrungen gemacht und erzähl da auch genug und wo nötig geh ich auch offen mit dem Thema Inter um, etwas was ich früher immer versteckt habe.
Das erste Gespräch mit meiner Anwältin hab ich absichtlich ohne zu gendern begonnen mit dem Ergebniss das sie sagte:" eine schlimme Geschichte, aber leider geht es vielen Frauen so. Das in dieser Geschichte die Rollenverteilung zum guten Teil vertauscht waren, musste ich ja dann schon alleine wegen dem alten Schriftkram mitteilen.
Ich mag es so vorzugehen, denn ohne Vorurteile ein Gespräch zu führen ist viel leichter, grad unter Frauen ist dann eine Verbindung leicht herzustellen und meine Message ist dabei immer ähnlich: Wir leben schon lange unter Euch, sind einfach nur Frauen wie alle anderen auch, (manche vieleicht etwas auffälliger als andere, aber auch das spielt kaum eine Rolle) nur die Vergangenheit kann anders sein, aber selbst das muß garnicht immer so sein.
Zum Abschied ein "Schön dich kennen gelernt zu haben" und so manche Umarmung tun dann natürlich gut.
Also ich laufe nicht mit einem Schild trans/inter/lesbisch/pan im Alltag rum, dann schon lieber mit etwas queeren Regenbogen^^
Trotzdem war ich bereit in den Vorstand eines Transvereins zu gehen, weil Personalnot war, auch wenn damit Name und Konterfei für alle sichtbar ist.
Aber das sind dann persönlich bewusste Entscheidungen, die ich höchstens mit meiner Partner/in abspreche und von der ich meiner Tochter mitteile.

Edit: die Frage ist auch was mit einem Outing bezweckt werden soll. Wenn ich ohne Grund bei einem Gespräch mit einer Frau mit dem Thema Trans anfange was soll das bewirken, was erwarte ich von meinem Gegenüber? Möchte ich garnicht als Frau behandelt werden, sondern als Trans? Das sind Gedanken die sich meiner Gesprächspartnerin unwillkürlich aufdrängen müssen. Ich suche doch das Gespräch als Frau und nicht als trans Frau.
Wenn Sie mich fragt ob wir zusammen in die Sauna gehen, dann würd ich sie natürlich ohne GaOp auf die Problematik hinweisen. Beim Besuch im Schwimmbad ist es bei mir nicht nötig, aber vieleicht würde sich trotzdem ein Gespräch dahin entwickeln, das würde ich abwarten, denn die Gefahr sie zu blamieren oder Probleme zu verursachen besteht nicht.
Bei einer langen guten Freundschaft ergeben sich vieleicht mal queere Themen oder das auch persönlich/intime Dinge bequatscht werden, aber sowas ist keine Einbahnstraße, sondern einfach nur das reden über persönliche Dinge oder Vergangenheit.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Re: Kritik an Selbstbestimmungsgesetz: Verein für Transsexuelle in Melle vor dem Aus | NOZ

Post 28 im Thema

Beitrag von Aria »

Blossom hat geschrieben: Do 13. Jun 2024, 03:01
Vesta hat geschrieben: Mi 12. Jun 2024, 16:18 Im Beruf oder privaten Fortbildungen kommt ein Outing überhaupt nicht in Frage.
WOW ... dein Passing muss der Hammer sein, wenn ein Outing überhaupt nicht Frage kommt ... Das impliziert für mich, dass es perfekt sein muss, sonst würde es nämlich zumindest zu einem indirekten Outing kommen ... cool, wenn da so absolut nichts ursprünglich "Männliches" zu finden ist. Da bin ich direkt neidisch, würde ich mir nämlich auch wünschen - ist aber leider nicht so, auch wenn ich mir verdammt viel Mühe gebe, hübsch und feminin rüberzukommen.

Dann verstehe ich aber deine o.a. Skepsis nicht ... So perfekt kann es dir doch egal sein, was andere machen. Du wirst doch nicht mit ihnen in einen Topf geworfen, oder etwa doch?
Meine Erfahrungen zeigen, dass das Passing (welches? optisch?) nicht perfekt sein muss um als cis durchzugehen. Denn dazu gehört einfach viel mehr als nur das Erscheinungsbild. In so fern kann ich den Gedanken von Vesta schon nachvollziehen. Ich habe auch nicht das perfekte Passing - wie auch, nach 40 Jahren männlicher Vergangenheit. Dennoch gehe ich auf den 1, 2 und bestimmt auch 3 Blick als cis durch - wenn auch nicht ganz dem Durchschnitt entsprechend.
¡no lamento nada!
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