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»Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 14:56
von Olivia
Wo man an den -»Stillen Tagen-« tanzen darf

Alle Jahre wieder erinnern säkulare Gruppen daran, dass das -»Tanzverbot-« an Karfreitag nicht für diejenigen gilt, die aus weltanschaulichen Gründen gegen die -»Stillen Tage-« antanzen. Aus diesem Grund finden in dieser Woche zahlreiche -»Heidenspaß-Partys-« in Deutschland statt sowie Aufführungen des Monty-Python-Films -»Das Leben des Brian-«, der aufgrund der Feiertagsgesetze nicht öffentlich gezeigt werden darf.

Der weltanschaulich neutrale Staat darf nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2016 organisierten Freigeistern nicht mehr das Recht absprechen, ihre vom Christentum abweichende Bewertung der -»Stillen Tage-« durch -»Heidenspaß-Partys-« und -»Freigeister-Tanzveranstaltungen-« zum Ausdruck zu bringen. Nach dem Urteil aus Karlsruhe organisierte der Bund für Geistesfreiheit (bfg München), der gegen die bayerische Feiertagsgesetzgebung in Karlsruhe geklagt hatte, zusammen mit der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) 2017 eine erste, verfassungsrechtlich abgesicherte -»Karfreitagssause-« mit Musik, Kabarett und Filmvorführungen in München. Seither hat sich dieses Veranstaltungsformat etabliert. Allein in München werden in diesem Jahr 47 Partys an Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag stattfinden. Ein besonderes Highlight ist dabei die -»Clubrevolution — Gegen das Tanzverbot an Feiertagen-«, die allein mit 14 Veranstaltungen an Gründonnerstag auftrumpft.

Aber nicht nur in der bayerischen Hauptstadt ist an den -»Stillen Tagen-« der Bär los: In Regensburg kommt es an Karfreitag gleich an fünf Orten zu Heidenspaß-Partys. In Stuttgart lädt das LKA Longhorn zur Heidenspaß-Party ein, in Heidelberg der Toniq-Club. Die Kölner Innenstadt wird an Karfreitag sogar in einen Dancefloor verwandelt, nämlich im Rahmen einer -»Tanzdemo gegen das Tanzverbot-«. Und last but not least: Wie schon in den vergangenen Jahren wird die -»Initiative Religionsfrei im Revier-« auch an diesem Karfreitag den Monty-Python-Film -»Das Leben des Brian-« in Bochum zeigen (dank einer Ausnahmegenehmigung von der Feiertagsgesetzgebung, für die die Initiative in der Vergangenheit noch vor Gericht streiten musste).

Lesen Sie die komplette Pressemitteilung auf der Website der Giordano-Bruno-Stiftung...

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 21:56
von Patricia
Vielleicht sollte der weltanschauliche Staat dann den Tag auch einfach mal zum ganz normalen Arbeitstag erklären?
Dann können die Leute ja auch so viel auf der Arbeit tanzen wie sie wollen.

Ganz ehrlich, es ist das eine nicht an irgendwelche Götter zu glauben und es ist wiederum was völlig anderes den Glauben anderer mit Füßen zu treten. Vor allem dann wenn man selbst davon profitiert. Und ja die meisten von uns profitieren von den gesetzlich gewordenen kirchlichen Feiertagen. Einfach mal etwas mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen täte unserer Gesellschaft glaube ich sehr gut. Nicht nur immer auf dem eigenem Ego bestehen.

In NRW sind es gerade mal 4 Tage im Jahr welche als stille Feiertage im Gesetz verankert sind, davon ist nur der Karfreitag ein ganztägiger strenger stiller Tag. Die anderen stillen Feiertage sind weniger streng und die Verbote gelten nur bis max 18 Uhr. Im Gegenzug bekommen die meisten von uns dafür folgende Wochentage als Feiertage geschenkt: Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Allerheiligen (dieses Jahr am Freitag) , 1+2 Weihnachtstag (Mittwoch und Donnerstag).

4 mal in Jahr auf etwas Unterhaltung verzichten und dafür 8 freie Tage zu bekommen ist doch ein sau guter Deal oder?

Übrigens, ich glaube nicht an Gott und bin auch keiner Kirche angehörig. Einfach eine normale Bürgerin die kein Problem damit hat, an diesen Tagen nicht Tanzen zu "dürfen"

LG
Patricia

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 22:31
von Violetta Arden
Ich wäre dafür, die christlichen Feiertage, die wie alle anderen religösen Feiertage in einem demokratischen Land, in dem Kirche und Staat getrennt sein sollten, abgeschafft und einfach durch staatliche Feiertage ersetzt werden. Glauben ist -oder besser sollte sein- Privatsache und hat mit dem Staat nichts zu tun. Sämtlicher glaubensmässige Fanatismus hat nur zu Ungerechtigkeit, Gewalt, Willkür und Kriegen geführt und führt weiterhin dorthin. Wenn sich alle an die Werte, die eigentlich von so ziemlich allen Religionen im Prinzip hochgehalten werden, halten würden, wäre die Welt eine bessere. Und zu diesen Glaubensrichtungen gehört---und da scheren die Werte aber schon weit auseinander, der Kapitalismus....und das Streben nach möglichst vielen eigenen Vorteilen geldmässiger Natur. Der hat zusätzlich noch die umweltzerstörerischen Auswirkungen. Und nicht zu vergessen auch die Gleichberechtigung der Frau, Bildung, Selbstbestimmung, Verhütung. Die immer schneller werdende Überbevölkerung ist im Grunde nur die Auswirkung der patriarchalischen Machtstruktur.
Dass man am Karfreitag staatlich verordnet nicht feiern dürfte ist ein schon längst abzuschaffendes Relikt für der scheinheiligen katholischen Kirche.
Frohe Ostern wer's feiert
Violetta

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 22:35
von conny
Patricia hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 21:56 ...und es ist wiederum was völlig anderes den Glauben anderer mit Füßen zu treten. Vor allem dann wenn man selbst davon profitiert....Einfach mal etwas mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen täte unserer Gesellschaft glaube ich sehr gut. Nicht nur immer auf dem eigenem Ego bestehen.
Danke Patricia. Traurig, dass man das gerade in diesem Forum so besonders erwähnen muss.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 22:43
von conny
Violetta Arden hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 22:31 Ich wäre dafür, die christlichen Feiertage, die wie alle anderen religösen Feiertage in einem demokratischen Land, in dem Kirche und Staat getrennt sein sollten, abgeschafft und einfach durch staatliche Feiertage ersetzt werden.
Nö, wenn abschaffen, dann ohne Ersatz. Christliche Feiertage sind kein Steigbügelhalter für anderweitige arbeitsfreie Tage.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 22:45
von Patricia
Violetta Arden hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 22:31 abgeschafft und einfach durch staatliche Feiertage ersetzt werden
Aus welchen Grund sollte man diese Feiertage ersetzen? In dem Fall bin ich echt der Meinung entweder, oder. Keine halben Dinge. Entscheidungen treffen heißt auch mit dem Konsequenzen der Entscheidungen zu leben.

Nicht jeder Gläubige Mensch ist schuld an den Miesetaten anderer.

LG
Patricia

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 22:50
von Céline
Es ist der Respekt den man Denen entgegenbringt denen dieser Tag viel bedeutet.
Gerade ich als Musik und Partysüchtige sage diese Worte. Einfach einmal in sich kehren und nachdenken... genau das werde ich morgen machen. Im Garten Zeit verbringen und die Gedanken schweifen lassen und da ich tatsächlich sehr gläubig bin über mein Leben sinnieren.
Denken wir auch an die vielen Menschen die morgen frei haben und etwas zur Ruhe kommen können.
Céline

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 22:52
von conny
Patricia hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 22:45 Nicht jeder Gläubige Mensch ist schuld an den Miesetaten anderer.
... und von religiösem Fanatismus weit entfernt.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 22:55
von conny
Céline hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 22:50 Einfach einmal in sich kehren und nachdenken...
Damit können viele Leute heute leider nichts mehr anfangen. Nicht mal an einem einzigen (Karfrei-)Tag.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 23:01
von Blossom
Vermutlich riskiere ich Shit-Storm, aber ich bin nicht grundsätzlich gegen das Abschaffen (wenngleich es für mich vollkommen okay wäre), aber dafür, dass nur die Menschen an diesen Tagen tatsächlich frei bekommen, die auch tätsächlich eine Kirche aufgesucht und ihre Gläubigkeit belegt haben ... Für alle anderen wären es dann normale Arbeitstage. Wir haben eh schon viel zu viele, wenn man es mal mit den Zahlen in anderen Ländern vergleicht. Überhaupt frage ich mich, warum Ostern und Weihnachten direkt 2 Tage brauche und nicht grundsätzlich alle auf Sonntage gelegt werden.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 23:15
von conny
Blossom hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 23:01 Vermutlich riskiere ich Shit-Storm, aber ich bin nicht grundsätzlich gegen das Abschaffen (wenngleich es für mich vollkommen okay wäre), aber dafür, dass nur die Menschen an diesen Tagen tatsächlich frei bekommen, die auch tätsächlich eine Kirche aufgesucht und ihre Gläubigkeit belegt haben ... Für alle anderen wären es dann normale Arbeitstage.
Eine interessante Idee.
Blossom hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 23:01 Überhaupt frage ich mich, warum Ostern und Weihnachten direkt 2 Tage brauche und nicht grundsätzlich alle auf Sonntage gelegt werden.
Aufgrund der besonderen Bedeutung, wie auch Pfingsten.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 23:39
von Jaddy
Patricia hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 21:56 Ganz ehrlich, es ist das eine nicht an irgendwelche Götter zu glauben und es ist wiederum was völlig anderes den Glauben anderer mit Füßen zu treten. Vor allem dann wenn man selbst davon profitiert. Und ja die meisten von uns profitieren von den gesetzlich gewordenen kirchlichen Feiertagen. Einfach mal etwas mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen täte unserer Gesellschaft glaube ich sehr gut. Nicht nur immer auf dem eigenem Ego bestehen.
Es geht nicht darum, mal auf irgendwas zu verzichten. Der Knackpunkt ist, dass ausschliesslich christliche Feiertage diesen Status haben und das bei den "stillen" in einer ganz besonders umfassenden Art, die alle anderen Menschen ungefragt mit einbezogen werden. Nicht im Feiertagsspiel sind alle anderen Religionen. Nicht die jüdische, nicht die moslemische, wo schon inoffizielle Feiern zum Fastenbrechen nach dem Ramadan fast schon zu Aufständen führen.

Naja und Menschen, die bitte einfach von dem Kram verschont bleiben wollen, haben da auch keine Schnitte drin. Sie dürfen nicht mal den unverhofften Feiertag auf ihre Art geniessen, wenn schon nichts anderes geht.

Das fühlt sich einfach sehr unfair, ungleich und bevormundend an ... und auch rücksichtslos, um deinen Post aufzugreifen.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 23:52
von Jaddy
Blossom hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 23:01 Überhaupt frage ich mich, warum Ostern und Weihnachten direkt 2 Tage brauche und nicht grundsätzlich alle auf Sonntage gelegt werden.
Möchtest du das mal mit der Führungsebene der katholischen Kirche diskutieren? Die verweisen auf das Konzil von Nicea und lesen dir den Beschluss bzgl Ostern von 325 auf Latein vor ;)
Und das Weihnachtsdatum wurde nach heutiger Ansicht so gelegt, um die Anhänger*innen des römischen Sol Invictus zu "kannibalisieren" bzw das heidnische mit dem christlichen Fest zu überdecken.
Sol Invictus seinerseits überdeckte den Geburtstag des Mithras und noch früher waren die Saturnalien und das ganze hat Wurzeln in der Wintersonnenwende am 21.12.

Das in Deutschland anders zu machen... also wer das schafft, könnte die Feste eher ganz abschaffen, denke ich ;)

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Fr 29. Mär 2024, 00:13
von Patricia
Jaddy, ich respektiere jede Glaubensrichtung und werde mich im Beisein der gläubigen immer versuchen angemessen zu verhalten.

Ja es mag sein, dass nicht Gläubige oder Andersgläubige ein wenig eingeschränkt werden, das bestreite ich nicht. Sie gewinnen dafür aber definitiv was zurück und gewinnen auch deutlich mehr als das was sie hergeben müssen, zumindest in meinen Augen. Ich wäre durchaus auch mit Blümchens Lösung einverstanden, ebenso wie ich damit einverstanden wäre wenn andere Religionsgemeinschaften als Christen auch ihre gesetzliche Garantie auf Feiertage bekämen. Von mir aus so wie es in meiner Firma ist, als sog. Brauchtumstage. Nur eben nach der Religionszugehörigkeit.

Es hat schon etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun, wenn man solche Tage "duldet". Oder wie es der Kölsche sagt "Me moss och jönne künne."
Naja und Menschen, die bitte einfach von dem Kram verschont bleiben wollen, haben da auch keine Schnitte drin. Sie dürfen nicht mal den unverhofften Feiertag auf ihre Art geniessen, wenn schon nichts anderes geht.
Ja, ich möchte auch von vielen gesellschaftlichen Dingen gerne verschon bleiben. Fussball !!!, Schlechte Musik beim CSD, Besoffene Männer an "Vatertag", Karnevalsumzüge, Weihnachtsmärkte mit sehr schlechter Musik. rechte (nicht rechtsextreme oder rechtsradikale) Veranstaltungen...Sie sind da, ich erdulde sie. Klagen und dagegen protestieren wäre meiner Meinung nach einfach nur sehr ...

Leben und leben lassen und gegenseitige Rücksicht und rücksichtsvollen und respektvollen Umgang miteinander ausüben. Und nicht überall und immer auf die eigenen Rechte pochen wo es nicht wirklich notwendig ist.

P.S. mag ein krummer Vergleich sein, aber es schränkt mich auch ein, wenn ich nicht nach 22Uhr/Mitternacht einkaufen gehen kann oder eben an Feiertagen. Ist das denn so viel anders?

Ich denke es ist einfach nicht immer sinnvoll sich überall zu beschweren. Schon gar nicht, wenn man entschädigt wird.

Es gehört zu meinem Verständnis der Demokratie, Dinge zu erdulden die mir nicht gefallen, aber der Demokratie nicht wirklich schaden. Dazu gehören stille Feiertage ebenso wie Menschen für die anderer Meinung sind wie z.B. diejenigen die sagen, dass wir (trans) nur ein Trend seien, oder wie die CDU/CSU...

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Fr 29. Mär 2024, 00:31
von Blossom
Jaddy hat geschrieben: Do 28. Mär 2024, 23:52 könnte die Feste eher ganz abschaffen, denke ich
Da wäre ich sofort dabei ... und mal ehrlich, was interessiert mich irgendeine Vereinbarung von 325?! Und ja, ich fühle mich bevormundet, wenn ich an "stillen Feiertagen" nach der Arbeit nicht machen kann, was ich will. Überhaupt arbeite ich an nahezu allen Feiertagen und nutze sie nicht, um meinen Urlaub zu verlängern oder dergleichen.

Ich bleibe dabei: Frei nur mit Nachweis gegenüber dem Arbeitgeber, auch wirklich in der Kirche gewesen sein. Kein Nachweis = Fehlen ohne Entschuldigung, mit allen Konsequenzen, die das nach sich zieht.