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Der 18„Prozent„Unsinn mit dem "equal pay day" „ ein Kommentar

Verfasst: Mi 6. Mär 2024, 22:45
von Kerstin
Nichts gegen politisches Getrommel, das ist in Ordnung und gehört dazu. Nicht in Ordnung sind aber Taschenspieler-Tricks, die das Publikum für dumm verkaufen wollen. Leider ist der "equal pay day" so ein inszenierter Trick — und vor allem die Gewerkschaften sollten sich lieber an die eigene Nase fassen.
https://www.n-tv.de/politik/politik_kom ... 87471.html


Statistik ist schon was feines - die kann man sich immer zu rechtbiegen wie man sie gerade braucht.

Re: Der 18„Prozent„Unsinn mit dem "equal pay day" „ ein Kommentar

Verfasst: Do 7. Mär 2024, 08:28
von Susi T
Hmmm und warum überhaupt werden "Frauenberufe" schlechter bezahlt? Mit den Konsequenzen hat die ganze Gesellschaft zu kämpfen, z.b Pflegenotstand. Da wird nunmal die fehlende Kampfbereitschaft und Soziale Ader maßlos ausgenutz. So einfach kann sich sowas nicht trennen lassen.
Funakt nebenbei, auch nette Männer werden gerne benachteiligt.
Liebe Grüße, Tira (flo)

Re: Der 18„Prozent„Unsinn mit dem "equal pay day" „ ein Kommentar

Verfasst: Do 7. Mär 2024, 10:09
von Jaddy
Der Unsinn besteht vor allem darin, dass Blome nur Überschriften wiedergibt, aber weder die Inhalte darunter, noch die tieferen Zusammenhänge. Ich unterstelle da durchaus Absicht, denn er hat ja die PM des Statistisches Bundesamts komplett gelesen.

Allein die bereinigten 6%, also ein Drittel der Lohnlücke, sind nicht durch unterschiedliche Jobs, Teilzeit, etc erklärbar. Das ist schon mal ein Skandal an sich, der sich nicht durch Tarifverträge allein lösen lässt. Schon sehr billig, das auf die Gewerkschaften abzuschieben.

Was Blome allerdings vor allem auslässt sind die Gründe für die zwei Drittel der 18%: Ein Kind zu haben bedeutet heutzutage ein erhebliches materielles Risiko, und zwar hauptsächlich für Frauen. Fehlende Betreuungsplätze, unflexible Arbeitszeiten, "mit Kind" geht häufig nur Teilzeit und Alleinerziehende sind idR ebenfalls Frauen. Berufswahl, Erwerbsunterbrechungen und Teilzeit sind aber mit Kind häufig nicht freiwillig, sonder bedingt durch reale strukturelle - sprich: auch politische - Benachteiligung im Sinne fehlender Optionen. Das führt dann quasi zwangsläufig bei Frauen mit Kindern, bei denen das Modell der Ehe mit (gut bezahltem!) Alleinverdiener und gemeinsamem Rentenanspruch nicht klappt, zu erheblichen Lohneinbussen und danach Altersarmut.

Thematisiert wird dieser Zusammenhang nach dem was ich an Artikeln gefunden habe nur in der taz:
Dass sich diese Kluft so bald wie möglich schließt, dafür kämpft die Equal-Pay-Day-Kampagne. Flankiert wird sie von Gewerkschaften und Parteien. Als größtes Problem bei der Schließung der Gender Pay Gap nennt die Kampagne den fast dreimal höheren Anteil von Frauen an Teilzeitarbeit, der vor allem aus deren Übernahme von Care-Arbeit resultiere, also der meist unbezahlten Fürsorgearbeit wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und Haushalt. Gleichzeitig stellt die Kampagne Lösungsansätze wie die 4-Tage-Woche, Jobsharing und Digitalisierung zur Diskussion.
(https://taz.de/Equal-Pay-Day/!5993651)

Die Equal-Pay-Day Kampagne (Link oben) und alle, die sich konkret mit dem Thema beschäftigen, sind nämlich längst über Blome hinaus und konzentrieren sich auf diese strukturellen Benachteiligungen. Siehe "Studien und Fakten".

Und deshalb ist Blomes Kommentar unterkomplex, irreführend und unsinnig.