Moin Moin
Das mit dem Schreiben stimmt zu 100%. Da ich selbst sehr gerne und auch viel schreibe, und zudem dazu tendiere meine eigene kleine Geschichte in die Welt hinauszuschreien, ist es naheliegend, dass ich auch beabsichtige, dies zu tun. In der Tat habe ich schon grosse Teile meiner trans Biografie auf Papier, bzw. Festplatte gebannt. Für mich selbst eine sehr schöne Erfolgsgeschichte, denke ich mal... und dann kommt Malvine mit ihrem Beitrag daher...
Malvine hat geschrieben: So 25. Feb 2024, 20:55Schönwetter-Biographien locken keine hinterm Ofen vor...
Tja, liebe Malvine, wo du recht hast, hast du recht! 0815-Blümchenstories möchte niemand haben! Was die Leserschaft braucht, ist Spannung und Dramatik! Einen Plot voller Konflikte und Lösungen dazu. Dies gilt im vor allem im fiktionalen Bereich, aber auch bei Biografien! Kurz gesagt, das Lesepuplikum möchte unterhalten werden. Hinzu kommt, dass es anderen (trans) Lesern eventuell als Inspirationsquelle und als Ansporn dient, die eigene Transition voranzutreiben (bei mir war es jedenfalls so, einst habe ich viele trans Biografien regelrecht in mich hinein gefressen). Kurzum: egal ob Fiktion oder Non-Fiktion, bei einem gelungenem Plot dreht sich viel um Konflikt, Konflikt, Konflikt!
In wie fern betrifft das meine eigene Vita? Um es vorweg zu nehmen, meine gesamte Transition IST eine blumige Erfolgsgeschichte, sie war kurz aber äusserst intensiv, von Leichtigkeit und vielen wundervollen Erfahrungen geprägt. Und nein, ich möchte mich damit nicht brüsten, vielleicht hatte ich einfach nur Glück. War ja auch gut so. Doch könnte solch eine Story als Buch-Plot herhalten? Desöfteren wird mir gesagt: auf jeden Fall! Denn was sei inspirativer als eine Erfolgsgeschichte?! So einfach wird es wohl nicht sein. Zum anderen, so fällt mir gerade ein, verfüge ich dennoch über ein ungeheures Reservoir an Verzweiflung, Frust, Ängsten und Konflikten, mitsamt der damit einhergehenden Dramatik: all die verkorksten Jahre vor Outing und Transition, meine persönliche "Dunkelzeit".
So werde ich mich weiter bemühen, mein (trans) Leben chronologisch zu verfassen, um es zu gegebener Zeit zu veröffentlichen (falls alles richtig läuft). Denn Schreiben empfinde ich als ungeheuer befreiend und es beschert mir eine gewisse Genugtuung.
Im übrigen existiert bereits eine "verkürzte Kurzfassung" (6 A4-Seiten) meines trans Lebenslaufes auf einer Webseite über trans, und ist frei zugänglich... falls das jemand interessieren sollte, einfach fragen, ich schicke dann den Link.
So weit, so gut...
Liebe Grüsse aus Luxemburg
Annette