Hallo, miteinander,
zwar bin ich einige Jahre jünger, aber als Quasi-Zeitgenosse wühlt mich das Thema schon auf.
Kentler wirkte mit seinen Anschauungen weit über die Jugendarbeit der Evangelischen Kirche hinaus.
Er war etwa auch im Beirat der ausgesprochen kirchenkritischen Humanistischen Union.
So ist ein Blick nach wikipedia ganz aufschlussreich:
(aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Kentler )
"...
Nach Beendigung seines Studiums war er zunächst als Jugendbildungsreferent an der Evangelischen Akademie Arnoldshain tätig. Im Anschluss daran arbeitete er von 1962 bis 1965 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studienzentrum Josefstal (evangelische Jugendarbeit) bei Neuhaus am Schliersee. Die maßgeblich von ihm mit entwickelte Theorie einer emanzipatorischen Jugendarbeit machte ihn bundesweit bekannt.[7]
Im Folgejahr war er als Assistent von Klaus Mollenhauer an der PH Berlin. Danach wurde er Abteilungsleiter für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung am Pädagogischen Zentrum Berlin und von 1967 bis 1974 ebendort Abteilungsdirektor. 1975 promovierte er in Hannover mit der Dissertation Eltern lernen Sexualerziehung, die auch als Buch erschien und insgesamt bis in die 1990er Jahre eine Auflage von 30.000 Exemplaren erreichte. 1976 erhielt er einen Ruf als Hochschullehrer für die Ausbildung von Berufsschullehrern für Sonderpädagogik an die Universität Hannover, an der er bis zu seiner Emeritierung 1996 lehrte.
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"....
Positiv würdigt die Humanistische Union Person und Lebenswerk Kentlers. In ihrem Nachruf heißt es: 'Ein Leuchtturm unseres Beirats ist erloschen. Wie kein zweiter verkörperte Helmut Kentler die humanistische Aufgabe einer aufklärerischen Sexualerziehung, und zudem war er ein Vorbild für öffentliche Wissenschaft. ("¦) Sein Habitus kombinierte in seltener Weise die Eigenschaften Kompetenz, Authentizität und Nahbarkeit, womit Kentler seine Leser wie Hörer beeindruckte "¦ Da er sogleich Sympathien weckte, haben viele sich ihm anvertraut.'
[Rüdiger Lautmann: Nachruf auf Helmut Kentler. In: Mitteilungen der Humanistischen Union. Zeitschrift für Aufklärung und Bürgerrechte. Ausgabe Nr. 202 (Heft 3/2008) vom 30. Oktober 2008, S. 26—27. Abgerufen am 23. Juni 2013. ]
..."
Ich finde, es ist höchste Zeit, dass Umfang und Breite von Kentlers Wirken und Einflüssen aufgearbeitet und veröffentlicht werden -
und vor allem den Betroffenen noch Anerkennung ihres erlebten Leids, Hilfe, Unterstützung und Kompensation zukommen kann.
Liebe Grüße
Inga