Lana hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 22:54
Jaddy hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 20:53
Auf eine ausführliche Qualitätsanalyse und Vergleich der angeführten Studien wäre ich gespannt
Das ist doch eine zentrale Forderung in dem Paper, siehe Abschnitt 9.2.
Natürlich wirst du immer Studien finden, die genau das belegen, was du gerade vertrittst. Die Frage ist nur, wie aussagekräftig die sind. Du behauptest, die wären OK und würden andere Studien widerlegen, die ein anderes Ergebnis haben. Andere Leute behaupten das Gegenteil. Ich kann das fachlich nicht einschätzen, und ob du das kannst, weiß ich nicht.
Jedenfalls scheint mir bei deinen Postings immer eine gehörige Portion Ideologie mitzuschwingen, die andere Standpunkte von vorneherein ausschließt und einer offenen Diskussion nicht dienlich ist. Dein Eingangsstatement in diesem Thema spricht da für sich, ebenso wie das hier:
Jaddy hat geschrieben: Mo 12. Feb 2024, 20:53
Zusammengefasst: Dieses Paper von Bettina Reiter ist das trans health care Äquivalent zur Klimawandel-Leugnung.
LGL
OK, ich erkläre mal, wie ich das navigiere: Wie ist das Verhältnis an tatsächlichen Fachleuten des Gebiets? Wie ist deren Konsens? 50:50 oder 90:10 oder gibt es viele Ansätze, deren Evidenzlage alle schwach ist? Wie sind die jeweiligen praktischen Ergebnisse? Gibt es aktuelle, unabhängige, peer reviewed, statistisch aussagekräftige Studien, die diese Ergebnisse und Ansätze unterstützen? Gibt es belastbare (s.o.) Studien, die die Ansätze in Zweifel ziehen?
WPATH ist die
World Professional Association for Transgender Health, hat 2700 praktisch tätige Member, ist seit 1979 aktiv. Ihre Standards of Care (SOC) werden weltweit angewandt und führen zu den Ergebnissen, die ich genannt hatte: Im Vergleich zu anderen med./psych. Massnahmen inzwischen unglaublich hohe Zufriedenheitsraten, unglaublich niedrige "Regret"-Raten. Damit beweist sich das quasi selbst. Sie arbeiten regelmässig Studien ein und verbessern die SOC. Dazu gehören auch Modernisierungen wie die Entpathologisierung, d.h. die Streichung von Transidentität als psychische Störung und Anerkennung als Varianz.
Die Leitlinien der AWMF funktionieren ebenso: Sie orientieren sich an
best practices, also dem was nachweislich funktioniert, also die Betroffenen zufriedener macht.
Auf der anderen Seite gibt es Behauptungen, deren Veröffentlichungen seit der ersten Erfindung der Abkürzung ROGD 2015 samt und sonders wegen methodischer Mängel implodiert sind. Heisst: Es gibt da keine belastbare Evidenz. Ihre Veröffentlichungen wurden von keiner renommeriten, d.h. peer reviewed Fachzeitschrift angenommen.
Schlimmer noch: Neben der im SciAm Artikel genannten Studie gibt es weitere, die trans Jugendliche befragt haben, wie lange sie vor ihrem coming out gegenüber den Eltern sich ihrer Transidentität bewusst waren. Ergebnis: ca. 2 Jahre. Für weitere Infos:
Julia Serano hat die Referenzen; aus peer reviewed Fachzeitschriften.
Also: Auf der einen Seite eine sehr große Zahl Praktiker*innen mit nachweislich guten Ergebnissen, unterstützt von überprüften Studien, die genau diese Ergebnisse bestätigen. Auf der anderen Seite eine sehr kleine Zahl von Menschen ohne nachweisliche Ergebnisse (die ihre Hypothese stützen würden) und ohne wissenschaftlich überprüfte Studien. Und das seit 8 Jahren.
Das quasi gleichwertig zu behandeln nennt sich
false balance. Daher mein Vergleich mit Klimawandel-Leugnenden.