Vicky_Rose hat geschrieben: Do 25. Jan 2024, 14:36
ich fürchte, das kannst Du getrost vergessen. Die "Braunen" wirst Du nicht überzeugen, da sie nicht überzeugt werden wollen. Es ist wichtig, dass die Menschen erreicht werden, die bisher nur stumm waren, egal aus welchem Grund oder die aus Protest Sympathie für den rechten Rand haben. Hier ist nicht nur die Politik gefragt, sondern jede/r Einzelne, der noch einen Funken Menschlichkeit in sich trägt.
Und die Demos zeigen ja, dass es unheimlich viele Menschen gibt, die noch Menschlichkeit in sich tragen. Je eher sich der Widerstand gegen AfD und Konsorten formiert, um so besser. Und vor allem bevor es zu einer Machtübernahme kommt, die nicht unmöglich ist. Es kann keiner sagen, er/sie hätte es nicht gewusst ...
Volle Zustimmung! Ich hoffe auf zweieinhalb wichtige Effekte plus die Verbreitung einer wichtigen Einsicht.
Effekt 1, dass sehr viele Menschen auf den Demos und durch die Demos erkennen, dass sie nicht allein sind. Dass sie den Mut fassen, auch im Alltag und Umfeld den Mund aufzumachen. Dass sie sich mit ihren Kolleg*innen, Freundys usw unterhalten, dass sie dort waren und dass es gut und richtig ist.
Effekt 2, dass auch der Spitzenpolitik klar wird, dass langsam mal aktives Handeln gefordert wird. Und zwar nicht, den Themen der blaunen zu folgen und sich mit eigenem Populismus zu profilieren. Die eigentlich wichtigen Themen sind doch vollkommen andere, als was das afd verbreitet.
Und das führt hoffentlich dazu, dass sich allgemein, auch unter den Wählenden die Einsicht ausbreitet, dass die Leute rechtsaussen keine Lösungen anzubieten haben. Selbst wenn Millionen Menschen deportiert würden, Deutschland aus der EU austräte, die Grenzen verrammelt und alle nur noch generisches Maskulin in Fraktur schreiben würden, wäre damit kein einziges wichtiges Problem gelöst. Nicht die Überalterung mit ihren Folgen für Renten-, Pflege- und Gesundheitssystem. Nicht die jahrzehntelang vernachlässigte Infrastruktur, nicht die Energieversorgung, nicht die fehlenden bezahlbaren Wohnungen, das kaputtgesparte Bildungssystem und nicht die Arm/Reich-Schere (Siehe
https://afdnee.de/faktencheck/).
Sprich: Wenn sie alle Sündenböcke geschlachtet haben, stehen die Rechten nackt da, und ausser einer Menge Chaos ist nichts besser oder sicherer als vorher. Das könnte gerade die konservative Mehrheit aufrütteln, die wir ja unbestreitbar im Land haben, und die vor allem Stabilität und eine überschaubare, sichere, planbare Zukunft möchte. Wenn diese Erkennis den Weg in ihre Köpfe findet, mache ich mir erheblich weniger Sorgen. Und dann könnten wir vielleicht zu dem zugegebenermassen nervenden Prozess realitätsorientierter demokratischer Aushandlung zurückkehren.
Ach so, der halbe Effekt. Der tritt schon ein. Den afd Spitzen geht ein wenig die Düse, weil 1,3 Millionen spontan Demonstrierende an einem Wochenende sowohl ihre Demos weit übertreffen, als auch die assoziierten rechtsdenkenden Querlenker usw. Es könnte sein, dass es für Sympathisierende weniger opportun erscheint, mit der Partei und bestimmten Leuten darin in Zusammenhang gebracht zu werden. Zum Beispiel Großspendenden, usw., und dass sie die Meinungsführerschaft in Stammtischrunden verlieren.
Heisst: Was die Rechten am meisten fürchten ist, dass die Mehrheit sie nicht passiv gewähren lässt.