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Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Mi 25. Okt 2023, 20:01
von Malvine
Einige Studierende an der Universität Augsburg fordern die Einführung von Gloryholes.... mit einer für mich sehr fragwürdigen Begründung.
Ich frage mich, ob den Antragstellenden klar ist, welches Bild sie von der queeren Szene in der Öffentlichkeit zeichnen....
. "Diese deutliche queere Positionierung würde Potenziale für die verbesserte Teilhabe am Universitätsalltag von queeren Studierenden entfesseln und damit deren Alltag, das Sicherheitsgefühl sowie das Wohlbefinden ebenjener erhöhen."
https://www.t-online.de/nachrichten/pan ... rum-.html
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Mi 25. Okt 2023, 20:10
von Kerstin
Ich frag mich nur gerade welche Drogen die einwerfen. So ein Schwachsinn.
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Mi 25. Okt 2023, 20:53
von Annette
Bitte was?!
Glory Holes gibt es vorwiegend in billigen Sauf- und Bumslokalen, oder auch auf öffentlichen Toiletten. Eigentlich eine tolle Idee, denn falls du merkst, dass sich da auf der anderen Seite das allsehende Auge eines Spanners befindet, dann kannst du dem prima in die Fresse hineinpissen!
Bitte entschuldigt meine äusserst krude Ausdrucksweise, doch bei solch einem idiotischen Schwachsinn einiger studierenden Vollpfosten fällt mir nix besseres mehr ein.
Aber Danke für diesen wundervollen Beitrag. Ich mache gelegentlich Satire und mal sehen was sich machen lässt... der nächste Auftritt kommt in wenigen Wochen.
Nette Grüsse von Annette
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Mi 25. Okt 2023, 23:01
von Marlen
Hallo zusammen,
Das erste mal habe ich sowas im Kabinett der Herrentoilette an meiner Berliner Uni gesehen. Als Kind von Land war ich erst verwundert und als ich erfuhr wozu das dient, entsetzt amüsiert oder amüsiert entsetzt. Das hat an einer Uni, Schule, Kaserne, Amt usw. nichts verloren. Dafür gibt es besser geeignete Lokale oder Klappen.
Und wer's mag, viel Spaß dabei!
Liebe Grüße
Marlen
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Mi 25. Okt 2023, 23:19
von Zoey
Ich hab den Artikel gerade ein zweites Mal aufgerufen, um nachzusehen, ob der schon älter ist (1. April und so...).
Da das ja offensichtlich von den Studis ernst gemeint ist - hier die ebenso ernst gemeinte Antwort:
Liebe Grüße von Zoe, die sich gerade wie ein Wackeldackel vorkommt, da sie gar nicht aufhören kann mit dem Kopf zu schütteln...
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 11:36
von conny
Nehmt ihr den Antrag "einiger" Studenten wirklich ernst?

Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 11:47
von ExUserIn-2026-04-08
Es ist eine typische studentische Provokation. Kinderkram ... Einfach nur darüber lächeln ...
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 12:04
von Annette
Glory Holes?
Wenn schon auf dem Lehrstuhl, dann bitte auch im Beichtstuhl.
hehehe... und weg!
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 12:08
von Jaddy
Was für eine hervorragende Aktion!
So viel Aufmerksamkeit mit so wenig Aufwand. Natürlich wird es das nicht geben. Aber viel Gelegenheit für etliche Aufhänger-Themen. Sich echauffierende Sittenwächtys, empörte akademischen Reinheitsfanatikys, aber auch um genau auf einige überholte Dinge hinzuweisen, die grob ins Themenspektrum cis-bin-het Normativität fallen. Ich schätze, da gibt es in Augsburg eine lange Liste.
Souverän wäre meines Erachtens gewesen, das bewusst völlig emotionslos zu behandeln, eine Anhörung zu machen, die Frage nach Kosten, Kostenstelle und Betreiber*innen zu stellen und so das ganze ad absordum zu führen und schliesslich abzulehnen, ohne auf die Provokation einzugehen. Dem hätte ich dann etliche Sternchen für guten Stil gegeben

Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 12:37
von Annette
Jaddy hat geschrieben: Do 26. Okt 2023, 12:08
Was für eine hervorragende Aktion!
So viel Aufmerksamkeit mit so wenig Aufwand. Natürlich wird es das nicht geben. Aber viel Gelegenheit [...] für sich echauffierende Sittenwächtys, empörte akademischen Reinheitsfanatikys,...
...und natürlich auch für Satireschriften und Kabarettauftritte! Ich arbeite bereits an einem Plot, denn das Thema kommt wie gerufen!
Liebe Grüsse von Frollein Möter!
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 12:53
von Laila-Sarah
Ach Jaddy,
Du hast doch bestimmt von der Gausglocke gehört. Was der dicke Bauch der Glocke über die flachen Ränder denkt ist sehr entscheidend über die Akzeptanz und die Salonfähigkeit der Ränder. Auch über die Lebensqualität. Den alleine auf einer lgbti Insel werden wir bedingt glücklich. Rand der Glocke: Hier Randgruppen aka wir. Ob das so klappt mit der Akzeptanz ?
LG
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 13:01
von Franziska
So einen Antrag zu stellen ist wirklich "Kinderkram".
Aber die Frage, die ich mir stelle, was geht eigentlich in den Köpfen derer vor, die so einen Antrag stellen?
Ist da ein luftleerer Raum oder ist das alles nur die heutige Spaßgesellschaft, Generation TIK TOK usw.? "ƒ
Für das wahre Leben aber kaum geeignet.
Grüße
Franziska
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 13:19
von Malvine
https://www.t-online.de/nachrichten/pan ... ttert.html
Der Antrag wurde - wie wohl zu erwarten war - abgelehnt.
Bleibt nur noch der Nachgeschmack, das die queere Community für öffentliche anonyme Sexlöcher in der Wand ist.....
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 13:37
von Jaddy
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 26. Okt 2023, 12:53Ob das so klappt mit der Akzeptanz ?
So im Rückblick auf diverse Emanzipationsbewegungen, nicht nur queere, wird Akzeptanz über die Zeit sowohl durch "Normalisierung" erzeugt, also alltäglichen Kontakt, als auch durch ein paar schrille Ränder. Beides ist nötig. Im LSB-Spektrum zum Beispiel Alfred Biolek
und Hella von Sinnen, Cornelia Scheel
und Dirk Bach. Auch Aktionen wie Rosa von Praunheims Fremdouting, so problematisch und zu kritisieren es war. Aber auch die sehr gesittete Aktion Standesamt von 94 usw.
Gerade die schrillen Aktionen dehnen den Möglichkeitsraum, den "wir andere" dann nutzen können. Das beobachten wir ja leider auch bei den queer-feindlichen Kräften: Verschiebung des Diskursfenster ("Overton-Window"), Normalisierung des vorher unsagbaren. Forschung zeigt (müsste ich raussuchen), dass neue Normalität nicht ohne schrille Vorarbeit funktioniert. Von "Stonewall was a riot" bis zu "CSD ist doch nur Party".
Mir ist schon klar, dass es für eher un-schrille Betroffene manchmal schwer auszuhalten ist, mit "denen" in Verbindung gebracht zu werden. Solche Fremdschäm-Momente hatte ich auch schon und ich wurde auch schon in Diskussionen verwickelt, in denen ich "die" irgendwie rechtfertigen sollte. Letztlich lief es aber darauf hinaus, dass "die" weiterhin "die schrillen" blieben und ich "das normale Wesen von nebenan".
Philosophisch betrachtet, finde ich es wichtig, sich nicht pauschal von "denen" abzugrenzen. Weder nach aussen, noch in den eigenen Gedanken. "Die" sind nicht so viel anders. Nur etwas weiter jenseits des eigenen Tellerrands und damit stellen sich zum Beispiel wunderbare Fragen nach Legitimität, die auch grundsätzliche Fixpunkte für Diskussionen liefern können. Ich hätte da eine interessante Episode zum Thema "Kannibale von Rotenburg"...
Im Grundsatz fordern "die" die gleichen Rechte wie "wir" ein. Damit meine ich nicht genau diese Sache mit den Gloryholes, sondern die Frage, in wie weit LSBTIQIA+ real sichtbar sein darf, was gesagt werden darf, was von der Normgesellschaft tabuisiert wird.
Zugespitzt: Was unterscheidet die Installation von Gloryholes vom Aufhängen von Kondom-Automaten? Vor 40 Jahren hätte beides ähnliche Aufregung erzeugt - nachdem der Begriff Gloryhole erklärt worden wäre. Dann kam HIV und
"TINAAAA, WAS KOSTEN DIE KONDOME?". Heute wird für safer sex geworben und natürlich werden Kondome auch in der Uni benutzt und nicht nur in den Studi-Buden. Offizielle Gloryholes sind also aus meiner Sicht ein spitzbübisch gewähltes, nicht wirklich ernst gemeintes Thema, dass Queerness in der Uni normalisieren kann. Je weniger sich darüber aufgeregt wird, desto lockerer wird es abgebügelt. Danach kommen dann zB die kostenfreien Menstruationsprodukte und Hygieneeimer auf
allen Toiletten, usw. Also "die normalen" Dinge.
Re: Gloryhole „ ein Bärendienst an der queere Community?
Verfasst: Do 26. Okt 2023, 13:58
von Laila-Sarah
Grundsätzlich bin ich bei dir. Der Ami sagt ja es gibt keine schlechte Publicity. Denn steht das Sternchen in den Medien rollt der Rubel. Egal ob mit oder ohne Höschen vor der Kamera.
Aber wir sind keine Sternchen und wollen in der Mitte der Gesellschaft ankommen und keine Filmverträge.
Aber so sexualisierte und sinnfreie Forderungen?
Eigentlich haben wir ja Konzens. Ich wünschte wirklich die würden sich z.b. Schutzräume etc. wünschen. Ja aber unsere Homos haben ja das Hirn in der Hose. Sehe ich auch wenn ich abends Tanzen gehe. Es geht ständig um Sex und hirnlose/mechanische Gruppengerammel - zum Fremdschämen.
Oh jeh,
LG