Sind wir "falsch" oder wertvoll ?
Verfasst: Di 17. Okt 2023, 07:09
Moin,
in einem Beitrag von Sophia fand ich folgenden Satz:
Im Volksmund sagt man, jeder Jeck ist anders. Andere sagen, in jedem Menschen stecken männliche und weibliche Anteile und die neuronale Forschung kommt auch immer mehr dahinter, dass es kein männliches oder weibliches Gehirn gibt, sondern jeder Mensch ist aus den verschiedensten Elementen zusammen gesetzt. Dsa macht unsere Individualität aus.
Vor diesem Hintergrund bekommt für mich der Eingangssatz eine andere Bedeutung. Wenn etwas "schief" gelaufen ist, als ich irgendwo zwischen Zeugung und Geburt nicht meinem Körper gemäß empfinde, mache ich mich unnötig schlecht. Ich sehe mich eher als ein Experiment der Natur an. Gerade in meiner individuellen MIschung aus Körper und Empfinden, kann ich einen Beitrag leisten, den Andere so nicht leisten können. Diese Fähigkeit macht mich nicht schlecht, sondern wertvoll.
Mit dieser positiven Einstellung kann ich viel besser durch das Leben gehen, da nicht ich das Problem bin, sondern die (vermeintlich ?) fehlende Anerkennung durch andere. Das ist meine persönliche Einstellung, die nicht zu anderen passen muss. Aber ich empfehle darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht eine positivere Einstellung zum eigenen Körper oder dem eigenen Empfinden für das eigene Selbstbewusstsein oder den eigenen Selbstwert hilfreich sein könnte. Es macht einen Unterschied, ob man auf andere mit der Haltung zugeht, "falsch" oder eine wertvoller Mensch zu sein.
Und was ich ganz wichtig finde, mit einer negativen Einstellung zu sich selber, tun wir auch anderen Trans-Betroffenen keinen Gefallen. Wir spielen unseren Gegnern und Gegnerinnen in die Karten, wenn wir uns falsch titulieren.
Wir sind außergewöhnlich und können deshalb manche außergewöhnlichen Aufgaben besser wahrnehmen als andere. Hier liegt unser Wert. Und genau den müssen wir in der Diskussion verkaufen. Nicht unser "Anderssein" ist das Problem, sondern die Unterdrückung durch andere. Und die Unterdrückung fördern wir, in dem wir uns als "falsch" betrachten.
Wie seht Ihr das ?
in einem Beitrag von Sophia fand ich folgenden Satz:
So ähnlich habe ich auch einmal gedacht, dass etwas nicht mit mir stimmt. Ich habe im Laufe der Zeit mir eine andere Haltung angewöhnt, die für mein Wohlbefinden viel besser ist. Die Natur hat schon immer die unterschiedlichsten Charaktere, Formen, Größen etc. in den Tier- und Pflanzenarten hervor gebracht und alle haben ihre Berechtigung, da in den unterschiedlichsten Randbedingungen unterschiedliche Individuen gefordert sind. In Gruppen ist es gerade die Mischung der Fähigkeiten, die das Überleben sichert.Sophia69 hat geschrieben: Di 17. Okt 2023, 01:22 dass ich eine Frau bin, aber dass leider bei meiner Zeugung etwas schief gelaufen sein muss und ich den falschen Körper zugeschneidert bekommen habe.
Im Volksmund sagt man, jeder Jeck ist anders. Andere sagen, in jedem Menschen stecken männliche und weibliche Anteile und die neuronale Forschung kommt auch immer mehr dahinter, dass es kein männliches oder weibliches Gehirn gibt, sondern jeder Mensch ist aus den verschiedensten Elementen zusammen gesetzt. Dsa macht unsere Individualität aus.
Vor diesem Hintergrund bekommt für mich der Eingangssatz eine andere Bedeutung. Wenn etwas "schief" gelaufen ist, als ich irgendwo zwischen Zeugung und Geburt nicht meinem Körper gemäß empfinde, mache ich mich unnötig schlecht. Ich sehe mich eher als ein Experiment der Natur an. Gerade in meiner individuellen MIschung aus Körper und Empfinden, kann ich einen Beitrag leisten, den Andere so nicht leisten können. Diese Fähigkeit macht mich nicht schlecht, sondern wertvoll.
Mit dieser positiven Einstellung kann ich viel besser durch das Leben gehen, da nicht ich das Problem bin, sondern die (vermeintlich ?) fehlende Anerkennung durch andere. Das ist meine persönliche Einstellung, die nicht zu anderen passen muss. Aber ich empfehle darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht eine positivere Einstellung zum eigenen Körper oder dem eigenen Empfinden für das eigene Selbstbewusstsein oder den eigenen Selbstwert hilfreich sein könnte. Es macht einen Unterschied, ob man auf andere mit der Haltung zugeht, "falsch" oder eine wertvoller Mensch zu sein.
Und was ich ganz wichtig finde, mit einer negativen Einstellung zu sich selber, tun wir auch anderen Trans-Betroffenen keinen Gefallen. Wir spielen unseren Gegnern und Gegnerinnen in die Karten, wenn wir uns falsch titulieren.
Wir sind außergewöhnlich und können deshalb manche außergewöhnlichen Aufgaben besser wahrnehmen als andere. Hier liegt unser Wert. Und genau den müssen wir in der Diskussion verkaufen. Nicht unser "Anderssein" ist das Problem, sondern die Unterdrückung durch andere. Und die Unterdrückung fördern wir, in dem wir uns als "falsch" betrachten.
Wie seht Ihr das ?