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Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Do 5. Okt 2023, 17:34
von Anne-Mette
Dort heißt es:

2023 gab es so viele CSDs wie noch nie in Deutschland. Doch verbale und körperliche Gewalttaten gegen queere Menschen nehmen immer weiter zu.

https://taz.de/LGBTIQ-in-Deutschland/!5961579/

Es geht viel um eine "gefühlte Zunahme" von Gewalt, aber auch komkrete Zahlen werden genannt:

Gewaltangriffe gegen LGBTIQ+, also Menschen, die schwul, lesbisch, trans oder nichtbinär sind, haben vergangenes Jahr in Sachsen, wo Ian und die anderen CSD-Teilnehmenden leben, massiv zugenommen. Das geht aus der Jahresstatistik der Opferberatungsstelle der RAA Sachsen hervor.
Während die Beratungsstelle 2021 acht Gewaltdelikte gegen queere Menschen registriert hat, waren es 2022 fast dreimal so viele.


Nicht gemeldete Delikte wird es sicherlich in einem noch größeren Umfang geben.

Re: Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Fr 6. Okt 2023, 14:19
von Lana
Anne-Mette hat geschrieben: Do 5. Okt 2023, 17:342023 gab es so viele CSDs wie noch nie in Deutschland. Doch verbale und körperliche Gewalttaten gegen queere Menschen nehmen immer weiter zu.
Hmm, je sichtbarer man ist, umso leichter kann man angegriffen werden.

Daher finde ich es wenig verwunderlich, dass mit zunehmender Sichtbarkeit auch die Zahl der Übergriffe steigt.

Bitte nicht falsch verstehen:
Ich halte die Sichtbarkeit von queeren Menschen im öffentlichen Raum für notwendig und wünschenswert. Viel zu lange hat das gesellschaftliche Versteckspiel gedauert...

LGL

Re: Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Fr 6. Okt 2023, 17:20
von Franziska
Lana hat geschrieben: Fr 6. Okt 2023, 14:19 [

Hmm, je sichtbarer man ist, umso leichter kann man angegriffen werden.

Daher finde ich es wenig verwunderlich, dass mit zunehmender Sichtbarkeit auch die Zahl der Übergriffe steigt.

Andererseits könnte man auch sagen, je sichtbarer wir sind, je mehr CSDs stattfinden, umso mehr sollten wir doch zur Normalität werden.

Ich weiß, das ist noch ein wenig Wunschdenken, aber wir sollten uns dennoch nicht entmutigen lassen,
auch wenn es immer wieder ewig gestrige und gewaltbereite Idioten gibt.

Liebe Grüße
Franziska

Re: Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Mi 11. Okt 2023, 15:09
von Laila-Sarah
Ja, sehr richtig, aber solche sozialen Umbrüche sind Prozesse und brauchen Zeit. Kann lange dauern für ein Menschenleben. Manchmal sogar länger als ein Menschenleben. Siehe z.b. die Emanzipation der Frau oder der nicht-weiße Mensch als ebenbürtigen Mitglied der Gesellschaft.

LG

Re: Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Mi 11. Okt 2023, 16:42
von Jaddy
Laila-Sarah hat geschrieben: Mi 11. Okt 2023, 15:09Ja, sehr richtig, aber solche sozialen Umbrüche sind Prozesse und brauchen Zeit. Kann lange dauern für ein Menschenleben. Manchmal sogar länger als ein Menschenleben. Siehe z.b. die Emanzipation der Frau oder der nicht-weiße Mensch als ebenbürtigen Mitglied der Gesellschaft.
Während ich wahrnehme, dass es es nur schleppend voran geht, frage ich mich schon, woran das liegt und warum es quasi als Naturgesetz hingenommen wird. Es ist so eine Binsenweisheit, "die Leute mitnehmen", "Veränderungen für alle verträglich" zu gestalten, usw.

Aber wenn wir die Themen mal genau anschauen - du hattest Gleichstellung von Frauen und Abschaffung von Rassismen angesprochen, ich addiere noch die queere Lebensweisen aus dem Titel dazu - dann geht es darum, alle Menschen, auf die wir treffen freundlich, friedlich und gleichwertig zu behandeln. Nicht mögen, nicht lieben, sondern einfach gleichwertig leben lassen und schon gar nicht angreifen.

Sollte das nicht ein völlig selbstverständlicher Konsens sein? Mal ganz abgesehen davon, dass dies seit 74 Jahren Verfassungsgrundlage ist (wenigstens im Westen, aber die DDR hatte ähnliche Sätze)?

Womit liesse sich rechtfertigen, dass irgendwelche Leute sich da einfach nicht dran halten wollen? Rabbatz machen, wenn sie drauf hingewiesen werden? Quasi Rücksichtslosigkeit und A****lochverhalten für sich als Recht einfordern?

Mit dem Geburtsjahr? "Ja, ne, ich kann mir einfach nicht abgewöhnen, diese Leute weiter zu schikanieren" - oder gar zu attackieren.

Menschen angreifen ist eine aktive Tat. Das einfach bleiben zu lassen ist kein sozialer Umbruch, sondern einfach zivilisiertes Verhalten.

Von daher beobachte ich diese unglaublich schleppende Verbesserung, aber das kann das Verhalten doch nicht entschuldigen! Und ein Naturgesetz ist es auch nicht.

Re: Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Mi 11. Okt 2023, 19:50
von Lana
Jaddy hat geschrieben: Mi 11. Okt 2023, 16:42
Von daher beobachte ich diese unglaublich schleppende Verbesserung, aber das kann das Verhalten doch nicht entschuldigen! Und ein Naturgesetz ist es auch nicht.
Naturgesetz vielleicht nicht, weil es um gesellschaftliche Themen geht. Und dass (Verhaltens-) Änderungen in der Breite der Gesellschaft ein richtig zähes Ding sind, ist nun wahrlich eine Binse.

A-Loch-Verhalten ist für Viele leider der Normalzustand und in kapitalistischen Systemen eine Eigenschaft, die karrierefördernd sein kann. Ist also je nach Zusammenhang nicht unerwünscht und lediglich eine Reaktion auf gesellschaftlichen Konkurrenzdruck mit der daraus folgenden Angst, selbst unter die Räder zu kommen. Da kann es fürs Selbstvertrauen ganz nützlich sein, wenn man noch nach unten treten kann.

LGL

Re: Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Do 12. Okt 2023, 09:18
von Laila-Sarah
Guten Morgen,

Ja ich bin natürlich bei euch und empfinde genau so.

Anderseits leben wir in einer Welt wo Kinder mit Gewalt im zarten Alter kontaktiert (tv, Kino etc.) aber Sexualität und Themen rund herum als "Verboten und für Erwachsene" gehandelt werden.

Wenn diesen Kinder jetzt erzählt wird das wir sexuell und sozial verwerflich und schlecht für die "heile Welt" ihrer Eltern sind...

LG

Re: Mehr Gewalt gegen queere Menschen | taz

Verfasst: Do 12. Okt 2023, 11:16
von Laila-Sarah
Jaddy hat geschrieben: Mi 11. Okt 2023, 16:42 Menschen angreifen ist eine aktive Tat. Das einfach bleiben zu lassen ist kein sozialer Umbruch, sondern einfach zivilisiertes Verhalten.

Von daher beobachte ich diese unglaublich schleppende Verbesserung, aber das kann das Verhalten doch nicht entschuldigen! Und ein Naturgesetz ist es auch nicht.
Weißt du...wenn du Sachen beobachtest und feststellst das sie so sind und es so weiter gibst, heißt es nicht das du es so gut findest oder dafür arbeitest das es so bleibt.

Themen um Gleichberechtigung und Toleranz gehen nun Mal sehr schleppend voran. Hatte ich auch gerne anders.

LG