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Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 18:21
von Anne-Mette
Emma lässt Prof. Johannes Huber zu Wort kommen: https://www.emma.de/artikel/trans-leben ... one-340489

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 18:44
von Maya
Heidernei, das ist ja heftig.
Gehen wir mal davon aus, dass der Mann nach 25 Jahren weiss, wovon er redet.

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 18:56
von Mirjam
Maya hat geschrieben: Mo 21. Aug 2023, 18:44 Gehen wir mal davon aus, dass der Mann nach 25 Jahren weiss, wovon er redet.
Ich bin zwar keine Medizinerin, deswegen kann ich zu diesen Details jetzt nicht so viel sagen. Aber da steht auch sonst so viel Unsinn drin, von daher wäre ich da sehr vorsichtig. Mal abgesehen davon, dass er von Emma interviewt worden ist. Die werden schon niemand befragen, der:die das etwas positiver sieht "¦ ;)

LG
Mirjam

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 19:10
von Martina-NB
Na ja, der Artikel ist natürlich extrem "Emma" like...

Aber dass Hormone (auch schwerwiegende) Komplikationen verursachen können, ist ja bekannt und nichts Neues. (Also sollte zumindest bekannt sein.) - Wie hoch das Risiko jeweils ist, darüber gehen die Ansichten wahrscheinlich auseinander. Aber das ist ja in der Medizin bzw. Pharmakologie sonst auch nicht anders. Leider alles viel weniger eindeutig, als es der Durchschnittsbürger glauben wollen möchte.

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 19:33
von Anne-Mette
Moin,

Prof. macht ja immer etwas Eindruck, aber die genannten Studien, die seine Aussagen untermauern, hätte er schon als Quelle angeben sollen

Gruß
Anne-Mette

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 19:38
von Maya
Anne-Mette hat geschrieben: Mo 21. Aug 2023, 19:33 Moin,

Prof. macht ja immer etwas Eindruck, aber die genannten Studien, die seine Aussagen untermauern, hätte er schon als Quelle angeben sollen

Gruß
Anne-Mette
Ja, nen Link zu seinen Studien hätte er wohl angeben können/müssen.
Aber da wird ja dran zu kommen sein.
Wer weiss, was Emma da weggelassen hat. :roll:

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 21:28
von Annette
Da ist was dran, eine gegengeschlechtliche Hormontherapie erzeugt in Körper und Psyche massive Umwälzungen, vor- wie auch nachteilig. Viele solcher Berichte habe ich bereits gelesen und mir meine "eigene Hormon-Strategie" ausgearbeitet, und zwar bevor (!) ich die Therapie überhaupt begonnen hatte. Das wurde natürlich bei den ersten Endo-Terminen ausgiebig besprochen, die (trans-erfahrene) Ärztin hörte mir erst einmal zu, ließ ihre Kenntnisse mit einfließen, meinte aber auch, ich sei unglaublich gut informiert. In der Tat habe ich zuvor alles mögliche zum Thema nachrecherchiert, wollte nichts dem Zufall überlassen. Meine Idee war eine sanfte Verweiblichung ohne Testosteronblocker, also ohne die Risiken eines Hirntumors oder vermehrten Depressionen. Da mein natürlicher Testosteron-Level damals schon sehr gering war, ging diese Strategie ganz gut auf, bereits nach wenigen Monaten bemerkte ich geringfügige Änderungen, zB im Brustwachstum und die Libido war auch weg, was ich als sehr positiv empfand, denn diese männliche Libido wollte ich ohnehin nicht mehr"¦ Mit meiner eigenen Hormontherapie habe ich bis heute nur positive Erfahrungen machen können, alles ist wie es sein soll und auch heute noch, also ein Jahr nach meiner GaOP, habe ich die Gewissheit (mit Zustimmung meiner Endo), dass ich in Bezug auf die Hormone alles richtig gemacht habe. Selbst ein operativer Brustaufbau wird nicht mehr nötig sein.

Ich möchte auf keinen Fall als medizinische Besserwisserin daherkommen. Was ich sagen möchte ist, dass es sich unbedingt lohnt, sich bereits im Vorfeld zu informieren und Vor- und Nachteile untereinander abzuwägen.

Liebe Grüsse,
Annette

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 22:12
von Jaddy
Herrje. Das ist ja von vorne bis hinten Unsinn, was da in dem Artikel steht. Das Tumorrisiko, die Feminisierung allein durch Anti-Androgene, der angebliche Off-Label-Use, die 80% "Mädchen" und ganz am Ende "die Frau wird abgeschafft", um nur die größten Klopper zu nennen. Wenn dieser Mensch das tatsächlich so gesagt und gemeint hat, weiss ich nicht, worin seine Expertise besteht, denn das ist 100% am Stand des heutigen Fachwissens der WPATH vorbei, der World Professional Association for Transgender Health.

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Mo 21. Aug 2023, 23:55
von Nora_7
Leider ist es inzwischen so, dass man ohne profunde eigene Kenntnisse und Rechercheaufwand der "Wissenschaft" nicht mehr trauen kann. Zu viele alternative Fakten aus der politischen oder religiösen Sichtweise der "Wissenschaftler" machen unter Weglassung anderer Erkenntnisse die eigenen Ergebnisse - oder eher persönlichen Schlußfolgerungen - unglaubwürdig. Bei vielen "Experten" bekannt aus Talkshows weiß man bereits vorher, was sie vorschlagen werden. Und noch schlimmer und auch leider überall präsent: Ein (1) Thema kommt in den Focus, und alle Lösungesvorschläge focussieren sich auf diese Thema. Und dabei werden die Auswirkungen der Vorschläge in ALLE Richtungen regelmäßig unterschlagen.

Liebe Grüße Nora

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Di 22. Aug 2023, 09:08
von Anne-Mette
Es scheint die Auflage zu erhöhen; denn wieder ein Beitrag des Blattes zum Thema Transsexualität:

Trans: Komplikationen bei jeder 3. Operation!

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Di 22. Aug 2023, 11:41
von ExUserIn-2026-04-08
Nora_7 hat geschrieben: Mo 21. Aug 2023, 23:55 und Rechercheaufwand der "Wissenschaft" nicht mehr trauen kann.
Natürlich kann man der Wissenschaft trauen, sofern es Wissenschaft ist. Aber was als "Wissenschaft" gelabelt wird, ist oftmals fraglich bzw. wird so formuliert, als wäre es wissenschaftlich. Das Interview zeigt deutlich, dass der Mann keine fachlich neutrale Haltung einnimmt. Ob er fachlich auf der Höhe ist, kann ich nicht beurteilen, aber wenn er Sätze wie "die Frau wird abgeschafft" und dem Sinn des Selbstbestimmungsrechts (abermals die Verquickung von Selbstbestimmung und Hormontherapie) von sich gibt, hat das nur mit profundem Unwissen zu tun.

Dass EMMA mit einer dogmatischen Fragetechnik arbeitet, um mehr oder weniger subtil zu beeinflussen, sollte niemanden wundern. Sie will ja gar nicht informieren, sondern die Meinungshoheit besitzen. Daraus macht sie kein Hehl und wer der EMMA folgt, lässt sich eben vor einen Karren spannen. Sollte uns das aufregen ?

Was den Herrn PRof. betrifft, empfiehlt sich die Lekture seines Wirkens auf Wikipedia. Sehr aufschlussreich:

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_ ... ner,_1946)

Die EMMA ist nicht wählerisch. Der Zweck heiligt die Mittel ...

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Di 22. Aug 2023, 11:58
von Anne-Mette
Moin,
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 22. Aug 2023, 11:41 Sollte uns das aufregen ?
auf eine gewisse Weise schon. Außerdem sollten wir wissen, was an Informationen über "unsere Themen" veröffentlicht wird.
Emma erreichte nach Mediendaten (2021) eine verbreitete Auflage von 27.516 Exemplaren.
Was Emma schreibt, wird sicherlich von vielen LeserInnen "auch so akzeptiert" - sonst wären sie längst den vielen Abgewanderten gefolgt und hätten das Blatt nicht mehr gekauft.
Ich finde wichtig zu wissen, was dort geschrieben wird und habe mir aus diesen Gründen sogar manchmal ein Heft gekauft, wenn anders an die Artikel nicht ranzukommen war.
So kann ich gut nachvollzioehen, wie manche Menschen in Diskussionen und Schriftwechseln auf ihre Meinungen und Thesen kommen und wie ihr Denken beeinflusst wird.

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Di 22. Aug 2023, 17:25
von ExUserIn-2026-04-08
Anne-Mette hat geschrieben: Di 22. Aug 2023, 11:58 auf eine gewisse Weise schon. Außerdem sollten wir wissen, was an Informationen über "unsere Themen" veröffentlicht wird.
Natürlich sollten wir es zur Kenntnis nehmen, aber je ruhiger wir das aufnehmen, um so ruhiger sind wir in der Diskussion. Je mehr wir uns aufregen, um so emotionaler diskutieren wir. Was wir von EMMA zu halten haben, ist davon unabhängig.

Ich denke, was wir brauchen, sind keine Aufreger, sondern Argumente. Mit Aufregung werden wir zum Spielball der Gegner.

Ich vertraue auf die Kraft des Wortes und der Argumente. Wo sind die Ansatzpunkte für eine Entgegnung ? Wo verheddert sich die andere Seite in Widersprüche ? Hier gibt es mannigfaltige Ansatzpunkte. Die sollten wir nutzen und hier aufschreiben. Dann haben alle einen besseren Zugang und damit Argumente für Ihre Gespräche mit Dritten.

Kennst Du das Buch von E. Kishon, Der Fuchs im Hühnerstall ? Sehr empfehlenswert und sollte Plichtlektüre sein. Ein Politiker kommt in ein glückliches und friedliches Dorf und wirbelt alle durcheinander. Genau das machen unsere Gegner mit uns, wenn wir emotional reagieren. Genau das macht auch eine A.Schwarzer und andere, wenn sie vorbereitet (!) in eine Diskussion gehen. Wir sollten uns mit Argumenten bewaffnen...

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Di 22. Aug 2023, 19:53
von Nora_7
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 22. Aug 2023, 17:25 Natürlich sollten wir es zur Kenntnis nehmen, aber je ruhiger wir das aufnehmen, um so ruhiger sind wir in der Diskussion. Je mehr wir uns aufregen, um so emotionaler diskutieren wir. Was wir von EMMA zu halten haben, ist davon unabhängig.
Naja, die entsprechenden Organisationen sollten schon konstuktiv darauf reagieren. Medienmacht ist immer notwendig um Argumente zu verbreiten.

Liebe Grüße Nora

Re: Lebenslange Schäden durch Hormone

Verfasst: Do 24. Aug 2023, 08:42
von Die Conny
Ihr Lieben...
Die Emma ist auch heute noch Alice Schwarzer. Und ganz unbenommen dessen, was wegen oder trotz ihrer Arbeit für die Frauenrechte erreicht wurde, sie hat eine negative, reaktionäre und fast schon schwurbelige Einstellung zur Trans-Thematik.
Der Spiegel hatte jüngst einen Artikel dazu: https://www.spiegel.de/kultur/alice-sch ... 0fa05142ed

Ihr Lieben
Lasst euch nicht verunsichern. Es gibt so vieles, was einem Angst machtn und so vieles zu Bedenken. Der Weg ist immer steinig. Aber er muss nicht so lang sein und es ist gut, dass es zukünftig mehr Optionen gibt.

Was die Wirkung von Hormonen angeht, diese sind noch gar nicht bis zum Ende erforscht, schon gar nicht ihre Wechselwirkungen miteinander.

Ich denke, dass die Beratung hinsichtlich der Hormontherapie und der GAOP gut und vollständig ist. Jede OP verkürzt das Leben, jede OP hat Risiken. Es ist immer ein Abwägen. Aber wenn es sein muss, wenn Du für Dich weißt, dass es das Richtige ist, dann sollte man sich nicht den Mut nehmen lassen.