Seite 1 von 1
Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: So 2. Jul 2023, 19:12
von Anne-Mette
Im Pride Month Juni wird seit vielen Jahren queere Vielfalt gefeiert. Ein Überblick aller Polizeimeldungen aus dem Monat offenbart gleichzeitig vor allem homophoben Hass.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/getr ... 58194.html
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: So 2. Jul 2023, 20:11
von Magdalena
Danke liebe Anne-Mette für den Link.
Es ist schon bedrückend zu lesen, was da so an Querfeindlichkeit auftritt. Leider betrifft es such andere Bereiche in der Gesellschaft, welche Hass und Gewalt erfahren müssen. Und immer wieder frage ich mich, warum muss es soweit kommen.
Dann heute in den Nachrichten, die AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt ein Bürgermeisteramt.
Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: So 2. Jul 2023, 20:59
von Blossom
Magdalena hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 20:11
Es ist schon bedrückend zu lesen, was da so an Querfeindlichkeit auftritt.
Noch bedrückender dürfte es sein, wenn man daran denkt, dass ja nur ein Bruchteil gemeldet wird ... In der Öffentlichkeit erscheint nur die Spitze des Eisberges.
Magdalena hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 20:11
Dann heute in den Nachrichten, die AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt ein Bürgermeisteramt.
Es gibt ausreichend Berichte darüber, warum das ausgerechnet in den "Kolonien" so ist - insbesondere geschichtliche. Und wenn man sich dann noch anhören muss, dass damals ja alles besser war, wünscht man sich, die völlig übereilte Einheit hätte nicht stattgefunden. Wohlgemerkt sage ich nicht, dass dort alle so denken!
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: So 2. Jul 2023, 21:49
von Magdalena
Hallo liebe Blossum,
ich komme aus den" Kolonien " Und ich kann Dir versichern, es war nicht alles besser. Gut, viel war anders. Und ich kann hier nur für mich antworten. Es war anfangs nicht leicht mit den veränderten Bedingungen zurecht zu kommen. Doch es bot sich eine Chance. Was man daraus macht, dafür kann man andere nicht verantwortlich machen.
Inzwischen habe ich Freundinnen und Freunde, die nicht fragen wo ich herkommen und wer und was ich bin. Und diese Menschen kommen aus allen Teilen unseres Landes, von B wie Bayern bis S wie Saarland . Dazwischen Hamburg, Kassel und auch Sachsen.
Vielleicht auch daher bedrückt mich was da so an Gewalt in unserem Land, unserer Gesellschaft gesellschaftsfähig geworden ist.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: So 2. Jul 2023, 22:05
von Michi
Blossom hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 20:59
Es gibt ausreichend Berichte darüber, warum das ausgerechnet in den "Kolonien" so ist - insbesondere geschichtliche. Und wenn man sich dann noch anhören muss, dass damals ja alles besser war, wünscht man sich, die völlig übereilte Einheit hätte nicht stattgefunden. Wohlgemerkt sage ich nicht, dass dort alle so denken!
Bitte nicht immer dieses "die" und "wir". Diese permanente geistige Spalterei ist eine wesentliche Säule, die die AfD stark macht.
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: So 2. Jul 2023, 22:11
von Blossom
Hi Magdalena,
die Wurzeln meines Vaters liegen in Angermünde ... er floh kurz vor dem Schließen der Mauer, aber ein Großteil meiner Familie blieb zurück - und richtig kennengelernt habe ich ihn daher auch nie.
Wenn ich von "Kolonien" spreche, dann sehr bewusst ... denn im Westen hat so ziemlich jeder gewusst, wie man die neuen Mitbürger übers Ohr hauen konnte, und es wurde reichlich ausgenutzt ... man reichte quasi Glasperlen im Tausch für Gutes.
Der drastische Wechsel von einem System ins andere - und damit faktisch raus aus der sozialistischen Hängematte, die alles auffing, wäre sicher auch mir schwergefallen. Insbesondere fehlte mir das Aufarbeiten der eigenen Geschichte, aber auch nationalsozialisten Vergangenheit. Nazis hat es ja quasi nur im Westen gegeben ... Ich hätte mir gewünscht, man hätte den Menschen 20-30 Jahre gegeben und dann um Einigung angefragt.
Inzwischen ist aber soviel Zeit vergangen, dass ein jeder seine Chance nutzen konnte und kann, wie du ja selbst schreibst ... gilt auch für alle in den alten Bundesländern. Aber "Abgehängte" findest du überall, und was ist da leichter, als sich über andere zu erheben, um sich selbst ein wenig besser zu fühlen ... Aufklärung und Bildung wäre eine Maßnahme, anstatt Geld nur in Infrastruktur zu stecken ...
Churchill sagte nach dem Krieg einmal sinngemäß: Gib dem Volk Bildung, je mehr desto besser, denn dann wird es auf die Straße gehen, und für sich selbst eintreten, nicht aber nationalsozialistischen Parteien und deren schlichten Lösungen folgen.
Mich erschreckt es jedenfalls, was insbesondere in Sachen und Thüringen so vor sich geht - und ist auch ein Grund dafür, warum ich es bislang vermieden habe, die neuen Bundesländer zu besuchen.
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: So 2. Jul 2023, 22:14
von Blossom
MichiWell hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 22:05
Bitte nicht immer dieses "die" und "wir". Diese permanente geistige Spalterei ist eine wesentliche Säule, die die AfD stark macht.
Ich wüsste nicht, dass ich spalte, gar die AFD stärke! Und ich bin SPD-Mitglied.
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: Mo 3. Jul 2023, 06:34
von Magdalena
Hallo,
das Problem welches Michi anspricht, tritt vermehrt nach solchen Wahlergebnissen und an bestimmten Feiertagen auf.
So genannte Experten erklären wie der Osten tickt. Ohne je einen Fußabdruck im Osten hinterlassen zu haben. Und diese Experten sind leider auch in alteingesessen Parteien zu finden. Die Folgen sind, dass sich dann viele Ostdeutsche von den alteingesessen Parteien nicht angesprochen fühlen.
Damit hat es dann die AfD leicht Wählerstimmen zu bekommen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: Mo 3. Jul 2023, 07:40
von Marlene K.
Hallo, Ihr Lieben,
ich bin in Aachen geboren, also so westlich wie es in Deutschland geht. Ich lebe seit 1991 meist in Berlin und dort vorwiegend in östlichen Bezirken.
Ein einfaches Rezept für beide Seiten ist es nicht übereinander sondern miteinander zu reden. Ich versuche das seit Jahren zu leben und es funktioniert.
Auch mich als Nutznießerin hat das unterschiedliche Lohnniveau gestört.
Das die Rentenpunkte erst jetzt gleich gewichtet werden ist ein Skandal.
Sicher gibt es noch mehr Beispiele wie die Bestzung von Leitungsposten, übrigens auch in der AFD.
Für mich gibt es sowohl in Ostdeutschland und in Westdeutschland, im Norden wie im Süden Orte wo ich mich unwohler fühle. Übrigens gibt es überall dort queere und faschistische Menschen.
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: Mo 3. Jul 2023, 07:43
von Marlene K.
Übrigens sind Kreuzberg, Neukölln und Gesundbrunnen ehemalige Westbezirke und jetzt frage bitte Niemand nach dem Geburtsort der Täter...
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: Di 4. Jul 2023, 00:12
von Michi
Blossom hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 22:14
MichiWell hat geschrieben: So 2. Jul 2023, 22:05
Bitte nicht immer dieses "die" und "wir". Diese permanente geistige Spalterei ist eine wesentliche Säule, die die AfD stark macht.
Ich wüsste nicht, dass ich spalte, gar die AFD stärke!
Hallo Blümchen, Hallo ihr allem
genau das ist das Problem, dass sich viele nicht dessen bewusst sind, was diese fortwährenden Äußerungen ("wir" und "die") anrichten.
Das sollte übrigens kein persönlicher Angriff gegen dich werden, falls du das so aufgefasst hast.
Mein Dank an Magdalena, die das noch etwas ausgeführt hat.
Hier zwei Videos, die geneigte Zusehende erhellen könnten. Auf das erste bin ich gestoßen, nachdem ich dir, Blümchen, reagiert hatte. Es geht auch auf das Problem ein. Das zweite ist schon etwas älter und zeigt auf, wie die Nazis im Osten Fuß gefasst haben, und wo ihre geistigen Anstifter herkamen.
https://youtu.be/wnNeiJjptsk
https://youtu.be/Fh-mJhfrvJo
Edit: Ich habe keine Ahnung, warum die eingebetteten Videos nicht angezeigt werden, obwohl ich alles so wie immer gemacht habe. Darum habe ich die Links dazu ergänzt.
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: Di 4. Jul 2023, 00:44
von Blossom
Also mal ehrlich, Wollen wir uns an einem "wir" "die" aufhängen ... Allein schon die Tatsache, dass es alte und neue Bundesländer gibt, ist geschichtlich nicht aufzulösen. Also ein Fakt der bleibt.
Und die geistigen Anstifter kommen nicht ausschließlich aus dem Westen ... das Problem hat nahezu vollständig etwas mit der nicht verarbeiteten Geschichte der DDR zu tun. Oder willst du abstreiten, dass in diesem ach so tollen Staat keinen Rassismus gegeben hätte?! ... Ach, ich vergesse ... Kriminalität gab es ja auch nicht wirklich.
Es gibt ausreichend Dokumentationen zu beiden Themenbereichen, die dem klar widersprechen und gar von einem "braunen Erbe der DDR" sprechen. Googlen hilft diesbezüglich.
Und auch wenn ich mich unbeliebt mache: Ich bin geschichtlich mit zwei deutschen Staaten großgeworden und die DDR war für mich deutschsprachiges Ausland wie auch Österreich. Mich hat nie etwas mit diesem Staat oder seinen Bürgern verbunden - ebensowenig wie mit Ungarn, Thailand oder anderen Ländern. Und weil dem so ist, hätte ich auch weiterhin damit leben können und empfand die Wiedervereinigung als falsch und übereilt. Aber die war einem Kanzler geschuldet, der sich ja unbedingt unsterblich machen und es als sein Legat hinterlassen wollte.
Was nicht aufgearbeitete Geschichte bedeutet, sieht man besonders in Ländern, die immer diktatorische Verhältnisse hatten. Kaum glimmt der Funke der Demokratie, erlöscht er auch wieder, weil es Zeit für einen Umbruch und Verarbeiten des Alten braucht. Kommt der nicht schnell genug und holt alle ab, geht es auch ganz schnell rückwärts. Dann sind einfache Lösungen wieder gefragt und ewig Gestrige kommen aus ihren Löchern zurück. Und genau deshalb hätte ich mir für die Ex-DDR 30-40 Jahre bis zu einer möglichen Wiedervereinigung gewünscht!
Insoweit bekommen die neuen Bundesländer nun das, was sie ja vierzig Jahre lang hatten ... eine neue SED in den Farben der AfD ... "Es war nicht alles schlecht. Wir hatten zwar nicht alles, mussten uns aber keine Sorgen machen". Ein Kommentar einer Sächsin aus einer Doku, die ich zum Thema "Rechtsradikalismus" erst kürzlich auf ZDF-NEO gesehen habe.
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: Di 4. Jul 2023, 06:42
von Magdalena
Hallo,
Ich möchte mich nicht an dem " wir " aufhängen. Und ich finde nicht, dass mit der Wiedervereinigung noch länger gewartet werden sollte. Sicher besser wäre es gewesen, diese unsägliche Teilung hätte nie stattgefunden. Aber auch dies war eine Folge eines schrecklien Ereignis, welches von Deutschland aus ging. Dessen Gedankengut leider noch immer in manchen Köpfen weiterlebt und hier und da auf fruchtbaren Boden fällt.
Dem Satz ,"Früher war nicht alles schlecht !", gebe ich nicht viel. Menschen neigen dazu Negatives zu verdrängen und mit Rückwirkung einiges zu verklären. Man erinnert sich eher an das Angenehme und Schöne. Es ist auch eine Überlebensstrategie.
Und ich denke,wir sollten das Verbindende fördern und das Trennende überwinden. Auch und vor allem in unseren Herzen

!
Viele liebe Grüße von Magdalena
Re: Tagesspiegel | Welche queerfeindlichen Übergriffe die Berliner Polizei allein im Juni gemeldet hat
Verfasst: Di 4. Jul 2023, 07:33
von Magdalena
Hallo Blossum,
ich kann Dich nur einladen, auch mal meine Heimatstadt Dresden und Sachsen zu besuchen. Da wirst Du freundlichen Menschen begegnen, denen Gastfreundschaft noch etwas wert ist.
Mir haben meine Reisen und die Begegnung mit den Menschen vor Ort geholfen, meine eigenen Vorurteile, die auch ich im Kopf hatte, abzubauen.
Viele liebe Grüße von Magdalena