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ARTE | Im Reich der Hormone „ Mythos und Wirklichkeit

Verfasst: So 4. Jun 2023, 08:59
von Anne-Mette
Hormone — ohne sie würde in unserem Körper gar nichts gehen: Die Botenstoffe steuern unsere körperliche und seelische Verfassung. Neue Studien belegen, wie komplex der Zusammenhang zwischen Hormonen, Gefühlen und Verhalten in Wirklichkeit ist. Überraschenderweise wird nämlich offenbar auch die körpereigene Hormonproduktion vom Verhalten eines Menschen beeinflusst.

https://www.arte.tv/de/videos/096279-00 ... klichkeit/

Ich habe nicht alles gesehen gestern; aber Teile kamen mir bekannt vor, einige Thesen und Argumente z.B. aus dem Buch "Die Geschlechterlüge" von Cordelia Fine.
Gut, dass es die Mediatheken gibt. So kann ich den Rest noch schauen, wann es mir passt.

Re: ARTE | Im Reich der Hormone „ Mythos und Wirklichkeit

Verfasst: So 4. Jun 2023, 09:34
von Lavendellöwin
Anne-Mette hat geschrieben: So 4. Jun 2023, 08:59 Überraschenderweise wird nämlich offenbar auch die körpereigene Hormonproduktion vom Verhalten eines Menschen beeinflusst.

Hey,

ich hatte den Bericht bis zum Ende geschaut obwohl ich etwas übermüdet war-ich sag nur superspannend.
Besonders der Schluss wo es um das Thema oben geht. Ich stelle das auch an mir fest muss ich
fester im Stand sein und mehr "härter" spüre ich tatsächlich eine Veränderung die sich für mich
"männlich" anfühlt und ich weiss ja wie sich beide "Hormonregime" auswirken können.

Defakto ist es nicht das Gehirn was das "weibliche" Gefühl ausmacht, es ist eine Mischung aller
Ebenen von der biologischen bis zur sozialen und der Ansatz für eine Betrachtung darf nicht die eine oder
andere Ebene ausschliessen. Ich mag Rosa und hohe Schuhe, ist weder weiblich noch männlich
sondern eine Geschmackssache.

Wobei, wenn ich jetzt sage defakto es ist nicht das Gehirn, vertrete ich auch nur wieder die Meinung
die ich für die Wahrscheinlichste halte, genau wie ein Wissenschaftler der denkt Recht zu haben.
Wir, alle Menschen sind ein Kontinuum und alles fliesst.

Alles Liebe Marie (flo)

Re: ARTE | Im Reich der Hormone „ Mythos und Wirklichkeit

Verfasst: Mo 5. Jun 2023, 01:05
von Michi
Hm ...

Gleich zu Anfang Simon Baron-Cohen .. mit einem Test, der mit einer recht kleinen Gruppe von Teilnehmern durchgeführt wurde, von denen der größere Teil nicht das postulierte unterschiedliche Verhalten zeigte. Und obwohl er selbst eingesteht, dass die Studie mangelhaft war, ist er davon überzeugt, weil das zweifelhafte Ergebnis sein (biologistisches) Weltbild bestätigt.

Leider werden seine Aussagen nicht direkt entsprechend eingeordnet. Und ich sehe die Gefahr sehr groß, dass Zuschauer direkt danach abschalten, weil sie sich von Baron-Cohen in ihren stereotypen Annahmen bestätigt sehen.


Etwas differenzierter werden die Aussagen von Melissa Heinz.

Später kommt sogar nochmal Baron-Cohens "Studie" zur Sprache, als Rebecca Jorden-Young zu Wort kommt, und diese als grob mangelhaft (<- meine Zusammenfassung ihrer Worte) einordnet. Sie bringt insgesamt die besten und differenziertesten Erklärungen.

Re: ARTE | Im Reich der Hormone „ Mythos und Wirklichkeit

Verfasst: Mo 5. Jun 2023, 13:20
von ExUserIn-2026-04-08
EmmiMarie hat geschrieben: So 4. Jun 2023, 09:34 Ich stelle das auch an mir fest muss ich
fester im Stand sein und mehr "härter" spüre ich tatsächlich eine Veränderung die sich für mich
"männlich" anfühlt und ich weiss ja wie sich beide "Hormonregime" auswirken können.
Das kenne ich von mir auch und es immer wieder verblüffend, wie sich Stimmungen je nach Situation in mir verändern können. Ist das hormonbedingt ? Ich bin mir da nicht so sicher. Es könnte auch daran liegen, dass sich einige Hirnregionen männlicher, andere weiblicher strukturiert sind und je nach Sitaution angesprochen werden. Somit wäre der Effekt auch erklärbar.

Wieder einmal deutlich wurde der Effekt, dass sich Männer und Frauen weniger unterscheiden als traditionell gedacht wird. Da stellt sich wieder einmal die Frage, was denn nun männlich und weiblich charakterisiert ?

Oder für mich noch wichtiger, nehmen wir als Gesellschaft die Geschlechterfrage nicht viel zu wichtig ? Was ist denn am Geschlecht so wichtig, dass wir eine strenge Zweiteilung zu brauchen scheinen ? Was ist denn souverän an der Forderung, alle Menschen in ein Schema zu stecken, ohne die persönlichen Fähigkeiten und Eigenheiten zuzulassen ?

Der Film hat mir wieder einmal klar gemacht, das wir nicht wissen, wer oder was in uns das Sagen hat, was uns in welcher Form beeinflusst und wer wir wirklich sind, wenn bereits kleinste Verschiebungen der stofflichen Zusammensetzung uns wesentlich beeinflussen. Das wird noch konfuser, wenn diese stoffliche Zusammensetzung u.a. von außen beeinflusst wird.