Übergriffe und Selbstermächtigung
Verfasst: Sa 27. Mai 2023, 10:18
Ich hatte in der letzten Zeit zwei unschöne Begegnungen der heftigeren Art. Ich habe mich in der jeweiligen Situation behauptet, aber es macht etwas mit mir.
In der ersten Situation habe ich diese mit herbeigeführt. Ich war zur Hauptverkehrszeit in der S-Bahn Berlin unterwegs. Schon beim Einsteigen fiel mir ein Fahrrad einer Frau auf, dass hinter den Haltestangen im Fahradabteil vier Plätze blockierte. Die Fahrerin saß daneben, auf dem freien Klappsitz neben dieser ihre Tasche. Die Bahn war schon gut besetzt.
Mich an eine andere Auseinandersetzung erinnernd, in dem ein Fahrradfahrer mir die Strumpfhose mit dem Vorderreifen zerriss, weil ich mich weigerte, ihn sein Fahhrad zwischen Sitz und Haltestangen einzuklemmen anstatt es wie andere vor die Haltestangen zu stellen sagte ich zunächst nichts. Als eine gehbehinderte Frau einstieg wartete ich ob die Dame nun die Plätze freigeben würde, was nicht geschah. Also räumte ich meinen Platz und ging auf die Fahrradfahrerin zu und sagte, durchaus provozierend aber leise und mit freundlichem Ton: "Ich verstehe nicht, dass Sie kein schlechtes Gewissen haben mir zwei Fahrkarten sechs Plätze zu blockieren." Zunächst bekam ich keine Reaktion, was für mich okay war.
Beim austeigen aber sagte die Dame in meine Richtung: "Wo ist denn die Transe?". Das habe ich mir deutlich verbeten. Hier ging der Übergriff erst richtig los. Eine junge Frau gegenüber stand auf und fragte in bissigem Ton: "Hätten sie dass auch mit einem Mann gemacht?". Ich antwortete ruhig: "Ja, selbstverständlich, habe ich schon.". Darauf ein Herr vom anderen Ende des Wagens: "Ach, hör doch auf, Du provozioerst doch nur, um aufzufallen. Sie doch mal wie Du rumläufst." Der nächste vom anderen Ende: "Du hast doch einen Schwanz in der Hose und keine Muschi, oder? Zieh Dich auch gefälligst so an.". Nachdem die mit dem gesunden Volksempfinden ferig waren und nur noch maliziöses Lächeln und entsetzte Blicke sichtbar waren antwortewte ich: "Ich kann nicht verstecken wer ich bin, aber ich schäme und entschuldige mich auch nicht dafür."
In der Folge gabe es mit fünf anderen Mitreisenden ein gutes Gespräch, kontrovers aber auf Augenhöhe.
Die zweite Situation war auf der Heimreise von Köln nach Berlin. Da ich noch Zeit und Geld übrig hatte, beschloss ich ins Café Reichard direkt am Dom zu gehen. Bei schönem Wetter wird Mensch dort plaziert. Also stellte ich mich in die Reihe. Als eine Dame an der Schlange vorbeiging und sie sagte, sie sei eine Einztelperson, wies ich darauf hin ich sei ebenfalls alleine. Die junge Frau die einließ fragte mich darauf hin, ob ich auf der Terrasse sitzen möchte oder drinnen. Als ich sagte dies sei mir egal rief sie mir zu: "Junger Mann, dann kommen Sie." Da dies laut geschah antwortete ich: "Hier ist kein Mann." und ging auf sie zu. Ich erklärte Ihr leise, dass dies für mich kein Problem sei, aber doch keine laute Geschlechtszuweisung haben möchte. Sie entschuldigte sich sofort, dasss sie nur auf die Stimme und nicht auf das Aussehen reagiert hätte.
Auch hier beginnt der Übergriff erst als ich an einem kleinen Tisch am Fenster Platz genommen hatte. Der Gang zur Küche war ungefähr fünf Meter entfernt. Noch bevor ich bestellt hatte hör ich eine Kellnein sagen; "Komm mal her und schau mal an Tisch 16." und lautes Lachen. Ich schaue hoch und sehe in fünf Metern Entfernung zwei feixende Kellnerinnen. Ich stehe auf, gehe zu ihnen und frage: "Gibt es ein Problem an Tisch 16? Das ist doch der Tisch an dem ich sitze?" Antwort: "Nein. Wir haben über etwas anderes geredet."
Als meine Bedienung kam, fragte ich sie, ob ich an Tisch 16 sitze, was sie bejahte. Daraufhin habe ich nach der Oberkellnerin verlangt und meinen Eiskaffee bestellt. Die Leiterin der Kellnern hört sich meine Geschichte mit mildem Entsetzen an und reagierte sofort, wasa alllerdings ebenso verstörend endete. In der Folge kamen gefühlt 20 Mitarbeiterinnen an meinem Tisch vorbei, die Häfte mit freundlichem Blick und keinem Starren, die anderen liefen Gefahr andere Tische zu rempeln bei ihrem "Zoobesuch". So schnell habe ich noch nie einen Eiskaffee getrunken und bezahlt.
Im rauzsgehen haben sich zwei Mitarbeiterinnen bei mir entschuldigt und die junge Frau am Einlass mich beiseite genommen und gefragt, wie sie es das nächstze Mal besser machen könne.
Trotz des versöhnlichen ausgangs des Erlebnisses habe ich noch lange gezittert vor Wut, Verletzung, Scham. Und nein, ich schäme mich nicht für mein Sein wie ich bin.
In der ersten Situation habe ich diese mit herbeigeführt. Ich war zur Hauptverkehrszeit in der S-Bahn Berlin unterwegs. Schon beim Einsteigen fiel mir ein Fahrrad einer Frau auf, dass hinter den Haltestangen im Fahradabteil vier Plätze blockierte. Die Fahrerin saß daneben, auf dem freien Klappsitz neben dieser ihre Tasche. Die Bahn war schon gut besetzt.
Mich an eine andere Auseinandersetzung erinnernd, in dem ein Fahrradfahrer mir die Strumpfhose mit dem Vorderreifen zerriss, weil ich mich weigerte, ihn sein Fahhrad zwischen Sitz und Haltestangen einzuklemmen anstatt es wie andere vor die Haltestangen zu stellen sagte ich zunächst nichts. Als eine gehbehinderte Frau einstieg wartete ich ob die Dame nun die Plätze freigeben würde, was nicht geschah. Also räumte ich meinen Platz und ging auf die Fahrradfahrerin zu und sagte, durchaus provozierend aber leise und mit freundlichem Ton: "Ich verstehe nicht, dass Sie kein schlechtes Gewissen haben mir zwei Fahrkarten sechs Plätze zu blockieren." Zunächst bekam ich keine Reaktion, was für mich okay war.
Beim austeigen aber sagte die Dame in meine Richtung: "Wo ist denn die Transe?". Das habe ich mir deutlich verbeten. Hier ging der Übergriff erst richtig los. Eine junge Frau gegenüber stand auf und fragte in bissigem Ton: "Hätten sie dass auch mit einem Mann gemacht?". Ich antwortete ruhig: "Ja, selbstverständlich, habe ich schon.". Darauf ein Herr vom anderen Ende des Wagens: "Ach, hör doch auf, Du provozioerst doch nur, um aufzufallen. Sie doch mal wie Du rumläufst." Der nächste vom anderen Ende: "Du hast doch einen Schwanz in der Hose und keine Muschi, oder? Zieh Dich auch gefälligst so an.". Nachdem die mit dem gesunden Volksempfinden ferig waren und nur noch maliziöses Lächeln und entsetzte Blicke sichtbar waren antwortewte ich: "Ich kann nicht verstecken wer ich bin, aber ich schäme und entschuldige mich auch nicht dafür."
In der Folge gabe es mit fünf anderen Mitreisenden ein gutes Gespräch, kontrovers aber auf Augenhöhe.
Die zweite Situation war auf der Heimreise von Köln nach Berlin. Da ich noch Zeit und Geld übrig hatte, beschloss ich ins Café Reichard direkt am Dom zu gehen. Bei schönem Wetter wird Mensch dort plaziert. Also stellte ich mich in die Reihe. Als eine Dame an der Schlange vorbeiging und sie sagte, sie sei eine Einztelperson, wies ich darauf hin ich sei ebenfalls alleine. Die junge Frau die einließ fragte mich darauf hin, ob ich auf der Terrasse sitzen möchte oder drinnen. Als ich sagte dies sei mir egal rief sie mir zu: "Junger Mann, dann kommen Sie." Da dies laut geschah antwortete ich: "Hier ist kein Mann." und ging auf sie zu. Ich erklärte Ihr leise, dass dies für mich kein Problem sei, aber doch keine laute Geschlechtszuweisung haben möchte. Sie entschuldigte sich sofort, dasss sie nur auf die Stimme und nicht auf das Aussehen reagiert hätte.
Auch hier beginnt der Übergriff erst als ich an einem kleinen Tisch am Fenster Platz genommen hatte. Der Gang zur Küche war ungefähr fünf Meter entfernt. Noch bevor ich bestellt hatte hör ich eine Kellnein sagen; "Komm mal her und schau mal an Tisch 16." und lautes Lachen. Ich schaue hoch und sehe in fünf Metern Entfernung zwei feixende Kellnerinnen. Ich stehe auf, gehe zu ihnen und frage: "Gibt es ein Problem an Tisch 16? Das ist doch der Tisch an dem ich sitze?" Antwort: "Nein. Wir haben über etwas anderes geredet."
Als meine Bedienung kam, fragte ich sie, ob ich an Tisch 16 sitze, was sie bejahte. Daraufhin habe ich nach der Oberkellnerin verlangt und meinen Eiskaffee bestellt. Die Leiterin der Kellnern hört sich meine Geschichte mit mildem Entsetzen an und reagierte sofort, wasa alllerdings ebenso verstörend endete. In der Folge kamen gefühlt 20 Mitarbeiterinnen an meinem Tisch vorbei, die Häfte mit freundlichem Blick und keinem Starren, die anderen liefen Gefahr andere Tische zu rempeln bei ihrem "Zoobesuch". So schnell habe ich noch nie einen Eiskaffee getrunken und bezahlt.
Im rauzsgehen haben sich zwei Mitarbeiterinnen bei mir entschuldigt und die junge Frau am Einlass mich beiseite genommen und gefragt, wie sie es das nächstze Mal besser machen könne.
Trotz des versöhnlichen ausgangs des Erlebnisses habe ich noch lange gezittert vor Wut, Verletzung, Scham. Und nein, ich schäme mich nicht für mein Sein wie ich bin.