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taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Fr 13. Jan 2023, 12:41
von Anne-Mette
Seit Jahren verspricht die Regierung ein Selbstbestimmungsgesetz. Jedes Mal, wenn es fast kommt, heißt es: "Aber was ist mit Frauensaunen?"
https://taz.de/Debatten-ueber-Selbstbes ... /!5905243/
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Fr 13. Jan 2023, 16:54
von Marlene K.
Herr Weißenburger (und einige andere) ermöglicht es mir nicht an Herrn Feddersen zu verzweifeln und macht die TAZ lesbar aus queerer Sicht.
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Fr 13. Jan 2023, 20:02
von Lina
Ja, das nervt total.
Ich habe mal recherchiert, ob ich irgendwo in Daenemark, wo man ja ein vergleichbares Gesetz hat, ebenfalls strenge Anti-Diskriminierunhsgesetze, irgend welche Fälle finden konnte, solche Problematiken wie z.B. "Frauensauna" zum tragen kamen. Habe keine gefunden.
Dann ist die Frage nur, ob es vorgeschobenen Argumente sind, wider besseres Wissen, oder ob es die klassische deutsche Arroganz, dass man keine Erfahrungswerte aus Nachbarländern in irgend einer Form interessant oder wertvoll findet.
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Fr 13. Jan 2023, 21:54
von Karla
Frauensauna:
In Island hat es wohl funktioniert...
Aus GB und USA sind anscheinend Einzelfälle bekannt, wo die" Selbstdefinition als Frau" in der Fremdwahrnehmung nicht mal die Zeugnisnote "sie hat sich bemüht..." bekommen hat
...wenn ich hier in Deutschland an (VER)-Querdenker, Reichsbürger, ... denke, halte ich EINZELNE Mißbrauchsfälle auch hier nicht für völlig ausgeschlossen!
...in der gemischten Sauna geht Mann dann i.d.R. freiwillig kalt duschen, sollte er sich überraschend "körperlich freuen"!
wie ist daher in der Damensauna mit Frauen mit Penis umzugehen?
- Vorschlag 1: Höschen muß anbleiben: Kann funktionieren, wenn trans-Frau sich zurückhält! - und daher keine andere Frau sich belästigt fühlt
... der Mensch könnte sich aber auch an den Frauen freuen, die sich deshalb nicht wohlfühlen - die von den TERFs an die Wand gemalte Variante!!!
- Vorschlag 2: die übrigen Frauen sollten dann "ausziehen!" fordern können -> frau mit erigiertem Penis wird kalt duschen geschickt, im Wiederholungsfall fliegt sie raus!
...ist dann doch reichlich blamabel... - riskiert das ein Mann wirklich???
LG Karla
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Sa 14. Jan 2023, 13:08
von MiriamR
Lina hat geschrieben: Fr 13. Jan 2023, 20:02
Dann ist die Frage nur, ob es vorgeschobenen Argumente sind, wider besseres Wissen,
An solche, vorgeschobenen Argumenten krankt Deutschland immens. Ob es bei der Gesetzgebung ist oder auch bei Großprojekten. Irgendjemand kommt daher und konstruiert einen "unwahrscheinlichen Fall das" und hält alles auf.
Da ja alle ihre Meinungen wiedergespiegelt sehen möchten und auf alle und jeden bloß Rücksicht genommen werden muß.
Aber bringt uns das weiter?? Nein, es wird alles "tot diskutiert" und dann gehen auch schon mal Jahrzehnte ins Land bis irgendetwas entschieden wird.
weibliche Grüße
Miriam
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Sa 14. Jan 2023, 16:13
von Cybill
Ja es ist nicht schön, dass es nicht ohne Widerstand läuft.
Wie glaubt ihr, dass die weitere Diskussion laufen wird?
Unsere Blase springt mit der Unterstützung geneigte Journaille über jedes Stöckchen, dass man ihr hinhält. Bbockig und kaum empathisch werden die Bedenkenträger delr Gegenseite in die Terf-Fraktion geschoben. Kann man machen.
Aber nach meiner Erfahrung bringt das bestenfalls eine Verzögerung der gewünschten Ergebnisse. schlimmstenfalls scheitert Alles.
Auch wenn wir jede moralische Berechtigung zu einer schnellen Erleichterung unserer Situation haben, bringt es uns keine Vorteile die Bedenkenträger der Gegenseite durch Shitstorms aufzuwerten. Bedenkt bitte immer, dass Journalisten ihr Geld mit Aufmerksamkeit verdienen und keine moralischen Schranken kennen.
-Cy
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Sa 14. Jan 2023, 16:49
von Theresa
Damensauna:
Ist es nicht jedem Betreiber zugestanden, mit wem er Geschäfte macht und mit wem nicht? Ist Hausrecht abgeschafft?
Gibt es ein Menschenrecht darauf, eine Damensauna zu betreten?
Wie war das damals vor der Discos, wo ein Türsteher für Außenstehende nicht nachvollziehbar, wer hinein kam und wer nicht?
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: Sa 14. Jan 2023, 17:20
von Martina-NB
Theresa hat geschrieben: Sa 14. Jan 2023, 16:49
Ist es nicht jedem Betreiber zugestanden, mit wem er Geschäfte macht und mit wem nicht? Ist Hausrecht abgeschafft?
Hast Du denn nicht den Thread / die Diskussion / die Aussagen von Herrn Buschmann gelesen? So einfach ist es eben nicht mit Hausrecht. (Diskriminierungsverbot !!)
Und was die Türsteher betrifft: Wo kein Kläger.... (Aber gerade weil es eher willkürlich ist, wird es mit dem Vorwurf der Diskriminierung schwierig. Und dann passt es wieder, so blöd das klingen mag.)
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: So 15. Jan 2023, 10:46
von MiriamR
Aber jetzt mal ernsthaft....
Wenn ich mich recht erinnere sind etwa 2% aller Menschen wahrscheinlich Transsexuell.
Wieviele transitionieren von Mann zu Frau?
Wieviel besuchten davon regelmäßig eine Sauna?
Welche Sauna haben sie besucht bevor sie zu der Erkenntnis kamen das sie Trans sind?
Warum sollten diese Personen nun auf einmal alle in eine Damensauna wollen?
Gibt es nicht auch Tage mit gemischtem Publikum?
Fragen über Fragen. Und welch ein Sturm im Wasserglas.
Haben manche Menschen nichts besseres zu tun, als ständig irgendwelche hahnebüchenen Ideen hervorzubringen?
Wenn es nicht der Frauenknast ist, dann ist es die Sauna, der Sportverein oder das Frauenhaus. Unfassbar.
Also im Grunde werden wir von diesen Menschen ständig kriminalisiert und als potentielle Sexualstraftäter dargestellt.
Das so etwas zum Teil aus der "Regenbogen Community" kommt ist erschreckend. Da lob ich mir doch die Menschen mit rechter oder
extrem religiöser Gesinnung. Da weiß man wenigstens woran man ist.
weibliche Grüße
Miriam
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: So 15. Jan 2023, 16:02
von Annette
Guten Tag
Themen wie Sauna, Umkleide, usw. habe ich mir früher seit Jahren nicht mehr zugetraut. In den Herrenbereich gehörte ich einfach nicht hin, und in den Damenbereich traute ich mich schon gar nicht (außer Damentoiletten, aber dort hat man eh eine geschlossene Kabine), zu sehr hab ich mich wegen meines falschen Geschlechtes geschämt. Ebenso wenig hatte ich Lust auf peinliche und anstrengende Diskussionen bezüglich meiner Identität. Und ich verstehe jede Frau, die sich im Beisein einer "penistragenden Person" in Sauna usw. unbehaglich fühlt. So bin ich einfach diesen Örtlichkeiten ferngeblieben, bis jetzt. Erst nach meiner GaOP fühle ich mich befreit genug, um guten Gewissens solche Damenbereiche aufzusuchen. Bisher hat sich auch noch keine daran gestört, diese Bereiche mit einer Transfrau zu teilen. Würde hingegen dort ein Mann auftauchen, so würde mich das jetzt wahrscheinlich selbst etwas irritieren, doch zumindest sähe ich mich in der Lage, dessen Hintergrund zu erahnen und zu verstehen, doch für die meisten anderen hingegen ist die geschlechtliche Selbstbestimmung ein Thema mit dem sie sich bisher nicht auseinanderzusetzen wussten, von daher hätte ich auch Verständnis für allgemeines Misstrauen gegenüber einem "Mann in der Sauna". Und wie gesagt, um dies zu vermeiden, habe ich es erst nach meiner GaOP darauf ankommen lassen, diese Örtlichkeiten zu frequentieren. Als Transfrau bin ich auch unter Cis-Frauen willkommen, so meine bisherigen Erfahrungen.
Und bevor jetzt jemand meint, ich vertrete die Einstellung "mit Penis = Mann" und "ohne Penis = Frau", möchte ich klarstellen, dass all das vorhin Beschriebene ausschließlich mich selbst betrifft und niemand sonst. Auf keinen Fall würde ich bei jemand anders die Geschlechtsidentität hinterfragen wollen.
Was das große Ganze betrifft, so befürchte ich, dass in nächster Zukunft keine Gesetzesänderung bezüglich der Selbstbestimmung eintreten wird. Es wird nur geredet und debattiert, mit Gendersternchen herumgeworfen, aber den hehren Worten folgen keine Taten. Nach Ablauf dieser Legislaturperiode werden wohl wieder andere, konservativere im Bundestag das Zepter schwingen, und alle künftigen Projekte zu LGBTQ-freundlicherer Gesetzgebung werden von der politischen Bühne verschwunden sein. Leider. Ich hoffe sehr, dass ich mich irre.
Liebe Grüsse,
Annette
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: So 15. Jan 2023, 16:39
von Magdalena
Hallo,
eine reine Damensauna ist mir noch nicht begegnet. Viel eher sind Fitness-Studios für Frauen in meiner Nähe zu finden. Da wird die Frau durch die Betreiberinnen aufgenommen. Diese Studios nur für Frauen werden von Frauen geführt.
Und es gilt jetzt nur für mich. Solange ich den Weg nicht abgeschlossen habe, werde ich da nicht um Aufnahme bitten.
Von unsere Seite, denke ich, liegt es in unserem Auftreten den Gegnern für die Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes den Wind aus den Segeln zu nehmen. So gab es bei Kolleginnen von mir auch nie Probleme wenn die Damentoilette benutzen wollte. Gut die Toilette ist nicht die Sauna. Wenn wir etwas tun, dass wir als Frauen von Frauen akzeptiert werden.
Frau sein beschränkt sich nicht auf Kleidung oder was für Genitalien vorhanden sind. Wie bin ich als Frau sozialisiert.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: So 15. Jan 2023, 16:57
von Mirjam
Magdalena hat geschrieben: So 15. Jan 2023, 16:39
Frau sein beschränkt sich nicht auf Kleidung oder was für Genitalien vorhanden sind.
Wie bin ich als Frau sozialisiert.
Da sagst du was Magdalena. Ich finde, das ist ein ganz entscheidender Punkt. Und auch wenn ich das jetzt nicht gerne schreibe: Es ist auch einer, bei der die eine oder andere durchaus noch etwas lernen kann, zumindest nach meinem Empfinden.
LG
Mirjam
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: So 15. Jan 2023, 17:30
von heike65
Ich weiss nicht ob uns da persönliche Schilderungen weiterbringen, ich habe es wiederum völlig anders erlebt, die Betreiber meines Fitnessstudios haben darauf bestanden das ich mit der Vä/Pä, die Damenumkleide,Damendusche etc benutze (alles in einem Raum als Sammeldamenbereich) somit scheinbar konträr zu dem was viele hier befürchten. Negatives habe ich damals nicht erlebt. Aber das bringt uns ja nicht weiter, es hätte ja auch passieren können das sich manche Damen daran gestört hätten.
Ich finde der Gesetzgeber sollte schon einen gewissen Regelungen vorgeben, aber jedem Betreiber von entsprechenden Einrichtungen bleibt ja noch das Hausrecht, was allerdings Diskriminierungen Tür und Tor öffnet, ich denke es ist für den Gesetzgeber wirklich eine Gratwanderung, die Regelung muss ja zumindest akzeptabel sein.
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: So 15. Jan 2023, 18:21
von Jasmine
Ich habe mir gerade diesen Artikel durchgelesen:
https://www.lto.de/recht/hintergruende/ ... agg-sauna/
Zitat:
AfD und Union gegen das Gesetz...............
Zitat:
................Die für die Grünen im Bundestag sitzende Transfrau Nyke Slawik mahnte unterdessen gegenüber LTO zum Tempo. Slawik verwies darauf, dass Spanien sowie Schottland vor wenigen Wochen ebenfalls ihre Rechtslage geändert hätten. "Jeder Tag, an dem es weiter nicht reformiert ist, ist ein Hohn für die Betroffenen, die sich zu Recht wehren und ihre Selbstbestimmung einfordern."
Es ist doch lachhaft wie in Deutschland eine Minderheit um ihre Rechte kämpfen muss. Aber was passiert denn den Verbreitern von Fake-News? Ich persönlich finde die Unterstellungen gegen Menschen wie mich einfach unerhört.
Re: taz | Debatten über Selbstbestimmungsgesetz: Wie eine gesprungene Platte
Verfasst: So 15. Jan 2023, 23:29
von Michi
heike65 hat geschrieben: So 15. Jan 2023, 17:30
es hätte ja auch passieren können das sich manche Damen daran gestört hätten.
Sehr wahrscheinlich war das zu einer Zeit, als die Frauen noch nicht wussten, dass sie sich daran zu stören haben.
Aber diese Wissenslücke wurde ja inzwischen von den TERFs geschlossen.
