Jasmine hat geschrieben: Mo 16. Jan 2023, 14:06
Ich bin eine gläubige Christin. Auch möchte ich nicht verschweigen, das mir der Glaube viel geholfen hat. Das war nicht immer so, aber ich habe meinen Weg gefunden. Damit möchte ich aber niemanden bekehren oder so. Einen Unterschied möchte ich bei den Religionen aber doch machen: Die Christlichen Religionen in Europa mögen ihre Schattenseiten haben. Diese gehören strafrechtlich aufgearbeitet. Aber wenn ich mir das Islamverständnis der Taliban ansehe, so sehe ich hier den Rückschritt ins Mittelalter. Den sehe ich beim Christlichen Glauben nicht. Auch setzen die Pfarrer den Glauben nicht mit Waffen durch. Ich rede hier nicht gegen den Islam, sondern gegen das Islamverständnis dieser Taliban. Was bleibt denn in Afghanistan wenn jeder Fortschritt blockiert wird? Ich werde zum Beispiel von meinem Pfarrer akzeptiert, im Islam bin ich Haram (Sünde). Daher denke ich, auch wenn es nur kleine Schritte sind, wird die katholische Kirche sich langsam modernisieren. Die evangelische Kirche sehe ich da schon ein gutes Stück weiter. Ich bin daher öfter auch in ökumenischen Gottesdiensten. Aber egal welche Glaubensrichtung es betrifft, meiner Meinung nach hat keine etwas in der Politik zu suchen. Letztens fielen mir in einem Lied aus dem Gotteslob folgende Worte auf: .........beschütze unser Bayernland......... und manche Fürbitten in denen für unsere Politiker gebittet wird sehe ich schon kritisch.
Liebe Grüße Jasmine
Liebe Jasmin ... vielen Dank für Deine Antwort. Ich respektiere das absolut und finde es auch nachvollziehbar, gerade wenn man Kraft daraus schöpft. ...und wenn das Dein Weg ist dann lass Dich nicht davon abbringen.. und ehrlich dazu beglückwünschen kann man ( tue ich ) dich dafür sowieso.
Bitte mach so weiter , das meine ich ganz ehrlich.
... aber Du hast einfach auch nur viel Glück gehabt in Deutschland geboren zu sein. Unser Christentum ist gemäßigt.. so wie die "normalen" Muslime in den meisten Teilen der Welt auch.
In Amerika sind die Hard-Core-Christen fast so militant wie die ( hier beschriebenen ) Moslems.
- Schwul sein => Grund für religiöse Umerziehung und ( falls das nicht klappt ) => verstoßen des Kindes
- Abtreibung => Gott bewahre : Wir sind doch Pro-Life ( im gleichen Zug aber natürlich für die Todesstrafe

)
- Die täufrisch-protestantischen Amish dürfen nicht einmal ausserhalb ihrer Glaubensgemeinschaft heiraten ... nicht einmal Geschäftsbeziehungen zu anders-Gläubigen sind erlaubt .. basierend auf Glauben ... das ist schon wirklich .. sagen wir "interessant"
Und da werden dann eben ( biblische / religiöse ) Werte in politische Verpflichtungen / Gesetzte umgesetzt ; die am Ende ein ganzes Land betreffen.. ( "siehe Abtreibung => Mord" oder dieser abstruse Irrsinn , den die Taliban und ihre gestörten Kumpanen verzapfen.) .. und das ist falsch .. da gibt es auch keine Diskussion
Jede(r) soll bitte glauben was er/sie will und handeln wie er/sie mag .. aber das hat nichts mit dem Leben anders- bzw. nicht-Gläubiger zu tun.
Sein Leben nach einem alten Buch ( mehrfach und oft nachweislich falsch übersetzt ) auszurichten kann sicher nichts zu Gutes zu Tage fördern.
Und Werte ( Du sollst nicht töten / stehlen etc.. ) die geben uns heute halt Gesetze und die Moral, die uns unsere Eltern (nach etlichen Jahren Lebenserfahrung erlernt) vermitteln , vor.
Ich hatte vor einiger Zeit eine prächtige Diskussion mit dem Vater eines anderen Kindes als mein Nachwuchs noch im Kindergarten war. Da ging es ( natürlich ) um Schweinefleisch im Essen.
Ich sollte dazu sagen das ich schon seit über 30 Jahren Vegetarier bin und trotzdem darf mein Kind Fleisch essenl ( wer bin ich ihm da Vorschriften basierend auf meinen Überzeugungen ( immerhin wissenschaftlich belegt und nicht aus unbelegten Quellen zitiert ) zu machen ? )
Und dieser Vater wollte nichtmal das Fleisch aus dem Kindergarten komplett verbieten .. er möchte nur nicht das sein Sohn welches bekommt ..
Und jetzt sagt Ihr mir natürlich : Das ist doch wirklich seine Sache...
Nö .. ist es nicht .. es ist die Sache seines Kindes

und dieses Kind kann diese Entscheidung noch gar nicht treffen. Also tut er das .. in seiner völlig legitimen Rolle als Vertreter seiner Schutzbefohlenen.
Und dann begründet er eine Entscheidung für sein Kind mit einem alten Buch ( Ich sag's nochmal : Ich Vegetarier setze mich dafür ein das ein muslimisches Kind Fleisch essen können sollte, so es mag

)
Und diese Begründung hat keine wissenschaftliche Grundlage ( die es ja durchaus gäbe ) sondern eine ideologische ...und da hört es bei mir auf ..
Wir haben das im Übrigen bei ein paar Drinks ( und ganz in Ruhe und in Zimmerlautstärke ) besprochen .. auf die Frage "ob er denn überhaupt Alkohol trinken dürfe" ist er mal geflissentlich nicht eingegangen

.... Ich liebe .. liebe .. LIEBE Doppelmoral
Mein Kind wird über ALLE Religionen aufgeklärt .. auch über die Möglichkeit das es gar keine Götter gibt.
Wenn es alt genug ist , dann soll es sich gerne eine aussuchen und entsprechend firmen / taufen o.Ä. lassen .. ich werde ihm da helfen aber es sicher nicht kategorisch nach meinen Vorstellungen erziehen .. wenn das so wäre, dann wäre es jetzt schon überzeugter Atheist .. Argumente hätte ich genug.
Aber ( wie bei der Sache mit dem Fleisch essen ) => Ich maße mir nicht an meine Überzeugungen ( insbesondere wenn sie zu 0 Prozent belegbar sind wie z.B. Texte aus dem Koran, der Bibel, der Tora , den Lehren des Konfuzianismus oder oder oder ) un-hinterfragt in meine Nachkommenschaft zu impfen und in der Lernphase des Lebens eine Richtung vorzugeben, von welcher man sich später nur noch schwer lösen kann.
Verflucht .. ich bin schon wieder abgeschweift .. sorry ..
Ich ende mal lieber schnell und mit einem weiteren lustigen Zitat meines weisen Opas ( hier im Forum vielleicht etwas irreführend ) der mir einmal in einem "Gespräch unter Männern" sagte :
Mein Junge ... eine Religion ist wie ein P**nis. Es ist echt richtig toll eine(n) zu haben. Aber darum musst Du sie / ihn nicht gleich jedem ins Gesicht halten.
Machen wir doch alle das, was wir für richtig halten und lassen die anderen das auch so handhaben. Diskussionen sind gesund aber am Ende ist doch jeder selbst für sich verantwortlich
Ganz liebe Grüße
Lexi