t-online | Ex-Dragqueen nach Angriff "Wenn wir diese Männer nicht stoppen, machen sie immer weiter"
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Anne-Mette
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Marlene K.
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Re: t„online | Ex„Dragqueen nach Angriff "Wenn wir diese Männer nicht stoppen, machen sie immer weiter"
Ein guter Artikel, der mehrere Aspekte der Auseinandersetzung innerhalb und außerhalb der queeren Welt berührt.
Ich tue mich etwas schwer die Definition von Migrant*Innen, die hier wie auch in den meisten Beiträgen die ähnliche Fragn aufwerfen (z.B. die Diskussion um die Ausschreitungen zu Sylvester) mitschwingt. Vor den inneren Augen der meisten Menschen taucht hier nur der arabische und muslimisch gelesene Mensch auf. Das wiederspricht meinen Erfahrungen, die ich allerdings auch nicht verallgemeinern kann und will. Meine erlebten Angriffe gingen von russisch-slawisch sprechenden Menschen und Menschen mit akzentfreiem Deutsch und mitteleuropäischem Phänotyp aus. Missachtung erlebe ich wöchentlich von Menschen die ich als Romni aus süd-ost Europa lese. Bei den beiden letztgenannten Gruppen geht die Respektlosigkeit oder Feindschaft oft auch von Frauen aus.
Dies ales heißt für mich nicht, dass das Problem der toxischen Männlichkeit auch kulturell in verschiedenen Gruppen und Religionszusammenhängen verstärkt wird. Sie bildet in verschiedenen Religionen auch unterschiedliche Ausprägungen. Was unsere Gesellschaft untersuchen und diskutieren muss sind die Ursachen. Dabei nur auf Parallelgesellschaften zu schauen und die Schuld rein bei diesen zu suchen ist mindestens verkürzt. Parallelgesellschaften entstehen zum einen, weil Menschen sich als "besser" als andere sehen und auf Grund dieses Gedankens agieren. Damit meine ich aber neben dem jungen muslimischen Mann, der auf die in seinen Augen Ungläubigen herabblickt aber auch die Bürger*Innen, die jeden Menschen mit einem anderen Phänotypen als dem eigenen für weniger intelligent und unbelehrbar halten und die dies auch ausagieren, in dem sie zum Beispiel als Lehrer*In einem Mustafa trotz besserer Noten die Gymnasialempfehlung verwehren, die sie einem deutlich schlechter bewertetem Jürgen gewähren. Hierzu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Das meint für mich die Untersuchung der Ursachen ohne vorgefertigte Urteile.
Spannend für mich war auch der Weg von Frau Stöcker von die sich vom als schwulen Mann empfindenden, die Drag performt hat zur Frau entwickelt hat und dies auch offen kommuniziert. Ich teile hier ihre Erfahrungen mit den Reaktionen der Umwelt, dem stärkeren Hass und der Verachtung in der queeren und heteronormativen Umwelt.
Ja, diese Fragen sind schon für den einzelnen Menschen schwer zu fassen und zu beantworten, wie wir an einigen Diskussionen hier sehen. Aber wir können einnmal gestellte Fragen nicht unbeantwortet lassen. Dabei müssen wir aber beachten, dass es die eine Wahrheit nicht gibt.
Ich tue mich etwas schwer die Definition von Migrant*Innen, die hier wie auch in den meisten Beiträgen die ähnliche Fragn aufwerfen (z.B. die Diskussion um die Ausschreitungen zu Sylvester) mitschwingt. Vor den inneren Augen der meisten Menschen taucht hier nur der arabische und muslimisch gelesene Mensch auf. Das wiederspricht meinen Erfahrungen, die ich allerdings auch nicht verallgemeinern kann und will. Meine erlebten Angriffe gingen von russisch-slawisch sprechenden Menschen und Menschen mit akzentfreiem Deutsch und mitteleuropäischem Phänotyp aus. Missachtung erlebe ich wöchentlich von Menschen die ich als Romni aus süd-ost Europa lese. Bei den beiden letztgenannten Gruppen geht die Respektlosigkeit oder Feindschaft oft auch von Frauen aus.
Dies ales heißt für mich nicht, dass das Problem der toxischen Männlichkeit auch kulturell in verschiedenen Gruppen und Religionszusammenhängen verstärkt wird. Sie bildet in verschiedenen Religionen auch unterschiedliche Ausprägungen. Was unsere Gesellschaft untersuchen und diskutieren muss sind die Ursachen. Dabei nur auf Parallelgesellschaften zu schauen und die Schuld rein bei diesen zu suchen ist mindestens verkürzt. Parallelgesellschaften entstehen zum einen, weil Menschen sich als "besser" als andere sehen und auf Grund dieses Gedankens agieren. Damit meine ich aber neben dem jungen muslimischen Mann, der auf die in seinen Augen Ungläubigen herabblickt aber auch die Bürger*Innen, die jeden Menschen mit einem anderen Phänotypen als dem eigenen für weniger intelligent und unbelehrbar halten und die dies auch ausagieren, in dem sie zum Beispiel als Lehrer*In einem Mustafa trotz besserer Noten die Gymnasialempfehlung verwehren, die sie einem deutlich schlechter bewertetem Jürgen gewähren. Hierzu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Das meint für mich die Untersuchung der Ursachen ohne vorgefertigte Urteile.
Spannend für mich war auch der Weg von Frau Stöcker von die sich vom als schwulen Mann empfindenden, die Drag performt hat zur Frau entwickelt hat und dies auch offen kommuniziert. Ich teile hier ihre Erfahrungen mit den Reaktionen der Umwelt, dem stärkeren Hass und der Verachtung in der queeren und heteronormativen Umwelt.
Ja, diese Fragen sind schon für den einzelnen Menschen schwer zu fassen und zu beantworten, wie wir an einigen Diskussionen hier sehen. Aber wir können einnmal gestellte Fragen nicht unbeantwortet lassen. Dabei müssen wir aber beachten, dass es die eine Wahrheit nicht gibt.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Karla
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Re: t„online | Ex„Dragqueen nach Angriff "Wenn wir diese Männer nicht stoppen, machen sie immer weiter"
Deckt sich teils mit meinen Erfahrungen!
Ich sei ein Clown, weder Mann noch Frau, und solle ihm fernbleiben -> das war die "Diagnose trans on the fly" - kurz danach hab ich das Verstecken aufgegeben.
...viel hätte nicht gefehlt zu einer physischen Konfrontation!
heute kriegte der von mir zu hören: Ich bin ein Mensch, und wenn es Dir hier nicht paßt, dann mach DU Dich vom Acker!!!
Abfällige Bemerkungen von Frauen aus dieser Region habe ich auch schon erlebt: Bin zum Glück selbst ohne Absatz meist 'nen Kopf größer...
->perlt an mir ab! (von Manuela Schwesig geklaut..., aber einfach gut!)
Grundsätzlich: Beleidigungen, oder gar schlimmeres... sollte keine von uns mehr tolerieren - zeigt sie an!!! Bei der Polizei gibt es inzwischen überall AgLs!!!
(ursprünglich: Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen innerhalb der Polizei, inzwischen zuständig für LGBTI* in- und außerhalb der Polizei,...)
..Marlenes Hinweis auf das Toleranzparadoxon in der Signatur finde ich immer wieder gut!!!
LG Karla
Meine schlimmste homo-/transphobe Verbalattacke ging von einem Mann aus Ex-Jugoslawien aus:Marlene K. hat geschrieben: Sa 7. Jan 2023, 12:58 Meine erlebten Angriffe gingen von russisch-slawisch sprechenden Menschen und Menschen mit akzentfreiem Deutsch und mitteleuropäischem Phänotyp aus. Missachtung erlebe ich wöchentlich von Menschen die ich als Romni aus süd-ost Europa lese. Bei den beiden letztgenannten Gruppen geht die Respektlosigkeit oder Feindschaft oft auch von Frauen aus.
Ich sei ein Clown, weder Mann noch Frau, und solle ihm fernbleiben -> das war die "Diagnose trans on the fly" - kurz danach hab ich das Verstecken aufgegeben.
...viel hätte nicht gefehlt zu einer physischen Konfrontation!
heute kriegte der von mir zu hören: Ich bin ein Mensch, und wenn es Dir hier nicht paßt, dann mach DU Dich vom Acker!!!
Abfällige Bemerkungen von Frauen aus dieser Region habe ich auch schon erlebt: Bin zum Glück selbst ohne Absatz meist 'nen Kopf größer...
->perlt an mir ab! (von Manuela Schwesig geklaut..., aber einfach gut!)
Grundsätzlich: Beleidigungen, oder gar schlimmeres... sollte keine von uns mehr tolerieren - zeigt sie an!!! Bei der Polizei gibt es inzwischen überall AgLs!!!
(ursprünglich: Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen innerhalb der Polizei, inzwischen zuständig für LGBTI* in- und außerhalb der Polizei,...)
..Marlenes Hinweis auf das Toleranzparadoxon in der Signatur finde ich immer wieder gut!!!
LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)