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Re: Was bin ich?

Verfasst: So 27. Mär 2011, 18:56
von Regina
Hallo Julia,

ist es so wichtig zu wissen in welche Schublade man einsortiert wird? Das was Du beschreibst trifft genauso auch auf mich zu. Auch ich fühle mich in meinem Männerkörper sehr wohl und habe nicht das Gefühl dort verkehrt zu sein. Weiterhin habe auch ich weder homo- noch bisexuelle Anwandlungen. Dennoch trage ich gelegentlich sehr gern Damenkleidung. Ich schminke mich dann auch und versuche so gut wie möglich als Frau wahrgenommen zu werden. Mittlerweile gehe ich auch so aus dem Haus. Grad gestern waren meine Frau und ich mit Freunden zum Essen.

Mir ist es nicht so wichtig zu wissen wie andere mich bezeichnen würden. Wenn ich darüber nachdenke würde ich mich am ehesten als Crossdresser oder Tansvestit bezeichnen. Wobei es auch bei diesen Bezeichnungen sehr abweichende Definitionen gibt. Einige sagen, ein Crossdresser hat ausschließlich sexuellen Beweggründe für sein Handeln. Ich sehe das nicht so.

Das englische Wikipedia sagt dazu:
The term cross-dressing denotes an action or a behavior without attributing or proposing causes for that behavior. Some people automatically connect cross-dressing behavior to transgender identity or sexual, fetishist, and homosexual behavior, but the term cross-dressing itself does not imply any motives.
Also, da steht es genau. Der Ausdruck "Crossdresser" impliziert keinerlei Motive. Also kann ich ja nicht so verkehrt sein.

Die komplette Wikipedia Seite findest Du unter: http://en.wikipedia.org/wiki/Crossdresser

Liebe Grüße,
Regina

Re: Was bin ich?

Verfasst: So 27. Mär 2011, 18:58
von Anne-Mette
Guten Abend,

Was bin ich? Was bist Du? Was ist er/sie/es?
Wer weiß das schon - und wer weiß schon, wohin die eigene Entwicklung geht.
Ich denke, einen Rat brauchst Du nicht; das bekommst Du schon selbst hin )))(:
Natürlich ist es schön, manchmal ein anerkennendes Schulterklopen zu bekommen und ein "Das ist schon ganz richtig so" zu hören.
Es gibt fast alles auf der Welt; auch zeitweilige oder ständige Orientierung zu mehreren Geschlechtern ist weit verbreitet. Nächste Woche läuft auf ARTE z.B. eine Sendung über Bisexualität.
Alles ganz normal für die Leute, die es praktizieren.
Was Du selbst ausprobieren willst, das musst Du selbst wissen.
Ohne eigenes Risiko sind Dir einige Erfahrungen nicht möglich; es sei denn, Du lebst sie in der Fantasie aus.
Die Risikobewertung ist allerdings unterschiedlich. Bei "Rausgehen" würde ich uneingeschränkt "JA" rufen.
Ob Du mit einem Mann intim werden solltest, müsstest Du dir selbst überlegen.

Gruß
CPG

Re: Was bin ich?

Verfasst: So 27. Mär 2011, 22:42
von Lina
Ballerinalover hat geschrieben:Hallo,

..
DIe Frage ist nun, was bin ich? TV, "nur" Crossdresser oder was??? ...

LG Julia

Ich will gar nicht fragen, wo du den Unterschied zwischen den beiden Begriffen siehst.

Viel wichitger, finde ich wie die anderen scheinbar auch, ist die Frage: Warum willst du das so genau wissen, bzw. was erwartest du dir davon, einen Schubladen-Begriff festzulegen?

Re: Was bin ich?

Verfasst: So 27. Mär 2011, 23:12
von Bianca D.
Hallöchen Ballerinalover,

Meine Vorredner haben ja alles gesagt!Ich kann mich dem nur anschließen.Du bist DU!Was andere von dir denken,in welche Schublade sie dich einsortieren,wer will das Wissen?Niemand,außer-
das kleine Teufelchen im Hinterkopf,welches dein Kopfkino steuert.Versuche,deine durch Erziehung und Lebensumstände gewachsenen Bilder von was ist gut-was schlecht auszublenden und
mach einfach das,wozu du Spaß hast.Du wirst sehen,mit der Zeit fällt es dir leichter...

Gruß Bianca

Re: Was bin ich?

Verfasst: Mo 28. Mär 2011, 12:23
von Joe95
stimmt, das wichtigste ist wohl gesagt...
na, obwohl ich schubladendenken auch nicht wichtig finde und der meinung bin ich bin ein "joe", eine ganz eigene sorte mensch bin ich an solchen überlegungen auch nicht vorbei gekommen...
hin und wieder mal etwas tun oder wollen - z.b. bh und silikonbusen tragen oder komplett en femme - finde ich keinen grund eine bezeichnung zu suchen oder zu ändern...
du wirst ja auch kein fisch wenn du mal schwimmen gehst...

ich sehe mich als crossdresser weil ich eben fast immer etwas aus der damenabteilung trage...
tv ist meiner meinung nach wenn es schon komplett "en femme" sein muss.

Re: Was bin ich?

Verfasst: Di 29. Mär 2011, 19:46
von Andrea_CH
Hallo Julia. Wenn du soweit kommst sagen zu können "ich bin ich und ich stelle mal meine eine und mal meine andere Seite dar", lebst du ziemlich unbeschwert. Auch die Frage warum du so bist wie du bist solltest du dir meiner Meinung nach nicht zu intensiv stellen, denn es gibt sowieso keine Antwort.

Ganz unnütz sind Schubladen zwar nicht, denn sie vereinfachen die Diskussion, aber da stellt sich dann wieder die Frage ob sich zum Beispiel unter dem Begriff "Transvestit" alle das gleiche Vorstellen. Äh, eigentlich stellt sich die Frage gar nicht, denn die Definitionen sind so vage und unterschiedlich, dass zuerst einmal das geklärt werden müsste.

Re: Was bin ich?

Verfasst: Mi 30. Mär 2011, 09:15
von Joe95
Andrea_CH hat geschrieben:...Äh, eigentlich stellt sich die Frage gar nicht, denn die Definitionen sind so vage und unterschiedlich, dass zuerst einmal das geklärt werden müsste.
stimmt...
oft genug treffen leute aufeinander, die diese begriffe unterschiedlich definieren.
es gibt gegenden (foren), da hat es schon regelrechte glaubenskriege deswegen gegeben...

also nich all zu eng sehen...

Re: Was bin ich?

Verfasst: Mi 30. Mär 2011, 11:03
von wave
Zeitlebens kam ich mir im falschen Körper vor. Als Frau wäre ich vielleicht besser klargekommen - ich beschwere mich nicht, nun mit 62 blicke ich auf ein interessantes Leben zurück und doch kommen Gedanken, was ich besser machen hätte können. Als Junge, sehr ristriktiv erzogen, wurde ich viel gehänselt, wegen zu grosser Brüste, meinem 'gebärfreudigen' Becken, meiner Vorliebe für lange Haare usw und das, obwohl ich Klassenlängster war. Ich nahm zu, hatte dann eine eher zylindrische Figur, das war es dann aber auch nicht, ich wurde so eher als schwul eingeordnet. Nach Lehre und Bund (Ersatzdienst gab es damals noch nicht) hielt ich es nicht länger aus und wanderte aus, musste aber feststellen, dass ich meine Probleme trotz völlig neuer Umgebung und Sprache, mit im Gepäck hatte. Dann versuchte ich als Frau aufzutreten, schwierig mit 1m90 und 120 kg, nahm dann 25 kg ab, fuhr zur See, dann wieder als Mann, als Frau hätte ich als Maschinist auf den Fischkuttern echte Probleme gehabt. Auf den Passagierschiffen konnte ich wieder recht androgyn werden. Als Maschinist auf Luxusyachten lief ich, wenn es die Situation zuliess, wieder in Röcken und Kleidern herum und nun, in der Rente pflege ich meine 88 jährige Mutter und muss da wohl oder übel als Sohn auftreten, bin aber sonst öffentlich oft sehr weiblich gekleidet unterwegs und errege einigermassen Aufsehen. Was die Leute denken, ist mir herzlich wurscht.
Ich möchte als Frau akzeptiert werden. Mutter hat mich im Rock gesehen, hat sehr gelacht , wäre aber entsetzt, wenn sie wüsste, wie oft ich so unterwegs bin. Daran, oder auch an einen Kilt könnte sie sich sicher nicht gewöhnen. Obwohl sie so alt ist, würde sie sich Vorwürfe machen, was wohl an der Erziehung falsch gelaufen wäre...
Ein Rock ist total Standard, wie Jeansröcke statt Shorts jederzeit einsetzbar, da ist nicht viel weibliches dran. Eben komme ich vom Einkaufen, mit Strikkleid und Ballerinas, einen Metallgürtel um die Mitte. Die meisten Kommentare hört man zu Schulschluss am Busbahnhof - das war's nicht, ich fiel als verkleideter Mann auf"¦ gestern in den Klamotten, hellgraue Damenjeans, Sneakers und lila T-Shirt, mit denen ich auch im Job antanze, war ich der Schuljugend zu weiblich, wohl wegen meiner Haare. Jedem rechtmachen kann man es nie, aber nicht auffallen geht schon"¦
Auf jeden Fall wünsche ich Euch Erfolg in Eurem Kampf
wave