Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht
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Olivia
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Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 1 im Thema

Beitrag von Olivia »

"...Die Intersexualität ist immer noch mit vielen Vorurteilen versehen und Aufklärung findet im öffentlichen Raum kaum statt. Trotzdem werden intergeschlechtliche Menschen und auch das “dritte Geschlecht” immer wieder in den Medien und in der Politik diskutiert. Deswegen ist es umso wichtiger, dass man sich informiert, um was es bei der Intersexualität überhaupt geht. ..."

https://www.msn.com/de-de/lifestyle/lie ... 76304ab7c4
Dietlind
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 2 im Thema

Beitrag von Dietlind »

Olivia hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 07:45 "...Die Intersexualität ist immer noch mit vielen Vorurteilen versehen und Aufklärung findet im öffentlichen Raum kaum statt. Trotzdem werden intergeschlechtliche Menschen und auch das “dritte Geschlecht” immer wieder in den Medien und in der Politik diskutiert. Deswegen ist es umso wichtiger, dass man sich informiert, um was es bei der Intersexualität überhaupt geht. ..."

https://www.msn.com/de-de/lifestyle/lie ... 76304ab7c4
Als intersexuelle Frau finde ich, dass es besser gewesen wäre, wenn dieser Artikel nicht geschrieben worden wäre. Er ist verwirrend geschrieben, und hilft kaum dabei, dass andere Menschen uns verstehen. Auch das ständige Gerede von dritten Geschlecht hat wenig Wert, da die meisten von uns sich entweder als Frauen oder Männer sehen. Wie man aus den Statistiken sehen kann, wählen intersex Menschen kaum die Option Divers. Es ist halt ein Fakt, dass die Meisten von uns keine Exoten sein wollen, die im Ausweis als solche zu erkennen sind! Wir wollen wie andere ganz normale Menschen sein, die ihr Leben ganz normal führen.

Linde
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 3 im Thema

Beitrag von conny »

Dietlind hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 21:31 Wie man aus den Statistiken sehen kann, wählen intersex Menschen kaum die Option Divers.
Also weg mit dem "d" neben "m" und "w"? :roll:
Dietlind
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 4 im Thema

Beitrag von Dietlind »

conny hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 22:00
Dietlind hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 21:31 Wie man aus den Statistiken sehen kann, wählen intersex Menschen kaum die Option Divers.
Also weg mit dem "d" neben "m" und "w"? :roll:
Es gibt ja Menschen, die sich als "D" sehen, und denen sollte auch die Möglichkeit gegeben werden, sich als solche eintragen zu lassen. Aber dieses ganze Geschrei um das dritte Geschlecht sollte of ein Flüstern reduziert werden.
Dieses dritte Geschlecht verursacht in der "normal Bevölkerung" eher Verwundern, als Verständnis. Wir wurden für einen Großteil unseres Lebens eher wie exotische Wesen angesehen, das wird mit der Zeit belastend. Für mich ist es wichtig, als eine ganz stink normale Frau gesehen zu werden, die genauso wenig exotisch ist, wie Frau Schmitz von neben an.


Linde
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Mirjam
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 5 im Thema

Beitrag von Mirjam »

conny hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 22:00
Dietlind hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 21:31 Wie man aus den Statistiken sehen kann, wählen intersex Menschen kaum die Option Divers.
Also weg mit dem "d" neben "m" und "w"? :roll:
Wo liest du das raus Conny? "Kaum" heißt schließlich nicht "nicht". Mal ganz abgesehen davon, dass dem ein Urteil des BVerfG entgegenstehen würde.

Mirjam
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 6 im Thema

Beitrag von Jaddy »

conny hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 22:00
Dietlind hat geschrieben: Fr 28. Okt 2022, 21:31 Wie man aus den Statistiken sehen kann, wählen intersex Menschen kaum die Option Divers.
Also weg mit dem "d" neben "m" und "w"? :roll:
Die Verfassungsbeschwerde von "Wanja" bezog sich auf die Identität und hatte *hüstel* nur zufällig / absichtlich etwas mit Wanjas Intergeschlechtlichkeit zu tun. Der Anspruch sowohl auf einen positiven nichtbinären Eintrag, als auch auf die Streichung bestehen unabhängig von der körperlichen Konstitution. Das ist auch gängige Ansicht des BVerfG in mehreren Entscheidungen, z.B. zum kassierten Sterilisierungszwang.

Es ist aber sehr verständlich, dass sich die meisten intergeschlechtlichen Menschen nicht andauernd derart markiert sehen wollen. Es sollte langsam klar sein, dass Menschen ihre Geschlechtsidentität unabhängig von Details ihrer Körperlichkeit entwickeln.

Die nichtbinärer Quote unter trans Personen - egal ob inter oder dyadisch - ist aber weltweit ziemlich gleich: ~30%.

Mit dem SBG werden wir sehen, wie viele dann d oder leer wählen, wenn sie keine quasi unerreichbaren Gutachten brauchen.
Anne-Mette
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es ist schwer, für intergeschlechtliche/intersexuelle Menschen zu sprechen; denn gerade (aber nicht nur) diese Menschen haben besondere Bedarfe, die sich aus unterschiedlichen Lebenswegen, Erfahrungen und Wünsche für das "jetzt" und die Zukunft ergeben.

Insofern

Intersexuelle Menschen:
individuell
selbstbestimmt und
selbstbewusst
statt fremdbestimmt
mit Zwangsbeschluss!

Gruß
Anne-Mette
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 8 im Thema

Beitrag von Tira »

unterschiedlichen Lebenswegen, Erfahrungen und Wünsche für das "jetzt" und die Zukunft ergeben.
Ja Anne-Mette da ist viel dran. Im Leben gibt es viele Abzweigungen und nicht bei jeder würde die Wahl immer gleich ausfallen. Da spielt das Umfeld, die Gesellschaft, eigendlich alles mit rein.
Jaddy wenn wir frei wären, würde unsere Wahl sicherlich anders ausfallen können, als wenn nur das SBG kommt, denn das ist zwar sehr wichtig, ändert aber nicht alles.
So ist auch die Frage für dich liebe Linde, bist du sicher das der aktuelle niedrige Prozentsatz derer die divers wählen, auch so klein wäre, wenn unsere Gesellschaft wirklich tolerant wäre?
Es gab Zeiten und Gesellschaften in denen Menschen mit besonderen Fähigkeiten/Eigenschaften eine besondere Stellung hatten, da wäre eine binäre Entscheidung sogar mit Nachteilen verbunden gewesen.
Ich finde solche Gedankenspiele sehr interessant, aber das einzige was bei mir dabei raus kommt, ist das es wichtig ist unsere Gesellschaft ein bisschen bunter zu machen, solche Dinge die uns bewegen sichtbarer zu machen. Danke an denen die sich da ins Rampenlicht begeben, auch wenn ich selber diese schrillen Töne nicht mag und bestimmt nicht der/die/das einzige bin, mit Vorliebe für dezentere Farben. Im Alltag kann ich das jeden Tag aufs neue zeigen und das muss dann reichen für meinen kleinen Beitrag zu dem Thema.
Der Artikel ist sicherlich nicht perfekt, aber er ist auch nicht falsch, er bemüht und relativiert ja auch manche Dinge, da habe ich schon wirklich schlimmeres gelesen. Wir dürfen nie vergessen wie es um das Wissen um solche Dinge in der normalen Bevölkerung steht, irgendwie die abzuholen ist nicht leicht. Solange die schrillen Bilder und Überschriften näher erläutert und relativiert werden, ist das deutlich mehr, als das Übliche.
Liebe Grüße Tira (flo)
Veränderungen können schön sein, wenn Frau sie nur zulässt.
Anne-Mette
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 9 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Viele intergeschlechtliche Menschen haben eine lange (Leidens)Geschichte; wer keine Gelegenheit hat, das persönlich zu erfahren,
findet in der Literatur etliche Werke, die so etwas beschreiben, z.B. das Buch von Christiane Völling.
Alex Jürgen wurde schon erwähnt. Über Lucie Veith gibt es auch vieles zu erfahren.
MartinaL
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 10 im Thema

Beitrag von MartinaL »

Auch ich bin mir nicht sicher ob das extreme Herausstellen des "d" in den Medien nicht kontraproduktiv für unsere Sache ist. Aber ich schließe mich Tiras Meinung an, dass wenn die Gesellschaft toleranter wäre, der Prozentsatz Diverser evtl. höher wäre.
Ich muss mich sehr oft gegenüber meinem Umfeld erklären und immer wieder auf den Unterschied zwischen Inter- und Trans hinweisen. Definitiv möchte ich binär sein, werde trotzdem immer wieder auf das "divers" angesprochen. Leider kann aber auch ich nicht wissen warum Manche es wählen...
Viele Grüße aus Neumarkt,
Martina.
Anne-Mette
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 11 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Ich sehe da kein "extremes Herausstellen"

Dei Ansprache durch andere Menschen lässt sich regeln.
Leider gibt es auch in der Community Menschen, die vereinnahmend handeln und sprechen - auch in der persönlichen Begegnung.
Aber auch die sollten ordentlich Bescheid bekommen.
Jaddy
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 12 im Thema

Beitrag von Jaddy »

MartinaL hat geschrieben: Do 10. Nov 2022, 09:07 Auch ich bin mir nicht sicher ob das extreme Herausstellen des "d" in den Medien nicht kontraproduktiv für unsere Sache ist. Aber ich schließe mich Tiras Meinung an, dass wenn die Gesellschaft toleranter wäre, der Prozentsatz Diverser evtl. höher wäre.
Ich muss mich sehr oft gegenüber meinem Umfeld erklären und immer wieder auf den Unterschied zwischen Inter- und Trans hinweisen. Definitiv möchte ich binär sein, werde trotzdem immer wieder auf das "divers" angesprochen. Leider kann aber auch ich nicht wissen warum Manche es wählen...
Die letzten seriösen Studien(1) zur Häufigkeit von nicht-cis Menschen, die ich kenne sagen, dass der Gesamtanteil in der Bevölkerung zwischen 1-3% liegt und sich davon ca. 30% nicht-binär verorten. Also: Von 1000 Leuten auf der Strasse sind 10..30 nicht cis und davon ein Drittel nicht-binär.

Ein bis drei Prozent nicht-cis wäre ca. 10 mal mehr, als aktuell durch die Prozeduren gehen, also amtlich bzw im Medizinsystem auftauchen. Das liegt mglw auch an den Hürden des Systems und an den Konsequenzen für die eigene Person.

Über die Verteilung bei inter Personen kenne ich keine Details, vermute aber aus Gründen, dass der Anteil derer, die ein "divers" oder Streichung möchten ähnlich gering wie in der dya Bevölkerung sein dürfte, also 0,3-1%. Das wäre also in der inter Gruppe eine sehr kleine Minderheit.

Die Gründe für "divers" oder Streichung dürften aber bei inter und dya die gleichen sein: Die beiden anderen Optionen passen nicht zum eigenen Selbst. Sprich: Das persönliche Verhältnis zu Geschlecht,wie es gesellschaftlich vorgelebt wird, passt nicht zu männlich oder weiblich. Egal wie der eigene Körper beschaffen ist.

Ich kann es nur für mich beispielhaft sagen: Wenn ich mich in stereotypisch binären Situationen wie einer (cis-bin-het) Grillparty zuordnen müsste - mit Bierflasche am Grill oder in der Küche beim Salat - bin ich raus. Es gibt bei beiden Gruppen Aspekte, die ich mag und andere, die ich sehr abstossend finde. Leider gibt es die in der Regel nur als Bündel, so dass ich mich einfach nirgendwo zugehörig finde.

Ich habe kein Gender-Zugehörigkeitsgefühl, bzw schlimmer: ich habe gar kein Gender-Gefühl. Wie wenn du keine Ahnung von -hm- zum Beispiel Fröschen hast, aber alles um dich herum nach Team Spitzmaulfrosch und Team Breitmaulfrosch aufgeteilt wird. Los! Entscheide dich. Du musst doch einem Team angehören. Wie kannst du so indifferent zu solch einem wichtigen Thema sein, das in Klamotten und Sprache und Umkleideräumen und so weiter überall auftaucht. Tja, so fühlt sich das an, als Frosch-diverse oder nicht-froschige Person :)

Vielleicht hilft das bei der Erklärung gegenüber anderen. tl;dr Hirn, Herz, Körper können unterschiedlicher Ansicht sein und einige wenige können mit der Aufteilung m/w nix anfangen.

Ich hab da noch den Flyer anzubieten, der gut zu funktionieren scheint (verschicke ich auch in Päckchen) und ein 12-minütiges Vortragsvideo "Die Menschen hinter den Sternchen" über cis, trans, binär, inter usw. mit einer anderen Analogie.

Darf alles gerne geteilt und verbreitet werden.




(1) Kapitel Epidemiologie in der S3 Leitlinie Trans-Versorgung. Der Prozentsatz an non-cis variiert je nach Stärke der gesellschaftlichen Ächtung, aber der Anteil nicht-binärer innerhalb der non-cis Gruppe scheint weltweit ziemlich einheitlich zu sein.
MartinaL
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 13 im Thema

Beitrag von MartinaL »

@Jaddy: Danke, der Flyer und dein Kommentar hilft mir tatsächlich das "d" etwas besser zu verstehen. Ich bin mir bei mir ja auch noch nicht sicher ob meine Entscheidung pro Frau tatsächlich aus meinem Inneren kommt, oder nur ein Produkt meiner Erziehung und meines Umfeldes ist....
Viele Grüße aus Neumarkt,
Martina.
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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 14 im Thema

Beitrag von Dietlind »

Ich wurde als Kleinkind durch die Künste der Chirurgie männlich gemacht, was allerdings eine Fehlentscheidung war, da ich mich nach der Pubertät weiblich entwickelt. Ich war also ein junger Mann, der wie ein Mädchen aussah. Das brachte viele Konflikte, und ich hatte das Gefühl, weder männlich noch weiblich zu sein, Für viele Jahre fühlte ich mich absolut genderlos. Da mein Körper sich mehr und mehr weiblich entwickelte fühlte ich mich auch mehr dem weiblichen Geschlecht zugehörig, und bin dann zur Frau geworden. Heute fühle ich mich sehr wohl in meiner Rolle als Frau, und könnte mir nicht vorstellen, divers zu sein. Ich fühlte mich aber nie dem männlichen Geschlecht zugehörig zu sein.

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Re: Intersexualität und die Debatte um ein drittes Geschlecht

Post 15 im Thema

Beitrag von Karla »

Ich sehe das "d" als wichtige Alternative an:
a) für intersexuelle Menschen, damit ALLEN klar ist, daß an Kindern nicht ungefragt "herumgeschnibbelt" werden darf!!!
b) für alle Menschen, die irgendwo auf der Reise m <-> f sind - egal, wie lange diese Reise individuell dauert!
- irgendwo müssen die hin: da männlich gelesene Personen bereits mit Nagellack einen Messerangriff riskieren, ist ein Herren-WC für die definitiv kein safe space!
(und für Eindringen in Frauen-Schutzräume (und die anschließende 'Flucht) ist eine Verkleidung als Hausmeister, Handwerker,... sicherlich zielführender als dort mit suboptimalem Passing "FRau" zu spielen zu versuchen!!)
MartinaL hat geschrieben: Do 10. Nov 2022, 09:07 Auch ich bin mir nicht sicher ob das extreme Herausstellen des "d" in den Medien nicht kontraproduktiv für unsere Sache ist. Aber ich schließe mich Tiras Meinung an, dass wenn die Gesellschaft toleranter wäre, der Prozentsatz Diverser evtl. höher wäre.
Ich muss mich sehr oft gegenüber meinem Umfeld erklären und immer wieder auf den Unterschied zwischen Inter- und Trans hinweisen. Definitiv möchte ich binär sein, werde trotzdem immer wieder auf das "divers" angesprochen. Leider kann aber auch ich nicht wissen warum Manche es wählen...
Allen, die es schaffen, als Mann oder Frau im gefühlten Gender stealth zu gehen, sei dies gegönnt!
..und die, die das NICHT schaffen, dürfen sagen: auf dem Herren-WC hätte ich Angst, und irgendwo muß ich mal! "d" darf es inzwischen geben!
... ob nun intersexuell oder transident "auf der Reise"!!!

LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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