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DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: Fr 19. Aug 2022, 19:03
von Anne-Mette

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 08:24
von Cybill
Ich kann an dieser Stelle nur für mich selbst schreiben:

Bei der Diskriminierung ist es wie beim Lügen; da braucht es eine Person, die es glaubt - und hier eine Person, die sich diskriminieren lässt.
Das ist sicher eine Frage des Selbstbewusstseins, aber es ist erlernbar.

Ich bin derzeit immer mehr davon genervt, dass von der sogenannten "Community" jede Kleinigkeit dazu genutzt wird, ein diskriminatorisches Weltuntergangsszenario heraufzubeschwören und damit jeden kleinen Agent Provocateur zu einem ernstzunehmenden Gegner zu befördern.
Etwas mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein wäre hinsichtlich Akzeptanz und Augenhöhe in der gegenwärtigen Situation wünschenswert.

Aber auch ich fühle mich diskriminiert:
Modische und elegante Damenoberbekleidung gibt es oft nur in den Größen: Püppchen, Kleines Mädchen, Kindfrau, und Yogafee. (die üblichen Größenangaben haben in etwa den Wahrheitsgehalt der Fahrpläne der Bahn).

Schönen Sonntag,

Cybill

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 09:13
von Anne-Mette
Moin,

es wird sicherlich nicht schaden, "einen Blick zu werfen" - allerdings nach innen und außen; denn "die Community" ist auch nicht ohne.

Eine "Diskriminierung von Menschen mit verschiedenen (großen) Körpferformen" ist das Problem vieler Menschen; hoffentlich werden sie mal gehört.
(es lohnt sich, auch in anderen Gruppen unterwegs zu sein; denn auch große Menschen haben ihre Netzwerke und tauschen sich aus und geben Hinweise zu bezahlbaren und tragbaren "großen Größen")

"Altersdiskriminierung" halte ich auch für ein großes Problem.

Gruß
Anne-Mette

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 12:10
von Lavendellöwin
Hmmm...

naja, wie oft habe ich schon gehört "iss nicht wie ein Spatz" oder "bist du magersüchtig"?
Und oft kamen solche Sprüche von Personen die ich als körperlich "gross" einordnen würde.

Sag ich dann "(fr)iss nicht so viel, dann findest du auch was anzuziehen!"
Ähm, nee weil es auch vollkommener Mist ist.

Das ist keine Diskriminierung sondern Unterschiedlichkeit die man anders angenehmer ausdrücken
könnte um ihr Rechnung zu tragen.

Ich höre auch heute noch von älteren Personen "die Erfahrung die ich habe, kannst du doch gar nicht haben".
Ja richtig. Meine ist eine andere und die "alte" Erfahrung vielleicht einfach outdated, das muss man doch
aber auch sagen dürfen.
Frauen, die von Anfang an nur als Frau aufgewachsen sind, haben eine andere Erfahrung mit dem Frau sein
als ich. Stimmt doch, das ist auch keine Diskriminierung. Es ist differente Lebensrealität.

Ich denke das Wort Diskriminierung wird oft doch ziemlich vorschnell benutzt um für
egoistische Ziele zu streiten. Oder auch um das Gefühl zu haben, etwas Besonderes zu sein wo
im Grund völlige Normalität ist.

Alles Liebe Marie (flo)

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 12:19
von Nico
Cybill hat geschrieben: So 21. Aug 2022, 08:24 Das ist sicher eine Frage des Selbstbewusstseins, aber es ist erlernbar.

Ich bin derzeit immer mehr davon genervt, dass von der sogenannten "Community" jede Kleinigkeit dazu genutzt wird, ein diskriminatorisches Weltuntergangsszenario heraufzubeschwören und damit jeden kleinen Agent Provocateur zu einem ernstzunehmenden Gegner zu befördern.
Etwas mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein wäre hinsichtlich Akzeptanz und Augenhöhe in der gegenwärtigen Situation wünschenswert.
Ich denke eine gewisse Resilienz tut uns allen gut, da wir immer wieder mit aktuell nicht zu vermeidender Diskriminierung zu tun haben.

Trotzdem bei dir lese ich andauernd ein "stellt euch nicht so an" raus, welches ich extrem unpassend finde, da es auf vielen Ebenen Diskriminierung gibt. Ziel sollte sein diese abzubauen und das erreicht man nur, wenn diese benannt wird.

Depressionen und Angststörungen sind unter LGBTQI* Menschen häufiger als unter cis-het Menschen. Ein Grund dafür ist unter anderem immer wiederkehrende Diskriminierung. Das sollte nicht klein geredet werden. Ähnliches gilt für Armut oder Zugang zu medizinischer Versorgung etc.

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 13:45
von Jasmine
Nico hat geschrieben: So 21. Aug 2022, 12:19 .............Trotzdem bei dir lese ich andauernd ein "stellt euch nicht so an" raus, welches ich extrem unpassend finde, da es auf vielen Ebenen Diskriminierung gibt. Ziel sollte sein diese abzubauen und das erreicht man nur, wenn diese benannt wird..................
Dem stimme ich zu. Ich habe einige Menschen kennengelernt die verletzlich, allein, ängstlich und arbeitslos sind. Denen zu sagen das Selbstbewußtsein erlernbar ist halte ich nicht für angemessen. Daher denke ich das es wichtig ist Diskriminierung zu benennen.

Liebe Grüße Jasmine

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 14:46
von Blossom
Jasmine hat geschrieben: So 21. Aug 2022, 13:45 Denen zu sagen das Selbstbewußtsein erlernbar ist halte ich nicht für angemessen.
Man kann aber sehr viel dazu tun - somit ist es erlernbar. Dazu gibt es auch reichlich Techniken ... Allerdings muss man sich dann auch aus dem eigenen "Tran" bewegen wollen.

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 16:29
von Jasmine
Liebes Blümchen, wenn ich deine Worte richtig deute, liegt alles an der transsexuellen Person selbst. Tut mir leid, aber das sehe ich grundlegend anders. Gerade wenn die Menschen die diskriminieren zum Beispiel der Chef oder Angestellte sind. Ich finde es interessant mit was ein Mensch alles umgehen muss. Das Diskriminierung in unserer Gesellschaft ein Problem sein kann, halte ich für wahrscheinlicher. Dann muß meiner Meinung nach die Diskiminierung abgeschafft werden und nicht die Schuld bei der diskriminierten Person gesucht werden.
Blossom hat geschrieben: So 21. Aug 2022, 14:46 ....Man kann aber sehr viel dazu tun - somit ist es erlernbar. Dazu gibt es auch reichlich Techniken ... Allerdings muss man sich dann auch aus dem eigenen "Tran" bewegen wollen.
Bei dem Satz fehlt meiner Meinung nach ...............bewegen wollen und/oder können.

Liebes Blümchen, ist nicht bös gemeint (dr) aber ich weiß ja das ich mit dir gut diskutieren kann. (dr)
Jasmine

Re: DLF„Kultur | Aktivistin Shon Faye: Blick auf die Alltagsdiskriminierung von trans Menschen richten

Verfasst: So 21. Aug 2022, 16:51
von Blossom
Jasmine hat geschrieben: So 21. Aug 2022, 16:29 ist nicht bös gemeint
verstehe ich auch nicht so.

Aber mal im Ernst ... ja, es liegt vieles im Argen. Unbestritten. Ja, es gibt Mobbing, Übergriffe körperlicher oder seelischer Art. Damit müssen aber wohl nahezu alle Menschen klarkommen, ob dick, hager, groß oder klein ... ganz gleich aus welchem Grund in welchem Kulturkreis auch immer. Aber wenn sich der "Kulturkreis" nicht aus sich allein heraus bewegt, müssen Betroffene selbst aktiv werden. Und das bedeutet halt nicht, in Trübsal zu verfallen.

Ich habe mal gelernt, und es ist mir ja selbst auch passiert, dass man stolpern und fallen darf, aber ... man muss auch wieder aufstehen und nicht darauf warten, dass vielleicht irgendwann mal jemand kommt, der einem dabei hilft.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in dem Augenblick, da ich mich öffne - oh ja, mir ist bewusst, dass ich mich damit verletzlich mache - mir die andere Seite ebenfalls freier begegnet und sich im besten Fall selbst angreifbar macht. Und komm' mir bitte nicht mit den Ausnahme-Holzköpfen, die es nicht tun können oder wollen, weil es ihren beschränkten Horizont überschreitet.

Ja, es liegt im Grunde an uns, aufzustehen und Rückgrat zu entwickeln. Das widerum muss man auch wollen - und wer das nicht kann, dem wird in unserer Gesellschaft Hilfe dabei angeboten - und das in vielerlei Hinsicht. Aber die muss ich auch anzunehmen bereits sein.

Klar, ich kann als Pessimist durchs Leben laufen. Aber weißt du, ich bin lieber Optimist, auch wenn nicht alles eintrifft, was ich mir erhoffe, nehme es aber mit einem Lächeln und versaue mir nicht jeden Tag.

Diskriminierung abschaffen zu wollen ist eine unerreichbar Utopie. Schlechtes Wetter ist auch nicht änderbar, aber meine Kleidung kann ich anpassen. Und wenn mich jemand laufend nervt, lege ich mir ein ausreichend dickes Fell zu!