gerade heute habe ich zu dem gleichen Thema einen Artikel gelesen, hier :
https://web.de/magazine/wissen/psycholo ... n-37166662
Der Artikel gründet sich auf eine Studie der dänischen Universität in Odense.
Die Kernaussagen:
- Verheiratete Männer (und Frauen ?) leben länger.
- Männer mit Hochschulabschluß leben länger.
- im Lauf des Lebens holen Männer in der Lebenserwartung deutlich auf.
zu (2): das ist so ein typischer fragwürdiger Punkt bei Statistiken: das kann sowohl tatsächlich was mit Bildung zu tun haben, als auch nur sekundär - daß Menschen mit höherer Bildung im Durchschnitt auch wohlhabender sind, und das längere Leben vom Geld kommt.
zu (3): ganz wichtig - die Lebenserwartung steigt logischerweise mit zunehmendem Alter: z.B. ein männlicher Säugling hat Lebenserwartung 78,5, ein 80-jähriger Mann aber Lebenserwartung 88,1. Eine 80-jährige Frau hat Lebenserwartung 89,6.
siehe dazu die Statistik zu Deutschland :
https://www-genesis.destatis.de/genesis ... breadcrumb
Folgende Aussage aus der National Geographic Studie steht aber im Gegensatz zu der Statistik:
"Besonders nach dem 60. Lebensjahr sterben Männer schneller als Frauen — als würden sie biologisch schneller altern", sagt Kenneth Walsh.
(die Frauen behalten nach der deutschen Statistik ihren Vorsprung vor allem vor dem 65. Lebensjahr)
generell gilt natürlich - um aus dem von mir erwähnten Artikel zu zitieren :
Die Länge der Lebensspanne sei Ergebnis einer individuellen komplexen Kombination aus biologischen, Umwelt- und Verhaltensfaktoren, betont das Team. "Die Tatsache, ob man männlich oder weiblich ist, wirkt sich zwar auf die Lebenserwartung aus, ist aber nicht die einzige Determinante, die zu Ungleichheiten beiträgt."
Umso wichtiger sei ein differenzierter Blick: "Diese Ergebnisse widerlegen den allgemeinen Eindruck, dass 'Männer nicht so lange leben wie Frauen', und offenbaren eine nuanciertere Ungleichheit in der Lebenserwartung von Frauen und Männern." Die pauschale Behauptung, dass die Hälfte der Bevölkerung durch geschlechtsspezifische Unterschiede in der Lebenserwartung benachteiligt sei, führe in die Irre: "Die Ungleichheiten sind vielschichtiger." Bemühungen zur Verringerung von Unterschieden in der Lebensspanne müssten daher auf verschiedene Faktoren, Ursachen und Altersgruppen abzielen.