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Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Mo 4. Jul 2022, 16:39
von Anne-Mette
Pflegestreik: "Zur Not bis zum Jahresende"

Eine Einigung ist bisher nicht in Sicht.

https://www.doccheck.com/de/detail/vide ... f84f4f7ec2

Re: Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Mo 4. Jul 2022, 22:31
von Jasmine
Bei uns im Landkreis gefällt mir die Versorgung schon länger nicht mehr. Die Sana Klinik ist für mich ein Beispiel wie es nicht sein dürfte. Wenn ich mit Personal aus dieser Klinik über ihre Probleme spreche, zweifle ich ob das alles so sein muß. Wofür steht diese Klinik?
https://de.statista.com/statistik/daten ... linken-ag/
Ich weiß nicht ob eine Klinik soviel Gewinn machen muß. Auf der einen Seite steigt mein Krankenkassenbeitrag - auf der anderen Seite dann so etwas. Ich wäre für eine Verstaatlichung der Kliniken.
Liebe Grüße Jasmine

Re: Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Di 5. Jul 2022, 07:39
von Olivia
...der "Sündenfall" war ja damals die Privatisierung des Gesundheitswesens - aber man war ja der Meinung, die Privaten können das alles besser und zuviel Staat ist zuviel "DDR"...

Re: Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Di 5. Jul 2022, 18:57
von Dali
Das gesundheitswesen und die Pflege dürfen einfach nicht gewinnorientiert arbeiten.
Hier geht es um Grundrechte und nicht darum, mit dem Leiden anderer auch noch Geld zu verdienen.

Re: Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Di 5. Jul 2022, 20:24
von Blossom
Dali hat geschrieben: Di 5. Jul 2022, 18:57 Das gesundheitswesen und die Pflege dürfen einfach nicht gewinnorientiert arbeiten.
Hier geht es um Grundrechte und nicht darum, mit dem Leiden anderer auch noch Geld zu verdienen.
Na, wenn das so ist ... wie stellst du dir allein schon die ambulante Versorgung vor? Eine Armee staatsbedienstetes Pflegepersonal vielleicht?
Im Übrigen waren auch schon früher Krankenhäuser in Kirchen- und nicht Staatshand, von Diakonie, Caritas oder Paritäten ganz abgesehen.
Nicht gewinnorientiert arbeiten? Auch Krankenhäuser und Pflegedienste, wie auch Arztpraxen müssen so arbeiten - und auch Rücklagen schaffen können.
Es geht dir um Grundrechte? Darum, dass keiner mit dem Leiden eines anderen Geld verdienen darf? ... Pflege/Medizin war nie frei von Bezahlung oder Gewinnstreben. Wenn könnten wir uns höchstens fragen, wie weit es gehen und welche Auswüchse das annehmen darf.

Ich selbst verdiene einen Teil meines Lebensunterhalts durch die Versorgung von körperlich und geistig "behinderten" Menschen ... soll ich das für einen warmen Händedruck tun? Für ein karges Abendessen, damit mir niemand Völlerei unterstellt? Oder doch für ein Entgeld von dem ich angemessen leben und sogar etwas ansparen kann? Denn auch das Ansparen wäre deiner Meinung nach ja schon "gewinnorientiert).

Ich denke, so einfach kann man sich das nicht machen. Und wie bei allen Dingen im Leben gibt es immer zwei Seiten einer Medaille.

Re: Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Di 5. Jul 2022, 21:01
von Lana
Blossom hat geschrieben: Di 5. Jul 2022, 20:24 Ich selbst verdiene einen Teil meines Lebensunterhalts durch die Versorgung von körperlich und geistig "behinderten" Menschen ... soll ich das für einen warmen Händedruck tun?
Nein, sollst du nicht.
Staatliches Gesundheitswesen bedeutet ja nicht, dass die dort arbeitenden Menschen kein Gehalt bekommen.
Es geht darum, dass aus den solidarischen Beiträgen zur Sozialversicherung private Gewinne generiert werden, die an Anleger ausgeschüttet werden anstatt sinnvoll reinvestiert zu werden. Das muss nicht sein und beschädigt das Gesundheitssystem durch den dauerhaften Entzug von dringend benötigten Geldern.

Und selbst wenn es privatwirtschaftlich organisiert sein soll:
Was spricht dagegen, Kliniken z. B. als gemeinnützige GmbH zu führen anstatt als profitorientierte AG?

LGL

Re: Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Mi 6. Jul 2022, 16:52
von Dali
Das war vielleicht etwas missverständlich.
Aber wenn ich sehe, dass man eine Behandlung nicht bekommt weil kein Personal da ist, dann muss ich mich schon fragen.
Geschweige denn die Pflege im Alter.
Diese Berufe müssen anständig bezahlt werden und das Personal darf nicht laufend an der kotzgrenze arbeiten müssen.
Dort muss das Geld hin und nicht in irgendwelche oberen Etagen irgendwelcher Manager.
Aber ich weiß schon. Wunschdenken.

Re: Seit zwei Monaten streiken die Pflegekräfte der Unikliniken in NRW

Verfasst: Mi 6. Jul 2022, 22:17
von Blossom
Dali hat geschrieben: Mi 6. Jul 2022, 16:52 Dort muss das Geld hin und nicht in irgendwelche oberen Etagen irgendwelcher Manager.
Danke dafür, aber verstehe: Geld ist nicht alles ... Ich persönlich werde gem. meiner Qualifikationen tatsächlich sehr gut bezahlt und kann mich nicht beklagen, wissend, dass dies nicht die Regel ist ... wenn ich aber schreibe, Geld ist es nicht alles, dann will ich auf andere Dinge hinaus wie: mögliche Weiterbildung, Spezialisierung, Aufstiegschancen, vor allem aber einer ausgeglichenen Work-Life-Balance, denn gerade die ist schon lange nicht mehr gegeben ... hatte ich einmal geglaubt, mein Trans-Sein würde meinen Freundeskreis einbrechen lassen, so ist es letztlich meine Arbeit gewesen! ... Laufende Dienstplanänderungen, Schichtwechsel, geteilter Dienst, Wochenenden und Feiertagen ... Einladungen zu Geburtstagen, zu einem Essen gehen, geselligem Beisammensein, die blieben nach und nach aus, mit dem Hinweis: Dich brauche ich doch gar nicht erst zu fragen, musst doch eh arbeiten ... oder ich musste mal wieder absagen, weil ich, obgleich zunächst im Frei und zugesagt, am Ende doch nicht kommen konnte.

Aktuell hatte ich gerade 16 Tage Spätdienst in Serie ... 1 Stunde Anfahrt, 8,5 Stunden Dienst, 1 Stunde Heimfahrt ... tatsächlich hatte ich jetzt Montag, Dienstag frei, musste aber heute bereits wieder zum Spätdienst und das wird, obgleich ich das kommende WE eigentlich frei hatte, durchlaufen ... Wir haben eine schwangere Kollegin ... Einerseits Freude, andererseits ist sie damit direkt raus. Und ja, es gibt Personaldienstleister, die wir anfragen ... aber wen ich dabei bereits alles in die Finger bekommen habe ... zum großen Teil unzumutbar für die Bewohner! ... Und möchtest du laufend neue Gesichter sehen? Ich jedenfalls nicht.

Es muss sich vieles ändern, aber das Geld allein macht es nicht ... und wie heißt es: Geld macht nicht glücklich! Wenn überhaupt beruhigt es nur. Auch gebe ich zu bedenken: Was soll ich mit mehr Geld, wenn ich es eh nicht ausgeben kann, weil es mir an der dafür erforderlichen Zeit mangelt?