dann bin ich jetzt wohl an der Reihe?!
Verfasst: Do 21. Apr 2022, 20:37
hallo zusammen,
nach etwas zögern, viel lesen, nachdenken und in sich reinhören möchte ich jetzt auch meine Geschichte erzählen.
Alles fing als kleines Kind an, eigentlich schon vor meiner Geburt- so erzählt man es sich seit 47 Jahren. Ich sollte gar kein Junge werden. Der Plan mit ner kleinen Daniela scheiterte mit dem Blick der Hebamme, damals- in Weimar. Der Name- spontan (wahrscheinlich irgend nem Schlager der 70er zuzuordnen) sollte Tino lauten. Patrick wurde schnell noch dazugefügt, den vernünftigen Grund bleiben mir meine Eltern zeitlebens schuldig.
Aufgewachsen zwischen drei Tanten, später mit drei Cousinen und einer kleinen Schwester- ihr könnt euch meine Kleider-, Spielzeug- und Wortwahl sicher denken. Jungs waren nie meins, bei Mädchen fühlte ich mich sicher- da war und bin ich eine(r) von ihnen.
Irgendwann- ihr ahnt es, Pubertät. Der erste Slip von Mama, der Badeanzug meiner Cousine, heimlich die erste Feinstrumpfhose... dieses Gefühl, diese Scham, dieses Glück. Hat mich niemals verlassen- durch Jahre, durch Beziehungen, durch mein Leben begleitet. Immer heimlich, nie wurde ich erwischt, nie wurde ich gesehen, nie wurde ich angesprochen. Das war nur für mich.
Ich bin seit 2006 mit meiner wunderbaren Frau verheiratet, gemeinsam ziehen wir unsere eineinhalb Söhne und unsere halbe Tochter groß. Der/die Große macht das Gleiche durch, aber hat kein Problem uns zu sagen das er/sie sich noch finden muss und will- verstanden die Frage nicht- mach doch einfach mal, probier dich aus- wir lieben dich.
Anders bei mir. Irgendwann- mit viel Mut und echt viel Pipi in den Augen gestand ich meiner Frau meine "heimliche" Sehnsucht, mein geheimes Ich. Die Toleranz wie bei unserem Kind wurde mir nicht geschenkt. Das stille Kämmerlein- ok, Gespräche, Fragen, irgendwas- nix.
Von da an ging es bei mir bergab. Hätte ich... Vorwürfe, egal wie- es war nix mehr wie es war.
Ich versuchte die Situation für mich zu gestalten. Traute mich sogar irgendwann Freunden zu öffnen- fand Verständnis, Zuspruch. Die größte Hilfe ist mittlerweile meine Schwester. Sie hat mir ein Forum, einen Treffpunkt Gleichgesinnter empfohlen.
Hier bin ich- ich hab keine Ahnung wo mich unser Weg hinführt, oder mit wem. Aber ich bin sicher- für uns beide wird's ne tolle Reise...
liebe Grüße aus Dortmund, Tino Patrick und (die noch schüchterne) Tina Patrica..
nach etwas zögern, viel lesen, nachdenken und in sich reinhören möchte ich jetzt auch meine Geschichte erzählen.
Alles fing als kleines Kind an, eigentlich schon vor meiner Geburt- so erzählt man es sich seit 47 Jahren. Ich sollte gar kein Junge werden. Der Plan mit ner kleinen Daniela scheiterte mit dem Blick der Hebamme, damals- in Weimar. Der Name- spontan (wahrscheinlich irgend nem Schlager der 70er zuzuordnen) sollte Tino lauten. Patrick wurde schnell noch dazugefügt, den vernünftigen Grund bleiben mir meine Eltern zeitlebens schuldig.
Aufgewachsen zwischen drei Tanten, später mit drei Cousinen und einer kleinen Schwester- ihr könnt euch meine Kleider-, Spielzeug- und Wortwahl sicher denken. Jungs waren nie meins, bei Mädchen fühlte ich mich sicher- da war und bin ich eine(r) von ihnen.
Irgendwann- ihr ahnt es, Pubertät. Der erste Slip von Mama, der Badeanzug meiner Cousine, heimlich die erste Feinstrumpfhose... dieses Gefühl, diese Scham, dieses Glück. Hat mich niemals verlassen- durch Jahre, durch Beziehungen, durch mein Leben begleitet. Immer heimlich, nie wurde ich erwischt, nie wurde ich gesehen, nie wurde ich angesprochen. Das war nur für mich.
Ich bin seit 2006 mit meiner wunderbaren Frau verheiratet, gemeinsam ziehen wir unsere eineinhalb Söhne und unsere halbe Tochter groß. Der/die Große macht das Gleiche durch, aber hat kein Problem uns zu sagen das er/sie sich noch finden muss und will- verstanden die Frage nicht- mach doch einfach mal, probier dich aus- wir lieben dich.
Anders bei mir. Irgendwann- mit viel Mut und echt viel Pipi in den Augen gestand ich meiner Frau meine "heimliche" Sehnsucht, mein geheimes Ich. Die Toleranz wie bei unserem Kind wurde mir nicht geschenkt. Das stille Kämmerlein- ok, Gespräche, Fragen, irgendwas- nix.
Von da an ging es bei mir bergab. Hätte ich... Vorwürfe, egal wie- es war nix mehr wie es war.
Ich versuchte die Situation für mich zu gestalten. Traute mich sogar irgendwann Freunden zu öffnen- fand Verständnis, Zuspruch. Die größte Hilfe ist mittlerweile meine Schwester. Sie hat mir ein Forum, einen Treffpunkt Gleichgesinnter empfohlen.
Hier bin ich- ich hab keine Ahnung wo mich unser Weg hinführt, oder mit wem. Aber ich bin sicher- für uns beide wird's ne tolle Reise...
liebe Grüße aus Dortmund, Tino Patrick und (die noch schüchterne) Tina Patrica..